Matthäus Hammer
Rosetum Historiarum

Das ist:
Historischer Rosengarten /

Darinen aus vielen bewehrten Historicis kurtze und denckwürdige Historien / als liebliche Rosen /abgebrochen / mit füglichen Sententien teutsch und lateinisch gezieret / aus welchen man den guten Geruch allerley Tugenden kan nehmen / hingegen die Laster als spitzige Stacheln fliehen und meiden.
In gewisse Capita versetzt / und zuletzt eine Zugab /darinnen schöne Dencksprüche / zugleich auch mit einem ordentlichen und nützlichen Register gezieret.

In templo DEI offert unusqvisque qvod potest; abi aurum, argentum, & lapides pretiosos: alii byssum & purpuram & coccum offerunt, & hyacinthum: nobiscum bene agitur, si obtulerimus pelles & caprarum pilos.


Durch MATTHÆUM HAMMERUM

Aberdamensem, Liebhabern der Historien / und p.t. L. in Hartenstein.

Gedruckt zu Zwickau / bey und in Verlegung

Melchior Göpners / und Andreæ Löfflers.

Anno 1654.

Epistola Dedicatoria

Dem Hoch-Wohlgebornen jungen Herrn / Herrn Otto-Ludwigen / Herren von Schönburg / Herren zu Glaucha und Waldenburg / Erb-Herrn zum Hartenstein und Greßlaß / meinem gnädigen Herren.

Wie auch

Denen Wol-Ehrenvesten Großachibarn und Hochgelahrten / Herrn Oßwald Leipolten / der Rechten Licentiaten und Hochherrlichen Schönburgischen Ambtman in Hartenstein.

und

Herrn Johann-Heinrich Crausolden / voriger Jahren gleichfalls allhier gewesenen herrlichen Schönburgischen Ambtman / aber anitzo wolverordneten Stadt-Syndico zu Weimar / und Fürstlichen Kammer Gerichts Advocaten daselbst /

Meinen allerseits großgünstigen und hochgeehrtenPatronen und Beförderern.


Wünsche ich von dem allerhöchsten Gott / dessen Gab und Gnad jederzeit von oben herab zu uns kommt alle Wolfahrt und Glückseligkeit / langes Leben / gedeyliche Regierung / stethwehrende Ruh / Gesundheit / Fried und Freud in Gott dem heiligen Geist / Amen.


Hoch-Wohlgebornes gnädiges Herrlein / auch Wol Ehrnveste / großachtbare und Hochgelahrte Herrn Patroni: Es nennet Thucydide. lib 1. Belli Peloponnesiaci Historien; Thesaurum perpetuum exemplorum ad omniæ mundi tempora congruentem; ut Speculum humanæ vitæ. (Das ist / einen ewigwehrenden Schatz aller Geschichte / so bey der Welt vorgehen /einen Spiegel Menschliches Lebens /) da man von einer Zeit zur andern erkennen könne / was in der Welt gutes oder böses geschehe / so wol unter Reichen als Armen / Geistlichen und Weltlichen / und wil Herodotus solche erhalten und auffgezeichnet wissen / ne in mundo qvægesta sint ex hominum memoria exolescerent: das ist darmit nicht was in der Welt geschehe / in vergessenheit unter den Menschen gerathe und verleschen möge.

Hierzu stimmet M.T. Cicero, der nennet Historiam testem temporum, magistram vitæ, lucem veritatis; vitam memoriæ, nunciæm vetustatis. Das ist: Einen Zeugen der vergangenen Zeiten / eine Lehrmeisterin deß Lebens / eine Fackel der Warheit / ein Leben der Gedächtnüß / ein Verkündigerin alter Geschichten /und ist bey dieser letzten bösen Welt wol solches sehr von Nöthen / der Zeit Läufften der Posterität zu hinterlassen / als vor Jahren geschehen / wie dann die Alten auch durch schöne Gemählde / theils auch durch Schrifften / uns darinnen zu ersehen / was vorgangen sey / hinterlasen und gewiesen haben / derwegen nützlich ist / zu Zeiten bey übriger Weil und sonderlich zu recreirung deß Gemüths eine Historien zu lesen: wie dann schöne Exempla derer können angeführet werden / welche die Historien großgeachtet.Alexander Magnus hat sich nicht gescheuet / seinenHomerum (welcher den Trojänischen Krieg beschrieben) stets bey sich zu tragen / ja gar bißweilen unter den Kopff zu legen und drauff zu schlaffen. Xenophon liebete Cyri Pædian, das ist das Buch von Cyri aufferziehung. Demosthenes Thucydiden. Der Türckische Keyser Selymus ließ mit sondern fleiß deß Julii Cæsaris Commentarium in seine Sprach übersetzen. Alphonsus der Arragonier König gebrauchete den Titum Livium / und haben Historien ihren sonderbaren Nutz solche zu lesen / so wol in Gemeinen als Regier-Stand. Proclus sagt: Historia est memoria perfectrix animorum, & in animis perfectam parit scientiam: Sie ist gleichsam ein Exempelbuch unb Spiegel / das man vor Augen stellet / voriger Geschichten / beydes der Tugenden und Laster / geschehene Fäll und Händel; denn Gott gewolt / daß sonderlich fürnehmer Leut thun und Leben / Gottseligkeit /Regierung und anders den Nachkommenden zu Dienst und Nachrichtung möge verzeichnet und vorgestellet werden; denn sich noch immerzu dergleichen Händel bey der Welt zu tragen / gegen die vorige / so gut / als böse / und findet man immerzu solche Sitten / solche Tugend / solche Laster gleichermassen voriger Jahren geschehen. Wer nun solches betrachtet / der hat eine Abbildung Menschliches Lebens / und kan noch heutiges Tages erkennen was zu billichen oder zu schelten sey.

Denn gleich wie ein Bienlein aus vielen Blumen und Blättlein ihr Honig sauget und zu hauff trägt /also hab ich mit diesem meinen Rosengarten auch gethan / aus vieler hochgelehrter Leute Büchern solchen zusammen getragen / den Autorem, auch wol das Blat bey den meisten beygefüget derwegen nicht mir sondern solchen warhafftigen Historien-Schreibern Glauben wird zugestellet werden; ich aber hab wenig von mir selber geschrieben oder darzu fingirn wollen.

Auff daß nun auch solch schlecht geringes Wercklein seine getreue Patrocinanten haben möge / hab ich mich unterwunden in aller Vnterthänigkeit und Demuth solches meinem gnädigen jungen Herrn / dem Hoch Wolgebohrnen Herrn Herrn Otto Ludwigen /Herrn von Schönburg / Herrn zu Glaucha und Waldenburg / Erb-Herrn zum Hartenstein und Greßlaß /welchen GOtt lange Jahr in Gesundheit und gutem Zustand väterlich erhalten wolle / zur schuldigen und gebürenden Danckbarkeit (denn ingratum si dixeris omnia vitia dixeris ) zu überreichen derentwegen /daß sein hoch geehrtester und geliebtester Herr Vater / der Hoch-Wolgebohrne Herr / Herr Otto Albrecht / Herr von Schönburg / Herr zu Glaucha und Waldenburg / Erb-Herrn zum Hartenstein und Greßlaß / mein gnädiger Herr mich nicht allein zu meiner Dienst-Bestallung und Beförderung vor Jahren allhier vor andern gnädig hat kommen lasen / sondern auch bey diesen turbis bellicis vielmals in schwebender Kriegs-Gefahr mir und den meinigen hohe Gnad und Wolthat erwiesen in gnädigen Schutz und Schirm erhalten /darfür ich ein danckbar Gemüth wollen sehen laßen: Vber diß hab ich auch Hoffnung gefasset / mein gnädiges Hoch-Wolgebohrnes Herrlein werde künfftiger Zeit ein grosser Liebhaber der Historien werden / und dieses mein geringes Büchlein ihme nicht verschmelich seyn lassen / sondern in allen Gnaden an- und auffnehmen.

Ingleichen offerire ich solches in schuldigkeit denen Wol-Ehrenvesten Großachtbarn und Hochgelahrten ebenbenahmten wolverordneten / beeden meinen hochgeachten Herren Patronen, so vorhero und anitzt in Herrlichen Diensten allhier befunden gewesen und noch seyn / ihrer gegen mir und den meinigen erwiesenen vielfältigen Gunst / Lieb / Treu und guteraffection wegen bittend / solch Historisches Tractätlein in Gewogenheit / wie ich gäntzlich hoffe günstig anzunehmen / und in beharrlicher affection fernerweit mich und die meinigen in künfftig befohlen seyn zu lassen.

Thue hierbey schließlichen euch Hoch-Wolgeborner junger Herr vom höchsten Gott wünschen / daß ihr täglich möget zunehmen / an Weißheit Alter und Gnad bey Gott und den Menschen / deßgleichen euer Wol-Ehrnvest Großacht wolle der höchste Gott bey guter Gesundheit und aller ersprießlichen Seelen und Leibs Wolfahrt lange Zeit gnädigst erhalten. Geben in Hartenstein am 20. Tag Martii / welches war der Tag Gordii des edlen und berühmten Ritters / so ein Christlicher Haubtmann gewesen von Cæsarea, dem grose herrligkeit und Reichthumb angeboten worden seinen Glauben zuverläugnen ist aber beständig blieben / und hat endlich der Martyrer Cron erlanget und davon gebracht. Anno Christi 1654.


Meines Hoch-Wohlgebohrnen gnädigen Herrens: Gehorsamer.

Wie auch Euer Wol-Ehrenv. Großachtb. Gebet- und Dienstw.

Matthæus Hammer.

Vorrede

Vorrede:
An den Histori Liebhabenden Leser.

Gvnstiger lieber Leser / du möchtest dich vielleicht wundern / wie es komme / daß ich mich unterwunden gegenwertiges Historisches Tractätlein zu Papir zu bringen / da doch viel hochgelehrte Leute allbereit vorher von Historien viel und grosse Bücher geschrieben / und den Nachkommenen zu gut hinterlassen haben / darinnen man sich zuersehen hat; so soltu wissen / daß ich es nicht thue etwan aus Ehr-Gel-Geitz oder üblicher Hoffart / sondern daß ich die gantze Zeit meines Lebens-Lauffs über / ein sonderlicher Liebhaber gewesen bin / aller denckwürdigen und warhafftigen Historien / darinnen ich vielmals nach verrichter meiner Schul-Arbeit erqvickung und ergetzung gesucht habe. Dannenher auch letzlich bewogen / weiln grosse Bücher iedem zukauffen nicht thunlich noch bey sich zu tragen beqvem / voraus der lieben Jugend / einfältigen Christen / und allen so Lust haben solche Historien zu lesen / denselbigen damit zu dienen / weitschweiffige Historien in die enge zubringen / und aus vielen und langen Historien gleichsam einen Extract zu machen / und in ein kleines Hand-Büchlein zusammenzutragen / auch mit verwichener Jahren vergangenen Geschichten und Historien (so viel mein geringer Verstand und Geschickligkeit geben) zu zieren und zuvermehren / noch deßAusomi und Micylli Rath den einfältigen damit zuhelffen / und damit man es in Gedächtnüß besser könne erhalten.

Denn ja iederman die Länder und Städ nicht selbst durchreysen kan / wo bißweiln sich dieses oder jenes zuträgt / dasselbige selbsten in Augenschein zu nehmen / sondern er muß sich an den überschickten Bericht desselbigen ie zu Zeiten begnügen lassen. Vnd damit auch solches nach Xenophontis meinung eine Ordnung habe / da er sagt: Omnium rerum nil pulchrius & utilius esse ordine, hab ich es in sondere Capitel fassen und bringen wollen / dem günstigen Leser desto mehr neben dem Register eine anweisung zugeben / wie er balden eine Historien / so der Titul außweiset zu finden / bey denen meisten auch ein Morale mit angehänget / der lieben Jugend zu Nutz und zum besten / damit sie nach der Lehr deß heiligen und hocherleuchten Apostels Pauli dem guten anhangen /das böse aber iederzeit ernstlich flehen und meiden mögen.


Denn


Gleich wie in einem kleinen Leib steckt grosse Stärck /
So lehrt ein schlechtes Buch viel guts im Wort und Werck.

Wo aber etwan ein solch Morale oder Historia befunden würde / so sich füglicher in eine andere Historien oder Capitel schicken möchte / sol es dem günstigen Leser unbenommen seyn / in Verstand solche dahin zuziehen / sindemal wegen eilung in Officina Typographica mir die Zeit alle Historien in Ordinem zu reaigiren und transponirn hat mangeln wollen /aber ob ich gleich nach vermögen das meine möchte gethan haben / so könt sich doch ein Momus finden /der da fügte? Was ist hier Neus? Seht an / nur Kindisch Ding ich find.


Geb ich zur Antwort.


Laß so seyn / ich lehr gern ein unverständig Kind /darzu lieset mancher bejahrter Mensch offtmals gern was anders als vom Marcolpho / Eulenspiegel und Melusina / warumb wolt er sich verdriessen lassen eine warhafftige und kurtze Historien zu lesen?

Ich hoffe aber / es werde der günstige Leser nichts hierinnen finden / welches entweder ein gläubwürdiger Historicus nicht haben solte / oder ich vor meine wenigkeit nicht selbst in meiner Wanderschafft zum Theil von gewissen Leuten erfahren / zum theil auch selbsten gesehen hatte.

Ich wil niemand darinnen über die Gebühr gelobet noch angetastet haben / recht oder unrecht geben /einem ieden wird sein Gewissen selbst Zeugnüß geben / ob er den Tugenden die Zeither seines Lebens nachgegangen / dieselbigen vor Augen gehabt / und viel möglich durch sich und andere Christen befördert und ausüben lassen / oder / ob er derselbigen vergessen / wenig oder gar nichts geachtet / und die Laster etwan mehrer geliebet habe / als es sich seines Christenthumbs nach geziemen wollen: Ich bin auch sonsten bloß allezeit bey den Historien blieben / und ohne ausschweiff mich darmit begnügen lassen / wie dann solches alles dem günstigen auffrichtigen und unpartheiischen Leser hiermit der Warheit zum besten in sein Judicium und Vrtheil anheimb ich wil gestellet haben / darüber zu erkennen / ob solches nicht geschehen sey.

Dieses sind also freundlicher Histori-Liebhabender Leser eigentlich die Vrsachen / warumb ich mich unterwunden / gegenwertigen Historischen Rosengarten zu schreiben.

So nun iemand (wie dann manches in einem Würtzgarten eine Blum abbricht / so seiner Natur angenehm) zu recreirung und kurtzer belustigung eines oder das andere Capitel in diesem Tractätlein wird durchlesen / zweiffele ich nicht / er wird noch etwas nützliches darinnen antreffen / und in demselbigen /als in einem Rosengarten / eine anmutige Ros / das ist eine schöne Tugend / derselben nach zu folgen /oder auch spitzige Dornen / das ist schändliche Laster zu fliehen finden.

Der gütige und allein weise fromme Gott / zu dem iederzeit unser Leben / Thun und Wandel / ja unser Beruff und Stand gerichtet seyn sol / der lasse auch dieses Vorhaben gegenwertiges ausfertigten Rosengartens vornehmlichen zu seines hochheiligen Namens sonderbahren Lob und Ehr / dann auch uns armen Menschen zu unsers Leibs und Seelen besten gereichen und gedeyen / ümb Jesu Christi unsers Mittlers und Gnaden-Throns willen / Amen.


In Hortum Historico-Rosaceum Præclari & perdocti viri

Dn. MATTHÆI HAMMERI p.t.

Ludimoderatoris Hartensteinensis bene meriti, amici adprimè colendi.


Gestarum Historias secli conscribere rerum,
Est fateor, magnæ dexteritatis opus.
Est labor insignis, dignus qvoque laude perenni
Ex factis veras adserere Historias.
Utilis est labor; est liber utilis; utile scriptum est:
Vivida nam veniunt hinc monimenta piis.
Ergo qvod exemplis rosei HAMMERE Hortuli ad-instar
Concinnas varias gnaviter Historias;
Historias dico varias dum colligis: Ex bis
Ingenii profers atqve laboris opus:
Nam doctrina, fides, longa experientia & usus
Te docuere: igitur clarus baberis, eris.
Qvid fugias, vel agas, vin'scire? En! Historiarum
Hortulus hic Roseus suppeditare potest.

Honoris & amoris ergo subjeoit


M. Jacobus Behemb / ecclesiæ Poli-Zvvenicensium Pastor, gravi morbohactenus oppressus, sed jam DEI ope non nihil revalescens.


Stigelius in Epigrammatis.


Qvi legit historiam, nec mores inde gubernat,
Dixeris huic vivi sangvinis esse nihil.

Cicero V. de Finibus cap. 19.


Nec verò sum inscius, esse utilitatem in historia, non modò voluptatem.

Diodorus Siculis lib. 1. Biblioth. cap. 2.


Alia monimenta exiguum durant tempus, & casibus abolentur variis. At historiæ vis & efficacitas, per totum penetrans orbem, tempus ipsum, cætera corrumpens, æternæ ad posteros traditionis custodem habet.


MATTHÆUS HAMMER,

per anagramma.


At tu re mamma es,

ἔκφρασις.


Historicus Scriptor pater est de jure vocandus
libri, qvem studio fecit & arte suâ.
At tu transcribens librum faciendo libellum
ex illo, mamma es, sed manet ille Tata.
Mamma proinde novi libri es re Hammere vocandus,
te liber atque simul sic metagramma vocant.
Mammaque lectori es prædulci lacte referta,
Hanc præbens illi nocte dieque lubens.
Lac datur infanti, & pollenti robore panis;
Sed Momo neutrum, rarò solet sapere.

scrib.

Melchior Brendelius, P.L. & N.P.C. t.t. Actuarius Curiæ Næriscorum.

In Rosarium Eximii & Literatissimi Domini Hammeri.

Omnigenas mundi formas faciesq: Virorum
Artifici pingunt turba perita Stylo.
Ast, Hammere, manus tua factaq; dictaq; docte
Arctô qvæ sistu conspicienda libro.
Pictores tabulis pascunt pascentis ocellos,
Tu mentes calamo pascis, Amice, tuo.
Si qvis scire volet varias res, hocce Rosetum
monstrat, jucundá qvas brevitate notas.
Laudandum meritò, qvod grandia Scripta revolvas
Fastorum vigili nocte dieq; manu.
Perge! juventutis nostratis commoda crescent,
Tu qvoq; (qvod voveo) sic Polyhistoreris.

ædjecit properante calami crenâ
M. Johann-Fridericus Tretscherus,
in Hartenstein Diaconus.
Autor ad Lectorem.

Hortulus hic Viridans, tibi Lector amice paratus,
Historiis variis ecce refertus adest.
Hic Vili pretiô prostst venalis, ut hinc &
temporis & pretii haut pænitusse qveat.
Non his transcriptis mihi laudem qværo & honorem
Lectori tantum his utilis esse volo.
Qvumque sat emptores invenit primulus hortus,
forsitan emptores alter & inveniet.
Ad Zoilum.

Crine ruber, niger ore, brevis pede, lumine luscus,
rem magnam præstas Zoile, si bonus es.
Ad Candidum Lectorem.
Tu qvæso mi Candide Lector, non Qvis, sed qvid dicatur, attende.

Eme, Lege, Judica.

Autoris Symbolum:
Mea Hæreditas Altissimus,
Psal. 16. vers. 5. Act. 17. cap. 10.
NOTA.

M erck Christlichr Leßr gegnwertig Buch /
A llzeit dir gibt ein köstlichn G'ruch /
T ag und Nacht in deim Wandl und Lebn /
T rieg'rey zu meidn / dich Gott zu ergebn /
H alt groß im werth / was tugentlich /
A llzeit vermeid was ärgert dich /
E ntgegn auch lieb / was Gott gefällt /
V eracht / was liebt die schnöde Welt /
S till / friedsam leb und trag Gedult /
H ab Gott vor Augn / erwirb sein Huld /
A llzeit mit Andacht lobe ihn /
M it Hertzn und Mund aus reinem Sinn /
M eid Schand und Laster / Vppigkeit /
E ntzeuhe dich der Weltlichn Freud /
R icht stets dein Hertz zur Seligkeit /
So wirstu habn ewige Freud / Amen.

Bücher und Namen

Bücher und Namen derer / so in diesem Rosengarten begriffen sind:

M. Johann Christianus im Geistlichen Seelen-Schatz.
Sleidanus. continuatus per Oseam Schadæum Diac. Argent.
Meerfarth D. Rauchwolffs / beschrieben per Valentinum Buel.
Fulgerus de præstigiis Dæmonum.
Chronica Carionis.
Calendarium Historiarum Sturmii.
D. Martinus Mirus.
Jacobus Zaderus im Ehrenkrantz.
Pastorale Lutheri per M. Portam.
M. Zacharias Theobaldus im Hußiten-Krieg.
D. Selneccetus Vita Lutheri, & Pædagogia ipsius Christiana, per M. Majum.
D. Johann Magirus Bropst zu Studgart.
Diarium M. Valentini Bairs.
D. Rabus in Martyrologio.
M. Strigenitius in Serpenteæneo.
D. Paulus Rôberus in oratione panegyrica.
Matthesius in Vita Lutheri.
D. Josua Stegmannus.
Münsterus in Cosmographia.
Chronica Philippi Melancht.
Anatomia Statuæ Danielis, und Sächsischer Stamm- Baum per Laur, Faustum.
Sphinx Theologico-Philosophica.
Zeitvertreiber Johann Flittners.
Socrates.
M. Michael Julius de regula Vitæ, pro maritis & uxoribus.
Vlmische Kirchweihungs-Predigt über etliche Psalmen. D. Conrad Dieterichs.
Chronologia Limmeri.
Laertius.
Eupolemus.
Chronologia Reusneri.
Christianus Georgi in loc. com.
Manlius in loc. com.
Buchananus in Psalierio.
Lustiger Schauplatz Timothei Poli.
Sigebertus in Chronico.
Solinus.
Epitome Büttneri.
Camerarius in horis Succis.
Regentenbuch Schuberdi.
Johannes Pierius.
M. Johannes Funccius und Michael Sax. super Joannem.
Samuel Butschkius, in seinem Hunger- und Kummer- Buch.
Annales Francorum.
M. Gothardt Artus, in Nicolaum.
Ælianus.
M. Botsaccus in seiner Ev. Warnung.
Baptista Campofulgosus.
M. Deucerus.
Irenæus in seinem Wasser-Spiegel.
Coronæ super. M. Zachæi Fabri.
D. Theodorus Thumm.
Johannes Gärtner / in Conc. nupt.
D. Salomon Gesner super 91. Psalm.
Speculum connubiale. M. Hammeri.
Hist Eccles. Casp. Hedionis.
Cæsares Romani Prætorii.
Biblisch Chronicon D. Vinc. Schmucks.
Plinius.
D. Polycarpus Leiserus de Calv.
M. Wolffgang Loëtius in seiner Schlangen Klugheit und Tauben Einfalt.
Von den Noctambulonibus Libavii.
Chronica Lutheri.
Valeriola in observationibus suis.
Nucleus Historiarum Meigerii.
Haußhaltung D. Justi Menii.
Mechovius in Chron. Polonorum.
D. Johann Pomarius.
M. Salomon Rothius.
Chronologia Bucholzeri.
Von traurigen Geschichten à Rosset.
Johann Rudiger in seiner Magia illicitá. Item: Ist. beschreibung der Stadt Lißbona.
Cælius Ludovicus Rhodiginus.
Epitome Historiarum Steinhardi.
Chronica Sandeli.
Consideratio Visionum Stolterföths.
M. Steinerus in Trinatio Sacro.
D. Matthias VVehner vom Regimenten.
D. VVeinrichius.
Celichins in spec. Historico cædis.
Gnad- Freud- und Trost-Spiegel Bartholomæi Hornii.
Schweitzer Chronica.
Bartholomæus de Spina.
Nicolaus de Nyse.
Historia Lombardica.
Chronica Bergomensis.
Paulus Diaconus.
Fincelius.
Crantzheimius.
Hosmanus in consideratione Somniorum.
Reißbuch Johann Tuchers / und D. Montevillæ.
Sebastianus Brand.
Platina.
Wolffgang Silberschlag.
Rivander in Promptuario.
Colerus in seinem Artzneybuch.
Lustgarten M. Georg. Mäyer.
Sigismundus Svevus.
Sprengerus.
Stephanus Robertus in apolog contra Theologo-Sophistas.
Justinus Martyr.
Doctor Ratz.
Nauclerus.
M. Friedrich Fischer.
Æneas Sylvius.
Mizaldus.
Honderus.
Lustgarten Philippi Camerarii.
Zonaras.
Petrarcha.
Valerius Maximus.

Erinnerung
Worauff die Historien in diesem Geist- und Weltlichen Rosengarten gerichtet sind / und war von sie handeln.

1.

Von GOttseligkeit / löblichen Christlichen Tugenden / auch etlicher Christbekenner holdseligen Reden und ihrem Absterben.


2.

Vom Alter deß Menschen.

3.

Vom Geburt / Lauff / Leben / Wandel / Studieren / Propheceyungen und Tod / deß hocherleuchten Gottseligen Mannes / Doctoris Martini Lutheri, teutschen Prophetens.


4.

Von guten Verstand / Ruhm / Zierd und Ehr / auch Kunst und Geschickligkeit.

5.

Von Verachtung Gottes und seines Worts / und derselben treuen Diener / auch von Gottes Straff über grobe Sünden.


6.

Von Christlicher / wie auch Calvinischer Tauff / item von Glocken / Gesang / Orgeln und Vhrwerck.

7.

Vom Gebet und Glauben.

8.

Von grosser Treu und Lieb der Menschen und Thier / auch von der Vntreu: Item / von Barmhertzigkeit und Vnbarmhertzigkeit / von Betrug und Falschheit.


9.

Vom H. Ehestand / Keuschheit / Zucht und Tugent.

10.

Von Vnzucht und Ehebruch.

11.

Von Widerwertigkeit / Trauren / Zagen / Schwermuth / Elend / Vnglück und Verfolgung.

12.

Von Gedult / Fleiß / Erniedrigung und Demut.

13.

Von mancherley Gottes Diensten / Glauben und Aberglauben / Item: vom Creutz Christi.

14.

Von Namen vieler Ketzereyen.

15.

Vom H. Abendmal.

16.

Von Gerechtigkeit / Verschwiegenheit / und Bestendigkeit.

17.

Von Glück / Segen / Wolfahrt / Fried und Einigkeit / Zeitlicher Wollust und Herrligkeit.

18.

Von Hoffart / Pracht / Vbermuth / Stoltz und Sicherheit.

19.

Von Verzweifflung / Bösen jehen Tod / und andern Vnfall.

20.

Von Ordnung / Zierd und Wolstand.

21.

Vom Eyd / Gotteslestern / Schweren / Fluchen / Tyranney / Auffruhr / Gewalt / Mord Todtschlag.

22.

Von der Warheit / Lügen und Betriegen.

23.

Von Reichthumb / Köstlichen Trachten / Glück und Heldenthaten / auch Fressen / Sauffen und anderer Leichtsinnigkeit.


24.

Von Hungers-Noth und Theurung / Durst und Armuth.

25.

Vom Geitz / Diebstal / Spielen.

26.

Von Wolfeiligkeit.

27.

Von Zauberey.

28.

Vom Argwon und Einbildungen.

29.

Von Pestilentz / Sterbens-Noth und jehen Tod.

30.

Von grossen Erdbeben / Hagel / Donner / Plitz / Regen / Frost / Schnee / Hitz und Dürre.

31.

Von Kriegs-List und Tapfferkeit.

32.

Vons Teuffels List und Betrug / auch von Gottes Verhängnüß wider die Sünde.

33.

Von grosser Sorg und Bekümmernüß.

34.

Von Nutz und Schaden der Bergkwercke / auch von andern Dingen.

35.

Von Außtreibung deß Tods Mitterfasten.

36.

Von Träumen.

37.

Vom Vogelschiessen.

38.

Von Wetterhanen Fuchsschwentzern / und Maul- Christen.

39.

Von Zorn / Neid / Eifer / Mißgunst.

40.

Von Danckbarkeit und Vndanckbarkeit.

41.

Von Gifftigen Gewürm / Schlangen und Spinnen.

42.

Von Brunnen und Wasserflüssen.

43.

Von der lieben Einfalt und Vngelernigkeit.

44.

Vom Rauten Krantz.

45.

Von etlichen Wichtigen Fragen / Wunderzeichen / Wunderwercken / Wunderdingen.

46.

Vom Ende der Welt / der Höllen und Abgott Moloch.

Hertzens-Seufftzer

Hertzens-Seufftzer.

Friedens-Fürst / O HERR Jesu Christ /
Der du unser höchstes Kleinot bist /
Vnd uns geliebt biß an dem End /
Dein Güt und Gnad nicht von uns wend / Amen.
[1]

Das 1. Capitel

Das I. Capitel.
Von der Gottesfurcht / Löblichen Christlichen Tugenden / auch etlicher Gottseliger Christlicher Bekenner holdseligen Reden und Absterben.

Omnibus in rebus feliciter omnia cedent,
Si statuas finem principiumque DEUM.

Als Ernestus Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg / dem Spanier einsmals in Diensten zugethan war wider die Niederländer / sprach er zu einem neben sich stehenden Obersten: So der König meinem Rath nie folgen wil / und Fried handeln / so hab ich mir fürbehalten mit meinen Reutern von ihm aus dem Felde zu ziehen / denn meine Seligkeit Ehr und Glimpff ist mir tausendmal lieber / denn zehen tausend Welt / ich bin bey Gottes Wort aufferzogen /darbey wil ich mit Gottes Hülffe auch verbleiben / so lang ich leb: Vnd als einsmals eines großen Herren Gesander / bey ihm am Hof lag / welcher ihm alles in der Evangelischen [2] Kirchen gefallen ließ / ohne daß man den Gesang wider den Bapst und Türcken / nach ber Predigt sunge. Erhalt uns HErr bey deinem Wort / das wolte er nicht hören / denn man solte den Bapst nicht zum Türcken rechnen / bliebe er endlich gar daheim. Als er aber einsmals bey dem Hertzoge über der Tafel sitzt / vermeinte er den Fürsten zu überreden / daß es ernstlich verbieten solte / den Bapst nicht ferner zu verkleinern / und so dises geschehe / wolte er gerne zu Kirchen gehen / aber der Fürst sagete ihm also darauff: Mein Prediger ist nicht derhalben da, dz ich ihme sagen soll / sondern er ist da / daß er Gottes Befehl mir und den meinigen predigen soll / und daß er mich treulich warne vor allen falschen Rotten / darunter auch der Bapst gehöret /deßwegen ich ihm solches nicht verbieten kan. M. Johann Christianus.


Bernhardus.


Sit hæc mea cura, ut te qværam Christe mente pura.


Chona, der Großmechtige Fürst der Tartern / hat diesen gebrauch gehalten / daß er vor allen seinen grosen Städen heraussen / hat lassen vor den Thoren Kirchen erbauen / und wenn iemand seiner Leute zu ihm hat gehen wollen / hat er vorher in die Kirchen gehen / und das Bildniß JESV grüssen und ehren müssen / und darnach aller erst zu ihm kommen / und seine Sach anbringen / geschehen Anno Christi 1249. Regentenbuch.


[2] Wer Gott und Recht in Ehren hat /
Der zeitlichn Straff er wol entgaht.

Theodosius der andere ist ein sehr gelehrter Herr gewesen / so Kirchen und Policey wesen wol bestellet hat / den Synodum Ephesinum gehalten / auff welchen Nestorii Lehr ist verdammet worden. Seine Gemahlin Eudoxia, war so gelehrt / daß sie auch Poëmata geschrieben hat / von ihres Manns und Schwehrs Victorien. Anno Christi 430. Chronica Carionis. p. 3.


Reddatur Soli gloria lausqve DEO.


Georg der andere / Fürst zu Anhalt / so Anno Christi 1558. zu Dessau 62. Jahr alt verstorben / und Thumbropst zu Magdeburg und Meissen gewesen /war so berühmt / daß als einsten ein BäpstischerLegat aus Meissen / wieder nach Rom kam / und die andern Pralaten fragten was er gutes neues mit brächte / er drauff geantwortet / vidi & audivi miraculum, ein geborner Lands-Fürst hat seinen Vnterthanen Gottes Wort geprediget: Sturmius. p. 78.


In cælo patriam, qvi bene transit, habet:


Christianus König in Dennemarck hat auff einmahl 24000. Kirchen / Gott und seinem Dienst zu Ehren eröffnen / und darinnen das helle und unverfelschte Wort deß H. Evangelii erkleren lassen / auch mit Luthero, dem Chürfürsten Johan Friederich sel. und andern an seinem Ende / mit diesen MachtspruchJohann. 3. c. Also hat GOTT die [3] Welt geliebet etc. selig sein Ende beschlossen. D. Mart. Mirus.

König Ericus in Schwedensel. hat solches gleichfalls gethan / grose unkosten auffgewendet / Evangelische Lehr in seinen Landen fort zu pflantzen. Ioannes Magnus. lib. 19. Gothicæ Histor.


DEUS supra òmnia non elatus,
infra omnia non exclusus,
intra omnia non inclusus
extra omnia non exclusus.

Ein recht Gottselig Ehrengedächtnüß stifftete Frau Anna Churfürstens Augusti sel. Gemahlin / an denen hinterlassenen armen Evangelischen Predigers Weibern / so künfftig nach irer Herren sel. Tode / etwan noth leiden müsten; denn sie geschaffet / daß ein Kasten / nach ihrem tode geordnet / und ihr Fürstlicher Schatz dahin solte gethan werden / und alle jahr zwier / den Prediger Wittben etwas nach notthurfft darauß gereichet und gegeben werden / zu ihren nothwendigen unterhalt / welches wol recht eine Fürstliche Wohlthat mag genennet werden. M. Zaderus.

Freyherr Vngnad / that Anno Christi 1550. auch ein rühmliches Werck / in dem er mit dem Trubero Carniolano gehandelt / daß Gottes Wort in der Türckey in Wendischer Sprach möchte geprediget werden. Ja Hertzog Christophorus sel. in Würtenbergerland[4] ließ auff eigene Vnkosten den Psalter / das Neue Testament / Catechismum Lutheri / die AugspurgischeConfession, locos communes, examen Philippi, Hauß-Postill Lutheri / das Christliche Concordien-Buch in die Windische Sprach versetzen / und denen unwissenden der Lehre Göttliches Worts /damit dienen. M. Artus.


Disce mori vivens moriens ut vivere possis.


Königs Matthiæ zu Hungern Herr Vater fiel Anno Christi 1457. in eine schwere Kranckheit / da wolte man ihm das Sacrament nachtragen / nein spricht er /ich bin mein tage manchem Freund und Feind nachgereiset / drumb wil ich auch meinen HErren Christum in der Kirchen besuchen / und lies sich also kranck in die Kirchen tragen. Theobald.

Ein frommer Prediger hatte in seiner kranckheit groß verlangen nach dem H. Abendmal: ich wil versuchen / spricht er / ob ich in die Kirchen kommen kan /er gehet und empfähet daselbst das hochwürdige Abendmal / und hat kaum zwo stunden hernach darauff gelebet. Johan Magirus.


Ingressus noster flebilis, progressus noster
debilis, egressus tandem horribilis.

Frau Dorothea Susanna / geborne Pfaltz-Gräfi bey Rein / Hertzogin zu Sachsen / die ließ ihr zeitlich einen geschnitzten Toden Kopff machen / und stellete ihr denselbigen vor das Gesichte / trug auch ein [5] solches Todtenköpfflein täglich an ihrem Halse / lies ihr Leichengeräth verfertigen / und ihr ihre Ruhstät zubereiten / ist auch Anno Christi 1592. zu Weimar selig verstorben. M. Johan Christianus.

Es starb vor kurtzen Jahren / eine reiche Matron, die auch zwar ihr dz sterb gerethe lies zeitlich machen / als sie nun kranck ward / und ihr solches auff ihr Begehren / vor das Bett getragen wird / sprach sie mit betrübten Hertzen zu den ümbstehenden: Bring ich denn nichts mehr davon / als nur diesen Sterbkittel?Strigen.

Man kan dem Sathan nicht besser beykommen / als wenn man denselben verachten thut / sagend: stoltzer Teuffel / bist der schönste Engel im Himmel gewesen / warumb bistu nicht darinnen geblieben / wie dann solches die Medilda that in ihrer Anfechtung und sprach / ich bin eine getauffte Christin / drumb will ich dir nicht folgen. in Pastorali Lutheri.


Der hat auff Erden wolgelebt /
Mit seinen Glauben hoch geschwebt /
Der JEsum Christum recht erkent /
Beschleust im Glaub darauff sein End.

Die Königin aus reich Arabien / so zu Salomonis Zeiten gelebet / seine Weißheit selbst anzuhören / hat sich nicht verdriesen lassen 241. Meilen zu ihm zu reisen. M. Johan Magirus.


[6] Wenn ein Regent Gottsfürchtig ist /
So gehets glücklich zu ieder frist.

Keyser Constantinus Magnus ließ die H. Bibel auff seine unkosten ümbschreiben / in 50. reinliche Pergamen-Bücher / schickte hernach solche in unterschiedene Länder aus: Solches that auch vor JahrenProcopius Obr. Cantzler deß Königreichs Böhmen.M. Theobaldus.


Tu ne cede malis, sedeontra audentior ito.


Hertzog Hans / Churfürst zu Sachsen / wolte auff dem Reichstag zu Augspurg bey der Meß nicht bleiben / als der Keyser zu Kirchen gieng / seinem Ambt aber that er ein genüge / führete ihrer Majestät das Schwert für biß zur Kirchen und gieng hernach davon. Diarium M. Valent. Beyrs. p. 323. Rabus. 4.part.

Vor Jahren starb ein berühmter Doctor Medicina der erkennet drey Stück in seinem leben vorgangen zu seyn. 1. Daß er hette gesehen das Bapstumb in höchsten flore 2. Daß er solches per Lutherum hette sehen fallen / und untergehen. 3. Daß es nach Luthero wieder gestiegen. Dieser Doctor laß stets in der H. Bibel und halff viel Religions streit schlichten. Strigenitius in Postilla.

Doctor Medlerus sel. danckete auck dem lieben GOtt von Hertzen daß er ihn nicht zu der Zeit hätte lassen geboren werden / als der HErr Christus auff Erden gewandelt / denn er hätte sich sonst auch als die [7] Juden an seiner geringen Gestalt ärgern mögen /und vor dieses danckete auch ein König in Polen.Strigen.


Zu GOtt allein mein Hoffnung steht /
In Creutz / Noth / Tod / und wie es geht.

Johannes Elgemosynarius hat ihm sein Grab zeitlich machen / und ihm täglich einmahl zuruffen lassen / daß er sterben müsse. Strigen.

Es kam auff eine Zeit / ein frommes Weib zum Pfarrherr / bat ihn er wolte doch einen armen Mann /so verstorben / ehrlich begraben lassen / und führet grose Klag wegen des Verstorbenen / der Pfarrherr sprach / gehöret er euch was zu: Nein / sagte sie /ohne was er mir der Christenheit halben zugehöret /merck es lieber leser / und practicire es auch. Strig.

Es hatte auff eine zeit ein Fürst Keyser Friederichen gefragt / welche Vnterthanen seiner Majestät am liebsten weren / drauff er geantwortet: qvi DEUM plus timent, qvàm me. Strigen.


Gottesfurcht / Vorsorg / Einfältigkeit /
Macht mich selig / drumb ich allezeit
Vnterm Creutz will streiten herfür /
Welchs Gott hat auffgeleget mir.

Als eine Gottsfürchtige Matron zu Wittenberg sterben wolte / sagte sie zu ihrer Mutter: Liebe Mutter /ich hätte euch noch viel zu sagen / aber grosser Mattigkeit wegen kan ich nicht / ich wil es euch aber im andern Leben sagen. Strigenitius.

[8] Keyser Carl der V. ist von seinem Beicht-VaterConstantino vor seinem Ende unterrichtet worden /allein auff Christi Blut und Verdienst sein Leben zusetzen / auch darüber also verschieden. D. Roberus.


Worzu dich GOtt beruffen hat:
Deß soltu warten Früh und Spat.

Doctor Staupitz wolte einsmals bey einer Predigt den Text von dem Geburts-Register deß HErren Christi / Matth. 1. c. aussenwendig hersagen / und wurd darüber irr: der Churfürst läst ihn zur Tafel bitten /als er kombt / spricht Hertzog Hans / Herr D. wie gieng es euch heut im Evangelio? Gnädiger Fürst sagte D. Staupitz, ich hatte dreyerley Herren im Evangelio: Ertzväter / waren fromme Leut / alte Könige /liessen sich auch noch behandeln / als ich aber unter die Fürsten kam / das waren wunderliche Leut / die machten mich im Evangelio irr. Haben euer Lieb /sagt Churfürst Friederich / etwas mehr zu fragen / er wird D. Staupitzen nicht ohne Antwort finden. Mathesius.

Doctor Luther fuhr auff eine zeit über Land / und als man in einem Dorff zur Predigt einleuten thete /steig er ab und hörete zu / und als er wieder auffsas /sagte seiner Leute einer / der Pfarrherr hätte das Evangelium können richtiger fassen / da sprach D. Luther: Man hette nicht allein Güldene und Silberne Geschirr / in Mosis Tabernacul / sondern auch küpfferne und eyserne / wann ein Prediger den [9] Catechismum rein lehre / so bestehe er wol. Ein Prediger sol drey Tugenden an sich haben 1. Ut ascendat sugge stum. 2. ut aperiat librum & os. 3. ut descendat de suggesio. Auff eine zeit war ein Pfarrherr an einem Nagel auff der Cantzel hangen blieben / und hette den Rock zu rissen / wie solches für D. Luhern kam /sprach er: ich dachte es wohl / er were angenagelt gewesen / weil er nicht auffhören kunte. Strig. Greislavius. Mathesius.

Anno Christi 540. bringt D. Luther die Bibel in die Teutsche Sprach / in welchem er ein groß Werck der Christenheit zu dienst verrichtet hat. Nicol Razevill /der Littauer Weiwod hat 10. tausend Gülden auffgewendet / daß die Ebraische Bibel in die Polnische Sprach ist versetzet worden / hat auch durch D. Abraham in der Littau / Villna und Wilda / die Bäpstische Religion abschaffen lassen und die Kirchen reformiret. Feronius.

Als der Kämerer der Königin Candaces Judith in Morenland vom H. Apostel Philippo bekeret worden / so geschehen Anno Christi 44. hat er hernach gantz Morenland zum Christlichen Glauben bracht welcher Priester Johannes itzt genennet wird. Pendet ab officio spes mihi magna tuo. zeitb. p. 6.

Die alte Königin in Franckreich ließ Anno Christi 1561 ein Edict außgehen / iederman solte frey seyn die Evangelische Religion anzunehmen / welches von vieln auch geschach / und weiln sie in manglung der Kirchen ihre übung zu Taurs / vor des Königs Hugo nis [10] Pforten damals übeten / zusammen kamen / beteten / lasen und sangen / sind sie daher die Hugenotten und noch auff den heutigen Tag genennet. Sleidanus continuatus lib. 5. Thuanus. Anno Christi 182. hat Theodotion die Ebraische Bibel in die Griechische Sprach gebracht. Epiphanius.

Symmachus der Samariter hat die Ebraische Bibel / zum vierdenmal / in die Griechische Sprach befördert. Zeitb. p. 70. Der Prophet Esaias deß HErren Christi Vetter hat von ihm und seiner Zukunfft 757. Jahr zuvor propheceit. Faustus p. 101.

Als Herr Philippus Melanchthon kranck war / so wünschete er ihm also / HErr wenn ich dir und deiner Kirchen nicht mehr vorseyn kan / so nimb mich hinweg. Matth.


Virtutes Pietas in se complectitur omnes.


Churfürst Johann Friederich / der theure Christbekenner laß fleißig in seiner Custodia die Schrifften Lutheri / sagte auch zu dem Aurifabro: Lutheri auslegungen haben diß zum voraus / daß sie der Menschen Hertz durch dringen / und das inwendige Marck rühren / halten auch mehrers Trosts in sich als andere Schrifften D.H.

Tiberius Anicius der Röm. Keyser Anno Christi 565. gab gern armen Leuten / und als ihm seine Räth derwegen zureden wolten / sprach er: last uns geben /es wird unserer Kammer doch nichts mangeln / und es geschach auch / als er einsmals / an der Erden / einen[11] grossen Stein sahe / darauff ein Crucifix eingehauen /lies er solchen Stein auffheben / und fand darunter ein Gewölb / in welchem 1000. thonnen Goldes waren.Strigenitius.


Mater virgo, DEUS caro, mens humana fidesque
Sunt ignota ipsis mystica cœlicolis.

Chilpericus König in Franckreich ließ auff eine zeit viel Juden tauffen / und war selber ihr Tauffbat /nur daß er sie zum Glauben brächte. Strig.

Anno Christi 1550. unterm König Eduardo haben die Engelländer ihre Religion geendet / und dem Bapstumb abgesaget. Sturmius.

Fürst Ernestus zu Lüneburg / führete an stat eines Symboli / ein Leuchter mit fünff Buchstaben.A.S.M.I.C. so dieses bedeutete: Aliis Serviendo Me Ipsum Consumo. in dem ich andern diene / neme ich selbst ab D. Stegman.

Carolus Magnus hat bey seinem Leben 365. Kirchen erbauet / itziger zeit lässet man sie an vielen Orten / bald gar einfallen / geschweig dann neue zu erbauen. Philipp Melanchthon.

Keyser Carl hielt täglich seine Betstunden / daß her gemeine Mann derwegen sagete / er redete mehr mit GOtt als mit Menschen. Münsterus lib. 3.

Melchi ein Sohn Iannæ war geboren Anno m. 3793 welcher war deß HErren Christi Großvaters Vater. Laurentius Faustus.


[12] Genealogia unsers Erlösers CHRISTI JESU.



Heber ein Kind Bria / der hat sich eiferig den Babilonischen Götzendiensten entgegen gesetzt / und ist beständig bey der Religion geblieben / hat auch das grose Ergernüß / so Nimrod angerichtet / standhafftig überwunden / daher alle seine Nachkommen / biß uff Christum / Hebræi, oder Ebreer sind genennet worden. [13] Laurentius Flitner im Zeitbereiter. pag. 649.


Sub umbra alarum tuarum.


Als König Haraldus in Dennemarck / noch ein Held und von seinen Feinden hart bedrenget ward /Anno Christi 825 kombt er nach Meintz / und bittet Hülff vom König Ludwig / die erlanget er auch / und wird allda zum Christenthumb bekehret: Faustus. p. 196.

Mislaus König in Polen / nam auch Anno Christi 966. die H. Tauff an / und fünff jahr hernach Vngarn.Faustus. Pommern hat sich Anno Christi 1124. zum Christenthumb gewand / domals zwar nicht beständig geblieben:

Anno Christi 1505. hat sich das Königreich Aphrica bekehret.

Anno Christi 1570. wurd den Oesterreichern die Evangelische Religion zu üben frey gelassen.

Keyser Maximilianus, der andere hat pflegen zu sagen / es sey keine grössere und unleidlichere Tyranney / als wenn man über die Gewissen herrschen / und die Menschen zum Glauben zwingen und dringen will / und das sagen die Evangelischen auch heut zu tagM. Stolterfoth. p. 164.


Religio der Ancker ist /
An der sich hält zu ieder Frist
Das Schiff / welchs ist das Regiment /
So bald der Ancker wird verwend /
Bald wendt sich auch deß Schiffes stand
Vnd kombt Vnruh vor Ruh ins Land.

[14] Wann vorzeiten ein Römischer Keyser ist gekrönet worden / ist ein Steinmetz hinzu getreten / hat allerley Art von Marmelstein gebracht / und den neuen Imperatorem angesprochen / er sol sagen / aus welcher Art deß Steins er ihm wolle sein Grab bereiten lassen. Item: Wenn ein Bapst vorzeiten ist gekrönet worden /hat man eine Hand voll Werck angezündet / in die Höh geworffen / und gesaget: Sic transit Gloria mundi: also vergeht der Welt herrligkeit. Sleidanus.


Wann wir hättn all einen Glaubn /
GOtt und gemeinen Nutz vor Augn /
Ein Maß / ein El / Gewicht und Geld /
So stünd es wohl in aller Welt.

Ein Evangelischer Prediger reisete auff eine Zeit /mit seinem Sohn durch Joachimsthal / gleich als HerrMathesius sel. predigte / sie hören der Predigt zu /der Sohn verwunderte sich daß in einer solchen hübschen Stadt so eine schlechte Kirch were / (denn sie damals nicht also erbauet war / wie heutiges Tages) lieber Sohn / sagte der Vater / der Vogelbauer ist zwar schlecht anzusehen / aber es sitzt ein köstlicher Finck darinnen / O wie schön singt er; Aber diese Wort verwechselte Hertzog Friederich / Churfürst zu Sachsen / als er Anno Christi 1534. die schöne Kirch zum Annaberg ansahe / und zur Zeit ein Mönch darinnen predigte. Strigenitius in conc. von Esræ Predigstuel.


[15] Mergitur interdum, sed non submergitur unqvam
Salvificum Christi servans Ecclesia verbum.

Das Weib / deren der HErr Christus von ihren Blutgang geholffen / hat ihm zum gedächtnüß / vor ihrem Hauß / in der Stadt Cæsarea so groß und schön gewesen / und Anno Christi 367. noch gestanden / eine Ehren-Seul auffgerichtet / darauff zwey Bilder gewesen / ein Bild deß Weibleins / so für dem HErren Christo / ein Fußfall gethan / das andere Bild war deß HErren Christi / welcher dem Weiblein seine H. Hand darbote / aber Iulianus der Mammeluck hat solche Bilder abreissen / und sein Bildnüß dahin stellen lassen / so endlich vom Donner ist zerschmettert worden. Eusebius. lib. 7. c. 44.

Ein Patriarch zu Constantinopel hielt einen sonderlichen Diener / der allzeit ihm / wenn er guter Ding war sagen muste / Herr / dein Grab ist noch nicht fertig / Befihl aber / daß es bald gemachet werde. in conc. fun. Sackens.


In precibus halt an
In peccatis halt inne
In afflictionibus halt aus.

Zu den Zeiten Keysers Trajani haben die Christen ihre conventus antelucanos gehalten / und ihre Andacht bey der Nacht verrichtet: Constantinus Magnus hielt besondere Priester an seinem Hof / so zu gewisser Zeit / Geistliche Psalmen (so unterm Bischoff Ambrosio ihren Anfang genommen) singen müssen / er [16] selbst der Keyser / wenn er in die Kirche kam / fieng an Psalmen zu singen: Keyser Theodosius hatte auch seine Freud daran; Wann diese zwene Keyser ihre Feind angreiffen wolten / haben sie vorher mit ihren Kriegs-Volck / die Litaney und etliche Psalmen gesungen: So balden zur selben Zeit ein Meidlein 7. Jahr alt wurde / muste es in der Schulen die Psalmen Davids aussenwendig lernen; Die Bauern / wenn sie zu Feld pflügen oder einernden wollen / haben sie darbey mit Freuden die Psalmen gesungen / und das thaten auch die Handwercks Leute / bey ihret Arbeit; Geschehen Anno Christi 200. Plinius lib. 10. Euseb. lib. 1. cap. 26. Sozomenus lib. 7. cap. 23. Socrates lib. 5. cap. 11.


Semper mens respice sursum.


Herr Niclas von Ambsdorff hat Anno Christi 1546. das schöne Kinder-Gebetlein gemacht: Wir dancken dir HErr GOtt himmlischer Vater / daß du uns das selige Liecht etc. M. Michael Julius.


Transit honor, transit fortuna, pecunia transit,
Felix in CHRISTO qvi bene transit agit.

Als Hertzog Georg zu Sachsen / so sonst eiferig in der Bäpstischen Religion war / sterben wolte / ließ er alle Ordens Leute zu sich beruffen / und begehrete von ihnen zu wissen / wie er seliglich sterben möchte[17] als ihm nun ieder Orden / eins theils auff gute Werck /auff diesen und jenen Orden / auff Meß und Verdienst der heiligen anmaneten / stunde sein Cantzler dabey /der sagte / Gnädiger Fürst und Herr / euer Fürstliche Gnaden haben ieder Zeit diß Sprichwort im Leben geführet / gerad zu / gibt die allerbesten Schützen / weil denn der HErr Christus alle arme Sünder zu sich berufft / so rathe ich / sie lasse alles für geschlagene fallen / und halte sich allein zu dem gecreutzigten HErren Christo JESV / hierauff sie dem Cantzler die Hand gedrücket / und seliglich verschieden sind. D. Conr. Diet. conc. 8.


Bonis à BONO in bonum omnia.


König Carl in Franckreich verhies auff eine Zeit /er wolte GOtt sein lebenlang nicht erzürnen / sinckt drauff zur Erden nieder und stirbt. D. Conr. Diet.

Als der fromme Keyser Theodosius, von seinen Feinden hefftig geengstiget wurde / und er nicht anders dacht die Schlacht were verloren / seufftzete zu GOtt inniglich / da kam ein Sturmwind / der trieb der Feindepfeil zurück / in sich selbsten / daß er dadurch den Sieg erhielt. D. Conr. Diet. super 5. Psalm.

Als eine Christin mit dem Tod geschrecket wurd /ihren Glauben zu verläugnen / sagte sie getrost / fahr hin Leben und Geld / und als sie zum Feuer geführet wurde / sagte sie zu denen andern Weibsbildern / so ümb sie waren / folget meinem Exempel und streitet ritterlich ümb das ewige Leben / entschuldiget [18] euch nicht / mit der angebornen Weibs Blödigkeit / denn GOtt uns gleichfals / nach seinem Ebenbild geschaffen hat / und wil daß wir ritterlich kämpffen sollen /sprang darüber getrost zum Feuer / und gab ihren Geist auff. M. Mich. Julius. Basilius.


Cor justi meditatur qvid respondeat.


Auff eine Zeit redete eine Christliche Matron / ihre Tochter zum valet also an: Liebe Tochter / lebe in Gottesfurcht / liebe deinen Mann / halte ihn in Ehren /sey Getreu und Gehorsam / mach es also / daß wann er die schwellen deines Hauses von außen ansiehet /er sich deiner freue. Were zu wünschen / daß es also zugieng. Gellius sagt: Vitium uxoris tollas aut feras; si tollis, ipsam commodiorem præstas; Si ferite meliorem facis: Gärtner. in conc. nuptiali.

Das 2. Capitel

Das II. Capitel.
Vom Alter deß Menschen.

Nach harten Frost und Winters Zeit
Der Frühling kömpt und alls erfreut /
Aber auffs hohe Aller schwer
Folgt und kömpt keine Jugend mehr.

Der erste HErr über das Regiment auff der Welt und Erden / wie auch über die Schulen [19] (denn er seine Kinder täglich den Spruch gelehret: Deß Weibes Samen soll der Schlangen den Kopff zutreten) war Adam /geboren im sechsten tag der Schöpffung / hat gelebet 930. Jahr.


Augustinus der Kirchenlehrer hat Anno Christi 430. gelebet / ist im 76. Jahr seines Alters gestorben.

Athanasius Bischof zu Alexandria ist Anno Christi 347. gestorben.

Æneas Sylvius gebohren Anno Christi 1405. und gestorben 1464.

Albertus Dürer gebohren Anno Christi 1471. und zu Nürnberg gestorben 1527.

Albertus Crantzius Anno Christi 1517. gestorben.

Albertus Magnus Anno Christi 1280. gestorben /etat. 78.

Adam Bucholzer geboren 1529. gestorben 1584.

Democritus 109. Jahr alt gestorben.

Ægimius hat gelebet 200. Jahr.

Epimenides 157. Jahr.

Galenus der Medicus 140. Jahr.

Virgilius Anno mundi 3896. zu Mantua gebohren.

Aristoteles Anno m. 3584. gebohren.

Xenophon Anno m. 3572. gelebet.

Homerus Anno m. 3089. berühmt gewesen.

Hesiodus gestorben vor Christi Geburt 776. am BergHelicone in Griechen / zu der Zeit lebete auch der weise Man Milesius.

Titus Livius starb zu Padua 76. Jahr alt.

[20] Demosthenes gebohren vor Christi Geburt 380 ümb diese Zeit kam Aristoteles ümb.

Zeno der Philosophus, und Cleanthes vor Christi Geburt 261. gebohrn worden.

Archimedes ist ümbkommen vor Christi Geburt 209.

Anno Christi 1290. hat Pfaff von Kalenberg und Reineck Fuchs gelebet.

Anno Christi 1091. ist Bernhardus gebohren / so 360. Clöster gestifftet hat.

Mantuanus Anno Christi 1447. gebohren.

Platina Anno Christi 1481. zu Rom peste verstorben.

Cicero gebohren worden vor Christi Geburt 98. und von Popilio ümbgebracht Anno m. 3929.

Anno mundi 3948. ist Maria die Mutter deß HErren Christi geboren worden / und Anno Christi 48. etliche wollen 47. verstorben.


Der verheissene Messias und Heiland aller Welt /ist geboren worden Anno m. 3962. ist im 31 Jahr seines Alters getauffet / und Anno 34 gecreutziget worden: Nicephorus schreibt / daß die H. Jungfrau Maria / stets beim H. Evangelisten Johanne sey verblieben /welcher auff dem Berg Zion ein kleines Hüttlein gebauet gehabt und 16. Jahr allda verharret / zu ihrem Begräbnüß wären alle Apostel zugleich ankommen hätte 63. Jahr gelebet. Sturmius pag. 623. & 571.Laur. Faustus pag. 137.


[21] Semper in assiduo motu resqvæque geruntur:
Seranimis vita est crastina, vive hodiè.

Sæbelicus schreibt / daß die Musiani Indianische Völcker gemeiniglich gelebt haben 130. Jahr.

Die Seros, der Indianer Lands Leute lebeten gemeiniglich 100. Jahr.

Hugnat Apugna ein Indianer lebte 340. Jahr.

Die Septentrionalischen Völcker haben gelebet auff 160. Jahr.

Als Anno Christi 77. Titus Vespasianus im Röm. Reich eine Schatzung ergehen ließ / hat man der Leute alter befunden / auff 140. und 150. Jahr.

Levinus Lemnius schreibet / daß ein Mann 100. Jahr alt in Schweden / tempore Gustavi, ein Weib von 39. Jahren genommen / und noch etliche Kinder mit ihr gezeuget habe.


Johannes Petrus Maffeius, gedencket in seiner Beschreibung / eines alten Indianers / so gelebet 335. welcher albereit einen Sohn gehabt auff 90. Jahr / so nicht lesen und schreiben können / und doch viel Dings zu erzehlen gewust / dem sind die Zähneunterschiedlich mal außgefallen / und bald andere an deren Stell gewachsen / und da ihm auch der Bart etlichmal Schneeweiß worden / hat er sich balden doch wider anders geferbet.


Si modò, qvod memores factum fortuna seqvatur.


Buchananus gedenckt eines Schottländers / mit Namen Lorentz Hetlands / welcher auch im 100. Jahr[22] seines alters ein Weib genommen / und 140. Jahr alt gewesen / noch auff den Meer gantz beweglich fischen können.

Das 3. Capitel

Das III. Capitel.
Von Geburt / Lauff / Leben / Wandel / Studieren /Propheceyungen und Tod / deß hocherleuchten Gottseligen Mannes Doctoris Martini Lutheri, teutschen Prophetens.

V.D.M.I.Æ.

Gottes Wort / Lutheri Lehr /
Vergehet nun und nimmer mehr.

Hans Luther / ein Ehrlicher frommer Bergkman / vom Dorff More / bey Schmalkalden gelegen / den Gott wegen seines treuen fleisses in der Welt gesegnet / so von ernanten Ort More nacher Eißleben gezogen / hat zu Manßfeld zweene Schmeltzöffen unter seinen Händen gehabt; Der hat Anno Christi 1483. zu Eißleben einen Sohn von seiner lieben Haußmutter Margaretha erzeuget und gebohren / denselben in der H. Tauff /weilln er gleich an Sanct Martini Abend gebohren worden / [23] MARTINUM heisen lassen; Seine Eltern haben ihn fleißig in Gottesfurcht nach der Vermahnung Pauli aufferzogen / zur Schulen gehalten / und als er 14. Jahr seines alters erreichet / Anno Christi 1497. nach Magdeburg gethan / von dannen Anno Christi 1498. nach Eißleben: Endlich ist er auff die Hohe Schul nach Erfurt kommen / geschehen Anno Christi 1501. alda im 22. Jahr seines alters in Magistrum declarirt und erkläret worden / und weiln in diesem Jahr sein contubernalis erstochen wurd / auch ein schweres Gottes Wetter ihn sehr betrübete / hat er sich verpflichtet / aus Furcht und Schrecken deß Jüngsten Gerichts / und ohn alles wissen und belieben seiner lieben Eltern / Gott in einem Kloster zu dienen /wurd erstlich ein Kirchner / muste cum sacco per civitatem gehen / und colligiren, doch ehe er profes thät / musten sie ihm eine Lateinische Bibel verehren:

Als nun die Universität seinen Fleiß vermerckte /erledigen sie ihn bey seinem Convent deß ümbgehens / darauff wird er Anno Christi 1507. Priester / meditirt und lieset fleissig Tag und Nacht in der H. Bibel /daß ihm auch solche eine Zeitlang wieder genommen worden / weiln er seinen Leib mit Fasten / Beten und Studieren / sehr abmattete / es tröstete ihn auch offtermals sein alter Beichtvater / und wiese ihn auff das theure verdienst JESV CHRISTI unsers HErren.

Als nun bald hierauff D. Staupitz unb Mellerstadt /auff Befehl Hertzog Fridrichs die Universität [24] zu Wittenberg anrichteten und gelehrter Leut bedurfften / erkieseten sie durch Göttliche Providentz, Anno Christi 1508. diesen Martinum, welcher balden anfieng sich wider die Sophisterey zu legen / und starck dawider zu disputiren: Er blieb allein bey der Propheten und Apostel Schrifften / daß Doctor Mellerstadt / welcher in dreyen Facultäten domals Lux mundi war /selber sagte / dieser würde die Römische Kirch reformiren, denn als er sahe daß man den Leuten den Himmel und die Seligkeit ümb Geld verkauffen wolte / hat er mit den Schneebergischen Bergkman / solches nicht wollen paßiren lassen / sondern sich hefftig / als der letzte Helias darwider gelegt / und seine propositiones angeschlagen.

Anno Christi 1512. ist ihm von seinen Vicario und gantzen Convent im Garten unter einen Baum das Doctorat angetragen worden / er schlugs aber glimpflich aber / sprach / ich bin ein krancker Bruder / werde nicht lang leben / es konte aber anders nicht seyn; Sein Gnädiger Herr Churfürst zu Sachsen gab aus seiner Rennt-Kammer zu Leipzig das Geld darzu her / darzu wurd er legitimè an S. Lucas Tage promoviret; da kurtz zuvor von Röm. Keyser Maximiliano und Bapst zu Rom die Universität confirmiret ward /Doctor Staupitz verordnete / daß er über den Tisch an statt Augustini Bücher / die H. Bibel lesen solte / erMartinus tröstete sich in Widerwertigkeit seines ordentlichen Beruffs / wie er denn einen betrübten Münch im Kloster Memmingen / einsmals [25] also zugesprochen / Christi Verdienst sey unser / und unsere Schuld deß HErren Christi / so er mit seinem Leiden und Sterben auff sich genommen hette. Mathesius.

Es vermeinte zwar D. Staupitz / es würde ein Einsiedeler die reformation verbringen / so thut es einAugustinez sprach er / Item: Johann Reineckel der treffliche gelehrte Mann / tröstet und stärcket Lutherum als er unterwegs war / nach Wormbs und auffm Reichstag zog; Vnd Keyser Carl sprach / diese Lehr mus mehr Grunds haben / als iemand gläuben möchte: Es sagte auch Keyser Maximilianus, zum Degenhart Pfeffinger / er solte Churfürst Friedrichen vermelden / diesen Münch wol zu halten / denn man seiner bedürffen möchte. Dresserus.

Der gelehrte Man Erasmus Roterdamus, welchertempore Lutheri unterm Bapstumb vor den gelehrtesten geachtet wurd / bekennete selbst öffentlichen / inD. Luthers Schrifften sey mehr Verstands und Grunds in einem Blat / als in allen Scotisten und Sophisten: Ja der Hochgelehrte Man Philippus Melanchthon giebt Herren Luthero das Zeugnüß / daß er omnia in omnibus sey. Mathesius.

Alphonsus Keyser Carls Cantzler / spricht einsmals zum Herrn Philippo: Man hat von Lutheri Religion bey uns in Spanien viel anders gesagt / weder sich befindet / nemlich man gläube nicht an Gott /noch an die H. Dreyfaltigkeit / viel weniger halte man von der H. Jungfrau Maria etwas: Hertzog Wilhelm [26] in Bäyrn sprach zum D. Ecken / man hat uns vorhin also nicht gesagt / von der Lutherischen Religion; wie dann auch die ⊙. Doctores klar vermeldeten / so solche refutiren sollen / ausser der Propheten und Apostel Schrifften / wüsten sie solche Lehr nicht zu widerlegen. D. Lauterbach.

Keyser Maximilianus sagte zu Nördlingen / als er von der Wahl zu Franckfurt dahin kam / übern Tisch /wenn ich von meiner Religion ablassen solte / so wolt ich Lutherisch werden / die behalten doch die Teutsche Meß und glauben recht vom Sacrament. Math.

Martinus Polichius Mellerstadt / Rector der Universität zu Wittenberg hat der Studierenden Jugend anbefohlen / diesen jungen Münch Lutherum zu respectiren, und auff ihn acht zu haben / denn / sagt er /der wird alle Doctores zu schanden machen / die gantze Kirch reformiren und bessern / weiln er allein auff die Schrifften der Propheten und Aposteln bauen thut. M. Hainichen.

Ein grosser Mann zu Wien bekante / er und seineCollegen hetten die Zeither nicht gewust was das medium in Syllogismo were / bis er Herrn Philippi Melanchthonis Dialecticam gesehen / und als man auch zur Zeit dieselbige in Welschland druckete / hat ein junger Münch zu Venedig diese Wort lauffen lassen /wann es ohne dieses Buch were / wüste ich armer nicht wie ich solte selig werden / ach mein Gott / beschere mir der Bücher mehr: Als auch das Vaterunser[27] Lutheri außgelegt / ohne wissen deß Autoris und in welsche Sprach gebracht ward / spricht ein Ordinarius: Gesegnet ist der Mann / der diß Vater unser ausgeleget und der es drucken lassen und lesen thut. Ja es sagte Bischoff Langer zu Saltzburgk / unter andern Reden / als er etliche Sachen derer von Wittenberg gelesen / man sag was man woll / so hat es gleichwol gelehrte Ebentheurer zu Wittenberg / wil man ihnen was anhaben / so mus man bey uns auff gute Schulen bedacht seyn Mathesius.


Mors certa est, in certa dies, bora agnita nulli:
Extremam amid circo qvamlibet esse puta.

Herr D. Menius schrieb auff eine Zeit an Herrn D. Luthern / wie ein Prior zu Reinhartsborn / so fein sanfft eingeschlaffen were / denn als er kranck gelegen / und etliche junge Brüder bey ihm wacheten /spricht der Prior, ach wie druckt mich die gantze Welt / und alle Creaturen sind wider mich / ach Vater spricht der Münch / seid ihr doch viel frömmer gewesen / als unser keiner / js sagt der Prior diß bestehet alles nicht vor Gottes Angesicht / etiam per ditè vixi, aber Christus der gecreutzigte / der ist mein Testament und Gerechtigkeit / drauff lischet der gute Prior aus / wie ein Licht / da saget D. Luther / das ist auch einer so im Bapstumb seliglich gestorben ist. Mathe sius in Vita Lutheri.


Sit tibi præcipue qvod primum est cura salutis.


[28] Andreas Proles Augustiner Ordens Provincial zu Leipzig / in Meissen / welchen Lutherus zu Magdeburg als ein Knab damals gesehen und gehöret / hat offt zu seinen Ordens Brüdern gesagt / die Kirche bedarff einer starcken reformation, und ich sehe daß sie allbereit vor der Thüren sey / denn deß Bapsts Reich welches all zu hoch gestiegen / nunmehr fallen werde / als er aber vermanet wurd / er solte sich lassen darzu gebrauchen / sagt er / ich bin nun zu alt / und unvermögent / es wird aber Gott einen erwecken und darzu ausstaffieren / welcher die Bäpstischen Mißbräuch /mit heldenmuth ausrotten wird / ümb solcher Weissagung willen / hat ihn der Bapst in Bann gethan Daniel. Hainichen.


Nomen Lutheri inventum ante Lutherum.


Es denckt Philippus Theophrastus Paracelsus, daß Keyser Friederich Barbarossa, im Hertzogthumb Kärnden / eine Kirche gebauet / dieselbe mit schönen Bildern in Stein gehauen / geschmücket / unter denselben ist eines / in Form und Gestalt eines Münchs gewesen / mit einem Strick ümbgürtet / mit blosen ungedeckten Haupt / wie die Münche pflegen zu gehen / über welches Haupt denn die grossen Buchstaben sind befunden worden: LUTHERUS. Was nun dadurch verstanden worden / kan ein ieder selbst abnehmen. Theophrastus in Compendio. Crusius annalium Svevicor. part. 11. pag. 473. Chronica Carinthiac. lib. 7. folio 811.


[29] Hosti ne fidas: ab eo reverenter haberis
Qvamlibet, infidias tîtamen ille struit.

Doctor Luther wird einsmals zu Gast gebeten / zu frembden Leuten / als er heim kommen / ist ihm Angst und Wehe worden in seinem gantzen Leib /endlich floß von ihm ein unlustiger Schweiß / bekam einen Schnuppen / troffen ihm die Augen und ein schlammiges wesen rann ihn aus den Ohren / brach sich auch recht und mit grosser Beschwerung / und war kein gang am Leib / so sich nicht eröffnet hette /das war eine anzeigung beygebrachtes Giffts. Mathesius.

Als er auff eine Zeit von einem aus Eyfer abcontrafeit / uffm Aldenberg verbrennet wurd / kömpt der Mann endlich / als er sich zur Evangelischen Religion bekennete / gen Wittenberg und erzehlet es Herren Luthero / bittet ihn umb verzeihung / welches ihm auch willig und gerne verziehen ward. Mathesius.

Ihr viel haben ihr Heil versucht an ihm Ritter zu werden / aber wann sie es auffs klügste griffen an / so gieng doch GOtt ein andere Bahn: Sie haben ihn gedacht mit Büchsen und Gifft ümbzubringen / wie dann gethan Michel Jud von Bosen / Item: Man hat auff eine Zeit / einen Ausländer in seiner Küchen stehend angetroffen: Ja: Es hat einer ein Zündbüchsen in Ermeln getragen / ihn vor den Kloster angesprochen /warümb er so allein gehe / da sagte Doctor Luther: Ich stehe in Gottes Händen / der ist [30] mein Schutz und Schirm / darüber dann der Meuchelmörder erschrocken und stillschweigend darvon gangen. Mathesius.


Fer patienter onus, neque te pia sarcina lasset,
Unde manet reqvies, fer patienter onus.

Die Spectra haben ihn manchen Vnlust gemacht wie denn der böse Geist / in seinem Pathimo ihm viel Polterns getrieben / als wolte er alles in einen hauffen brechen; Zu Coburg hat er sich in eines Sterns gestalt ihm sehen lassen / in seinem Garten / als eine Wilde Sau.


M. Fabian Heidon:


Feri qvod potui, potui qvod Christe dedisli,
Improba fac melius si potes invidia.
Tu DEUS hoc factum modò fac sit ut utile factum,
Et bene sit factum dic, bene semper erit.

Zu verwundern ist es / daß D. Luther vor dem gantzen H. Römischen Reich / vor Keyser / König / Fürsten / Cardinälen / Bischoffen / Prælaten / Graffen und Herren wegen seiner lehr öffentlich gestanden /und ihm doch niemand etwas thun können; Zu verwundern ist es / daß er viel Länder / Königreich / Fürstenthümer / Graff- und Herrschafften / mit seiner Lehr / mit schreiben / lehren / predigen und unterweisen reformiret und zum rechten Weg Israelis befördert hat. D. Lauterbach in Aug. Conf.


[31] Ich lege Neid und Hassen
Bestendig unter mich /
Vnd setze thun und lassen
Allein mein Gott auff dich.

Anno Christi 1535. am Sontag Trinitatis im 42. Jahr seines alters / hat sich Herr Lutherus im H. Ehestand eingelassen / mit Catharina von Boren / ist zu Wittenberg copuliret worden / und im Ehestande fünff Kinder erzeuget / seiner Söhne einer wurde D. Medicinæ, denn ein Priester sol ein Weib haben. 2.Tit. 3. Er ist am Tag Concordiæ 18. Februarii Anno Christi 1546. zu Eißleben / Abends ümb 10. Vhr selig verstorben / und zu Wittenberg beygesetzet wor den. Mathesius.

Das 4. Capitel

Das IV. Capitel.
Von guten Verstand / Ruhm Zierd und Ehr / auch Kunst und Geschickligkeit.

Non qvot sed qvales aliqvid dixere, notandum est.


Stephanus der König in Pohlen / sagte: Gott hätte ihm drey Ding vorbehalten 1. Ex. nihilo aliqvid facere. 2. Futura scire. 3. Dominari conscientiis.


[32]
Wer du bist / der du liebst die Welt /
Sih wohl zu / wo du gehst zu Feld /
Der Weg / den du gehst hie auff Erd /
Ist bös / schädlich und voller B'schwerd.

Der Philosophus Democritus hat immer gelacht /wenn er etwas neues gesehen / entgegen Heraclitus stets geweinet / wenn er der Leute Muthwillen betrachtet; Anitzo solt Heraclitus der Welt Boßheit und Vngebühr / sonderlich der unbendigen Jugend / und deren Mütter verzärtlung ansehen / würd er sich drüber verwundern. Füglerus pag. 173.


Nunqvam aliud natura, aliud sapientia dicit.


Diogenes hat am hellen Tag bey angezündeten Licht in der Latern Menschen gesuchet / als er derwegen besprochen wurd / sagte er / er suche Menschen /so züchtig und mäßig sich regieren könten / hat dadurch der Leut eigensinnigkeit straffen wollen. Laërtius. lib. 6. in vita Diogenis.


Der Mensch setzt ihm für Maß und Ziel /
Gott ordnets / wie ers haben wil.

Als Alexander Magnus die gantze Welt bezwungen / hat er einen armen Gärtner / über seinen Danck und Willen / in Indien zu einem König gemacht. Flitner cap. 16. & 22.

Julius aus Liguria ist aus einem Schiffer zum Römischen Bapst erwehlet worden.

[33] Sophocles sagt im Ajace: Silentium addit fæminis & decus & gratiam: Das aller beredsamste Weib / so fein verschwiegen ist / bey der ist auch gwis Keuschheit und Vorsichtigkeit / denn das ist ein tugendsames Hertz / so schamroth wird / wenn sie mit ihrem Manne reden thut. Solcher Zucht war ergebenLivia Keysers Augusti Ehegemahl / die war ihrem Herren gehorsam und folgete; Wo aber ein durchlöcherichtes Hertz / und eine verwaschene Zunge ist /die alles unbedachtsam heraus schnadert / poltert /schnattert und schnarcht / wie beym Joviano Ponta no lib. 3. de serm. cap. 17. mit mehrern zu lesen / die hat auch ander weit nicht viel Tugenden / noch Geschickligkeit an sich / wenn sie sich gleich viel einbilden thut: Jener Philosophus sagte / wo ein unkeusch /versoffenes / wäschhafftiges Weib im Hause sey / da gehe es darinnen zu / das es Gott erbarmen möcht /wie dann der Reym auch solches gibt.


Drey Ding sind eim Hauß überlegn /
Der Rauch / ein böses Weib / der Regn /
Das Vierd beschwert auch über aus /
Viel Kinder und kein Brot im Hauß.

Daher hat Bebelius geschrieben / Qvæ non credenda sint mulieri: 1. Si fleverit (fletus enim fæminarum est fallax) 2. Si finxerit se infirmæm, non credas nisi mortuam videris. 3. Nisi ederit edulia in mensa, credas in culiesa prius repletam, aut suam sibi partem lautiorem seposuisse:

[34] Drey Ding haben den hochgelehrten Mann Catonem hertzlich gereuet bey seinem Leben: 1. Wenn er seiner Frauen etwas hat vertrauet gehabt: 2. Wenn er die Zeit unnützlich zugebracht: 3. Wenn er mit gefahr auff dem Schiff gefahren / da er wohl sicherlich zu Land hette reisen mögen; Daher auch jener gar recht gesagt:


Mann sagt von vier Stückn und Dingen
Die man nicht wieder zurück kan bringn /
Zeit / Jungfrauschafft / zug'sagtes Wort /
Die Jugend / iedes hat sein Ort.

Mors est ubiqve, senibus in januis, Juvenibus in insidiis


Von dem Medico Æsculapio schreibt Strabo: Daß man demselbigen zu ehren / zu Tetrapolis einen schönen Tempel auffgerichtet habe / und alle Wände voll geschrieben / seiner patienten Cur, so er geheilet hatte. Strigen.


O Edler Fried O köstliche Ruh /
Nichts ist so theur und herrlich als du /
Kein Schatz / kein Reichthum in der Welt /
Kein Edelgestein / kein Gut noch Geld /
Kan dir geachtet werden gleich /
Wenn es schon wer ein Königreich.

[35] Alexander Magnus hat in 12. Jahren die gantze Welt bezwungen / und ist 33. Jahr alt gestorben / gelehrte Leut hatte er sehr lieb / dem Aristoteli hat er auff eine Zeit 800000. Cronen verehrt / nur daß er die Beschreibung der Thier Natur verfertiget gehabt.

Virgilius hat mit wenigen Versen 5000. Goldgülden überkommen.

Isocrates bekam vor eine eintzige Oration 20. Talente.

Ludovicus der 11. König in Franckreich gab demCottorio seinem Medico iedes Monats zehentausent Goldgülden zu Lehn. Flitnerus pag. 614. cap. 25.


Ehrgeitz / Geldgeitz und Wollust groß /
Sind vieler Leute ein harter Stos /
Dann diese drey Ding itzige Welt /
Nicht anders als vor Götter hält /
Vnd darbey in die Hölle fällt.

Als auff eine Zeit Heinricus Lucebürgensis Röm. Keyser nicht weit von Bononien / vor eines Edelmans Schloß vorüber ritte / da hörte er zweene Juristen disputiren über deß Edelmans Schloß / ob es eigenthümlich deß Keysers were / oder deß Edelmans. Einer sagte so / der andere anders. Endlich fragen sie den Keyser / und melden / daß sie umb ein Pferd ein gewett gethan hetten / als nun der Keyser zum Schiedsman erkoren / sagte er zu ihnen / daß das Schloß deß Keysers were / und bekam dieser also [36] durch das gewett daß Pferd / daher daß gemeine Sprichwort entstanden ist / alter respondit æquum, sed tulit alter eqvum. Flitner pag. 608. cap. 24.

Auff bitten deß frommen Hertzogens zu Lüneburg verliehen eine Zeitlang die Augspurger ihren Prediger den Hochgelehrten Mann Urbanum Rhegium: und als sie solchen hernacher wolten wieder haben / wiese der Fürst auff seine Augen / und sagte; So wenig er seiner Augen eines im Kopff entrathen könte / so wenig könte er auch dieses Predigers eintrathen / welches denn ein guter ruhm ward. in concione funebri. D. Wolfrums.


Tres displicent DEO & hominibus. 1. pauper superbus. 2. divers mendax. 3. senex amator.


Es pflegete der König in Spanien auff eine Zeit dreyerley zu rühmen: Erstlich eine Brück in seinem Lande / darüber das Wasser lieff / und das waren die kunstreichen Wasserleitungen zu Segovia. 2. Eine Stadt so rings umbher mit Feuer ümbgeben / damit meinete er seine Resident Madrit deren Mauren aus lauter Kiesel oder Feuersteinen erbauet sind. 3. Eine Brücken / auff welcher ohne unterlaß 10000. stück Vieh weiden thäten / damit meinete er den Fluß Qvadianum, welcher 7. Meil wegs unter der Erden hinfleust / biß er wieder erfür kompt; Es hatt auch Hispania einen grosen Berg von Saltz / von welchen ie mehr einer weg nimbt / ie mehr er wechst und nimmet zu. Flinter. pag. 608.


[37] Nemo considat nimium secundis,
Nemo desperet meliora lapsis.

Hertzog Albert in Sachsen erinnerte sich auff eine Zeit auch dreyerley / so er in seiner Stad einer im Lande gefunden hette; Nemlich ein Prediger Münch Kloster / so eine treffliche anzahl am Getreid gehabt /und doch keinen Feldbau befördert / noch eintzigen Acker gehabt: Item ein Franciscaner Kloster / so von Geld mächtig reich / und doch kein jährlichs einkommen gehabt: Das dritte wäre zu S. Thomas gewesen /darinnen die Münche viel Kinder gehabt und doch keine Weiher. Flitner.


Formicæ Studium studiosa imitare, juventus


Origenes der alte Lehrer ist eines sinnreichen Verstands gewesen / Hieronymus bekennet selber / daß er seiner Bücher in die 6000. gelesen habe / er hat inner halb 12. Jahren / die gantze H. Schrifft ausgelegt / aber gar zu hoch gestiegen / denn viel seiner Bücher vom Bischoff Theophilo Alexandriæ undEpiphanio Anno Christi 40. vor Ketzerisch sind verworffen worden. Socrates lib. 4. cap. 7.

Zonaras erzehlt in vita Basilii Imperatoris daß in der Constantinopolitanischen Bibliothec von einhundert und zwantzig tausend Büchern / eines / Eins Drachen darms groß / gefunden / so 120. schulang gewesen / darauff das gantze Opus Homeri / so wohl Ilias als Odyssea mit güldenen Buchstaben geschrieben gewesen. Flitner p. 658.


[38] Cogita qvod justum est.


Lycurgus hat den Lacedemoniern das Gesetz gegeben / daß man keiner Jungfer zum Heirathguth / etwas mitgeben solte / sonsten theten sich die Freier nur nach Reichthumb ümb / und blieben die armen Megdlein sitzen.

Alexander Severus der Röm. Keyser hat nicht zulassen wollen / daß sein Weib stattlicher hergienge /weder andere Römische Weiber.

König Lysander wolte nicht / als seinen Kindern statliche Kleider verehret wurden / solche annehmen /sondern sprach: die Hoffart würde meine Kinder viel mehr vorstellen als zieren; Ehrenkrantz pag. 77. & 270.


Nec tua laudabis studia aut aliena reprêndes.


Es schreibt Josephus wider Appionem lib. 1. daßCadmus und die Phœnicier die ersten Erfinder der Griechischen Buchstaben gewesen seyn: Plinius schreibts den Assyriern zu: Eins theils den Egyptiern. Philo der Jud und Isidorus eignen solches dem Abraham zu: Die alten haben zu allererst in die Aschen geschrieben / darnach in die Bücher von Baum schelffen gemacht / bald in die Stein und Ziegeln / denn Moisis Tafeln sind steinern gewesen / wie man noch heutiges tages Grabschrifften in Stein hauen leset: Theils haben geschrieben auff Linden / Palmbäumen / Eschbäumen und Ilmenbäumen / Rinden auff Buchsbäumen: Theils auff gewixte Täffelein / mit [39] Pley auff gefirnstes Pergament / daher kommen noch Tabelarii, theils haben geschrieben auff Lorbeerblettern / wieVirg. lib. 3. Æneid. wil / daß Sibylla Cumana auff solche Bletter geschrieben; Bald ins pleyetne Blech und letzlich zu unserer Zeit auff Papier. Wann zie auff Stein schrieben / so war ein stecheisen ihre Feder: Auff die Bletter brauchten sie ein kleines Penselin; in die Aschen die Finger; auff Schelffen / ein Messer; auff Pergame / dünnes Röhrlein Schilft genennet / wie sie in den Teichen zu wachsen pflegen / und itzt auffs Papier eine Feder; Ihre Dinten war von schwartzen Fischschmaltz / darnach aus Maulbeersafft / bald aus Ofenruß / aus Röte / Mennig / Gallopffel und Grünspan; Theils haben geschrieben mit Silbern stifften auff weise Täfelein; Auff die Kälber und Schaffhäute zu schreiben / wurd angefangen vor Christi Geburt 208. Im Propheten Jeremia sagt Baruch / er hab deß Propheten Red mit Dinten auff sein Buch geschrieben. Cyrillus Alexand. Flitn. pag. 659.


Nummos qvisque tuos, non te, reveretur amatqve.

Phariseer Sect ist auffgangen ante Christ: 145.
Juden ihren Thalmud angefangen Anno Christi 190.
Jesuiter Orden sich erhoben Anno Christi 1537.
Der Alcoran an Tag kommen Anno Christi 610.
Münchs Orden angangen Anno Christi 257.
Von Paulo dem Einsiedler.

[40] Im Jahr da man geschrieben 610. sind die Münche von dem Bapst andern Priestern gleich geachtet worden / zu predigen / tauffen / absolviren.

Wort Catholisch angefangen Anno Christi 380. die erste Christen Schul / ist Anno Christi 183. zuAlexandria auffgerichtet worden / nam fundamentum Rei publice est puerorum recta educatio.


Salutatio ominosa ad pueros.


Ein Hochgelehrter Mann / grüssete auff eine Zeit seine Schüler also: Seid gegrüsset ihr Edelleut /Cantzler / Hoffräthe / Bürgermeister / Ratherren / ihrDoctores, Prediger / Capläne / Schülmeister / Cantores, Baccalaurei, Kirchner / ihr Handwercker / Botenläuffer / Stadtknecht und Diebshencker. Schola Danielis per D. Schleupnerum.


Non solet ingeniis summa nocere dies.


In der ersten Druckerey sind die Officia Ciceronis der erste Druck gewesen / so zu Franckfurt und Zwickau in der Bibliothec alda noch zu befinden. Flitner pag. 659.


Die Gottsfürchtigen und Ehrnvesten
Die tügen zum Regiment am besten.

Wann König Darius Hystaspis in Persien / so sonst im Buch Esther Ahasverus genennet wird / bey der Nacht nicht hat schlaffen können / hat er ihm die Historien Bücher vortragen lassen und darinnen gelesen. Faustus pag. 286.


[41] Non semper violæ, nec semper lilia florent.


Beatrix Thomæ deß Hertzogen von Saphoia Gemahlin zeugete eine Tochter / so auch Beatrix hieß und eine Gräfin worden zu Narbon, die hat fünff Töchter gezeuget so alle Königinne worden sind:Faustus im Sächsischen Stammbuch pag. 369.

Keyser Julius hat der Serviliæ eine Perlein verehrt / auff anderthalbe Thonnen Golds. M. Faber.


Mensch leb klüglich / hab dich in Acht /
Vnd diß beynebens stets betracht /
Was ietzund ist das Leben dein /
Geschwind und bald dein Tod kan seyn.

Ein König in Indien / gab in einer Frag seinemPhilosopho vier Stück zu bedencken über / die solte er ihm in Monats frist erklären / die Stück waren diese:

1. Was der Mensch sey.
2. Was er für habe.
3. Wem der Mensch zuvergleichen.
4. Was er vor Gesellschafft habe.

Dem hat er also darauff geantwortet:

1. Ein Mensch sey ein Frembdling in dieser Welt.

2. Er sey ohne unterlas im Streite / Zanck und Vnfall.

3. Er sey einem Eiß zuvergleichen / wann die Sonne drauff scheine / oder ins Warme komme.

[42] 4. Seine Gesellschafft sey Jammer und Noth Hunger und Kummer / Hitz und Frost / Kranckheit und Tod. M. Faber.


Zur Zeit deß H. Athanasii sind mehr als 5000. Kriegs-Knechte / so alle Heydnisch waren / in seine Kirche kommen / haben seiner Predigt zu gehöret /aber der liebe Gott / so Sorg trägt für die seinigen /hat ihm gnädig unerkent ihrer aller väterlich hindurch geholffen. M. Mich. Julius.

Im Königreich China, der berühmten Stadt Suntien / sind drey schöne ansehliche Pallast oder Vestungen zu befinden / in deren einer hat der König sein Resident / und wo einer deren Herrligkeit recht ansehen wolte / muste er vier gantze Tag zubringen / denn ümb diesen Pallast sind 7. grosse und hohe Mauren /ein iede so weit von der andern / daß man geraumlich darzwischen 10000. Soldaten logiren können / in welcher auch 69. Sähl / schön von wunderbarlichen Wercken und köstlichen Künsten / der eine Saal ist von lauter Metall mit allerley Figuren gezieret. Der andere mit ausgeschnittenen Balcken / mit erhobener Arbeit / der Boden mit silbernen Blechen beleget. Der dritte / mit lauter feinen Gold versetzet / so künstlich eingeschmeltzt / darinnen ein überaus köstlicher Stuel / von lauter Helffenbein / auch viel Kleinodien eines unsäglichen Schatzes / darbey der Saal mit lautern Carbunckeln besetzt neben andern köstlichen Edelgesteinen / davon er so hell und licht ist / daß es auch in der tunckelsten Nacht scheinet [43] als wenn brennende Kertzen darinnen wären. Die Mauren sind von allerhand grossen Steinen / sonderlicher Köstligkeit alles mit Kunst gearbeitet und eingesetzt / wie denn auch davon Dresserus über das Königreich China weitläufftig schreibet. Aber wz ist es?


O vanitatum vanitas!
Terrena cuncta perfida,
Mundana cuncta sordida.

Ein König in Schottland unterschrieb alle Brieff ungelesen / dieses unfleises wegen und den König darvon abzuwenden / brauchete sein Præceptor diese geschickligkeit / er supplicirte an ihm und bat ihm /daß er doch möchte zulassen / und ihm vergönnen funffzehen Tag König zu seyn / und das Regiment zu führen / der König überlieset die Supplication nicht /unterschreibet sich / bekrefftigte auch solches mit seinen Königlichen Petschafft. Buchananus. pag. 3.


Cum qvid peccaris, castiga te ipse subinde.


Keyser Theodosius der andere unterschrieb auch alle Brieff ungelesen / ihn aber darvon abzuwenden und zu bessern fleiß seines Keyserlichen Ambts zu erinnern / schreib seine Schwester Pulcheria an ihm eine Supplication, der Keyser wolte doch seine Gemahlin Eudociam ihr leibeigen schencken. DieseSupplication besiegelte der Keyser auch unbedächtig / wurde aber durch Zureden hernacher gewarnet. Dia rium pag. 402.


[44] Qvicqvid agis prudenter agas, & respice sinem.


Keyser Honorius, der unterschrieb auch viel Brieffe ungelesen / als seine schwester Placidia solches vermerckete brauchte sie diese geschickligkeit / ließ eine Supplication verfertigen / darinnen wurd insinuirt als sey sie einem geringen Knecht zur Ehe versprochen / der Keyser empfehet die Supplication in seine Hände / überlieset sie nicht / und corroborirt sie / drauff die Schwester einen Fußfall thut / und bittet ihn er wolle solche Schmach nicht geschehen lassen / darüber erschrickt der Keyser / und nimbt künfftig die Brieff besser in acht / versiegelt nichts mehr /er hatte es dann zuvor gelesen. M. Majus in pædagog. Christian. super. 7. præt.


Omnia naturæ præpostera legibus ibunt.


Aloysius Lillius hat tempore Papa Gregorii XIII. den Neuen Calender gemacht / der Bapst an das gantze H. Römische Reich geschrieben / solchen anzunehmen / aber die Evangelischen haben nicht darein consentiren wollen. David Chytræus.

Das 5. Capitel

Brüder Vntreu wird gestrafft
Brüder Vntreu wird gestrafft.

Dieweil Simon Jacobs anderer Sohn dem Joseph viel Hertzeleid angethan hatte / als ihn die Brüder in ihrer Gewalt hatten / ist er nicht allein zwey gantzer Jahr vor seinem Ende stets darnieder gelegen / sondern ihm auch die Hand gantz verdorret / weiln er seinen Bruder Joseph in die gruben werffen [50] helffen. Meinradus Molter in beschreibung der Ertzväter Testament.


Vive memor Lethi, hora fugit:


Die Mäuse haben einen von Adel an deß Röm. Keysers Hoff Heinrici seines Gottlosens ruchlosens Lebens und Wandels wegen gefressen / ob er sich gleich ins Wasser führen lassen. Zeitbuch im 18. pag. 448.

Solches geschahe auch Hertzogen Conrads vierdten Sohn / Micißlao: Dlugosius / Crantzius.

Straff der Vnzucht
Straff der Vnzucht.

Bischoff Lampert zu Lüttich und Mastrich / straffete deß Königs Hoffmeister in Franckreich Pipinum daß er neben seinem Gemahl mit der Alipide zuhielte /darüber der Alipidis Bruder Dodo den Bischoff ersticht; Aber er ist hernach von Würmern gefressen worden / und alle Helffer schändlich ümbkommen.Trithemius.

Als die alte Heidnische Hertzogin Drahomira auff Prag fehrt / in willens ihren Sohn Wenceslaum so ein Christ worden war / (wie sie dann vorher vielen Christen auch gethan hatte) zu ermorden / wird sie in der Stadt mit Wagen und Pferden / sambt allen ihren Dienern / von der Erden lebendig verschlungen. Anno Christi 937. Borneccius. Hagecius.


Qvinon Christe necem vis peccatoris; id offer,
Ut moriens vivam sub bonitate tua.

[51] Als Bischoff Maretes vor den abtrünnigen Mammelucken Keyser Julianum zum Tod vorüber geführet ward / spottete der Keyser seiner / sprächend; Du Blinder verfluchter Mann / wie fein kan dich dein Galileer von der Blindheit erretten; sprach der Bischoff hierauff / er dancke Gott von Hertzen wegen seiner Blindheit / nur daß er einen solchen Gottlosen Keyser nicht ansehen dürffe. Flitner cap. 13. pag. 272.

Es setzt Wagnerus über 91. Psalm diese Historien von einem Bäpstischen Priester Johann Limmen / mit Namen / welcher zu Pegau in Meissen gewesen / derselbe / als er in der Visitation zugesagt / das Evangelium rein zu predigen / hat er es doch nicht gethan /sondern vielmehr das gegenspiel verübet / als er nun von Dienst abgesetzet und Anno Christi 1539. nach Ranstäd kommen / und da gleichfals ernstlich wider das Evangelium geprediget / begibt es sich / daß an einem Morgen früh 2. Vhr es einen starcken Wetterläuchter in seine Kammer thät / darüber er erschrickt /auffstehet / seine horas lesen will / ein Buch nach dem andern herfür nimbt / aber kein Wort lesen kan; Weiln er nun auch bey dieser Pfarr nichts mehrers verrichten kund / muste er solche resigniren: Letzlich begibt er sich wieder nach Pegau / lebet da privatim biß ins sechste Jahr / hat alles sehen und erkennen können / aber nicht reden: Gieng hernach fleißig in die Evangelische Predigten / hörete solche mit gebürender Andacht / gebrauchete sich auch deß hochwürdigen Abendmals in zweyerley Gestalt zum öfftesten /hielte sich gegen [52] männiglich fromm Christlich und erbar / ist auch endlich in warer erkäntnüß Christi JESV seliglich gestorben. M. Mich. Julius.

Zur Zeit Lutheri / war ein frommer und gelehrter Prediger zu Dreßden / Namens Alexius Crósnerus so das H. Evangelium rein und lauter predigte / wurd aber vom Gegentheil abgeschaffet; Als er nun von der Stad seinen Suppellectilem fortführen wolte / sagteD. Embser / so domals etlichen Bäpstischen zu Dreßden bedient war / im fürüber reiten / ich habe nun deß Ketzer-Predigers allhier auch ein Ende erlebet; er muß ins Teuffels Namen / bey Sonnenschein fort / da antwortete ihm drauff Crósnerus: In Gottes Namen darvon / Herr Embser / ist auch ein Wort / ich bin in Meissen gewesen eher weder ihr / und ich werde darinnen bleiben wenn ihr weg seit; Als nun denselben Abend D. Embser mahlzeit hält / ümb 9. Vhr mit einem Bürger von Leipzig / wird er jehling kranck /stirbet mit Ach und Weh / schrecklichen Worten /Reden und Geberden dahin. M. Julius in libro, arma ecclesiæ militantis.

Als der H. Bartholomæus ist geschunden worden /sind von stund an seine Henckersknechte / von Gott leibhafftig gestraffet worden / und vom Teuffel besessen / so sie mit Leib und Seel in die Höllen geführet /nach dem Vers: Hostibus en Christi sic itur ad astra dearsum. M. Hempel.

[53] Im Jahr vor Christi gebuhrt 855. wurd Jonas der Prophet in die Stad Ninive gesendet Buß zu Predigen / als er aber solches anfänglich nicht thun wil / wird er von einem Walfisch verschlucket / biß am dritten Tag (zum vorbilde deß HErren Christi aufferstehung vom Tode) drinnen behalten / hernacher am Euxinischen Meer 250. meilen von dannen wieder ans Land gespeyet. Etliche melden es sey geschehen Ante Christi 846. unter dem Asoro Zape. bald nach Jonæ Bußpredigt zu Ninive / die er hernach treulich verrichten thet / kam auff der unflätige Sardanapalus, welcher die alten Sünden wiedererneurte / daß Gott derwegen zur Straff greiffen muste. Denn durch gros Donnern und Plitzen / auch Wasserfluten die Stadt welche 15. teutscher Meilen in ümbfang begriffen war / also übern hauffen geworffen ward / daß auff 12000. Ellen die Stadtmauren darnieder fielen / und Sardanapalūs durch bös Gewissen überwunden mit Weib und Kindern / sambt 1450000. Thonnen Golds sich selbst in seinem Schloß verbrennet hat / alles nach aussag deß Propheten Jonæ / zur straff ihrer groben Sünden: Interdum avertit summa pericla DEUS. Herodotus: Diodorus lib. 3. Orosius lib. 2. Justinus lib. 1.

Einer von Adel in Thüringen war ein greulicher verächter Gottes Wortes / und kam in etlichen Jahren nicht zum H. Sacrament / und als er eines Abends aus der Stadt daselbst wohl bezecht / nach [54] Haus fahren wil / und vor die Stad kompt / rühret ihn der Schlag /eben an dem Ort da vor etlichen Jahren / etliche Strassenräuber waren gerichtet worden / gab also daselbst seinen Geist auff: Qvatuor in paupertatem incidunt 1. Prodigus. 2. gulosus 3. piger 4. rixosus, geschehen Anno Christi 1583. Rivander.

Es hätte einsmals eine Gottlose Gurgel gesagt / er wolte daß der Teuffel in die Kirchen und Pfaffen schlüg / darinnen man singen thete: Verleih uns Frieden gnädiglich. So offt er solches hörete / sang er darfür / Verleih uns Vnfried immerdar. Selneccerus Psalm 142.


Omnia in deterius ruunt.

Ein schöner Abriß - der Gottlosen Falschen Welt
Ein schöner Abriß / der Gottlosen Falschen Welt /darüber der H. Chrysostomus zu seiner Zeit schon geklaget.
Die Schrifft ist geflogen von Pfaffen /
Gerechtigkeit von den Fürsten /
Rath und Verstand von den Alten /
Glauben von dem Christlichen Volck /
Liebe und Treu von den Eltern /
Ehrerbietung von Vnterthanen /
Geistlichkeit von denen München /
Ehrsamkeit von denen Jungen /
[55] Zucht und Ehr von den Clericken /
Lehre von denen Lehrmeistern /
Fleiß und übung von den Schüllern /
Gleichheit auch von denen Richtern /
Beschirmunge von den Rittern /
Recht / Einigkeit / von den Bürgern /
Gemeinschafft von denen Bauren /
Warheit und Recht von den Kauffleuten /
Tugend und Zucht von den Edlen /
Keuschheit von denen Jungfrauen /
Demuth von den Alten Wittben /
Lieb und Freundligkeit von Eheleuten /
Gedult und Harr von den Armen.
Meerfarth Graffen von Sollms.
Das Weib / das Forwerck / mit dem Rind /
Verschleust den Himml manchm Mutter-Kind.

Eine Mechelburgische Bäuerin wurd einst gefraget von ihrem Pfarrer / warumb sie nicht in die Kirchen gieng / gab sie zur Antwort / sie müste lang in die Kirchen gehen / ehe sie einmahl davon satt würde; darauff er sie weiter gefraget / ob sie auch zu deß HErren Abendmahl gieng / hat sie gesaget / was Abendmahl; Wegen solcher Gotteslästerlichen Reden / laufft ihr der Teuffel als eine Mauß / unter dem Rock / und verbrennet sie / daß sie schwartz wird an [56] der Haut / und ist endlich in der Lufft davon geführet worden. Doctor Simon Pauli in der Festpostill. Titius.


In dieser Welt das höchste Gut
Ein reines Gewissen seyn thut /
Das gröst Vnglück hat mit der That /
Der so ein böß Gewissen hat.

Ein Bürgermeister zu Rostock hat eyferig treue Lehrer verfolgen helffen / der wolte es noch bementeln (als vor Jahren von D. Crelln auch geschach.) Als er nun auff dem Todbett lag / und der Prediger ihn zu Erkäntnüß seiner Sünden anmanete / bat er vor und nach Gott / mann wolte ihn doch zu einem öffentlichen Bekäntnüß seiner Sünden nicht dringen / begehrte von dem Prediger / er wolte ihm aus dem Psalmbuch was vor lesen / und wiese selbst mit dem Finger gleich auff diese Wort deß 32. Psalms. Da ichs wolte verschweigen / verschmachten mir meine Gebeine; applicirete der Prediger solches auff ihn / und erklärete es / da er ihm nun nach der leng also fürsagete / fieng der Krancke an bitterlich zu weinen / daß die Thränen häuffig über die Backen herunter lieffen / bekante seine Sünd und begehrete / daß man eine öffentliche Abbittung seinetwegen in der Kirchen thun solte. Conscia mens recti fama mendacia ridet. Strig.

Ein Epicurischer Hoffjuncker / schickte einsmals seinem Pfarrherr eine Handschrifft / darinnen [57] er ihn loß zehlete / daß er am jüngsten Tag vor seine Seel nicht dörffte rechenschafft geben / aber es bekam ihm übel / er fiel bald hernach in eine schwere Kranckheit / da wachte sein Gewissen auff / und schrier ohn unterlaß / O meine Handschrifft! Endlich versönte er sich mit dem Pfarrer / der gab ihm die Handschrifft wieder / da bekam er wieder ruh; nil adeò dulce est, qvod non videatur amarum. Strigenitius.

Es wolten auff eine Zeit die Bauren in der Pfaltz ihrem Pfarrer den Decem nicht reichen / und als sie derwegen auff fürgegangene Klag fürgefordert wurden / brachten sie entschüldigung ein / die nicht viel werth war / da sprach der Fürst darauff / ihr solt dem Pfarrherr keinen Decem mehr geben / sondern solt mir denselbigen allezeit künfftig zwiefach geben. Qvod non capit Christus, rapit fiscus. Strigen.

Ein Epicurischer von Adel sagte / als ihn sein Pfarrherr seines Gottlosen Lebens halben straffete: Ey lieber Pfarrherr / kommet ihr eher in Himmel / so steuht mir nicht in die Augen / dem antwortete der Pfarrherr / ich habe sorg / Juncker / es möchte darzu kommen / daß ihr mir zu weit entsessen wäret / daß wenn ich euch gleich gern in die Augen steuben wolte / ich nicht würde zu euch kommen können: Ne properans cœlo te fors nebula occupet atra. Strigen.


Ehe du was unterwindest dich /
Such zuvor Gottes Reich täglich /
[58] Sein Wort zu hören nicht veracht /
Wenn du betest / thue es mit Andacht.

In der Magdeburgischen Chronica lesen wir / daßAnno Christi 1203. zu Ossemer / bey Stendel / der Pfaff in Pfingstfeyertagen / den Bauren selbst zum Tantz gefiedelt habe / da ihm denn bey auffsteigenden Wetter der Donner die Hand sambt dem Fiedelbogen /hinweg geschmissen hat / darbey auch die 24. Personen ümbkommen. Strig.


Das Gewissen bald gar scharff anklagt /
Bald einen andern es loß sagt /
Wer ein gut Gewissen bey sich trägt /
Zu Nacht sich frölich schlaffen legt.

Es wonet auff eine Zeit ein D. Medicinæ in einer vornehmen Stadt / welcher vielen Leuten durch seine Kunst helffen kund; Es kömbt einmals dahin daß er einem Pat. helffen soll / dessen Kranckheit er zu curiren uwissent / bittet derwegen den Teuffel / daß er ihm in unwissenden Fällen Rath mittheilen soll / der Gast ist geschwind fertig / thut es / macht also durch deß Teuffels Hülff viel Leut gesund / daß er einen Schatz auff 26000. fl. seinen Kindern hinterläst; Als er aber sterben sol / vermeinte er noch Buß zu thun /aber es war zu lang geharret; er führete den Teuffel stets in seinem Munde / und lästerte Gott den Heiligen Geist / vor seinem End / starb also in verzweiffelung [59] dahin: Denn der Teuffel lohnet seinen Dienern /wie der Hencker seinen Knechten. Christianus Georgius.


Das seind die allerärgsten Feind /
Die sich stelln als die besten Freund /
Mit süssen Worten in gemein /
Gar lieblich thun sie Schertzen /
Gall und Betrug verborgen seyn
Im grunde ihrer Hertzen.

Gottwinus ein Engelländischer Fürst wolt sich deß Verdachts ledigen / gegen dem König wegen seines HErren Bruders / sagende: Herr König hab ich wider dich oder deinen Bruder iemals was Böses fürgenommen / so helffe Gott / daß ich an diesem stück Brot erworge: Nam von deß Königs Tisch ein stück Brot und aß / und unter dem essen wurden ihm seine Backen verschlossen / daß er daran ersticken muste: Irret euch nicht / Gott läst sich nicht spotten. Regentenbuch pag. 644.

Ein Edelman hielte mit einer Schlieserin zu / zeugete Söhne und Töchter mit ihr / nam sie auch letzlich gar zur Ehe / aber sein groß Haußhalten und ansehliche Gütter giengen zu grund / daß er bettelarm wurd /kaum letzlich in einem kleinen Bauerhüttlein verbleiben kunt. Zaderus.


[60] Qvæ vix occultari possunt.


1. Stramen in calceo. 2. fusus in sacco. 3. meretrix in cubiculo. Bebelius.

Ein Goldschmied heirathet auff eine Zeit eine gar alte Kapp / so vorher in unehren eine Tochter gebohren / und ob sie wol von ihrer Großmutter in 1000. fl. bekam / gieng es doch alles schändlich dahin / daß in 3. Jahren nichts übrig blieb. Zaderus pag. 104.


Qvibus consilium non dandum sit.


1. Nulli, qvi vult ducere uxorem, 2. peregrinationem transmarinam facienti. 3. qvi seqyi vult malitiam, eorum enim eventus est dubius & incertus.

Lotharius der Francken König hätte ein trefflich schön Ehegemahl / die gewinnet lieb ein Hertzog aus Burgund / und weiß nicht wie er ihr soll theilhafftig werden / erzehlt seine Begierd dem Bischoff von Sedan Leudmundo, der hilfft practica schmieden; Als die Königin sihet / daß sie keine Ruh möchte von ihnen beyden haben / klagte sie es ihrem König / der empfindets hoch / läst dem Hertzog den Kopff abschlagen / den Bischoff aber in ein Kloster versperren / daß er sein lebetag must darinnen gefangen sitzen.Zaderus. pagina 232.

König Colomanus schickt seinen Hoffmann ausBenedictum; daß er seinen Bruder ümmbringen solte / als es die Münche erfuhren / jagten sie ihm nach /daß er vom Rosse fiel / die Hunde kamen und ihn rein auffraßen. Strigenitius.


[61] Nichts ist so grausam in der Welt /
Es wird durch Menschen List gefällt /
Wo grosse Stärck nicht ausricht viel /
So bringet List ein gewünschtes Ziel.

Bambaccanus Königs Andreæ in Vngern Stadhalter hatte ein sehr schönes und ehrlichs Weib / die muste sich in abwesenheit ihres Herren / ümb die Köigin Gertraut seiner Hertzogin in Bäyrn / auffhalten. Nun kömpt der Königin Bruder in Teutschland /sie zubesuchen / und wird gegen deß Stadhalters Weib / also in lieb entzündet / daß er kranck darüber wird / endlich erlangt er durch der Königin Hülfe /daß sie mit einander in ein gemach versperret werden / da er sie mit gewalt schändet / das Weib klagts hernach bitterlich ihrem Herrn / bittet instendig / er wolle sie vor ihren Augen erstechen / sonst müste sie selbst zur mörderin an ihr werden; Er tröstet sie und sagt zu ihr / er wolle zu gelegener Zeit die Schmach und Schand mit einen grimmigen Exempel rechnen; bald darauff nimbt er ehrliche Männer zu sich / dringt in der Königin Gemach ein / erzehlt ihr das beschehene Bubenstück / und ersticht sie mit seinem Degen /zeucht hernach mit etlichen Landherren dem König nach gen Constantinopel / berichtets ihm alles / darüber ihn der König los und ledig gesprochen hat. Zaderus pag. 244.

Die Juden wolten unter Keyser Juliano ihren Tempel zu Jerusalem wieder bauen (wie er denn aus [62] Haß wider die Christen einen freyen Paß zuhandeln und wandeln / nach Jerusalem vergönnete) als sie nun den Grund legen wolten / erhub sich ein Erdbeben / warff es alles über einen hauffen / daß ihrer viel drüber todt blieben; als sie darvon nicht wolten nachlassen / sind andern tags Feuerflammen aus der Erden erfür kommen / feurige Stralen auch vom Himmel gefallen / daß ihrer noch mehrers ümbkommen / als vor diesem von Erdbeben / und wurd all ihr Geräth und Gezeug / als Sägen / Beil / Schauffeln / Hämmer darüber vom Feuer verzehret / und da sie noch auff ihrem Sinn beharreten / sind folgende Nacht kleine Creutzlein / als wie helle Sternlein in die kleider der Juden kommen /welche sie nicht verdunckeln noch abwischen können / darauff auch ein starck Erdbeben und ungestümmer Wind erfolget / so ihren Kalch und Zeug in die Lufft verstreuet / daß sie dardurch endlich gezwungen worden / JESVM CHRISTVM den gecreutzigten /vor einen wahren Gott zu erkennen / solchen Tempel halten heutiges Tags die Türcken innen / welchen erbauet hat Homar der dritte nach Mahometh. Nullus erat cultus, nulla aris sacra ferebant. Doctor Rauchwolff. Chron. Carion.


Fac tua, linqve alios, temne orbem, suscipe cœlum,
Vivere disce, mori disce: DEUS faciet.

[63] Als ein Jud auff eine Zeit sich unter andern Christen vermischet / daß er mit ihnen auff den Berg Sinai möchte gehen / und nun am dem war / daß sie zur Pforten kommen / darüber das Crucifix / hat er aus verachtung deß gecreutzigten Christi nicht wollen hindurch gehen / sondern hat andere Wege gesucht /und neben der Pforten über den Fels steigen wollen /da hat ihn Gott gestrafft / daß er herunter gefallen /und das Genick entzwey gebrochen. Polycarpus Lyserus.


Wo der Hochmuth sich richtet auff /
Da kompt gemeiniglich Vnglück drauff.

Anno Christi 1503. wolt ein Epicurischer Edelman am grünen Donnerstag auff die Jagt reiten / der Diener bat ihn / er solte zuvor in die Kirchen gehen /denn er niemals an einem Sonn- oder Festtage glück zum Jagen gehabt hätte. Der Edelman flucht aus Zorn dem Knecht alle die Sacker die Wend / am Hals / und heißt ihn reiten. Als er nun nicht weit vom Bömischen Brot zum Dorff Luczow kommen / zeucht sich ein groß Wetter auff / der Knecht sagt / Herr; hab ichs nicht gesagt / wir haben heut kein Glück / höret wie es donnert / der Edelman wird noch zorniger / sagt: schlag her bist du ein ehrlicher Gott / aber ehe er das Maul zu thut / schlägt der Donner ihn sambt einen Pferd und einen Knecht darnieder. Der Knecht aber so ihn gewarnet / ist unbeschädigt darvon kommen. An den Ort ist zu ewigen gedächtnüß ein [64] Stein mit der Jahrzahl dahin gesetzet worden. Theobaldus in Hußitenkrieg.

Deß Keysers Juliani Stadhalter auch Julianus genennet / war nichts bessers als sein Herr denn als er einsmals der Christen Kirchen berauben thet / ließ er den Vrin an der Christen Altar lauffen / nennet der Christen Kirchen Säuställ / als ihm aber Eugonius darüber zuredete / schluge er ihn ins Angesicht. Durch diesen seinen Hochmuth sind ihm endlich die Därmer und Ingeweid im Leibe erfaulet / daß auch der schändliche Koth / seinen Vnlust nicht mehr an gebürlichen Ort von sich geben / sondern ihm durchs Maul ausgieng / weilln er dadurch Gott den HErrn gelästert hätte. D. Rabus.


Kein Glaub man in der Welt mehr find /
All Ding voll Btrug und Falschheit sind /
Hochmuth und Geitz macht viel Vnglück /
Regiert sambt Menschn die Bubenstück.

Einer von Adel schweret auff eine Zeit einen Eyd dem Pfatzgraffen / so ihn gefangen hielte / sich wieder auff gewisse Zeit in der Custodi ein zu stellen; Aber er thuts nicht / wird nicht lang darnach von einem Juden in Joachimsthal verrathen und erschossen.Christianus Georgius.


Nocte diequec ave tempus consumere grave.


[65] Lucretius ließ seinen Sohn in allen Gottlosen wesen auffwachsen / straffete ihn keines mals / endlichen aber als er zum Tode verurtheilet worden / biß er ihm zu lohn die Nasen ab: Ein anderer Sohn bisse seiner Mutter ein Ohr ab / als er solte gehencket werden /weiln sie ihn von Stehlen nicht abgehalten hätte. D. Conr. Diet. pag. 237.


Qvisqvis amas mundum, tibi prospice qvo sit eundum,
Hæc via, qvam vadis, via pessima, plenaque cladis.

Man lieset von einem vornehmen Edelmann / namens Chrysaukus aus der Provintz Valeria bürtig /welcher sonst ein geschickter Mann gewesten / aber in allen Sünden und Wollüsten gelebet: Als er kranck worden / sind die bösen Geister häuffig ümb ihn herumb getreten / und ihn hinweg reissen wollen vom Bette / er hat aber mit grossem geschrey seine unterthanen ümb hülff geruffen / und als ihm sein Sohn Maximus / auch das Gesinde zu gesprochen / hat es doch nicht helffen wollen / endlich hat er geschrierenAh inducias velusque mane, aber es ist vergebens gewesen / und mit grossen brüllen und geschrey dahin gangen: Fortior est qvi se, qvàm qvi fortissima vincit. Doct. Conr. Dict. pag. 199.


Sit licet in natos facies austera parentum,
Æqva tamen semper mens est & amica voluntus.
[66]
Der Poet Friedrich Weidebrand - hat wegen deß Vngehorsams
Der Poet Friedrich Weidebrand / hat wegen deß Vngehorsams / deß Knabens in Freyberg / seine Straff also in Teutsche Vers gegeben.
Ein Vater schickt sein Sohn von sich /
Was auszurichten embsiglich /
Als der nun steht und geht nicht fort /
Flucht ihm der Vatr; Führt solche Wort /
Steh daß du must dein Lebtag stehn /
Vnd mögst kein Tritt von dannen gehn /
Darauff der Knab alsbald bestund /
Kein Fuß er förders heben kund /
Vnd ob er gleich im stehn war müd /
Kont er doch sitzn odr liegen nit /
So mann ihn trug anders wohin /
Fiel er in Ohnmacht todt dahin /
Do stund er nun so lang und viel /
Daß auff der Brücken in der Dihl
Man sah die Fusstapfen im Tritt /
Weiln er von dannen mocht kommen nit /
Deß Nachts aber zu seiner Ruh
Richt man ein Stand mit Polstern zu /
Daß er das Haubt und Arm drauff stöhnt /
Vnd so ein wenig schlaffen könt /
Allda hafft er drey gantzer Jahr /
Gar unbeweglich immerdar /
Vnd must stets stehn am selben Ort /
Daß man ihn nicht möcht bringen fort /
[67]
Traurig / bekümmert / bleich / halb tod /
Enthielt sich mit eim stücklein Brod /
Doch durch der Kirchen stetm Gebet /
Endlich Gott Gnad verleihen thet /
Daß er bißweiln ein weng hät Ruh /
Auff ein Bäncklein gemacht darzu.
Also stund er vier andre Jahr /
Vnd wenn er drumb gefraget war /
Warumb er stünd? Was er da mach /
So sprach er; diß ist Gottes Rach /
Vnd g'rechte Straff die ich verdient /
Bin g'west ein ungehorsams Kind /
Fürm Vng'horsam thu ich da seyn /
Vnd leid nun diese schwere Pein.
Das solchs also geschehen sey /
Zeugt in Meissen / Freyberg frey /
Vnd kan noch zeigen in der Dihl
Die Fußtrit / wers da sehen wil.
Ihr Kinder solt hieraus nun lernen /
Daß ihr eur Eltern halt in Ehren.
Ihr Eltern mit bescheidenheit /
Eur Kinder zieht zu iederzeit /
Denn gleich wie frommer Eltern segn /
Den Kindern bringt viel guts zu wegn /
Also ihr Fluchen und ihr Scheltn /
Böß Kinder müssen offt entgeltn.

Zweene von Adel entführen einem vornehmen Herren seine Tochter / leben beiserseits ihres willens [68] mit ihr; Der Vater Klagt dem Stadhalter die gewalthätige entführung / der läst solche gefänglich einnehmen /die müssen darumb spielen / solcher massen daß der eine sie ausstatten solt / nach Stands gebür / der andere freyen / und auff wem die Ausstattung käme /müste den Kopff lassen / ob es nun wohl schwer hergieng / so muste doch diß Vrtheil exeqviret werden. Schauplatz pag. 24.

Das 6. Capitel

Von der Calvinisten Tauff - Calvini Irrthumb
Von der Calvinisten Tauff / Calvini Irrthumb.

Johannes Calvinus sagte auff eine Zeit zu Genff als er in der Kirchen war / und ihm angezeigt ward / daß ein Kind verhanden wäre zu tauffen / und das Kind sehr schwach wär / lasset es / sprach er / liegen biß morgen; Zu gewöhnlicher Stund morgens bringt es wieder in die Kirchen / als denn sol es getaufft werden / stürbe es aber und wäre zur Seligkeit versehen / so könt es ihm nicht schaden. Hieraus zu sehen / daß sie den Bund der H. Tauff / so Gott mit uns gemacht / und uns zu seinen Kindern annimbt / verwerffen; Sonsten gebrauchen sie auch bey der H. Tauff den Exorcismum nicht: Sermo character animi. Polycarpus Lyserius de Calv.

Vom Gesang
Vom Gesang:
Non vox, sed votum; non chordula musica, sed cor;
Non clamans sed amans cantat in aure DEI.
[71]
Ehrenlob der Music aus den Tischreden Lutheri
Ehrenlob der Music aus den Tischreden Lutheri /cap. 68. pag. 520.

Die Musica ist der schönsten und herrlichsten Gaben Gottes eine / nicht ein Menschen Geschenck / und der der Teuffel feind ist. 2. Sie ist der besten Kunst eine /darüber grossen Potentaten und Regenten billich gebühret zu halten / wie dann Hertzog Georg Landgraff zu Hessen / und Hertzog Friederich Churfürst zu Sachsen Sänger und Cantorey hielten / auch zu Lutheri Zeiten / Keyser Ferdinandus und Hertzog zu Bäyrn gethan. 3. Musica ist das beste Labsal einem betrübten Menschen. 4. Sie ist eine halbe Disciplin und Zuchtmeisterin / so die Leute gelinder / sanfftmütiger / sitsamer und vernünfftiger machet. 5. Wer Musicam verachtet / sagt Lutherus / mit dem bin ich nicht zu frieden / denn ich hab solche allezeit lieb gehabt / und wer diese Kunst kan / der ist guter Art / und zu allen geschickt. 6. Singen ist die beste Kunst und Vbung. 7. Sänger sind nicht sorgfältig sondern frölich / schlagen die Sorgen mit singen hinweg / es vertreibet den Teuffel / man vergisset darbey alles Zorns /Vnkeuschheit / Hoffart und andere Laster: Ich gebe nach der Theologia der Musica den nechsten locum und höchste Ehre. hæc. ille.

Johannes Damascenus deß Keysers Scribent hat Anno Christi 725. die ersten Musicalischen Noten und deren Regeln erfunden / und die Gesänger in die Melodeyen [72] gefasset; multa semina virtutis insunt iis, qvi delectantur arte musica.

Anno Christi 1028. hat Guido Aretinus / die Musicalischen Instrument erfunden / die Claves undVoces Musicales oder die Scalam ausgedacht: UT, RE, MI, FA, SOL, LA. Vnd hat solche von dem alten Hymno der auff deß Teuffers S. Johannis tag gesetzet worden / hergenommen; so von Herrn Urbano Regie, verbessert worden.


UT qveant laxis RE sonare fibris
MI ni gestorum FA muli tuorum
SOL ve polluti LA bii reatum,

O Pater alme. Suide & Cedrenus.


Etliche wollen daß in der Insel Creta die Kunst deß Gesangs und anderer Instrumenten solle erfunden worden seyn. Johann Friederich zu Solm in seiner Meerfahrt Anno Christi 1483.

Der Engellender Dunstaphus / hat die Stimmen fein eingerichtet / nach dem Discant, Alt, Tenor, Bass und solche zur perfection gebracht / welche dann itziger Zeit Anno Christi 1645. so hoch hinan gestiegen / daß das vorige singen im Figural gegen das itzige der Kunst nach vor Kinderwerck zu achten ist. Musi ca noster amor. Sigebertus in Chron. fol. 123. Doctor Conr. Diet in Gesangpr. pag. 252.


Musicus arte viget, sed Cantor voce probatur,
Et si qvis utrunque sciat Genio donante beatus.

[73] Ein Pfarrer in der Schlesien hatte 5. Töchter / so alle die Musicam gelernet hätten / mit welchen er hernach seine freud gehabt / und mit ihnen einen qvinque und Sex singen können. Wolffgang Silberschlag in c.n.


Vinum & Musica lætificant cor hominis & super utraqve dilectio Sapientiæ.


Es fragte einsmals ein Idiot einen Philosophum was es denn wäre / daß die gelehrten immer singen thäten: UT, RE, MI, FA, SOL, LA. Dem gab er hierauff zur antwort: UT RElevant MIseros FAciant SOLamina LAssis.


Das ist:


Das sie Traurige trösten und Betrübte erfreuen.

Post nubila jubila; post aspera prospera.


Die Türcken haben seltzame Art in ihrer Instru mental Music, als Paucken mit rothen Tuch überzogen; Messinge Platten; Siebdeckel mit Pergame überzogen; Höltzerne klöppel. Sal. Schweiggert. D. Conr. Diet. pag. 252.


Aus freyen Künsten iederzeit
Entstanden seyn berühmte Leut.

Manlius setzt in seinen collectaneis wenn jener Meßpriester die hor. canonicas lesen wolte / sang er die 24. Buchstaben deß Alphabets daher / und als er gefragt wurde / warumb er es thäte / sagte er; Er verstünde die Lateinische Sprache nicht / weiln [74] aber die Lateinische Sprach aus dem Alphabet herrührete / so möchte ihm Gott selbst ein Gebet darauß machen / so gut als er wolte. Strigen.


Damit dein Gsang sich hoch erschwing
Lieblich biß in den Himmel kling /
So geb es nur von reinem Hertz /
Sey kurtz und gscheh ohn allen Schertz.

Eine Kloster Jungfer im Niederland sang die Lateinischen Gesänger getrost daher / welche sie doch nicht verstunde / sondern auff Frag sagte sie / ey wenn ich es gleich nicht verstehe / so verstehets doch Gott /der alle Sprachen erschaffen hat: Heilig offt wolln die Leute seyn / und führn doch nur ein lautern schein.Strigen. conc. 6.


Simplicissima fides optima fides.


Es wurd von einem Bäpstischen auff eine Zeit ein alter Bergkman gefragt / was er glaubete / da sprach er: eben was ihr glaubt. Denn singt ihr nicht auch zu Weinachten: Wer uns das Kindlein nicht gebohrn: Zu Ostern; Wer er nicht erstanden: Zu Pfingsten;Du werthes Licht gib uns deinen Schein / etc. Vnd das ist auch mein Glauben und Bekäntnüß. Strigenitius conc. 1.


Mors servat legem, tollit cum paupere regem.


König Christian in Dennemarck / ließ auff seinem Todbette den Hoffprediger und seine bediente / ihm[75] ein Grablied vorsingen / ich wil singen sagte er; daß man hernach sagen soll / der König in Dennemarck hat ihm selbst zu Grabe gesungen; und da heists: dieMusic unser Freud sol seyn / zur erleichtrung uns'r Sorg und Pein: Herr Doctor David Rungius hochberühmter Theologus der sung in seiner letzten stund /Laus & perennis gloriæ und schlieff darüber ein.Strig.

Herr Sigißmund von Rechenberg schlieff mit diesem Gesang ein: Allein zu dir HERR JESV CHRIST.

Von Glocken
Von Glocken.

Wenn die Glocken klingen / sollen die Schäfflein Christi dencken / ihr Hirt ruffe sie zum beten / oder wolle sie zur grünen Au seines Worts führen. Herbergerus.

Alle Priester sollen wohlklingende Glöckner seyn in der Kirchen und Heiligthumb deß HEeren mit ihrem Klang und Gethön / den Zuhörern vorgehen /daß sie ja nicht schlaffen.


Innumeros nostræ hæ clangant pater alme per annos Campana, & laudi sint faciantque tuæ.


Die ersten Glocken im neuen Testament sind auffkommen von Paulino dem Bischoffen zu Nola in der Landschafft Campaniæ (Campania hat auch daher den Namen / denn in diesem Ort deß Welschlands die besten Glocken sind gegossen worden Strab. lib. 5.)

[76] Anno Christi 420. welcher Bischoff solche hat giessen und in denen Kirchen hin und her auffhengen lassen / damit die benachtbarten dadurch convociret würden: Im alten Testament / hat es nur kleine Glöcklein oder Schellen gegeben: Als an Aaronis Leibrock / Salomonis Hauß / und hat man biß auffs Bischoffs Nolæ Zeit im Neuen Testament gantz kleine Glocken gehabt noch gebrauchet. Bapst Sabianus hat solche hernach nach Rom befördert / und ferner sind sie in alle Länder kommen; Wie beym Polydoro Virgilio zuersehn / daher auch noch biß auff den heutigen Tag die Glocken Nolæ von dem Bischoff Nolano / (welcher zur Zeit Augustini und Hieronymi gelebet) genennet werden. Thomas Garzonius in libro Piazza universale. Trithem.

Anno Christi 615. hat man in Burgund höltzerne Glocken gehabt darauff man geschlagen. Martinius in Lexico ad vocem Campanæ.

Anno Christi 865. sind die Glocken aus Venediger Herrschafft ins Griechenland kommen; Calvisius pagina 559.

Bapst Calixtus hat Anno Christi 1456. solche angeordnet / Mittags zum beten / wider die Türcken zu läuten. Platinæ.

Bapst Johannes der XIII. sol der erste gewesen seyn / so die Glocken hat mit Wasser und Saltz geboten zu weihen und tauffen: Im Jahr Christi 969. ist die erste Glock Johannes getaufft worden / darzu Gefattern erbeten werden / und der Namen der H. Dreyfaltigkeit drüber angeruffen wird / solche Glocken[77] sollen hernach vors Wetter helffen / den Teuffel vertreiben; solches aber ist ein Heydnischer brauch /gantz nichts darvon in Gottes Wort: Calvisius in opere Chronologico. Baronius Bäpstischer Histori cus. Durandus lib. 1. Baptista Mantuanus lib. 4.Fastor. Hadrianus Junius. Naogeorgus. lib. 1.regni Papistici.

Vom Orgelwerck
Vom Orgelwerck.
Pneumaticum opus etiam bonos excitat motius.

Daß man nicht zu viel auff das Orgelwerck wenden sol / und deß Armen darbey vergessen / gibt Lutherus eine feine vermahnung in seiner Kirchenpostill. 1.Adv. 12.

Ich wolte nicht daß du mir eine Kirch oder Thum bauest / oder Glocken giessest / ich wolte nicht daß du mir eine Orgel mit 4. Registern und 10. fach Flötenwerck machest; denn davon kan ich weder essen noch trincken / weder mein Kinder noch Weib versorgen / weder Hauß noch Acker halten / die Augen magstu mir damit weiden / und die Ohren kützeln /was geb ich aber meinen Kindern / wo bleibt meine nohtturfft: O toll toll / darzu Bischoffe und Fürsten /die es wehren solten / sind die fürnemsten in solchen Narren Werck und führet ein blinder den andern / es gemahnet mich solcher Leut eben / wie der jungen Megdlein / die mit Docken spielen / und Knäblein die auff stecken reiten / furwar es seynd rechte Kinder und Dockenspieler und Steckenreiter. Lutherus.

[78] Der berühmte Mann Dunstaphus hat die Orgeln neben der Musica in die Kirchen gebracht / und befördert / wie solches mit mehren Crantzius, Platina, Volaterranus bezeugen; alles zur Zierd deß lieben Gottes Dienstes; Erstlich zwar machete er 15. pfeiffen / und 12. blaßbälge / welche den Wind gaben / wieAcademia Cantelbergiana meldet; so geschehenAnno Christi 607. andere schreiben es sey geschehen Anno Christi 653. unterm Bapst Vituliano: Onuphrius. Zeitb. Nicolai pag. 248. lib. 161. Wilhelmus Perkiesus und Polydorus Virg. lib. 2. & 3. cap. 18.Calvis. exerc. Musical Prætor. in Syntagmate, pag. 115.


Eia DEO nostre laudes offerte pusilli
Et magni: qvoniam simper in axe regit.

Dem Orgelwerck hat hernach besser geholffen ein Teutscher mit Nahmen Bernhardus / so deß Hertzogs zu Venedig Organist ein Zeitlang gewesen ist; der hat solche mit Registern gezieret und gemehret / auch ein Pedal darzu gemacht / dergleichen vorher in Teutschen Landen nicht ist befunden worden / geschehenAnno Christi 1470. D. Conr. Diet. pag. 248.


Non nisi per magnos voluit DEUS esse labores
Ad sua regna viam, nec sidera segnibus offert.

Es sagte einsmals ein Thumpfaff als sein Cardinal Meß hielt / musicirt und die Orgel darein geschlagen wurd / wenn der Gottes Dienst GOtt dem [79] HErren nicht gefallen wil / so wüste ich auch nicht / wie man es ihm machen müste. Strig. pag. 238.

Vom Vhrwerck
Vom Vhrwerck.
De inventione Horologii & aliarum artium perpulchrè scribit subtilis Scaliger, exercit. 307. sect. 5.

Inventa sunt omnia, aut per afflationem, impertitus enim est Deus suorum ministerio nunciorum: Aut emerserunt qvasi conclusiones ex propositis notis. Exempli gratia cum bombardarum tubi sunt primum excogitati; qvia lebetis Chymistici operculum in laqvearia impulsum est, vipulveris qvi ipso in lebete erat igne concepto: Ars cattiterographiæ, ex gemmarum sigillis. Horologia sabuli ex clepsydra. Solaria a pastoribus ex umbris arborum. Horologia rotarum ab aliis machinis. Pictura ab ichnographia; Hæc ab umbris, â qvibus & Optice Architectura à nativis specubus.


Dien Gott dem HErrn und Vaterland /
Dem frembden auch geh zu der Hand /
So wirstu tragen gewis darvon
Vnsterblich Lob zu deinem lohn.

Der Bapst Sabianus hat bald darauff / als die Glocken nach Rom und ins Teutsche Reich befördert wor den / das Vhrwerck erfunden / solche erstlich an die Glocken machen und richten lassen geschehen Anno Christi 650. Onuphrius. Sturmius. pag. 149. Volaterranus.

[80] Wie heut zu Tag an vielen Orten inner und ausser Teutschlandes / das Vhrwerck künstlich und herrlich gezieret erfunden wird / also daß auch an etlichen Orten / durch die gewichte / Psalmen bey denen Stunden schlag / von der Vhr moduliret werden / das wissen und erfahren verständige Leut / so in diese und jene Städte ihre Räysen und Handthierungen führen: Als Dantzig / Straßburg / und an vielen andern Orten / und ist solches eine schöne Zierd. Autor.

Das 7. Capitel

Vom Glauben
[84] Vom Glauben.
Sint unum, doceant unum, fateantur & unum,
Unum qvi à Christo nomine nomen habet.

Glaube der Christen hat die Krafft Sünde zu zudecken / Missethat zu überwinden / aus einem Gottlosen Menschen einen frommen zu machen. Vnd ist Glauben viel kräfftiger / als Sündigen / es muß ein grosser Glaub im Schecher gewesen seyn / daß er den für seinen Gott und HErren hält / der mit ihm als ein übelthäter am Creutze stirbt. Ambros. serm 45. Origenes.

Ein Weib spricht auff eine Zeit zu Herrn Doctor Luthern / sie könte nimmermehr glauben / Betet mir euern Kinderglauben her / sagte er; Das thete sie mit grosser Andacht / als sie nun ausgebetet hätte / sagteD. Luther / glaubt ihr diß / Ja; sagte das Weib: so glaubt ihr noch stärcker als ich / sagte D. Luther /denn ich auch meine Anfechtung empfinde / darauff danckte die Frau Gott und gehet mit Freuden von ihm hinweg. Mathesius.


Trau Gott / bet und wart mit Gedult
Deinß treuen Gottes Hülff und Huld /
Der kan und wil dich lassen nicht /
Ob gleich dein Hertz nein darzu spricht.

Magister Anthonius Musa / klagte Herren Doctori Luthern treulich / er könte selbst nicht glauben was er [85] andern Leuten predige; Gott sey lob / sagte Lutherus daß andern Leuten auch so gehet / ich meinete ich wäre allein; Dieses Trosts konte Herr Musa darnach sein lebenlang nicht vergessen. Mathesius.


Wenn wir hättn all einen Glauben /
Gott und gemeinen Nutz vor Augen /
Ein Maß / ein El / ein Gwicht und Geld /
So stünd es wol in aller Welt.

Man lieset in S. Augustino von einem Medico der die Aufferstehung der todten nicht gläuben können /dem kompt einsmals in der Nacht im Schlaff ein Jüngling für / fragt ihn freundlich; ob er ihn auch kenne / der schlaffende Medicus spricht / wie sol ich dich kennen / der ich dich doch dein lebelang nicht gesehen habe / noch deine Stimme gehöret / aber ietzt sehe und höre ich dich wohl / daß wenn du mir weiter fürkömst / wolt ich dich wol kennen; da hat der Jüngling gesagt / wie kanstu mich sehen oder hören / so du doch schläffest / und deine Augen und Ohren zugethan und verschlossen sind; Drumb glaube und lerne forthin / daß auch andere Geistliche Augen sind / damit die so an Christum glauben / ihn sehen / wenn schon durch den leiblichen Tod ihre Augen verschlossen sind.


Crede DEO, sufferque malum patienter, & ora.


Die Aphricanische Kirch / hätte diesen gebrauch an sich / wenn man den Glauben sang und auff diese[86] Wort kam / das Fleisch sol uns wieder leben / muste ein ieder seine Hand auffheben / und auff seinen Leib mit fingern zeigen / zum Zeugnüß / er gläube / daß eben das Fleisch so er ietzt an dem Hals trage / werde wieder von den todten am Jüngstentag zum ewigen Leben aufferwecket werden. Strig.

Ein ieder Mensch sol mit höchster Andacht die Knie deß Hertzens beugen wenn diese Wort: Gott ist Mensch worden: gered oder gesungen werden.


Dum canerent qvondam verba hæc: DEUS EST HOMO FACTUS,
Rusticus est visus non aperire caput.
Ut genus hoc hominum rigidum qvod degit in agro,
Incultisque ferè moribus esse solet.
Astitit huic Sathanas, colaphumque inflixit & inqvit:
Pessimus es nebulo nec reputandus Homo.
FACTUS HOMO DEUS est; nec eum dignaris honore.
Qvi sumus infernis turba dicata locis,
Qvotidiè grates ageremus pectore toto,
Et proni in duram procideremus humum.
Wer bauen wil gegen der Gaßn /
Der muß Männiglich reden lassen.

Zu Doctor Luthers Zeiten kam ein fürnehmer Doctor aus Franckreich gen Wittenberg / der sagte öffentlich / daß sein HErr für warhafftig wer berichtet worden / es wäre bey der Lutherischen Religion kein [87] Obrigkeit / kein Glauben kein Ehestand / es gieng alles untereinander / wie das thumme Vieh. Verleumbd und Lüg ohn alle scheu / alzeit ja etwas hafft dabey. Strigen.

Ein Schultheis in Westphalen wolte durchaus die Aufferstehung der todten nicht gläuben / endlich auff viel zureden sagte er / er wolte es dem Herrn Pfarrer. zu gefallen glauben Strig.

Philippus Arabs sol unter dem Römischen Keysern der erste gewesen seyn / so Christlichen Glauben angenommen Anno Christi 252. Fide DEO. diffide tibi, nam fidere mundo mortis opus. Chr. Carion.


Wer / was / zu wem / warumb / wie / wann /
Du redst, fleißig solt achtung han.

Doctor Luther wurd einsten gefragt / ob auch nach der Aufferstehung in der andern Welt würden unvernünfftige Thierlein seyn / Ja; sagte er; der neue Himmel wird nicht öd seyn / sondern voller schöner Creaturen / ein iedes Hündlein wird ein güldenes Halsband haben / von Edelgesteinen / und an einem ieden Härlein ein Perlein; Als er ferner gefraget wurd / ob wir auch einander kennen würden / sagte er / Ja; Maria Magdalena / kante den HErren Christum an seiner Rede / da er wider aus dem Grabe kam; die Jünger kenneten den verklärten Moysem und Eliam; die Leute zu Jerusalem kanten die Heiligen / so mit Christo aus dem Grabe gegangen waren / ich vermein auch / spricht Doctor Luther / weiln der reiche [88] Man Abraham und Lazarum gesehen / die Gottlosen werden mit ihren schaden der frommen Freud und wonne sehen / welche sie alhie geplaget haben. Mathe.

Das 8. Capitel

Das VIII. Capitel.
Von grosser Treu und Lieb der Menschen und Thier; auch von der Vntreu: Item von der Barmhertzigkeit und Vnbarmhertzigkeit / Betrug und Falschheit.

Qvatuor abscondi non possunt
1. amor. 2. tussis. 3. ignis. 4. dolor.

Als ein Spartanischer Oberster ein vornehmes Indianisches Weib gefangen bekommen / dringet sich ihr Mann zum Obersten / sagte zu den Dienern die ihn einlassen solten / er wolte solche mit Geld lössen /aber er erscheusset den Obersten / waget mit dem Weib Leib und Leben in die schantz. Zaderus pag. 127.

Ein Löw solte auff eine Zeit einen Leibeigenen Knecht so das leben verwircket hätte / zerreisen /weiln ihm aber dieser Knecht vorher einen Dornstachel aus dem Fuß gezogen hatte / hat er ihm nichts thun wollen. Schaup. pag. 6.

[89] Ein Kauffman gibt auff eine Zeit einen armen Soldaten auff bitten ein Almosen / in einer frembden Stadt / und als er wieder nach Hauß reiset / muß er durch einen Wald / da wird er von drey Räubern angefallen / die nehmen ihm alles was er hat / und be rathschlagen sich / ob sie ihm das leben auch nehmen sollen / da ist unter den Raubern dieser gesell auch mit begriffen / der vor diesen das Almosen genossen /der spricht / sie wollen ihn an einen Baum binden /und eilends sich von dannen machen / ihre händ in seinem Blut nicht waschen; thun es also und gehen darvon; der aber vor diesem das Almosen genossen /sagt zu ihm ins Ohr / Abends will ich kommen dich loß machen; als sie nun hinweg sind / der Mensch also angebunden seyn muß / und die Nacht erbey kommet / hörete der arme Mensch ein groß geheul von Wölffen / fürchte sich und betete ernstlich; Endlich reucht er einen angefeuerten Lunden / welchen der Räuber zur abscheu der Wölff zu sich genommen hatte / der kömmet und macht ihn der Banden ledig /und erzehlt ihm wie er der wäre / so vor dessen seine Lieb und Treu im Almosen geben erkant hätte / und ihm solches hiermit wieder wolt geniessen lassen. Schaupl. pagina 8.

Ein vornehmer Orator Speriolus hatte seine Aspasiam so lieb / daß er kein mahl aus dem Hauße gieng /er nam zu erst abschied von ihr. Deß Cyri Ehegemahlin die Cassandane hat ihren König Lieb wegen [90] eine lange Zeit nach ihrem tod betrauert. Zaderus pag. 39. 126.

Antonia Priscilla Aqvilæ deß Juden Weib / folgete willig ihrem Manne nach ins Elend / als sie Keyser Claudius versties / hat auch hernach zu Corintho den H. Apostel Paulum zur Herberge auffgenommen. Act. 18. Zaderus.


Vor bösen Leuten dich bewahr /
Das du nicht kompst in Ehrn gefahr.

Keyser Heinrich deß ersten Tochter / verliebte sich mit Graff Albrechten von Aldenburg / welcher sie heimlich darvon führte nach Frauenberg / der Keyser wolts Schloß belägern / aber aus grosser vorbitt der Tochter erlanget ihr Herr Gnad. Schaupl.

Der König in Portugal überfält die Moren daß sie außreissen müssen; Vnter denselben riß mit aus / ein vornehmer Hauptman / in der flucht sihet er / daß sein Weib gefangen wird / welche auch auff ihn zuschreit /bittent / daß er sie seiner vorigen zusag nach erretten wolte / wohl / sagte der Mann / der Tag ist noch nicht vorbey: Das Weib aber / wolte diesen Worten nicht glauben geben / nam nach ihrer Lands Art ein Hand voll staub / wurffs in die Lufft / und sagte / niemand würde er künfftig finden / der ihn so liebē würd / wie sie gethan; Er aber bringt eilends in die 70. Pferd zusammen / ermahnet die seinen beweglich hertzhafft zu seyn / setzet auff seinen Feind an / welcher gleich den Raub außtheilete und erscheust mit eigner [91] Hand den Portugesischen Feldmarschall / erledigt sein Weib mit grosser Ehr: Vnd als ihr Mann anderweit hernach in einer Ocassion erschossen wurde / hat sie ihm ein herrliches Grabmal auffgerichtet / in 9. tagen weder Speiß noch Tranck zu sich genommen / biß sie gestorben / und ihren Leuten befohlen / neben ihren Herren solche zu begraben. Zu ersehen daß die lieb noch hefftiger sey bey einem Weibsbild weder bey einen Mann / gibt diese Histori zu erkennen. Qvod tibi vis fieri, hoc idem fac alteri. Schauplatz pagina. 240.

In Franckreich wolte man bey der Verfolgung der Valdenser einen Mann hencken / da trat der Sohn hin / ließ sich vor den Vater hengen / und das that deß Hertzogs von Venedig Sohn / der Cardinal Grimani auch / erbot sich vor seinem Vater in die Custodi zu gehen. Schauplatz pag. 116.


Amor amore venditur.


Frau Bertha / so eines Hertzogen in Kernten Tochter und Keyser Heinrich deß sechsten gefreunde war /hätte ihren Herrn und Gemahl Heinrichen Herren von Plauen / Herren zu Weida / Gera und Gräitz (weiln sie vier Söhne von ihm erzeuget) so hertzlich lieb /daß sie von ihren Herrn Reusen begehrte er wolte doch zur Ehrerbietung ihres Herren Vetters deß Keysers / seiner selbsten; auch ihrer lieben vier Herren Söhne zum ewigen gedächtnüß bestetigen / daß biß zum Ende der Welt / alle Herren Reusen [92] keinen andern Namen führen möchten / als Heinrich / so ihr auch zugesaget und verwilliget worden. Anno Christi 1194. und weiln einer dieser Herren vor Jahren die Stadhalterey in Großfürstenthumb Reusen verwaltet /ist dieser Nam also biß auff den heutigen Tag verblieben / daß sie Herrn Reussen genennet werden / da sie zuvor her von denen alten Keysern / zu deß H. Römischen Reichs Advocaten in Teutschland / als Prætores und Verwaltene desselben sind gebrauchet worden; Zur Zeit als die Keyser noch in Welschland geregieret haben. Chronologia Reusneri.


Qvod tibi non optas fieri, nec forte tuisque
Hoc etiam invitis aliis ne feceris ipse.

Als dem Isaac Commena Constantinopolitanischen Keyser gerathen worden / wegen seiner Kranckheit /sich mit einem jungen Mägdlein zu erlustiren / so würd er gesund werden / hat er darauff gesagt; Ich hab meiner Gemahlin Treu und Ehr versprochen / darüber will ich auch halten. Zad. pag. 129.

Cornelius der Edle Römer hat derwegen den Namen Scipionis überkommen / dieweiln er seinen alten Vater stets geführet / und gleichsam sein Stab und Stecken gewesen ist. Schauplatz. pag. 276.


Nobilissima uxoris virtus est virum nullo modo ad iracundiam aut indignationem movere.


Sulpitia die Edle Römerin zog Mannes Kleider an /und reisete also mit ihrem Herrn ins Elend fort.

[93] Thanysia das fromme Adeliche Weib zu Rom / als ihr Mann den Julium Cæsarem hätte erstechen helffen / und nun in der Stad eyferig gesuchet ward / hat sie ihn in eine kisten versperret und aus dem Hauß anders wohin tragen lassen / auch ihm hernach weiter in sicherheit fortgeholffen. nulla aliæ connexia qværitur inter Sponsum & Sponsam, qvam amare & amari. Zaderus in Ehrenkrantz.

Festa als ihr Mann zum Tod vom Bruder Dionysio gesuchet / aber entgangen war / sprach zu ihme / hätt mir mein Mann Polyxenes gesagt / daß er fortgewolt /ich wolt willig mit ihm ins Elend gezogen seyn / und hätt ich gleich darinnen sterben sollen. uxor bona possessionum optima est. Zaderus.

Mann findet offt treues Gesind / so viel bey ihren Herren ausstehet. Es wurd auff eine Zeit ein Spanischer Herr bey seinem Könige verleumbdet / daß er wegen grosser Vngnad entweichen muste / und dieses sein abweichen kunden die Verleumbder ihnen zu grossen Nutz machen / in dem sie nach seinen Diensten trachteten; Er hatte aber einen getreuen Knecht /so ziemliches vermögens und sein Hoffmeister war /dieser wuste seines Herrn unschuld / wolt derwegen nicht von seinen Herrn absetzen / setzte all seine Barschafft in dieser Noth dem Herrn vor / verantwortete ihn auch nach aller möglichkeit bey seinem König /biß die Vnschuld an Tag kame / der Verläumder zu schanden wurd / deß Knechts Herr zu höhern Ehren und Diensten kam / und ihm mit Danckbarkeit [94] alle sein vorgeschossenes Geld wieder erstattet wurd. Schauplatz pag. 78.


Das Weib sich freundlich stellen sol /
Dem Mann sein Weiß ablernen wohl /
Kummer und Zagen sie verjagt /
Wenn sie nur freundlich mit ihm spracht.

Es hatt ein Vngarischer König / Carolus / eines Heydnischen Fürsten in der Littau Tochter / die hätte ihren Herren so lieb / daß als ihn einer am Tisch ermorden wolte / sie ihre Händ vorwarff / und ihn also errettet / darüber ihr drey Finger abgehauen wurden /der Bub wurd hernach vom Hoffgesind in Stücken zerhauen. Ein Weib sich so erzeigen sol / daß sie dem Mann gefalle wohl. Zaderus.

Als Selymus der Türckische Keyser wider den Persianer Anno Christi 1514. gestritten / und die Schlacht erhalten / hat er im lager viel Adeliche todte Weiber gefunden / so Harnisch und Helm angehabt /und ritterlich gefochten / die so er lebendig gefangen /hat er unverletzt ihrer Ehren wider sicher fort beleiten lassen. Res. rari exempli. M. Zaderus. pag. 69.


Das Gluck / dem Mond sich recht vergleicht /
Weils zweiffelhafftig umbher streicht /
Vnd bleibt beständig an keinem End /
Ist rund nimbt ab und zu behend.

[95] Hertzog Heinrichs von Mechelburg Gemahlin /hielt alle Treu ihren Herren / denn als er in der Türckey zu Alkair 27. Jahr gefangen war / und zu unterschiedenen mahlen ihrer Zween kamen / so sich vor ihren Herren ausgaben / wunderbarliche erledigung rühmeten / und die Hertzogin Anastasiam sambt den Land begehreten / wolte sie doch keinen für ihren Herren annehmen; aber als der rechte Herr heim kam /ward er also bald von seiner Gemahlin erkennt und angenommen / wurden auch die zween falschen Herzogen gegriffen / einer ersäufft und der andere verbrent. Zaderus.

Solche Treu lies auch scheinen Valeria Messalina /nach ihres Herrn tod sagte: er lebete noch bey ihr.Hornius. pag. 8.


Verum ornamentum matronarum pudicitiam esse

non vestes, ait Pythagoras.


Als Keyser Carl V. Anno Christi 1537. Schiffbruch erlitten / wurd eines Nürnbergischen Kriegsman Weib von Aphricanern gefangen / die hielte sich bey ihrer heidnischen Frauen Dienst sehr wohl / wird endlich reich beschenckt / vom Kauffman los und nach Hauß gelassen: Als sie heim kompt / findet sie ihren Mann noch am leben / so wieder geheirathet hätte; Er nimbt sie aber mit freuden wieder an und auff / thut die andere von sich / welche doch etliche Jahr ausgewesen war. Zaderus. pag. 71.


[96] Melius est ducere uxorem bene educatam, sine date, qvàm cum multa pecunia malam.


Als die Spartaner / etliche Lacedemonier gefangen hielten / baten ihre Weiber / die Wächter zu ihren Männern zu lassen / so auch geschach / da namen sie ihren Männern die Haar vom Angesicht hinweg / legten ihnen ihre Kleider an / und brachten sie also mit verdecktem Angesicht kläglich thuend hindurch / hernach wurden die Weiber auch wieder ledig. Pudor in muliere est arx pulchritudinis. Zaderus.

Als Ferdinandus / Graff zu Castell / vom Spanier gefangen gehalten wurd / thate dieses gleichfals auch seine Gemahlin / verschläirte ihren Herren / wechselte die Kleider / und brachte ihn also aus der Gefängnüß /das lobete der Konig in Spanien höchlich an ihr / und ließ sie auch loß. Qvæ dos matronie est optima? vita pudica. Zaderus.

Clara / eine Engeländerin / wird ihrer Treu wegen /auch gerühmet / als ihr Herr gantzer zehen Jahr siech darnieder gelegen / und iederman sagte / seine Kranckheit wäre die Frantzosen / hat sie doch seiner treulich gewartet / Kinder mit ihm gezeuget / nach seinen tod hertzlich betrauert / und ihr die Kranckheit nichts geschadet. Zaderus.

Argia / eine Königin aus Griechenland / als ihr Herr im streit war ümbkommen / gieng sie die Nacht mit grosser gefahr ins Läger / sucht ihren Herrn unter den erschlagenen / beklagte ihn und kam sicher wieder in die Stadt. Zaderus.


[97] Regieren freundlich und mit willn /
Thut gar viel Haß und Hader stilln /
Wer mit dem Kopff wil oben aus /
Der thut viel schadn / richt wenig aus.

Ein Richter zu Athen / so offt er einen Armen Sünder das leben abgesprochen / hat er drüber bitterlich geweinet / und als er dessen zu Red gesetzt worden /hat er gesagt; Er könne nicht vorüber / das unrechte nach den Gesetzen zu straffen / weiln er aber auch gleichwol ein Mensch wäre / und Fleisch und Blut hätt / könte er es nicht lassen / er müste ein mitleiden haben. durum patientia frango. M. Rothius.

Es war auch ein solcher Richter zu Freyberg in Meissen / wenn er einen Stab über einen Armen Sünder brechen solte / giengen ihm die Augen über / und da er derwegen befragt würd / sprach er: In solchen Sachen sey ihm sehr bang / weiln es Leib und Leben anträff / daher er immer gedächte / er möchte der Sachen zu viel thun: M. Salomon Roth.


Inutilia in rebus domesticis.


1. Gallinæ sine ovis. 2. Porca sine sucèulis. 3.Vacca sine lacte. 4. Filia qvæ noctu extra domum divagatur. 5. Filius lusor. 6. Uxor furtim bona viri absumens. 7. Fæmula prægnans, und Beutel ohne Geld.


Denn eine Jungfrau ohne Tugend /
Ein Pferd ohne Jugend /
[98] Ein Beutel ohne Geld /
Sind nichts nütz in der Welt.

Mann lieset von Keyser Sigismundo / daß als sein Pferd einsmals im Wasser stallete / spricht der Reuter zu einem andern / das Pferd ist wie sein Herr / es netzet da es vorhin naß ist. Der Keyser hört es / fragt ihn wie er es meine; Er sagt / ihre Majestät thäten gemeiniglich denen schencken und gutes thun / die vorhin viel hätten. Der Keyser schweig; ließ andern Tags ihm zwo Büchsen vorsetzen / eine so schwer als die andere; In der einen war Gold / in der andern Pley / da solte er erläubnüß haben / ihm eine zu erwehlen / und zu nehmen / er thut es / und bekömpt die mit dem Pley / da ward ein groß gelächter / der arme kropf schemete sich / da sprach der Keyser / da sihestu daß es nicht am Gemüth gelegen ist / sondern am Glück /und schencket ihm die andere Büchs vollend mit dem Gold; Daß es heissen mag / wie Prediger Salomon sagt am 9. cap. II. v. zur nahrung hilfft nicht geschickt feyn / zum reichthumb hilfft nicht klug seyn /daß einer angenehm sey / hilfft nicht daß er ein Ding wol könne / sondern alles liegt an Zeit und Glück.Anno Christi 1437. Theobald.


Das Glück dermassen seltzam ist /
Das keiner lebt / dem nichts gebrist /
Itzt hebts ein auff / bald wirffts ihn niedr /
Itzt Fried / bald Krieg / sich find hinwiedr.

[99] Joseph sol 3. Tag und 3. Nacht / von seinen unbarmhertzigen Brüdern / in der gruben ungessen und ungetruncken seyn gehalten worden; Zabulon hat ihn bewacht / weiln die ander gehütet; als sie von den Ismaeliten das Geld bekommen / haben sie ihnen sämptlichen Schuh darvor gekaufft; Der Rock / welchen sie zu seinen Vater geschickt / haben sie ihm ausgezogen / und eines Egyptischen Knechts altes Kleid angeleget. Josephus.


Nec socius socio, nec fidus suscipienti
Hospes erit proprio, nec fratri frater ut ante.

Mithridates überzeucht seinen Vetter Ariarathe mit Krieg / wie es zum treffen kommen sol / wil er erstlich guter meinung mit ihm reden / aber er ersticht solchen heimlich / setzt seinen Sohn ins Regiment 3 welches er aber nicht lang besaß / denn das Glück der Menschen / das Geld vergehet / keins hält den Stich /auch keins besteht / Selig ist der im HERREN Christ gar wohl und recht gegangen ist. Juslinus. lib. 37.

In der Laußnitz wolt ein Vater seinen Kindern zu lang leben / hätten die Pfenning gern gehabt / den erschlagen sie. Lindenberger.


Perfer perpetiendæ, parit patientia palmam.


Die alten haben die Barmhertzigkeit gemahlet / das Hertz von Blut trieffend; stets rinnende Augen; hierdurch des Herren JESV Blurrinnende Wunden und Heilige Seiten zu erinnern; Denn wer [100] Barmhertzig ist / der leihet Gott auff Wucher Es. 58. cap. Laß deinen Brunnen heraus fliessen. Sir. 4. Brich den hungrigen dein Brot. Prov. 5. Laß den Armen nicht Noth leiden. Luc. II. Daher gehört deß Pelteans Brusthacken /beym Plinio.


Ein wohlgezogen Weib mit Gabn /
Kein bessern Schatz der Mann kan haben.

Frau Maria / Hertzog Christoffels Gemahlin zu Würtenberg / hat der armen Leut sich ieder zeit hertzlich angenommen / aus der Fürstlichen Apotecken sie mit Artzney versorget / viel Allmosen geben / auch krancke Kinder ihr vortragen lassen / denselben mit Rath und That bey gesprungen / ist Anno Christi 1589. selig entschlaffen: Dum homines sumus, humanitatem colamus. M. Greislavius.

Gleichfals so treu / mildreich und gnädig / ist gewesen gegen das liebe Armuttz / mit Hülff / That und Rath / Artzneyen und Allmosen geben / die Hoch wohl gebohrne Gnädige Gräfin und Frau / Frau Catharina / gebohrne Wild und Rheingräfin / Frau zu Schönburg / Glaucha und Waldenburg etc. Dieser Zeit auffm Hochherrlichen Stamm-Hauß Hattenstein /bey den lieben ihrigen zubefinden; Welche / wie heut zu Tag vielen Frommen bewust ist / eine freye Officin und Apotecken hält / aus derselbigen ihren armen Vnterthanen / wie auch Frembden / und die ihre Hülff und Rath begehren / reichlichen mittheilet: [101] Der viel gütige Gott / stärcke und erhalte diese Gottselige Gräfin / und liebste Lands-Mutter / und lasse sie erlebenEnos Tage / ohne Klage; ohne Plage; ô siat!

Sie ist selig im HErren verschieden den 9. JanuariiAnno Christi 1654. Gott lasse sie sanfft ruhen / und schencke uns allen auch eine selige vernünfftige Sterb-Stund / umb Jesus willen Amen. Author.

Eine solche wohlthätige Frau / war auch vorzeiten Dorothea gebohrne Gräfin von Solms / welche 48. Jahr nach ihres seligen Herrens Abschied in Wittwenstand verblieben; ihr Sterbgereth ihr zeitlich zusamm geleget / so da ist gewesen / ein roth Seidener gestickter Rock / zur erinnerung deß Rosin farben Bluts JESV Christi / auff denselben haben ihr Gnaden /einen Zettel eigener. Hand gehefftet und geschrieben:


In Roth wil ich mich kleiden /
Von dieser wolgemachten Welt abscheiden /
Zu meinem lieben Gott in freuden.

Vnd dieses Kleid / hat sie begehrt nach ihren seligen Tod und Absterben ihr an zu ziehen. M. Mencelius.

Vrsula eine gebohrne von Neuhauß / deren von einem Bürger kurtz vor ihrem Ende ein Stück weise Leinwand verehret wurde / sprach: Diese will ich zuschneiden / und mir meinen Sterbkittel daraus machen. M. Greislavius.


[102] Hæc contra cursum natura sunt:

1. Antiqvus Iudæus sine divitiis.
2. Puella adolescens sine amore.
3. Nundinæ sine furibus.
4. Antiqvum horreum sine muribus.
5. Antiqva vestis pellicea sine pediculis.
6. Antiqvus caper sine barba.
7. Antiqva monialis sine religione. Bebelius.

Ludovicus / ein König aus Franckreich lösete einsten aus der Saracenen Gewalt 300. gefangene / (wie dann kurtz vor Jahren auch gethan König Carl Stuard von Engelland) ließ iedem ein Aug ausstechen / und ihnen hernach ein eigen Hauß bauen / darinnen er sie erhielt / biß an ihr End. Regentenb. p. 335.


Das Glück laufft ümb / wie ein Rad /
Bald nimbts was es gegeben hat /
Das Glück davon sein Namen hat /
Daß es nicht bleibt an einer Statt.

Valens / der Arrianische Keyser war unbarmhertzig gegen 80. vertriebenen Priestern / daß er nicht allein ihre demütige Supplication nicht hören wolte; sondern auff dem Meer noch einen nachschickte / und ließ sie verbrennen mir den Schiffen; aber als er bald von Gothen in die Flucht geschlagen ward / must er in einen kleinen Bauers Häußlein wieder verbrennen. Regentb. pag. 8.


[103] Gleich wie das Gold an seinem Klang /
Vnd der Vogel an seim Gesang /
Also der Mensch an seinem Wort /
Erkennet wird an allen Ort.

Von Dam Pflug zu Pölen lieset man / daß er sich aller Treu und Gottseligkeit gegen die armen befliessen hab. Er gab willig 300. fl. zu Mutzschen zum Gottes Acker / und als er einsmals 100. Thaler zum Schwartzenberg bekommen; hat er einen Priester mit 10. Kindern / und einen armen Schulmeister davon gekleidet; und als auffm Reichstag zu Augspurg ein gefangener in einen Tumult eingebracht wurd / so umbs leben kommen solt / macht er denselbigen mit erlegung zehen Thaler ledig / sagte zu ihm: Du bist nun mein / ich habe dich vom Tod errettet / geh aber hin / biß fromm / und sage deinen Tyrolern / daß wir Lutherischen den Glauben nicht nur auff der Zungen haben / sondern mit der That beweisen / und auch gute Werck thun: Aber nicht bloß umb der Werck willen / sondern durch den Glauben / der durch die Liebe thätig ist / gedencken wir die seligkeit zu erlangen: Mit reinen Hertzen fürchte Gott / und halt vor Augen sein Geboth. M. Greislavius.


Gottes Güt und Treu /
Ist alle Morgen neu.

Man lieset in Historien von 3. Graßmädern / so an den lieben Feiertag gemeyhet / deren einer aber vor[104] erst zu Kirchen gangen / und nach verrichten Gottes-Dienst / seinen Partickel so die andern ihm stehen lassen nach gemeyhet hat: Da er denn im graß / ein Stück Gold eines Tellers groß gefunden / welches ihm der Edelmann abgehandelt / und bar dafür geben sechs und funfftzig gülden / drauff diese Verß gepreget gewesen sind.


Manus DEI me compegit,
Et in donum me redegit
Pauperi, qvi non infregit,
Diem festo celebrem. Chr. Georg.
Der Todt hält sein gleiches recht /
Er nimbt den Herren und den Knecht.

König Alphonsus in Spanien reisete einsmals an das Meer / da hätte es einen todten ausgeworffen / er steig ab / machete ein Creutz / ließ die Diener das Grab machen / ihn verhüllen und verscharren / und steckte das Creutz auffs Grab: Keine stärckere Trabanten sind / als getreue und gute Freund.


Qvatuor cupiunt mulieres.


1. Amari à pulchris juvenibus. 2. Pollerre plurimis filiis. 3. Ornari pretiosis vestibus. 4. Dominari in domibus.


Carolus Magnus hielt hefftig über Zucht und Erbarkeit; Als sein Cantzler heimlich die Nacht im Frauen Zimmer war / und deß Keysers Tochter liebte /[105] trug ihn seine liebste deß Nachts durch den Schnee /in sein Zimmer / damit man die Fußtrit nicht mercken solte / der Keyser wurd es innen / ließ andern Tags im Rath der Fürsten diese umbfrag ergehen / ungemeldet wer er sey; Was ein solcher verdienet hät / da gefiel die Antwort / von allen / daß er sie ehelichen solte /damit Zucht und Erbarkeit am Hof erhalten würd. Regentenb. pag. 112.

Als der Littauer Großfürst / die Bäpstische Religion annahm / theilete er allen seinen unterthanen Röcke aus / sie damit zu bewegen daß sie die Religion auch annehmen solten. Dlugloßius. Zeitb. im 21.pag. 695.


Gratitudo non solum virtus est maxima, sed etiam mater virtutum omnium reliqvarum.


Als Agrippa auff befehl deß Keysers Tiberii / in der grösten Hitz ins gefängnüß geführet wurde /bekam ihn ein Knecht mit Wasser / den bat er / daß er ihm einen trunck gebe / das that er: werd ich wieder loß / sprach er / so wil ich deiner nicht vergessen; das that er hernach / machte ihn frey beym Keyser Caio /und setzt ihn zu einen Verwalter aller seiner Gütter; aber / Qvalia nunc hominum producit corporallus? Josephus.


Qvatuor occident hominem ante tempus.

1. Uxor formosa. 2. Tristis familia. 3. Immoderatibus ac potus. 4. Aer corruptus. Bebel.

[106] Die Meerräuber führeten auff eine Zeit einem Bauren sein Weib hinweg / da sprang der Mann ins Meer / und schwam den Schiff nach / bat sie wolten ihn doch auch mit nehmen / da sie nun vor den Obersten vorgesteller wurden / hat sie wieder ledig gelassen. M. Julius.

Als Anno Christi 1126. ein grosser Hunger in Flandern einfiel / ließ Hertzog Carl daselbst auff einen Tag 7800. Brot ohne Kleider und Geld / unter die armen Leut außtheilen / muste kein Bier gebräuet werden / ließ auch alle Hund im Lande todt schlagen.Münsterus lib. 2. pag. 108


Das Glück ist gläfern / scheint es klar /
Es zerbricht auch bald gantz und gar /
Vnd kompt das Vnglück häuffig dar.

Hertzog Albert der zehende / hätte eines Baders Tochter so hertzlich lieb / daß man gedachte / er würde sie heirathen / ließ sie derwegen sein Herr Vater Ernestus bey Straubing ersäuffen / solches empfand der junge Printz hoch / wurd ihm aber hernach eine freudige Fürstin von Braunschweig beygeleget Hagecius. Zeitbuch im 21. pag. 699.

König Erich in Dennemarck / zeucht in allen gutenAnno Christi 1250. nach Schleßwigk / zu seinem Bruder Abel / der wird von ihm enthäupt / und an einem Stein in die See versenckt / aber er ward bald von Frießländern erschlagen. Münsterus lib. 3. pag. 1193.


[107] Hoffart und Sicherheit /
Bringt den Menschen alles Hertzleid.

Als Anno Christi 1582. Wilhelm / Printz von Vranien meuchlischer Weiß / von seinem Widersacher war geschossen worden / und nun vom Schuß wieder heil ward / hat sich seine Gemahlin Frau Carola Hertzogin von Mompensier so hoch darüber erfreuet /daß sie dritten Tags hernach gestorben. Diarium.


Der beste Schatz auff Erden ist /
Ein treuer Freund zu ieder Frist /
Wenn er Weiß und Wilfertig ist.

Auff eine Zeit / war eine Kindelbetterin zu Rom /welche eine alte Mutter hatt / die solte wegen ihres verbrechens ausgehungert werden / aber die Tochter hat sie mit ihren Brüsten ernehrt / und als es der Rath innen worden / haben sie ihr daß leben geschenckt /sie und ihre Tochter ihr lebelang versorget / ist auch der Ort hernach die Gütigkeit genennet worden. Plinius.


Vexatio dat intellectum.


Der Fuchs ist so verschlagen / wenn er nichts zu essen überkommen kan / streckt er sich auff die Erden / als sey er todt / wann dann die Vögelein herbey fliegen / da erhascher und frist er sie: Also sind auch falsche Menschen: So thut auch das Schlänglein Cevastes, das hat forne Hörnlein als ein Schneck / versteckt [108] sich unterm Sand / läst nur die Hörnlein für gehen / wenn die Vözelein dencken es sey ein Würmlein / wollens auffklauben / da werden sie erhascht und getödtet. Qvod non sum simulo, sed dissimulo qvod ego sum.

Anno christi 1368. nam der Persianer Königreich seinen Anfang / und gab sich der Sophi vor einen Heiligen Propheten aus / ledete in wüsten Einöden. Ortelius. Zeitb. lib. 21.

Anno Christi 372. ließ der Gothen König / ein Weib so uniren an ihrem Manne worden war / an ein Roßschwantz binden / und zu tode schleiffen. Bonfinius. Crantzius.

Jener Haußhalter ward hicht treu / als er solte seine Rechnung ablegen; Sondern es hieß bey ihm dat veniam corvis, vexat censura columbas: Betrog seinen Herren meisterlich / satzte 20. fl. vor Petersilligen / 2. Thaler vor Streufand / 4. Thaler vor Siegelwachs / 18. fl. Botenlohn / und da es zum Schluß kam / gieng Summa von Summa auff: Der hatte nicht gelesen:Omniam rerum vicissitudo. Strig.


Bonam cantilenam sæpius canere licet.


Ein Kriegs Fürst / hatte seinen Ambtman alle Gelder geben / zum Krieg anzuwenden / und solche hernach zuverrechnen; Als nun nach dem Krieg der Fürst meinete Geld übrig zu haben / wolte der Hauptman noch etliche tausend Gülden nauß haben / der Fürst gremete sich hierüber / da es der Häuptman [109] merckte /sprach er / ich wil es ihr Fürstlichen Gn. gar schencken / der Fürst sprach / es möchte dein schad sein /Nein / sagte der Häuptman / ich habe die Rechnung darnach angestelt: Vnd das wird erfahrn ja offt und dick / ie grösser Schelm / ie besser Glück. Strigenitius.


Wo in einem Reich viel Herren sind /
Bey ihnen man Treu gar selten find /
Denn kein Gewalt gemeiniglich /
Ein and'rer duldet neben sich.

Keyser Severus bestraffete die Vntreu am Thurino Verconio begangen / also / daß er ihm ließ im Rauch erstecken / denn er nam Geld / und gab ins Keysers Namen Abschied / der Keyser ließ darbey öffentlich ausruffen: Mit Rauch wird er gestrafft der Rauch verkauffet hat: Denn es darff sich keiner rühmen / daß sein Glück steh auff Blumen / bald kömpt ein Reifflein über Nacht / und nimbt den Blümlein seine Krafft. Chron. Carion.

Ein Bauer hatte einen Sohn zu Krautheim in Thüringen / welcher taub und stumm war der verlohr sich vor Eltern / aber Anno 1541. begibt sichs / daß ein anderer vor diesen Sohn sich angibt / stelt sich an geberden und andern / daß man nicht anders vermeinte /es wäre der rechte Sohn / und weiln der Bauer gutes vermögens / ein Bier gebrauet hätte / [110] solt der Stumme mit der Magd das Bier helffen tragen / als sie nun tragen / und der Zuber schwanckte / spricht der vermeinte Stumme / halt Vrsel / der Tragstab wird brechen /und wird uns der Teuffel beschmeisen / die Magd dacht / wie kompt es / daß der Caspar reden kan / vermeldete solches ihren Herren / der klagt es dem Junckern / der wirfft ihn in die Eissen / da hat er gütlich bekennet / daß er etliche Leut also betrogen habe /ihrer etliche auch getödtet / und es allda auch thun wollen / wurd derwegen mit dem Rad vom leben hingerichtet. Eventus stultorum Magister. Butschkius. pag. 161.


Wer innerlich Krieg anricht /
Der ist für war kein Bürger nicht /
Drumb lieb den Fried und halt ihn fein /
Wilst du ein rechter Haußwirth sein.

Zwene Edelleut werden Partheiisch mit einander /die wollen zum Recht greiffen: Denn ein zornig'r Mensch kein Mensch mehr / sond'rn ein grimmiger Löw und Beer: Der Erste bewirbt sich urnb einen Doctor / der sagt ihm zu / seine Sach zu führen; Der ander kömpt eben zu dem Doctor / der hört die Sach nach aller läng an / entschuldigt sich endlich / er hätte zu viel zu thun / könte ihm nicht dienen / wolt ihm aber einen andern verständigen Doctor zu weisen /Commendirt ihn auch an denselbigen: Vnterwegsfallen dem Edelman allerley Tauben ein / so die [111] Commendation hat; Er erbricht das Briefflein / darinnen stund: Lieber Herr Doctor und Bruder / ich schicke euch hiermit eine feiste Ganß / die wollet ihr wohl berupffen / ich wil der meinen ihrer Federn auch nicht sparen; Als nun der Ebelman / diesen handel vesteht /geht er zu dem andern Edelman / sagte: Was wollen wir uns selbst lang verderben / zeigt ihm den Brieff /und vereinigen sich in der güt / bleiben also gute Freund: Deliberandum est diu, qvod statuendum est semel. Regenten Tafel. pag. 274. vol. nemo adeo ferus est, qvi non mitesccere possit.


Wer sich da nicht wil erbarmen /
Der Dürfftigen und der Armen /
Deß wil sich Gott erbarmen nicht /
Wenn er kompt vors letzt Cammergericht.

Ein armer begehrete auff einem Schiff von den Schiffleuten etwas Brot / da antworteten sie / sie hätten nichts / als lauter Stein / der arme sprach: Ey geb euchs Gott / daß euer Brot zu lauter Steinen werde /und es geschach also. Chron. Sigeberti.

Aristoteles sagte / er gebe aus Erbarmung etwas einen armen Menschen / dieweiln er auch ein Mensch wär / und nicht wegen seiner Boßheit. M. Porta.

Es ist keiner eines bösen Tods gestorben / so das Werck der Barmhertzigkeit verübet hat. Hieron. in epistola ad Nepotian.

[112] Georg Ernst der letzte Fürst zu Henneberg / that vielen Exulanten guts zur Zeit deß Interims, ließ sie wol gar an seine Taffel sitzen und ein ansehliges stück Geld proportionaliter ihnen austheilen. M. Greisl.

Ein Bauer in Thüringen wolt keinem armen nichts geben / lachete sie noch aus: Auff eine Zeit kam einer vor seine Thür / sprach / Hans Spieß; Gib mir eine Gab umb Gottes Willen / Spieß sprach; Gott berathe dich / der Vettler sprach: der Herr hat gesagt / du solst mir rathen. Dem Bauern fält der Spruch ein / ich bin Hungerig gewesen / und du hast mich gespeiset /nimbt das Messer / und wil einen läib Brot auffschneiden / hat aber solches den Tag nicht enden können; Hierauff hat er befohlen / niemand mehr von seinem Hauß leer lassen hinweg zugehen: Is amicus qvi in re dubia adjuvat, ubire opus est.

Eine arme Schwester bitt die reiche umb einen läib Brot / vor sich und ihre Kinder / die reiche versagt ihr solches; spricht / wo ich Brot im Hause hab / so wolt ich daß es zu Steinen würde / welches ihr dann auch widerfahren / ehe die arme Schwester vom Hauß hinweg gekommen. Camerarius in horis succis.

Es lag auff eine Zeit / Vater und Sohn in Flandern wegen einer übelthat gefangen / die solten beyde verurtheilet werden / weiln aber viel Fürbitte geschahe /machte der Rath dieses mittel / welcher den andern würd hinrichten / solt entgegen der andere das leben behalten; der Vater war Alt / der Sohn ein baumstarcker Kerl / da haben sie sich vereinigt / weil der Vater[113] Alt / und ohne das nicht lang mehr zu leben hätte / so solte ihm der Sohn den Kopff abhauen / so auch geschehen: Zum Zeugnüß dieser grausamen That ist auff der Brücken zu Genth / eine Seul auff gerichtet /daran deß starcken Sohns Bild ist / so dem Alten verlebten Vater enthäupt hat / und ist dieser Spruch darzu geschrieben. Amor descendit non ascendit. M. Majus in seiner Pædagogiā.

In der Lombardi wonnete in einer Stadt ein frommer Gastgeber / bey dem lag eine lange Zeit ein frembder Soldat / zehrete im Anfang sein Geld / als er nicht mehr hatte / borgete er die Mahlzeiten / und so viel Mahlzeiten er borgete / machete er mit seinem Dolchen ein Püncklein an die Stubenthür / daß es auch mit des Wirths schuld über ein traff: Als nun der Wirth nimmer borgen wil und kan / verklagt er den Soldaten / der Soldat laugnet die schuld / sagt er habe allezeit bezahlt / der Richter wil haben / der Wirth sol seine schuld beweisen: ja sagt der Wirth / ich hab seine eigenhändige verschreibung drüber / geht heim /hebt die Thür außm Angel / weist sie dem Richter / so viel Mahlzeiten / so viel Stich / welche Zeilen er mit seiner Eisern Federn (auff den Stilet weisend) geschrieben; der Richter nimbt den Stilet / probirt ihn an dem Löchlein / da findet er die Warheit / wie auch an seinem einfältigen Angesicht / muste also der Soldat den Wirth bezahlen. Schauplatz. pag. 38.

Das 9. Capitel

Lob deß H. Ehestandes
Lob deß H. Ehestandes.

Der Ehestand ist Gottes Ordnung / ohne diesen stand / wäre die Welt längst öde worden; waren auch alle Creaturen umbsonst da / wäre keine Ordnung noch Stand in der Welt / drumb Heva eine Mutter aller lebendigen ist genennet worden / auch der HERR Christus aus dem H. Ehestand gebohrn; dieweiln er nun Gottes Ordnung ist / und der allerbeste und heiligste Stand / so sol man sich auch allzeit darein mit Gebet und Gottesfurcht begeben. Doctor Lutherus in Tischreden. pag. 309.

Zu Gräitz im Voigtlande / unter denen Herren Reusen / heirathet Anno Christi 1583. ein Wittber in der Ernd zeit ein Mägdlein 16. Jahr alt / auß dem Dorff Kummeln der säufft sich vor der Copulation toll und voll / verschlefft hernach die Predigt und Copulation /[115] biß ihm darzu ein Schüller auffmundert. Als das Christliche Werck in der Kirch also verrichtet / und wieder ins Hochzeit Hauß kömpt / legt er sich hinter den Ofen / schläffet den Rausch aus / sähet hernach mit den Gästen an zu zancken / wil die Braut gar nicht wissen / biß letzlich von einem Tag zum andern der Zanck mit dem Schwehr sich so weit einreist / daß bey einer Bier Zech der Schwehr den Eydmann ersticht welcher hernach ohne Gesang und Klang auff dem Scheidweg ist begraben worden; Denn castaDEUS mens est, casta vult mente vocari & castas jussit pondus habere preces. M. Zaderies. pag. 61.


Wer Tantzen wil dem ist nicht gnug /
Das er anhab ein roth bar Schuch /
Es wil noch mehr beym Springen seyn /
Zwey gute Füß / zwey starcke Bein.

Hercules kömpt der Lieb wegen / über ein verzaubertes Kleid / da er es anzeucht / wird er Vnsinnig /und verbrennet sich selbst auff einem Holtzstos: Lucretius wird gleichfals von Lieb Vnsinnig / und ersticht sich. Omnia vincit amor: sed nos cedamus amori. Zaderus.

Philippus / Alexandri Vater / König in Macedonien / freyete ihm eine aus geringen Stamm / daß die Leute meineten / es gienge mit Zauberey zu / aber er sagt zu ihr / deine Zucht / Erbarkeit und Frömmigkeit sind die Stück die mich bezäubert haben: Denn der [116] schönste Schmuck und Zierd deß Weibs / ist Schamhafftigkeit ihres Leibs: Vnd das that auch Alexander sein Sohn /der nam Barsinam / eines Landherrn Tochter / nur von wegen ihrer Tugent. Fato junguntur, fato solvuntur amantes. M. Loenus. Cultus muliebris non corpus exornat, sed detegit mentem. Fabig.

König Tygranes bittet Cyrum / als er von ihm /neben seiner Gemahlin gefangen worden / er wolle nur sie loß lassen / vor seine Person wolt er gern leibeigen bleiben / und das hat König Cyrum bewogen /alle beyde loß zu geben M. Zaderus. pag. 126.

Brias ein Griechischer Häuptmann / fängt einem Bürger seine Braut auff / und weiln er ihr Vnehr ansinuet / sticht sie ihm die Augen aus / rettet also ihre Ehr ohn alle Gefahr.


Sic virtus heroica cadit etiam in fœminas.

Das ist eines Weibs Edle Gab /
Wenn sie so ist gerichtet ab /
Daß nie erzürnt werd der Mann /
Gesund sie ihn lang haben kan.

Titus Flaminius hat Catonem den weisen Manderwegen aus dem Rath gestossen / daß er sich immerzu mit seinem eigenen Weib gehertzet / und einsmals solches gethan in beyseyn seiner Tochter. Zad.


Cum bibis è vitro vitrum cinere esse putatur,
Sic eris cinis cum te trahet ultima finis.

[117] Die Jüden haben den gebrauch bey ihrer Ehegab daß Bräutigam und Braut aus einem Glaß trincken müssen / und solches hernach zubrechen.

Ein Hertzog von Schleßwig Gebhart / nam Anno Christi 1432. ein Fürstlich Fräulein von Baden zur Ehe / die gebahr ihm Zwilling / zwey Monat eher dann es Zeit war / dann sie hatte kurtz zuvor einen schweren Fall gethan / und die Aertzte wusten auch ihre Vnschuld / aber ihr Herr setzt von ihr ab; der gemeine man war auch zu viel argwöhnisch / da begab sie sich wieder in ihr Vaterland: Als aber von tag zu tag ihre Vnschuld besser am Tag kam / reuhete es ihren Herrn / wolte sie wieder holen / da starb er unterwegs. M. Zaderus. pag. 214. Mich. Sax. im Mal Schatz.

Dem König Hyero Siracusano ward von vielen vornehmen Leuten vorgeworffen / wie es aus seinem Halß so übel riechen thät; da verwiese er es seinem Gemahl mit ernst / daß sie niemals was gesaget hätte: da sprach sie / sie hät es nie geachtet sondern gedacht / alle Männer thäten also riechen. M. Zaderus.

Bey den alten Römern war solche schamhafftigkeit / daß die Eltern mit ihren Manbarn Kindern / Eydman mit dem Schwehr / Schwieger mit der Schnur nicht gebadet haben: Die Teutschen Weiber sind vor dessen zu keinem unzüchtigen Spiel gangen / solches nur an zu schauen. Magister Zaderus. pag. 106.


[118] Tria nobis maximè fugienda sunt.

1. Medicus indoctus. 2. Cibus his coctus. 3. Peuva mulier.

Die Weiber in der Insel Chio haben ihnen nicht wollen nachsagen lassen / das Hurerey oder Ehebruch unter ihnen solte gemein seyn. Ein Mann Taranto mit Namen / so im Ehestand gelebet / hat sich im 100. Jahr seines Alters wieder verjunget / die Gesalt an Farb und Haar verändert / und hernach noch 50. Jahr gelebet. Si ventri benè, si lateri est, pedibusque suis, nil divitiæ poterunt regales addere majus, im Schauplatz. pag. 380.

Plinius schreibt von dem Catone Censorio / daß er nach dem achzichsten Jahr; und Masinissa der Numidier König / nach 86. Jahrn ein ieder noch einen Sohn gezeuget habe. Schaupl. pag. 225.


Vita sani.

1. Ut vivat sanus semel in anno minuas sangvinem.
2. Semel in mense intres in balneum.
3. Semel in septimana amplectere Veneram.
4. Bis in die comede & bibe.
5. Qvietus & benè de nocte dormi. Bebel.

Ein Herr von Lamberg hatte 40. Jahr im Ehestand gelebet mit seiner Gemahlin / und kein Kind erzeugt /da er 80. Jahr alt war / heirathet er Fräulein Magdalenam / Graff Phæbi von Thurn Tochter / [119] und zeugete hernach mit derselbigen 10. Söhne und 4. Töchter /darüber er 99. Jahr alt worden. Hieron. Megiser. Schauplatz.

Fulgosus schreibt von zweien Zwillingen Brüdern /welche auff einen Tag gebohren / auff einen Tag beyde Bischoffe worden / der eine Medardus zu Moyen / der andere Gildades zu Roan / und auff einen Tag wider verstorben: Von Zwillingen / Leser solt du wissen / das wenn zwey Mägdlein / oder zwey Knäblein sollen gebohren werden; schleust es die natur inUtero zusammen / so aber Zwilling sind / ein Mägdelin oder Büblein / so entscheidet es die Natur / daß ein iedes absonderlich in seinem Häutlein liegt. Schauplatz. 248.


Sols seyn / so seys /
Sols nicht seyn / so bleibs.

Graff Stephan Schlick / war 12. Jahr abwesend von seinem Ehegemahl / da gab sich ein Böhmischer Herr an / sie zu freyen / Nein sprach sie / ich kan in so kurtzer Zeit / meines Herren nicht vergessen. Zad.


Natura interdum producit monstra stupenda.


König Soranes war ein heßlicher grober ungestalter Mensch / wenn er bey seiner Königin beyschlaffen wolt / ließ er ihr schöne Bilder auff Taffeln vorzeigen / daß sie möcht schöne Kinder zeugen. August. dib. 2. Flitn. cap. 26. pag. 294.

[120] Die Finnländer haben den gebrauch / wenn Bräutigam und Braut / einander die Hände geben / so müssen sie mit einem Kieselstein von einem stahl Feuer schlagen / zu bestetigen die Lieb.Olaus lib. 4. cap. 7.

Es waren zwene Könige Danaus und Aegisthus /die hätten einer 50. Söhne / der andere 50. Töchter /die liessen sie zusammen heirathen / wärete die Lieb Treu und Freud nicht lang / so erschlugen die Weiber in einer Nacht alle ihre Männer. M. Sachs.

Plutarchus setzt in vita Solonis dieses / als Solon auff eine Zeit / zum Thalete kam und sahe / daß er kein Weib hätte / und ihn derwegen fragete / schweig Thales der weise Mann gantz stille / er stifftete aber einen Boten an / der solte sagen es wäre zu Athen eines hochweisen frommen Mannes Sohn gestorben /er hätte solchen sehen hinaus tragen / und sein Vater wäre nicht zu Hauß / drumb wäre das Leid desto grösser gewesen; fragte Solon den vermeinten Boten /ob er nicht Solon geheissen; ja sagte der Bot / da weinete und heulete Solon: Das ist die Vrsach / sagt Thales / daß ich nicht heirathen mag. Michael Sax im Güldenen Kleinot.

Lycurgus entgegen der hat ein Gesetz gegeben; welche Persohnen wohl zum Ehestand kommen können / und es nicht thun / die solt man von öffentlicher versamlung abtreiben / und im Winter auff blosen Füssengehen lassen. Thomas Sigfridus in conc. nupt.


[121] Qvi sunt insignes fatui?

1. Fidelis amator puellarum. 2. Probus lusor. 3.misericos miles.

Vor Jahren war zu Ambsterdam eine Wirthin / die hatte 29. Männer nacheinander. Zu Basel war eine /die hätte Eilff Ehemäuner / nach ihrem Tod folgete diß Epitaphium: Diß Weib bracht Eilff Männern gefahr / drumb sie deß Tods wohl würdig war.


Uxor fulget radiis mariti.


Von einem jungen tapffern Lacedemonier / wurd einsten ein schönes Weib begehrt / zu ihm zu kommen und seines Willens zu pflegen; dem ließ sie zur antwort geben: Als sie wäre eine Jungfer gewesen /hätte sie gelernt ihren Eltern gehorsam zu seyn / da sie nun ein Eheweib worden / müste sie ihrem Mann folgen / wäre sein Sach ehrlich / solt er ihren Mann drumb begrüssen / wäre es Vnehrlich / möcht er wol aussen bleiben. M. Zaderus. pag. 234.


Qvatuor opera Tyranni sunt:

1. Bonos destruunt. 2. Pauperes odiunt. 3. Malos extollunt. 4. Virtutes evertunt.

Ein Kriegsman bekam auff eine Zeit ein schönes Römisches Weib gefangen / wolte sie zwingen / seines willens zu leben / da sie nicht wolt / gab er ihr einen Streich mit blosen Degen / doch nicht starck /drüber sie [122] Blutrüstig ward / aber sie wolt lieber das Laben lassen als ihr Ehr hindan setzen; deren beständigkeit verwundert sich der Soldat / ließ sie ledig wendete noch 6. fl. auff sie / damit sie wieder zu ihrem Eheman konte gebracht werden: Ihr unzüchtigen frechen Hertzen / bildet euch diese Historien wol ein / haltet über eurer Zucht und Ehr / besser als es bißweilen geschichet. M. Zaderus. pag. 248.

Hertzog von Meiland / Franciscus Sfortig bekam auch gefangen ein Weib mit der er gern seine Zeit vertrieben hätte / die bat ihn mit weinenden Augen / ihr zu verschonen / und sie ihrem Mann wieder zustellen zu lassen / das that er / denn was dem Menschen in Sinn umgeht / aus den Worten man bald versteht. Zaderus. 238.


Esse verecundas testantur balnea gentes,
At nunc vix latebras qverit habere pudor.

Ein schön Weib zu Constantinopel / hätte Keyser Paphlagons Diener lieb gewonnen / muthete ihr Vnkeuschheit an / die erzürnete sich so hefftig darüber daß sie auch ihres Mannes Schwerd ergriffen /und ihn erstach. Als er der Keyser erfuhr / hat er ihr noch alle Gütter deß entleibten einraumen / und das Weib krönen lassen. Zaderus pag. 249

Als Marius der Römische Held in Teutschlad gesieger / und viel schöner Weiber bekommen / nach seinen Willen zu gebaren haben sie sich alle / als sie seine unkeuschheit vermerckt / in einer Nacht erhenckt.

[123] Zur Zeit deß Diocletiani solten 3. gefangene Christen Weiber ins Hurhauß zu Antiochia geführet werden / als sie es erfahren / bitten sie man wolle sie vom Wagen absteigen lassen / sich umb zu sehen / und da es geschicht / ersäuffen sie sich im Meer. Zaderus pag. 252.

Ein Soldat bekam im Scharmützel eine Jungfer Dula mit Namen / die wolt er zwingen / als sie aber beständig blieb / erstach er sie. Castitas vita potior sit! Diese kan sich beschützen / mit dem Exempel Susanne. M. Zaderus. pag. 252.


Qvatuor pervertunt animi judicium.

1. Amor. 2. Avaritia. 3. Odium. 4. Ebrietas.

Hieronymus schreibt von einer versoffenen Seugammen / so von einem Schüller Knaben / der nur 16. Jahr alt gewesen / sey geschwängert worden / und eines Kinds genesen. Brusonius.

Es setzt Filtner cap. 17. pag. 365. in libr. de infl. matr. daß ein Mägdlein von 9. Jahren / ein Kind zur Welt gebohren hab.

Erasmus bezeugt / daß ein Mägdlein von zehen Jahren in Franckreich gar wohl ein Weib / und in Eilfften Jahr eine Mutter mög genennet werden.

Hippo eine Griechische Adels Person / so vom Troianischen Schiffleuten gefangen / und ihr Vnehr ansinnen thäten / hebt ihre Händ empor / klagt dem höchsten ihre Noth / springet drüber ins Meer / und[124] ersäufft sich / den Corper hats Meer ausgeworffen /und ist ehrlich begraben worden. Zaderus.

Aprates eine Jungfer in der Insel Leßbo / wolte von dem Trambeto deß Landherrn Sohn genothzwengt werden / und als sie es nicht thun wil / wirfft er sie ins Meer / und ersäufft sie. Zaderus.


Spectatum veniant, veniunt spectentur ut ipsæ.


Die Thessalonischen Weiber haben die überaus schöne Lais mit Fußschämeln in der Veneris Tempel erschlagen / damit sie ja nicht ihre Männer zur Vnzucht verhetzen möcht.

Deß Königs Theoberti Gemahlin / hat ihre leibliche Tochter zu Verdun erträncken lassen / damit nur ihr anderer Gemahl und Herr / sie nicht möchte zu schanden bringen.

Phuna der König in Indien / hat allen seinen Kämmerlingen die Geburts Glieder / wie auch Nasen und Ohren abschneiden lassen / damit sie ihm keinen schaden in Frauen Zimmer thun möchten: Im ersten theil der Traurigen geschichten. pagina 107. Bodinus.

Guido Vbald / klagte allererst nach zweyen Jahren seiner Gemahlin (da die Vnterthanen zern einen Erben von ihnen beyden gesehen hätten) seine unvermöglichkeit / Kinder zu zeugen; da tröstete sie ihn / mit solchen Worten / er solte es gedultig leiden / es wäre besser keine Kinder / als ungerathene Kinder haben /sie wolt ihre Lieb gegen ihm deßwegen nicht [125] gemindert wissen / hat es auch alles gantzer 14. Jahr biß in ihr Grab verschwiegen gehalten / biß hernach der Hertzog selbst solches dem König im Franckreich geoffenbahret hat. Traur geschicht. pag. 125. Petrus Bembus, pag. 170.


Sit venerada fides uxoris, sitque mariti
Mutua sint semper gaudia paxque freqvens.

Ob schon die Spanier in Indien / bey einnehmung der Insel zum M. Creutz / von König einen grossen Schatz und viel güldene Gefäs / als Kaunen Züber /Vaß / Gelden und anders überkommen / kunten sie doch das Weibsvolk zu keiner Vnzucht bewegen; denn sie litten keinen Ehebrecher / assen noch truncken mit keiner / und wo einer erfahren wurd / so wurd er mit Weib und Kindern verbrennet. Benzo. Chytræus.

Anno Christi 230. hatte der König in Dennemarck eine Tochter / hieß Syritha / die wolte aus Schamhafftigkeit keinen Jungen Gesellen nur ansehen / wurd auff eine Zeit von einem grossen Herrn gefangen / und von einem andern wieder loß gemacht / drauff entfleucht sie in eine Wüsten / hütet aldort der Schaff; aber sie wurd von dem Herrn / so sie vorher gelediget / wieder erforschet und zur Ehe genommen; Crantzius. Zeitb. im 12. pag. 291

Lucretia erstach sich zur rettung ihrer Keuschheit.

Macrina / deß H. Nysseni und Basilii Schwester /[126] wolt ferner nicht heirathen / als ihr Bräutigam ihr vor der Hochzeit starb.

Martia die Edle Römerin / hat die gantze Zeit über ihres Leben / ihres Mannes Tode beklaget.

Eine andere Römische Wittbe / hat sich nach ihres Mannes absterben. 36. Jahr eingesperret gehalten /und mit keinem Mann reden wollen.

Dona Isabella Uragera, wolte lieber sterben / als sich wider verheirathen; in Trauergeschichten ersten theils. pag. 348.

Ein prächtig Kleide nicht zierd ein Weib / sondern verreth ihren frechen Leib.

Vdalricus ein Böhmischer Fürst / als er von der Jagt kam / und sihet ein schönes Bauer Mägdlein Gereth waschen / und gibt ihm auff sein ansprechen freundliche und holselige Wort / hat er wieder seiner Räthe willen / sie zur Gemahlin genommen. Ad res sapè facit magnas occasio parva. Strig.

Keyser Constantinus nam seinen Sohn Romano Schencken Tochter zur Gemahlin ihrer wunder schöne wegen. Strig.


Vive pie semper: frusim peccatu teguntur,
Nullus in his terris est sine teste locus.

Als deß Pandorei Weib / in der Persischen Schlacht gefangen / und ihr Mann geblieben / wolt sie der Persianer ehelichen / sie aber schlug alle Königliche Ehr aus / und erstach sich mit einem Messer [127] nur daß sie ihrem Mann treu verbleib. Es wurd vor Jahren wegen seines Verbrechens / einer vom Adel / Namens Sonas gehenget / als das Weib bald drauff dahin kompt; bittet sie man woll ihr nur vergönnen / daß sie seinen Kopff küssen möchte / als ihr aber solches nicht verwilligt worden / ist sie derwegen / mit sambt ihrer Leibsfrucht verschmachtet / gantz nichts essen noch trincken wollen. Traurer geschicht.

Zenobia der Palmyrener Königin / hat niemals ihrem Herrn den Beyschlaff bewilligt / es sey dann geschehen / zur erzeugung der Kinder; nach iedem Beyschlaff auch gewartet / biß sie sehe / ob sie schwanger worden / und wenn sie schwanger worden / weiter nicht bey ihm geschlaffen / biß sie aus dem Kindelbeit gangen. Trauer geschicht. 2. part. pag. 528

Es wurd zur Zeit eine Jungfer in ihres Vatern Hauß genothzüchtiget / von einem Capitän; als es geschehen / setzt er sich mit ihr an ihres Vatern Tisch redet ihn an / er wolle sie ehelichen / aber sie empfand die bewiesene Schmach so hoch / daß sie ihn am Tisch erstach: Wurde aber von denen Soldaten an einen Baum gebunden / und erschossen. pag. 530.


Vina sitim sedent, Natis Venus alma creandis
Serviat: hos fines transiliisse nocet.

Ein Weib hat zu unterschiedenen mahlen allzeit 5. Kinder: Vnd solches zu zwölff mahlen / als 60. getragen. Albert. Mag. pag. 630.

[128] Etliche Indianische Weiber sollen zu hundert malen gebohren haben. Simon Majolus.

Dem Cn. Pompeio wurd in Asia ein Weib vorgestellet / so 30. mal gebohren. Ægidius Maserius. Trauer geschicht.

Ein Schneider wiese auff eine Zeit / dem Keyser Solymanno zu Constantinopel 30. Söhne zu Diensten an. Bocalinus relat. 68.

Eine Gräfin von Stolberg so Anno Christi 1578. im 75. Jahr ihres alters verstorben / hat 123. Kinder und Kinds Kinder erlebet. Trauer geschicht.

Anno Christi 1612. ist ein vornehmer Mann zu Straßburg gestorben / so 91. Jahr alt worden: Welcher 17. Kinder im Ehestande gezeuget / von denen bey seinen Lebenszeiten 108. Einigklein und 111. Kinds Kinder herfür kommen. Sat dotata venit qvæ benè casta venit. Trauer geschicht. pag. 632.

Anno Christi 1514. ist ein Weib zu Pariß gestorben / so 295. Kinder und Kinds Kinder erlebet gehabt / wie Heintznerus in seinem Itinerario gedenckt.

Im Schloß Endingen in Würtenberger Land / sind ihrer fünff vom Adel häußlich in allen Fried bey einander gewesen / und haben mit ein ander 100 Kinder ehelichen erzeuget. Trauer geschicht. pag. 632.


Non te â justitia retrabant mala munera amoris.


60. Spartanische Jungfern brachten sich selbst ümb / zur rettung ihrer Ehren.

[129] Apollonia sprang selber ins Feuer / damit sie nur nicht den Götzen opffern müste.

Brasillia wolt ihren Nothzüchtiger vor hauch und stechen eine Kunst lernen / und das solt er an ihrem probiren zu rettung ihrer Ehr. M. Julius.

Bey den Egyptiern must alles Weibsbild zu Hauß barfuß gehen.

Bey den Griechen wurden sie zu keinem Schauspiel zugelassen.

Wenn bey den Römern eine Braut zugeführet ward / muste sie den Rocken mit Spinneln in Händen haben.

Die alten Teutschen haben der Braut lassen einen Schuch ausziehen / und solchen an die Wand gehefftet.

Wenn heutiges Tages die Weiber in Türckey ausgehen / müssen sie im Gesicht verhüllet seyn. M. Julius in Reg. de mar. pag. 87.


Sunt qvibus est rixosa domi morosaque conjunx,
Qvalis Xantippe Socratis illa fuit.

Terentiana das fromme Weib hat ihrem Herren in 25. Jahren nicht einmal ein böses Wort gegeben: Xantippe wo bleibstu heutiges Tages / mit deinem bösen muthwillen / Zancksüchtigen / Frechen hinterlassen Samen? Julius.

Solon der hochweise Philosophus hat den Eheleuten zu seiner zeit geboten ihnen eine Qvitten zugeben / weiln solche den Mund und Magen anmutig [130] machet / auch ein lieblichen Geruch von sich gibt: Zur Lehre /dz bey Eheleuten Mund und Hertz sol sein zusammen stimmen / und ein freundlicher lieblicher Geruch unter ihnen seyn. Flitn pag. 339.


Mitius est longè cum demone vivere nigro,
Qvam semper talem pertolerare feram.

Plinius begreifft in seinem Buch lib. 6. unter den Namen Siemann: Die Völcker so von den Amazonen überwunden waren; heutiges Tages bringen eins theils Weiber solch Wort gar in die Practica / schreibens mit FRACTUR über ihre Hertzensthür / wollen Androgynas Weiber Männer geheissen und gehalten werden / wie die tägliche erfahrung sattsam bezeuget.


Humilitas sobrietas & Castitas opera sunt,
qvæ faciunt uxorem placere marito.

Daß die Weiber Hauben und Schleyr tragen müssen / ist ein Zeichen deß Gehorsams und Vnterthänigkeit gegen ihre Ehegenossen: Paulus sagt / 1. Cor. 11. Das Weib sol eine Macht auff dem Häupt haben: Die Griechischen Weiber haben Fußsohlen auff ihren Häuptern getragen über den Schleyern; die Reichen von Sammet und Seiten / die Armen von Baumwoll und andern Zeug / zum beweiß ihrer Demuth und Vnterthänigkeit / die sie ihren Männern nach Gottes Gebot zu thun schuldig sind. Bevignitas [131] & fidelitas faciunt maritum placere Uxori Julius.

Königs in Dennemarck Tochter Signes verliebte sich und sagte einer hohen Stands Person die Ehe zu /als es der Vater erfehret / wil ers nicht gestatten / läst ihn einfangen / und wil ihn hencken lassen; da es die Liebste erfehrt / läst sie ihm sagen / wenn das geschicht / soll er seinen Rothen Mantel aushängen lassen / wolt sie auch weiter keine Stund leben; Er wird gehängt und der Mantel vor das Fenster gethan /drauff verbrennet sie sich auch mit ihme. Mors tamen invasie solemque reliqvere fecit. M. Hammer. in spec. connub.


Omnis domus est sine ordine,
Qvæ caret mulieris regimine.

In Spanien war ein Bauer / dessen Kinder noch bey seinem Leben ein gantz Dorff von 100. mehr als wenigern Häusern besetzt hielten; diese Mutter ist gewesen eine gute Haußzier und keine Auszeer. Porta patens esto nulli claudaris honesto. Ludovicus Vives. Flitn. pag. 367.

Ein Griechischer Jüngling verliebte sich in eine Amasinische Frau Antiopa genand; da er sie nicht bekommen kunt / sprang er ins Meer / und ersäufft sich.M. Hammer.

Carolus Magnus soll sich 5. mal verehlicht haben: Keyser Fridricus sechs mal. M. Hammer in spec. connub..

[132] In der Puriferanischen Provintz wechst ein Baum seiner Tugend wegen hoch berühmt / wegen Zucht und Ehr; wenn man auff ihn zugeht / zeucht er seine äste an sich / geht der Mensch vom Baum weg läst er sie wieder von sich. Scaliger. exerc. 181.

Eine ehrliche Matron derer Maxentius zu seiner Lust begehrt hätte / sagte / sie wolte sich in der Kammer ein wenig anziehen / aber sie erwürgte sich. Also auch that Mallonia. D. Conr. Diet. 4. Psal.


Welche da hat Scham zum Rock /
Die ist die allerschönste Dock /
Sammet und Seiden ziert nicht so sehr /
Als Gottesfurcht / Zucht / Scham und Ehr.
Heiraths Zier
Heiraths Zier:
Heirathen ist wol gethan /
Wenn man es nur recht fehet an /
Ein ieder aber sich bedenck /
Ehe es gibts Ja Wort Treu und G'schenck /
Wiltu im Ehestand friedlich lebn /
Deins gleichen nimb / rath ich dir ebn /
Mancher greiffet nach dem Schmeer /
Vnd erwischet einen wilden Beer /
So Gott was feins und liebs beschert /
Dasselb man billich lobt und ehrt /
Gleich wie man übel pflügen kan /
Wenn man ungleiche Pferd spant an /
[133]
Also ists auch wann ungleichs Paar /
Zusamm gefügt wird / vorm Altar.
Das eine ist Reich / das andr Arm /
Da geht es offt / daß Gott erbarm /
Solch Heirath ist fürwar kein Ehr /
Sondern nur Last und gros beschwer /
Ehelos / frey / ungebunden seyn /
Bringt desto wen ger Schmertzn und Pein /
Man kan habn ein leichten muth /
Den die Ehesorg vertreiben thut.
Warumb Bräutigam und Braut Kräntze tragen
Warumb Bräutigam und Braut Kräntze tragen?

Der Krantz ist ein Zeichen deß Siegs und überwindung / daß man sich biß daher die unziemliche Lieb nicht hat verführen noch durch böse Kuplerin verleiten lassen / Ehr und Tugend aus den Augen zusetzen /und mit der bösen Welt in schand und unzucht zulauffen / sondern nunmehr in Ehren Fried und aller Lieb zum reinem Ehebette kommen; an welchen Gott ein gefallen trägt.

Ein König sagte auff eine Zeit / daß etliche Leut mit Augen / etliche mit Ohren / und etliche mit Händen freyen thäten: Mit Augen freyeten sie wenn sie nach Schönheit gaffeten: mit Händen wenn sie nach Geld und Gut griffen; mit den Ohren / wenn man hörete / daß das liebe Hertz Fromm / Gottselig / [134] Ehrlich / Erbar und Tugendhafft wäre / und das wäre auch das beste im freyen. M. Julius in reg. de mar. pag. 79.


Mulierum benedictio & honor est gestare
uterum & lactare puerum. Bernardus.

Bernardi Beluardi Weib / Joanna Pancica / hat in 30. mahlen 73. Kinder erzeuget. Facellus.

Der Gäfin Isentrautin hat 12. Kinder (etliche schreiben 9.) auff einmahl gebohren / davon sie 11. durch die Magd hat wollen ersäuffen lassen / den sie sich deren geschemet und vermeinet / es würde ihr vom gemeinem Mann vorgeworffen werden / als aber der Herr von der Reiß gleich über die Brücken daher geritten kömpt / fragte er sie / was sie trage / sie meldet es wären junge Hunde / begehrt er solche zu sehen / und als er den gantzen handel vernimbt / verbeut er der Magd zum höchsten / solches keinem Menschen zu offenbahren / gibt solche Kinder einer Müllerin in der still auff zu ziehen: Als sie nun erwachsen sind /läst er sie schön in einer Farb heraus kleiden / stellete solche seiner Gemahlin unters Gesicht / darauff sie ihre ungebühr erkennet und umb verzeihung gebeten hat / daher sind sie Pontani genennet worden. Elitn. cap. 17 pag. 370.


Verschwiegen / Züchtig / Häußlich seyn /
Am schönsten ziert die Weiberlein.

[135] Eine Gräfin von Holland Margaretha mit Namen /hat Anno Christi 1266. im 42. Jahr ihres alters am Charfreytage 9. Vhr vor Mittag 364. lebendige Kinderlein in aller vollkommenheit / so groß iedes als ein Finger / gebohren / theils Herlein theils Fräulein / so alle vom Bischoff zu Vtricht getauffet / die Söhne Johannes / die Töchter Elisabetha genennet worden /solches hat daher gerühret / daß eine Arme Bettelfrau mit zweyen Kindern so sie auff einmahl gebohren /die Gräfin umb ein Allmosen anspricht / und in der nachfrag ihrer Kinder bekennet / daß sie auff einmahl wären gebohren worden / welches die Gräfin unmöglich zu seyn vermeinet / sie frey eine Hure heissete /die Bettelfrau drüber ersäufftzt und von Hertzen wüntscht / Gott wolte der Gräfin so viel Kinder geben / als Tag im Jahr wären / weiln sie ihr kein Allmosen geben / sie gescholten / und ihre Kinder vorgerücket hätte / welches ihr dann auch so wiederfahren; sie war sonsten eine Gräfin von Henneberg / ist bald darauff sambt den Kindern verstorben / und zu Leiden in Holland ehrlich beygesetzt worden / auch viel Fürsten und Herren bey der Tauff gewesen; etliche setzen die Jahrzahl 1310. geschehen zur Zeit Keyser Heinrichs von Lutzelburg.


Qvod sine sole polus, hoc sine prole thorus.


Ihrer viel halten solches vor ein Lügengedicht /aber diese Historien beschreiben Niederländ. Chron.[136] Lustgarten M. Mayrs. Sturm. pag. 330 Flitn. pag. 366. D. Conr. Diet. pag. 284. Coler. lib. 18. Mizaldus. Vives. Eras.

Combe ein Mägdlein in Eubæa lediges standes /hat eine grosse anzahl Kinder gehabt / ehe sie geheirathet / und als sie hernach ehelich worden / deren noch hundert lebendig erbohren. Erasmus. Flitn. cap. 17. pagina 367.

In Böhmen gebieret auff einmahl ein Weib 9. rechte eheliche Kinder / darvon der Krabitzer Stamm herkommen. Hagecius. Avent.

In Peloponeso hat ein Weib zu unterschiedenen mahlen 5. Kinder gezeuget / und sol solches 24. mal geschehen seyn. Aristoteles.

Masinissa der Numidarum König hat im 90. Jahres seines alters ein Sohn gezeuget. Colerus.

Ein Weib zu Messana ihres alters im 24. Jahr / hatAnno Christi 1430. auff einmahl auch 9. Kinder gebohren / welche bald darauff sampt den Kindern gestorben. Lustgarten Camerarii. 3. part. pag. 364.Facellus.

Anno Christi 1566. hat Anna Caspar Riesen Weib zum Emmersacker 3. meilen von Augspurg / 5. Kinder auff einmahl gebohren. Sauromanus.

Mir ist bewust daß auff dreymal eines Becken Weib 7. Kinder gehabt.

Albertus Magnus setzt ein Weib in Teutschland hab auff einmal 20. todte; eine andere 70. [137] todte Kinder gebohren: Item. Eine hab auff einmahl 150. Knäblein so gros als kleine Hünlein erzeuget.

Hieronymus ein König in Arabica hat 600. Söhne mit seinen Concubinen erzeuget.

König Artaxerres hat 115. Söhne gehabt. Mizaldus in Cent. Plinius lib. 7. cap. 13.


Gleich wie die Sonne bey uns bleibt /
Wenn sie den Schatten von uns treibt /
Also erqvicket sie alles das
Auff Erdn was lebt / auch Laub und Graß.

Ein Graff von Habsburg hat von 2. Weibern / 32. Söhne und 8. Töchter gezeuget / welche auch nach seinem Tod alle lebendig blieben / die hat er auffm Reichstag zu Regenspurg dem Keyser Heinrich auffs beste recommendirt / auch dahin alle mit sich genommen / und als der Keyser gewolt / er solte mit ihme auff die Jagt reiten / hat er allen seinen Söhnen einem ieden einen Reisigen Knecht zu geordnet / und sich præsentirt; so dem Keyser sehr wol gefallen / hat auch den Söhnen hernach allen wohl geholffen. Nauclerus. Flitner. pag. 368. col. lib. 18.

Als auff eine Zeit König Phaeton seines gesichts war beraubet worden / wurde ihm gerathen / er solte von eines reinen Weibs Harn trincken / und die Augen damit waschen / als er es nun that / halff ihn unter vielen Weibern nur einer ihr Vrin; die andern ließ er alle verbrennen. Sigonius lib. 5. Josephus lib. 2.

[138] In Egypten Land ist es vielmals geschehen / daß auff einmahl ein Weib sieben Kinder gebohren / und ist die siebende zahl sehr hoch zu halten / wie solchs die H. Schrifft klar bescheinet. Plinius. Solinus. Gelius. lib. 10.

Eines Gvelphischen Freyherrns Gemahlin / hat auff einmal 12. Kinder gebohren. Colerus.

Eine Ritternmäßige Person verlobte und verliebete sich auff eine Zeit in eines vornehmens von Adel Tochter / als es der Vater vermerckt / begibt er sich von dannen auff ein ander Schloß / und allda gibt sich ein anderer an / der Jungfer auff den Dienst zuwarten /zu dem ihr Vater auch beliebung trug; sie berichtet solches eylfertig ihren liebsten / auff mittelzu dencken / wie er sie erledigen möcht: Der macht sich auff mit etlichen in willens sie zu entführen; auff den weg wird er von einem Tropff Reutern gefangen und verwarlich gesetzet / dieweiln er aber stets traurig / befragt ihn der Commendant der Vestung was ihm anliege / dem eröffnet er sein gantz Hertz: Der Commendant läst ihm bey trauen und glauben verheissen / innen 4. Tagen sich bey ihnen wieder einzustellen; der liebhaber zeucht fort / und bringt mit list seine liebste / mit all ihrem geschmeid und schmuck dahin; stelt sich wieder mit seinem Schatz allda ein / und wollen auch das begehrte Rantziongeld / so vorher beschlossen /bezahlen; aber weiln der Commendant sein und ihre treu vermerckt / thut er es ihnen schencken; [139] ehe sie der liebste von dannen gefuhret / hat er anheisig wer den müssen / sie nicht zu berühren / biß solches ihrem Vater vorher wäre notificiret worden; so auch alles geschehen / und hernach ihr Vater seinen Consens darein geben müssen. Unicuique dedit vitium natura creato. Schauplatz. pag. 62.


Non bene cum sociis regna Venusque manent.


Die Esseer im neuen Testament waren Leute die nicht heiratheten / traueten keinem Weibsdild / hatten alles gemein / nahmen in ihre Gesellschafft auff / stille mäsiige Leut / giengen in zereissenen Kleidern /wurde iemand eines Lasters beschuldiget / so wurd er alsbald abgeschaffet. Josephus.


Vor Finsternüß man zwar erschrickt /
Die Sonn wird drumb nicht unterdrückt /
O wie glückselig ist der Mann /
Der böß mit Gdult ertragen kan.

Zu den Zeiten deß Königs Alphonsi / sol ein Weib gewesen seyn / Aemilia genand / so 12. Jahr im Ehestande gelebet / zu einem Mann worden / und selbst ein Weib genommen hat. Ja es hat ein andere mit ihrem Mann schon einen Sohn erzeugt gehabt / und hernacher zu einem Mann worden / selbsten geheirathet / und Kinder gezeuget. Jovianus Pontanus. Merula Gaudentis. Schaupl. 539.

[140] Eben solches wird auch geschrieben von der Petula deß Petræi Weib / wie auch von deß Gorgippi. Hippocrates.

Ein Weib hat sich mit ihrem Mann der Vnfruchtbarkeit halben gezanckt / ist darüber entloffen / und zu einem Mann worden. Antonius de torqvemata.

Im Städlein Esqverra / 9. Meilen von der berühmten Stadt Conymbrica im Königreich Neapolis ist eine Adeliche Jungfer / Namens Maria Pacheca zu einem Mann worden / deßwegen wieder getaufft und Manuel genennet worden / ohne Bart blieben / gleichwol sich im Ehestand begeben und ein Weib genommen. Amatus Lusitanus in consult. med.

Zur Zeit Ferdinandi deß ersten Königs zu Neapolis sind eines Bürgers zu Salermo zwo Töchter deren Vater Ludovicus Guarna geheissen / die Töchter aber Francisca und Carola / ihres alters im 15. zu Jünglingen worden / so hernacher Franciscus und Carolus genennet worden. Schauplatz. pag. 403.

Plinius schreibt daß zu Caßina in Abruzzo / zur Zeit Römischen Bürgermeister Craßi und Logini /eine Dirn zu einem Jungen gesellen worden sey / ja er meldet auch / daß gleich am Hochzeittage / eine Braut zu einem Manne worden / und Lucius Coßitius sey genennet worden.

In der Stadt Argos ist es auch geschehen / daß Arescusa zu einem Manne worden / einen Bart bekommen / und ein Weib genommen hab. Livius [141] schreibt daß zu Spoleto ein Weib sey zu einem Manne worden. Schaupl. 538.

Ein Weibsbild Namens Honoria liebete ihren Mann so inniglich / als er auch getödtet ward / ist sie etlich tag bey seinem Grab gesessen / und ihn beweinet /daß man sie auch nicht von dannen bringen mögen /biß sie voselbst von Feinden ist umbgebracht worden. Leander Alberti in beschreibung Friatils und der Stadt Aqvileia.

Eine teutsche Frau hat auff das erste mahl 12. und auf daß andermal 8. Kinder / in Summa beyde mal 20. Kinder gebohren. Schaupl. 133.

Ein Weib in Franckreich vom Geschlecht der Maldemere / zeugete das erste Jahr 2. Kinder / das ander Jahr 3. das dritte 4. das vierdte 5. das Fünffte Jahr sechs Kinder / und gabe darüber das Leben auff. Pareus lib. 24. cap. 5. Schauplatz. pagina 134. andern theils.

[142]

Das 10. Capitel

Copial, deß Mosaischen Scheidbrieffs - so die Jüden vor Jahren pflegten zu geben
Copial, deß Mosaischen Scheidbrieffs / so die Jüden vor Jahren pflegten zu geben
[158]
Copial, deß Mosaischen Scheidbrieffs / so die Jüden vor Jahren pflegten zu geben.

Heute / auff Montag / den N. deß Monats Sinon / im Jahr nach erschaffung der Welt / N. allhier zu N. in der Stad am N. gelegen / hab ich Abraham also genennet / eines Priesters Sohn / dieser Zeit in derselbigen Stadt berathschlaget; in betrachtung meiner Seelen / von niemand gezwungen / und hab ledig gezehlt und frey gelassen / und von mir außgetrieben und verstossen N. Tochter / die du bißher mein Weib gewesen bist / und hab dir erläubet und vergönnet / daß du deines Rechten seyst / ein Herr deiner Seelen / daß du nach deinen wolgefallen gehest / wo hin du wilt / daß dich nehmen mög ein ieglicher Mann / den du haben wilt / und dich niemand in deinem thun verhindere von nun an biß in ewigkeit / und nun sihe / nun bistu frey gelassen einem ieden Mann / dessen zum zeugnüß hastu diesen Scheidbrieff / Paßbrieff unn Vhrkundlich Instrument deiner Freyheit / das Warzeichen und Siegel der Ehescheidung / nach der einsetzung Moisis und Israelis. M. Majus.

Ein Schüllers Knab hatte eine Wittbe geschwängert / als nun das Kind zur Tauff gebracht wurde / hat solchs der Pfarrer nicht tauffen wollen / sondern der Mutter wieder geschickt / sie solt zuvor sagen / wer der Vater gewesen wäre / drüber sich die Kindelbetterin [159] erzürnt / erwürgt das Kind / henget sich selbsten auch / da es der Kinds Vater erfehrt / ersticht er sich /als der Pfarrer weis / daß er an diesem allen schuldig /erhenckt er sich auch: Non opus est lachrymis, si mens stupet anxia luctu. Sturm. pag. 464. Zad. pag. 79.

Demosthenes wolt der schönen Huren Laidi zu Corintho nicht so viel geben / was sie wolte / sagte.Tanti pænitere non emo.

Als der Hertzog Pausanias ein Mägdlein zum Beyschlaff begeret hätte / und sie kompt / als er schleffet /wil sie in aller still das Liecht in der Kammer ausleschen / läst aber unvermeint den Leuchter aus den Händen fallen / darüber erschrickt der Hertzog /denckt aus bösen gewissen / es wolle ihn iemand umbbringen / wischet aus dem Bett auff / und ersticht das Mägdlein / ist ihm stets hernach in der Nacht vorkommen / und hat ihn geengstiget: Metus mortis acerbior ipsa morte. D. Conr. Diet.

Zur Zeit der Pest begibt sich ein Barbierer von Tholosa an ein ander Ort / das Weib wil nicht mit ihm fort / sondern bleibt da / als er hinweg / begibt sie sie sich daselbst ins Prediger Kloster; als die Pest nachgelassen / kömpt der Mann wieder / und weiln er sein Weib nicht erfragen kan / denckt er / sie sey mit andern im Spittal dahin gestorben / läst ihr durch Ordensleut / in der Jacobiter Kirch ein Leichbegängnüß halten / darunter seine Frau mit sechs andern Weibern nebens denen München / in Kutten angeleget / [160] sich in der Procession bezeiget / und ihre Portion / am Gelb gleich andern München empfehet: Bald darauff begibt sichs daß eine unter denen sechs Weibern mit den München in streit kömpt / dem Barbierer sagt / wo seine Frau sey / der zeiget solches den Gerichten an /da werden sie eingezogen und verbrennet; die Münche aber sind darvon gelauffen / geschehen Anno Christi 1560. Sleidanus lib. 5. cap. 59. & 229.

Bey hen Pisitern war der Gebrauch / da iemand im Ehebruch begriffen / must er auff einem Esel in allen Gassen zum Spott herumb geführet werden.

Die Egyptier liessen ihnen die Nasen abschneiden zum Spot der unzüchtigen Augen. D. Conr. Diet.

Als der Gemahlin Keysers Sigismundi das Leid geklaget wurd über ihren Herrn / vermahnet / sie dem Turteltäublein nachfolgen solte / gab sie zur Antwort: wenn du wilst daß ich den unvernünfftigen Thieren nachfolgen sol / warumb hältestu mir nicht vielmehr die Spatzen vor / als Turteltäublein: Æneas Sylvius. D. Conr. Diet. Super. 5. Bußpsalm. pag. 345. Traurgeschicht. 168.


Was einem ist gebohren an /
Dasselbig er nicht lassen kan /
Denn es ist einmahl war und gwiß /
Säs der Frosch auff ein seid'nen Küß /
So hüpffte er doch in den Bach /
Natur und g'wonheit läst nicht nach.

[161] Biblis ist ihrem Bruder der unzüchtigen Lieb wegen / weit nach gezogen.

Von dreyfacher Blutschand / so jener zu Erfurth in Thüringen begangen / welcher unwissend die Mutter beschlaffen / hernacher auch das erzeugte Kind als Schwester geeheliget: Ließ D. Meland. Tom. 2. Jocoser. num. 125. Schaupl. 325.

Mithridates hat unzüchtiger lieb wegen / Mutter /Gemahlin / Brüdere / Schwestern und Kinder ümb bracht / wegen der Ipsicratea.

König Chilpericus hat es ingleichen gethan / der Fredegondæ zu lieb. Zeitb. im 15.

Keyser Vitellius liebte seines Knechts Tochter also sehr / daß er Vnsinnig drüber ward / als er einen bösen Halß bekam / nam er ihren Speichel / vermischete solchen mit Honig / und salbete sich darmit.

König Wentzel in Böhmen brachte seine Zeit mit einer Bad-Dirn Susanna zu Trithemius. Zeitb. cap. 14. pag. 168.

Königin Laodicea brachte ihre eigene fünff Kinder voriger Ehe ümb mit gifft / nur daß ihr Liebhaber regieren möchte. Traurge. 248.

Appius Claudius verliebte sich in deß Virginii Tochter; aber der Vater erstach sie / wolt lieber ein Todschläger seyn / als einer geschändeten Tochter ihr Vater.

Pontius Aufidianus that es auch / wolte keine Vnehr haben; erstach Tochter und Diener.


[162]
Die Lieb ist süß anfänglich zwar /
Aber zu letzt vergället gar /
Venus kompt bißweiln frölich her /
Geht aber weg mit reu und b'schwer.

Königs Seleuci Sohn Antiochus verliehte sich in seine Stieffmutter / wurd drüber sterbens kranck / derMedicus Erasistratus kont ihm auch mit nichts anders helffen die Kranckheit zu heilen / biß der Vater verwilligt / die Stieffmutter ihme zum Weib zuüberzulassen. Trauergeschicht. pag. 420.


Ein alter sol nicht Bulschafft pflegn /
Er mags wohl lassen unterwegn /
Er thut den Mägdlein doch nicht g'falln /
Sonst muß ers theuer gnug bezahln.

König Artaxerxes zeugete mit seiner Gemahlin 3. und mit denen Concubinen 115. Kinder. Trauergeschicht. pagina 630.

König Priamus erzeugete mit der Gemahlin. 17. und ausser der Ehe 50. Söhne

Hercules sol in einer Nacht deß Thespii 50. Töchter geschwengert und daher 50. Söhne bekommen haben.

Ein Landherr hatte seine eigene Magd geschwängert / solches wolt er dem König Alphonso nicht gestehen; da befahl der König / man solte das Kind[163] übers Meer verkauffen / da bekennet er es / daß er Vater wär.

Ein grober Mann vermischete sich mit einer Kuh in Niederland / zeugete einen Sohn / so getauffet wurd. Trauerge. pag. 243. Item; Bischoff Majol.

Ein Beer raubete einsten eine Jungfer / schwängerte solche / da gebahr sie einen Sohn / so ihr gleich sahe /aber eine rauche Haut hatte / daß er Ursus der Beer genennet wurd. Olaus. Johann Magnus. Trauergeschicht. 246.


Cornua qvi faciunt, ne cornua ferre recuserit.


Ein Mann zu Wildungen bulele mit seiner Nachbarin / solches merckete sein Weib / und da er einsten ein gut trüncklein Wein mit der Nachbarin genossen /versteckte sie sich unters Bett / als er nun mit der Huren frölich war / wischete sie erfür / stach nach ihr / aber sie entwischete / der Mann muste büsen / und nolens volens ihm die Testiculos ausschneiden lassen. D. Otto Meland Tom 1. Joco ser. num. 341. Trauergeschicht. pagina 608.

Vor Jahren trieben auch wohl die Todtengräber unzucht mit denen Todten Cörpern also; daß man die Leichen nicht wohl eher dürffte zu Erden bestatten /biß am vierdten Tag / da sie riechen thäten. Fulgosus aus dem Herodoto.

Zeleucus der Locrenser Gesetzgeber wolte der vorbitt seinem Sohn nicht anders geniessen lassen /wegen begangenen Ehebruchs; als daß er ihm ein Aug [164] ausstechen ließ / und der Vater auch eines / weiln die Straff auff zwey Augen gesetzt ward. Trauerge. pag. 267.

Sejanus war beym Keyser Tiberio in so hohen Gnaden / daß ihm auch nichts mehrers als der Keyserliche Titul mangelte / aber er wurd doch endlich geköpfft /und in die Tyber geworffen / die Töchter vom Hencker beschlaffen / und neben den andern Kindern ümbgebracht. Trauergeschicht.

Ericus König in Dennemarck wurd von den seinigen unzucht wegen erschlagen. Boterus.

Eine Wirthin zu Trident wurd von ihrem Mann im Ehebruch erwischt und erstochen; der Ehebrecher kam dißmals zum Fenster hinaus / ist aber hernach in einen Brunnen gesprungen / und sich ersäufft.

Tugend eines bösen Weibs - vom Poeten Johann Kraut beschrieben
Tugend eines bösen Weibs / vom Poeten Johann Kraut beschrieben.
Dem Meer magst wohl ein Schiff vertraun /
Aber dein Hertz nicht jungen Fraun /
Denn sie viel unbeständiger sind /
Als etwan das Meer und der Wind /
Vnd wenn gleich wär das Firmament
Lauter Pappier und Pergament /
Vnd alle Wasser sambt dem Meer /
Nichts denn nur lauter Dinten wär /
[165]
Die Stern im Himmel allzumahl /
Deren doch viel sind ohne zahl /
Ein ieder sich zum schreiben richt /
Können sie doch die Boßheit nicht /
Beschreiben eines bösen Weibs /
Der Teuffel in der Holl beschreibs.

Ein Bürger zu Vlm stellete sich als wolte er ausreiten / läst aber das Pferd im nechsten Dorff / kommet endlich Abends spat in sein Hauß / versteckt sich unter die Stiegen / und als der Ehebrecher nach verrichter Abendmahlzeit sich in seine Kammer begeben / ist er auch bald darauff in die Kammer gangen / den Ehebrecher sambt seinen Ehebrecherischen Weib umbgebracht / darauff Morgens zum Rath gangen /solchs selbsten angezeiget und darauff von demselben loß gesprochen worden. D. Melander in Joco ser. Tom. 2. num. 175.


Die Lieb läst sich verbergen nicht /
Sondern wie Feuers Flamm ausbricht.

Octavius Sagitta beym Tacito ersicht die Pontiam /weiln sie nicht bey ihm schlaffen wollen / verwundete auch die Dirn / so es hernach aussagete / darauff wurd er strangulieret.

Areta deß Aristippi Tochter / hat zu Athen 25. Jahr öffentlich gelesen Philosophiam, und 110, discipulos gehabt / so auch alle ihre Buler gewesen. Trauerge.pagina 374.


[166]
Der mich zum Ersten hat genommen /
Mein Lieb und Holdschafft hat bekommen /
Derselbig auch allein sie hab /
Vnd nehme sie mit sich ins Grab.

Acugna dessen vorher gedacht sol sich etlich mal verjüngert und über die 700. Weiber genommen haben. Trauergeschicht. pag. 285.


Fæmina qvæ iuveni nudo se corpore sistit,
Certè hæc concubitus qvoslibet illa petit.

Keyser Commodus hat offtmals seine Leute gezwungen / daß sie haben müssen zu sehen / wenn er bey seinen Concubinen geschlaffen / er hat auch seinen Marschall Julianum mit seiner Concubin nackend vor sich tantzen lassen; er selbst mit den Fechtmeistern nacket und bloß gekämpfet. Capitolinus. Herod. Zeitb. pag. 66.

Chaganus der. Hunnen König gibt die Hertzogin Friaul zwölff starcken Soldaten über / mit ihr unzucht zu treiben / und er hatte willens Hertzogen Sisulphi Tochter Getam in Friaul zu schwechen / aber als sie es merckte / nam sie stinckend Fleisch / so sehr roch /unter ihre Achseln / blieb dadurch also bey Ehren /welche hernach Gerboldus Hertzog in Beyern geehlichet. Zeitb. im 16. pag. 228.

Keyserin Zoe trieb grosse unzucht mit Michael Paphlagon / wolt ihren Keyser mit Gifft hinrichten /[167] und da es nicht würckte / ließ sie ihn im Bod erstecken und vermehlete sich mit ihren Buhlen. Cromerus. Sigebertus.

Ein unzüchtiger Pfaff Cornelius genant / zwang etliche Weiber durch ein Eyd in der Beicht / daß sie zu ihm kommen / und nackend vor ihm wolten vorüber gehen. Anno Christi 1563. zu Brück geschehen /wurd hernach aus der Stadt verjagt. Zeitb. Nicolai im 24. pag. 932.

Das hürische Weib Semiramis ist von einer geschwengerten Dirn gezeuget worden. Anno Christi 2022. in Wald geworffen / von Vogeln ernehrt / biß sie der Hirt Simma gefunden und ernehret / heirathet hernach den Hoffrath Menon / aber der König nam sie ihm / darüber erstach er sich. Diodorus.

König Phraates trieb mit der Mutter Thermuse und Schwestern so grosse Blutschand / daß er deswegen verjagt wurd. Josephus.

Der Tyran Periander zu Corintho schlieff auch bey seinem todten Weib Melissen; entblösset die andern Stadt-Weiber / und ermordet alle Obersten in der Stadt. Zeitb. pag. 151.

Ovidius seines alters im 20. Jahr / tempore Christi wurd aus Rom. verjagt / wegen Ehebruchs. Zeitb. im 10. pag. 414.

Helgo ein Bruder deß Königs in Dennemarck / hat seine Tochter Vrsam unwissend / daß er solche [168] vorher vom Kebs-Weib erzeuget gehabt / zur Gemahlin genommen / und von derselbigen den Rolfum erzeuget.Crantzius.


Evam decepit serpens qvìn gontes decipit idem,
Qvem tamen ut divum stulta caterva colit.

Ante Christum 769. ward Rhea geschwengert und zeugete Romulum und Rhemum / da denn Rhea hat sollen lebendig vergraben werden / und die Knaben ersäufft / sind aber von ihrem Vetter Amulio erhalten und weg geleget worden / vom Hirten Faustulo gefunden und aufferzogen worden / welcher Knaben hernach Rom erbauet Livius. Plutarc.

Anno Christi 1136. wurd wegen Hurerei im stifft Hildesheim ein Graff mit seiner Gemahlin erstochen von einem Edlen / da erscheint in der Stund dem Bischoff ein Gespenst / sagt: Blettling steh auff / nim die Graffschafft ein; der Graff ist todt / und solches that er auch. Zeitb. im 19. pag. 503.

Anno Christi 1382. steigt Zem ovissus der Bischoff zu Cracau an einer Leiter auff einen Heuschober / und sucht eines Bauern Magd zu seinem Willen; fällt aber von der Leiter sich zu todt / und als er in die Kirch begraben wird / lassen sich Gespenster mercken / so da schreien / wir wollen auff die Hurerey ziehen.Mechovius. Zeitb. pag. 689.

Eine Insel zwischen Rhodis und Cypern / Sarlantes ist vor Jahren gantz versuncken / aus deren [169] Vrsach: Ein Jüngling hätt gern bey einer Jungfer geschlaffen /konts aber nicht enden / nach ihrem Tod bricht er ihr Grab auff / und lebt seines Willens / nach neun Monden / sagt eine Stimm zu ihm / beschaue deine Frucht oder du kömpst ümb / da er das Grab auffmacht /springt ein heßlich Thier daraus / übersihet die Insel /und ersäufft solche. D. Montevilla.

Das 11. Capitel

Das XI. Capitel.
Von Wiederwertigkeit / Trauren / Zagen /Schwermuth / Elend und Verfolgung.

In deiner Traurigkeit / bey deinen grossen Schmertzen /
Schau dich ein wenig ümb / und nimb den Trost zu Hertzen
Daß manch fromm Christen Mensch mehr hab / als du zu klagen /
Bey seiner schweren Last / die er muß täglich tragen.

Keyser Artaxerxes bittet den Democritum / er sol ihm doch seine Gemahlin wieder lebendig [170] machen / er läst ihm sagen / es sey zwar ein schweres Ding / doch wenn er ihm 30. Männer verschaffete / deren ieder 60 Jahr alt wär / und sein lebetag kein Vnglück erfahren hätte / wolte er deren Namen auff das Grab schreiben / und sie also wieder lebendig machen. Tacitus lib. 2. annalium.


Gehts nach Glücke mit reichenschall /
So finden sich Freund allzumahl /
So bald sich aber das Gluck verwend /
Ist alle Freundschafft aus behend.

Als ein König sterben wolt / und sahe seinen Sohn noch zu jung zum Regiment zu seyn / ließ er ihm einen grossen güldenen Apffel machen / gab ihn dem Sohn und sprach / er solte umbherziehen / und der Leut sitten erforschen / und wo er den grösten Narren finden würd / solte er ihm den Apffel geben / und hernacher Land und Leut regieren. Da er nun überal herumb gezogen war / kam er übers Meer in ein Land zu einem König / der that was ihn gelüstet / es war gleich wider Gott / wider sein Wort / natürliche und weltliche Gesetz / alle Zucht und Erbarkeit; biß sahe der junge Herr mit verwunderung an / trat zu dem Kämmerling und fragte / was es vor eine gelegenheit mit dem König hätte / der sagte zu ihm / wir haben in diesem Lande eine solche Gewonheit / daß wir in erwehlung eines Königes nicht sehen auff groß Geschlecht / [171] Kunst / Gunst oder Weißheit / sondern nemmen einen aus dem gemeinen Volck / doch mit diesem bescheid / daß er nur ein einiges Jahr regiere /und dasselbige Jahr über in seiner Regierung Macht habe zu thun / was ihm gelüstet: Wann aber das Jahr ümb ist / wird er seines Ampts entsetzt / und in ein Gefängnüß geworffen / darinn muß er die Zeit seines lebens über verbleiben / Hunger und Durst / Hitz und Frost / und den elendesten jammer ausstehen; sterben und verderben; Ey sagte der junge Herr / das ist ein Narr der umb eines einigen Jahrs wollust wegen / ihm die andern Jahr hernach bitter und herb macht / Ja; spricht der Kämmerling / da man nur einen sucht /findet man ihrer wohl tausent: Ach spricht der Herr /solcher thörichten Narren hab ich die Zeit über meiner Reiß nicht gefunden; gieng derwegen eilends zum Könige / und verehret ihm als den grösten Narren das Geschenck seines Herren Vaters / und zog wieder in sein Land / und regierete hernach. In recollectorio historiarum notabilium de vitiis & virtutibus. Strig. pag. 100.


Mollissima corda humano generi dare se natura fatetur, qvæ lacrymas dedit, hæc nostri pars optima sensus. Juvenalis Sat. 15.


Weinen und Trauren sagt Prediger Salomon hat seine Zeit / denn der Mensch nicht stählern noch eisern / sondern er kan sich in Vnglück betrüben und [172] in Glück sich freuen / ihrer viel sind offtmals in Kranckheit gefallen / wenn sie das Elend verbergen wollen.Isidor. Pelusiom. lib 8. epist. 176.

Einer Adelichen Wittbe zu Erfurth solten ihre Söhn gerichtet werden / welche nicht zu erbitten waren /noch loß zu machen / Als sie zur Richtstadt vor ihr Hauß vorüber geführet worden / hat sie vor Aengsten Blut geweinet. Leve ærumnas ferre, sed perferre grave. Strig. pag. 339.

Ein Spanier Oberster wil auff eine Zeit aus Indien /mit seinem Schatz / Weib und Kindern / nach Hauß segeln / wirb ihm aber all sein vermögen von Meerräubern und Wilden Leuten abgenommen / in eine Einöd und Wildnüß gejaget / da war weder zu brocken noch zu beissen / konte auch weiter nicht kommen; er vermeint im Wald was zu schiessen / bekompt nichts / geht wieder zu Weib und Kindern / da findet er ein Kind todt / sie die Frau hatte aus Keuschheit sich mit Sand unten herumb bedeckt / weiln auch die Kleidungen hinweg genommen / kont vor Elend nichts zu ihrem Mann sagen; er geht wieder in grosser kümmernuß in Wald / und als er wieder kompt / findet er das Weib mit einem Kind nochmals todt; thut solche neben der Magd im Sand / so gut er gekont verscharren; und geht mit traurigen Hertz / betrübten Leid und Jammer wieder auff den Wald mittel zu suchen / wo er möcht auff und darvon kommen. In Trauergeschichten.


[173]
Welches ist das gröste Gut der Welt?
Das Gewissen / wenn manns rein behelt.

Als Keyser Constantinus Magnus den Aussatz bekam / riethen ihm die Aertzt er solte sich mit kleiner Kinder ertödten Blut waschen. Da nu Kinder und Scharff-Richter herzu gebracht waren / hat sich solch heulen und weinen von den Müttern erhaben / daß der fromme Keyser zu Mittleiden beweget worden / den Eltern die wieder zu geben / und als er vom Bischoff Crispo getauffet / ist er deß Aussatzes hernach ledig worden. Cedrenus.


Wer in deß höchsten Hute sitzt /
Wird von der Engel Wach beschützt /
Daß er in des Todes Rachen /
Kan des Todes Pfeile lachen.

Zur zeit des angehenden Evangelii war im Ambt zu Weida / ein treuer Prediger / diesen hatte Gott also angegriffen / erstlich sein Weib und Kinder / mit der Pest heim gesucht / daß sie daran gestorben: Darnach ist ihm das böse Feuer in einen Arm kommen / und denselbigen angezündet / dz man ihm solchen mit einer Sägen hat abschneiden müssen: Folgends / ist er seiner Sinnen beraubet worden / daß man ihn an Ketten hat legen und bewahren müssen; Aber er ist wieder zu seiner Vernunfft kommen. Als er auff ein neues hat schwachheit empfunden / hat er Gott alle Noth vorgetragen / und ihn angeruffen / mit diesen [174] Worten: Lieber Gott was wilstu ferner mit mir machen / eben in dieser Stund / hat ihn die folgende Kranckheit angestossen / und ist also durch dieses Mittel / auß diesem Leben abgeschieden. Crede, ora, pati disce, salvus eris. Christi. Georgi. in l.c.


Spontane a miseria & liberè suscepta.


Laertius schreibet / in vita Diogenis / daß er sey zu finden gewesen / mit einem Mantel und Stecken /damit er die Hund von sich gejaget / sonsten hat er die Nacht über in einem Faß gestecket / sein Nacht-Lager darinnen gehalten / deß Tags über das Faß an einen Zaun gehengt / seinen Hunger mit einen Kraut gestillet / Brunnen-Wasser getruncken / außgehölert / Brot ward seine Schüssel / an statt des trinck geschirrs brauchte er die hole Hand. qvod placet obliviscitur, qvod dolet, meminit. Flit. p. 416.

Ein alter Prediger wurd in seiner Kranckheit von Durst hefftig geplaget / welcher vor dessen ein Mönch im gelobten Land gewest war / der sagte / ach wer nur ein Beerlein hät von Hebron / daran ihr zwen genug zutragen gehabt / das hörete D. Förster. Valerius Herberger. pag. 254.

Das 12. Capitel

[175] Das XII. Capitel.
Von Gedult / Fleiß und Ernidrigung / auch Demuth.

Dreyerley Hertz / soll ein Mensch haben: 1. Jacobs Hertz / Gen. 32. c. daß er sagen könne: HERR ich laß dich nicht / du segnest mich denn. 2. Davids Hertz. Psalm. 73. HERR / wenn ich nur dich hab / so frag ich nichts nach Himmel und Erden. 3. Jobs Hertz. Job. 13. Rom. am 5. HErr wenn du mich schon tödtest / so wil ich dennoch auff dich hoffen.


Jud sagte:

Sabbatha sancta colo, de stercore surgere nolo.
Bürgermeister spricht.
Sabbatha nostra qvidem Salomon celebrabis ibidem.

Zu Magdeburg hat sichs begeben / daß ein Jüd an einem Sabbathtas in die Cloac gefallen / und nicht wieder heraus kommen können. Die Jüden wolten auch seinet wegen den Sabbath nicht entheiligen / und ihm raus helffen; die Sach kam endlich vor den Bischoff / der sagte: Weil die Jüden so [176] starck über ihren Sabbath hielten / so solten wie Christen solches vielmehr thun / und an dem lieben Sontag ihn auch drinnen lassen; muste also der Jüd zweene Tag / als an der Christen Sontag und der Jüden Sabbath in der Cloac verpausieren. Dulcia non meminit, qvi non gustavit amara. Münster.


Dienstu eim Herrn gleich hundert Jahr /
Vnd bist getreu ihm immerdar /
Versihst aber ein halb stund die Schantz /
So ist all Treu verlohren gantz.

Eine Wittbe betete sehr andächtig vor ihren Heren /das hörte der Tyrann und verwunderte sich darüber /fragte sie; warumb sie so fleißig vor ihn betete; denn er wohl wuste / daß ihm iederman feind war / und er dieser Wittben auch viel leids gethan hatte / dem gab sie zur antwort; als dein Großvater lebete / hatte ich zehen Küh / darvon nam er mir zwo / da betet ich /daß er bald sterben solte; als nun sein Sohn dem Vater an die Stell kam / nam er mir mit grosser Gewalt und Vnrecht drey Küh / ungeacht ich vermeinete / er würde frömmer seyn; da betet ich abermals daß du soltest Herr werden / und dein Vater sterben. Nun bist du viel hefftiger und geschwinder / und hast mir armen Frauen vier Küh genommen / darumb bete ich fleißig vor dich / daß nach dir nicht etwan einer käm /und mir die übrigen Küh / vollend gantz und gar nehme / neben dem was ich noch sonsten [177] habe. Erat Rex Sicilia Dionysius. Valerius Maximus lib. 6.cap. 2. Flitn. pag. 88.

Die Königinnen in Macedonien haben sich deß Nähens / Strickens / Spinnens / Wirckens / von Gold und Silber / wie auch deß Keyser Carls V. Großmutter / Isabella Königs in Spanien Ehegemahl beflissen. Wie dann der grosse König Alexander seiner Mutter Olympias gemachte Kleidungen weisen thät. Sedulitas hominis juvat àtque socordia lædit. Zad. pag. 164.

Eine Christin wurd in die Heydenschafft verkaufft; der Kauffer fragte sie / was sie könt / sie sprach ich kan wohl Haußhalten / und durch diß Wort kauffte er sie. Zad. 164.


Christo fide, tuum fac munus alacriter, ora.


Ein fauler Gassenhauer kömpt auff eine Zeit zu einem Wagner / spricht ihn umb eine Zehrung an; er fragt ihn was er sey und könne / er sagt / er sey ein Gelehrter und könne die sieben Freye Künst / was sagte der Wagner / kanst du vor eine Kunst / sieben /und gehest dabey betteln / ich habe nicht mehr als diese einige Kunst gelernt / daß ich ein Wagner worden bin / und dennoch ernehre ich mein Weib und Kinder auch darneben mein Gesind / back dich mit deinen sieben Künsten / und lerne diese eintzige die ich treibe / wilt du anders dich deß Bettelns oder auch gar des Henckens erwehren. Ne pudeat qvæ nescierit velle doceri. Flit. cap. 35.


[178] Anser, apis, vitulus, Bombyx, ovis, ostrea, linum,
Mercurius; servant totius orbis opes.

Den Gebrauch hatten sie in Weischland vor Jahren / wenn eine Braut frü von ihrem Braütigam auffstund / haben ihr die Frauen zu einer Verehrung vorgetragen / Rocken / Spindel / Flachs / Scher / Fingerhut /Nadel / Zwirn / zuerinnern daß sie nun müste eine fleißige Haußmutter werden. Ubiqve labor est, ubique patientia, ubique adjutorio DEI opus est. Zaderus. pag. 165.

Wenn dem Carolo Magno die Nacht im Schlaff was ein fiel / hatte er bey seinem Bett eine Taffel hengen / mit Wachs durchzogen / darbey war ein eiserner Griffel / setzte er sich im Bett auff / und notirte es /war ein liebhaber der Historien. Zaderus.


Im Schiffbruch einen g'lehrten Man /
Nicht viel Schad wiederfahren kan /
Wo er hinkompt ist er ernehrt /
Kunst ist in allen Landen werth.

Esdra der Hebräische Priester konte die Bücher Moises von Wort zu Wort hersagen. Eusebius.

Georgius Trapezuntius so ein hochgelehrter Mann und Professor Gracæ Lingvæ gewesen / hat in seinem alter nicht mehr als das Grichische Alphabet hersagen können. dele Cic..

[179] Die Drucker giessen aus Metall ihre Buchstaben /nehmen hart Pley / Wießmat und Spiesglaß darzu: Eins theils melden daß in Candia oder Creta erstmals die Schrifften und Buchstaben sollen erfunden worden seyn. Anno Christi 1440. ist durch Johann Gutenberg die Druckerey erfunden worden / zu Straßburg / bald nach Johan Hussen Zeiten: Adam hat die verheissung von Weibes Samen in eine steinerne Tafel eingeschrieben. Mathesius. Flitner. pag. 658.

Volfilas Bischoff in Vngarn / hat die Bibel erstmal verteutscher / aber sehr dunckel. Doctor Lutherus hat sie mit vieler und grosser Müh ins hochteutsche versetzt. Ptolemæus Philadelphus hat durch die 72. Interpretes solche in Griechische sprach bringen lassen. Antiochus hat die H. Schrifft etlichemal vor Christi Geburt verbrennen lassen. In der Lateinischen Kirch aber ist sie verblieben: Die Lateinische Sprach gieng an per Evandrum in Welschland. Anno Christi 1240. lib. 2. Zeitb. pag. 61.

Die Hebräische Sprach aber ist 1000. Jahr älter. lib . 4.

Keyser Carolus Crassus ist der erste gewesen / so die Jahrzahl auff die Brieff zu setzen befohlen Michael Sax in seiner Chronica. part. 3. fol. 78.

Rabi Jonathan hat die Bibel in die Chaldeischē Sprach bracht 40. Jahr vor Christi Geburt. Constantinus Magnus hat auch solche auff seine Vnkosten [180] abschreiben lassen; Keyser Theodosius schrieb mit eigener Hand das Neue Testament; auff begehren deß Hohenpriesters Eleasart ist in der Edlen Stadt Alexandria eine Liberey auffgerichtet worden von 50. Tausend stück Büchern / und sind also der Propheten Bücher damals in die weite Land gebracht worden. Josephus lib. 12. Zeitbuch Nicolai. pag. 61. Thudoret. lib. 2


Alle Ding sind müglich Gott allein /
Vnd mus ihm nichts versaget seyn.

Vor der Sündflut sol kein Schiff auff dem Meer gefunden worden seyn / so ist die Archa Nohæ das erste gewesen / und nach diesen Muster haben Ebers Einigklein allererst Schiff gebauet.


Wer arm und vom niedrigen Stand /
Vnd ihm das Glück geht wohl zu Hand /
Der habs in acht / und ehr das Glück /
Damits an ihm nicht üb sein Tück.
Fortunam reverenter habe, qvicunque repentè
Dives ab exili progrediêre loco.

Eines Wagners Sohn Willigis wurde Bischoff zu Meintz / der führte allzeit diß Memorial.

Willigis / nicht vergiß /
Daß dein Vater ein Rad macher g'wesen ist.
[181] Von dem an ists Churfürstliche Wapen mit dem Rad gezieret worden. Saxo & Funccius.
Cætera si vis noscere te ipsum noscere discas,
Cætera si vis vincere te ipsum vincere discas.

Als König Christianus der dritte zu Dennemarck einem seiner Hoffprediger zum ersten mahl heichtete /und ihn derselbe mit seinem Tittul absolviren wolte! Aller Durchläuchrigster Großmächtigster König fiel er ihm in die Red / und sprach: Ich bin itzt nicht bey euch / als ein König in Dennemarck / sondern als ein armer Sünder / und weil ihr an Gottes statt sitzt / wil ich von euch die H. Absolution empfangen / als von einem Diener Christi. Strigen.

»Wir lesen im Speculo Historiarum / daß einsten ein grosser König auff einem vergüldenen Wagen sey ausgefahren / und ihm zwo Geistliche Personen gekommen / gar elend bekleidet / hat er solche gehertzet und geküsset / seinen Räthen aber hat es verdrossen /stifften deß Königs Bruder an / er solt doch fragen /weßwegen solches geschehe / der thut es / fragt den Könige; aber er gibt ihm eine antwort / die er nicht recht verstehen kan / und dieweiln der König den Gebrauch gehabt / so iemand was verwircket / deß Tods würdig / hat er demselben durch einen Trometer ein todten Liedlein blasen lassen / hat man nicht anders dencken mögen / als daß er müsse fort; dieses hat der König seinem Bruder auch gethan / ein todten Lied blasen lassen / darüber er hefftig erschrocken / sich die [182] Nacht über zum Tod bereitet / unwissend die Vrsach: Frü am Tag geht er mit Weib und Kindern vor deß Brudern Pallast / führt ein erbärmliches geschrey / der König läst ihn vor sich / und sagt ihm /du närrisches Mensch / entsetzest du dich so sehr vor den Todes-Boten / und Gericht deß leiblichen Bruders / und tadelst mich / daß ich die Boten Gottes geehret /welche mir den ewigen Tod und jüngstes Gericht ankündigen / wegen meiner Sünden / drumb magst du stets forthin an das jüngste Gericht gedencken / und in Bußfertigkeit leben. Münsterus lib. 2. pag. 356.«


Disce homo, qvi tenui constructus pulvere, qva te
Edidit in lucem conditione DEUS.

Vor Christi Geburt 228. hat Jesus Syrach angefangen / sein Büchlein von Tugenten tempore Ptolemæi in Egypten zu schreiben. Euseb. Zeitbuch. pag. 279.

Drusus Julius hatte ein sehr böses löcherichtes Hauß / zu dem spricht ein künstlicher Baumeister / er soll ihm 500. fl. geben / so wil er es ihm künstlich ausbauen; er spricht darauff / ich gebe euch 1000. fl. wenn ihr mir es könt bauen / daß es aller Orten durchsichtig sey / denn ich lebe mit meinen Weib und Kind / also daß es niemand tadeln kan. Rüdiger. 157.


Fide DEO, atque tua meditatus in arte labora.
Non labor in Domino talis in anis erit.

[183] Es kommet auff eine Zeit eine Nahrhafftige Frau zu ihrer Nachbarin; da klagt sie ihr / wie sie in ihrem Haußhalten gantz nicht fort kommen könne / es gienge alles zu Grund und Boden; die Häußliche spricht /sie will ihr eine Wurtzel geben / daß sie besser Glück haben soll / und fasset ihr in ein Lümplein ein gemeines Steinlein ein / das soll sie mit ihr in alle Winckel deß Hausses umbtragen / so werd es besser werden; solches geschicht und geht ihr drauff alles wohl zu statten / auff eine Zeit kompt die Häußliche Frau wieder / fragt ob es besser mit ihr stehe / ja sagte sie / ich stehe itzunder viel besser / da hieß sie ihr das Steinlein / wieder geben / und zeigete ihres; sprechend / es wäre vorher nichts anders bey ihr gewesen / als die hinlässigkeit deß Haußhaltens / daß sie nicht fleißig nachgesehen hätte / was frommen und schaden gebracht, hätte: Plus est servasse repertum qvàm qvasiisse novum. M. Mich. Julius.


Lusus fortunæ variatur imagine Lunæ,
Crescit, decrescit, constans persistere nescit.

Als Leschezko König in Pohlen vom geringen stand zum Königreich kam / demütigte er sich so sehr daß er auch seine geringe Kleider im Saal auffhängen ließ / und das that auch der erste Potentat in Böhmen.Chron. Polon. Sundel. Regentenb.

Als Konig Porus überwunden war / wolt er sich nicht mehr König nennen lassen. Reg. pag. 300.

[184] Gallicanus Römischer Bürgermeister scheuete sich nicht den armen die Füß zu waschen / den Tisch zu bedecken / und Essen auffzutragen.

Julius Cæsar als er mit Valerio zu Meiland einen Salat mit Butter aß / kunte nicht gnug rühmen / wie gut er geschmecket.

Hadrianus ließ sich vielmals nur mit Speck und Käs zur Malzeit begnügen.

Die Egyptier haben ihren Königen ein gewisses an Essen und Trincken vorgesetzt / darmit haben sie müssen zu frieden seyn. Diodorus Siculus, lib. 2. Regentenbuch. pag. 325.


Omnia prætereunt: Sanctorum gloria durat.


Die Weisen aus Morgenland sind von Susan 232. Meilen nach anweisung deß Sterns gen Betlehem gezogen: Die Eltern Christi 92. Meilen aus Egypten gen Nazareth / wir faulen Leute ziehen nicht gern drey oder vier Schritt zur Kirchen Zeitb. pag. 407. 410.

Das Buch der Weißheit sol Philo der Jüd von Alexandria bürtig gefertiget haben. Hieronymus epist. 115.

Socrates der weise Heid der lernete die Gedult reichlich üben / an seinem bösen Weib / war ihr doch nicht gram / auff eine Zeit wurd er von einem fürnehmen Mann darumb besprochen / wie er doch alles von ihr so gedultig leiden könt; sagt er: Ich lieb sie deswegen / [185] daß sie mir so viel herrlicher Früchte bringet /(seine Kinder meinent) und als er auff eine Zeit den Alcibiaden zu Gast hatte / und das Weib im Zorn über der Mahlzeit das Tischtuch mit Vngestüm sambt den Essen hinweg riß / sagte Alcibiades er solte es nicht leiden / da sprach er; mustu doch solchs der Hennen zu gut halten / wenn sie dir auff den Kopff fleucht / die Gläser zu bricht / und alles umbkehrt: und da sie fort fuhr mit schelten / sprach Alcibiades /leide es nicht / da sagt er; must du doch das Rad an deinem Hauß knarren hören / und schweigen; und da ihm das Weib im Zorn den Rock vom Halß risse /sagten die Leut er solte zu schlagen / Ja sagte er; schlügen wir ein ander / so hättet ihr ein gelechter drüber / ist besser ich schweige gantz stiller / ich kan sie nicht sehrer trotzen / es möcht ihr das Hertz drüber zubrechen / wenn ich nur schweigen thue. M. Mich. Julius. pag. 79.

Vor Christi Geburt 722. ist der alte Tobias 4. Jahr blind gewesen / solchs mit aller gedult ertragen / als er wieder sehend worden / hat er noch 42. Jahr gelebt / und sein leben beschlossen auff 102. Jahr. Geschicht. Nic. im 6. pag. 132.

Agathocles König in Sicilien so eines Töpffers Sohn war / braucht zum gedächtnüß stets irdene Gefäß auff seiner Taffel. Saxo.

Das 13. Capitel

Religion der Jüden
Religion der Jüden.

Die Jüden halten noch heutiges Tages das Gesetz Moisis und die Propheten lassen sich beschneiden /treiben ihre Opffer / nennen ihr Gesetzbuch Talmuth /verlästern verspotten und verspeyen den HERREN JESVM von Nazareth und conseqventer seine Gliedmassen / haben auch bey vieler Orten Magnaten /mehrere freyheit und zutritt / als die armen Evangelischen Christen. Faustus pag. 186. Præt. Dresser.

Religion der Türcken
Religion der Türcken.

Der Türck hält die Beschneidung wie die Jüden / hat ein zusammen geflicktes Buch / von allerley [187] Lehr und Glauben / nennet dasselbige Alcoran / solches hält er viel höher / als wir die Heilige Göttliche Schrifft; er verläugnet die H. Dreyfaltigkeit / vermeidet etliche Speisen / haben eine sondere Jahrzeit / ihre Jahr haben 354. Tag innen / und werden Hegi?æ genennet: Was ihre ankunfft und Religion betrifft / ist zu wissen daß Mahometh der erste Türck gebohren ist wordenAnno Christi 606. als Keyser Phocas regiert / und Bonifacius der vierde geherrschet und hat deß Mahomets Vater geheissen Abdimenech ein Agarener von der Ißmaelitin / (sie wollen sich aber Saracenos von der Sara Abrahams Weib nennen / welches sie aus hochmuth thun) sie sind nicht von Sara sondern von der Hagar Abrahams Kebs-Weib / davon sie diesen Mahometh erzeuget; seine Mutter hieß Aenima von Itraribda bürtig: Als nun seine Eltern absterben / und er ein Wälß wird / nimmt ihn seines Vaters Bruder Abdemutalla zu sich / zeucht ihn auff in der Stadt Salygna in Arabia: Als er nu über sich kompt / verdinge er sich zu einer Wittfrau Cadegan / treibt Kauffmanschafft unn geheirath sie endlich durch Zauberlist. Als er nun am Gut zunam / überfiel er endlich die Caravanen so hin und wieder nach Indien und Persien reiseten / mit hülff allerley muthwilligen Gesindleins / und nimmt an Gut und muth zu / biß er sich endlich vor Gottes Propheten ausgibt / spricht; das alte Gesetz zu halten sey zu schwer / Gott habe ihn gesendet und befohlen / ein Neu Gesetz zu geben / welches milder seyn soll / [188] braucht darzu zweene Jüden mit Namen Audias / und der andere Cabahalar und einen Nestorianischen Münch Sergium / schmieden also aus dem alten und neuen Testament den Alcoran / und damit man glauben möge / Mahometh wäre ein Prophet /gewehnet er eine Tauben bey ihm ab und zuzufliegen / und die Körnlein Getreid / so er zu vor ins Ohr gelegt / raus zu klauben / hernach sagende; die Taube sey der Heilige Geist / verkündige ihm alles was er thun sol / deßgleichen ließ er an einem ende auff graben wo lang zuvor durch seinen Willen heimlich viel Silber und Gold vergraben war / und sprach es wäre alles Göttliche offenbahrung / überredet also das gemeine unverständige Volck in allen / die sein Gesetz annehmen würden / denen würde es wohlgehen / aber ketzlich hatte er die fallende Sucht / dessen sich seine Frau und die Freundschafft sehr schemen thät; er gab aber vor / es redete allzeit der Engel Gabriel mit ihm /dadurch er so schwach würde gemachet.

Sonsten führen die Türcken / in ihren kleidungen /dem Mahometh zu Ehren / uff den Köpffen / in ihren Tulban oder Bund / grüne / rothe / oder braune Farben / und halten die für grosse Sünder / so die grüne Farb vorn an ihrem Leib sich zu bedecken führen thun / was die Natur anbelanget; Die Schneider sitzen bißweilen auff grünen Polsterküssen in Städten / manichmal vorn Grün Tuch für / ist das nicht, vor Mahomet eine Sünden?

[189] Es schreiben eins theils / daß Mahometh mit Gifft umb kommen sey. Andere wollen / er sey sieben tag Sinn loß gelegen / und also dem höllischen Gesetzgeber seinen Geist auff geben / ward 63. Jahr alt / und ist 14. Tag gantz darnieder gelegen / und an einem Montag 12. Junii zu Medina in Arabia verstorben. Er meldete seinen Freunden / daß er nach dreien tagen seines Todes gen Himmel wolte fahren / aber als sie gantzer 12. Tag darauff warteten / und nichts erfolgen wolte / als ein unleidlicher Gestanck / haben sie ihn endlich mit Zorn begraben / sein Nachkommen aberCalipha, ließ ihm zu Mecha / in einem schönen Tempel / ein Grab machen / und oben im Tempel etliche Magnet stein vergraben / den Sarg mit Eisen beschlagen / da denn der Sarg vom verborgenen Magneten ist über sich gezogen worden. Anno Christi 1470. schlug das Gottes Wetter den Sarg / sambt dem verführer / und dem Tempel einen grossen theil darnieder und wurde vom Feuer verzehrt / ist aber hernach wieder gebauet worden / und thun die Türcken stätigs grosse Walfarten dahin.

Von ihrem Gottes Dinst sol man eigentlich dieses wissen / wenn sie auff ihre Cantzel steigen / füren sie ein bios Schwert mit / Vnd wenn sie von unserm Heiland CHRISTO JESV reden / sagen sie / er sey nit gecreutziget worden / sondern ein anderer Mensch an seiner statt. Er sey durchgangen / und in Himmel nauff genommen worden / sitze numehr [190] zu des Mahomet Füssen / er werde vor den Jüngsten-Tag wieder kommen / den Antichrist zu tödten. Sonsten hauset der Türckische Tyrann übel mit den Christen / wenn er eine Christen Stadt einnimmet / verkauffet die Menschen nacket und blos / wie das Vieh / was kranck / gebrechlich und armselig ist zerhauet er flugs mit seinem Sebel / wie Constantinopel / and andere Ort / uns vor Augen stehen: Alß daselbst der fromme Keyser Constantinus im Streit ritterlich umb kam /lies der Tyrann seine Gemahlin und lieben Kinder lebendig in sein verfluchts Pancket schleiffen / sie lästerlich schänden / und hernach allererst zu stücken hauen: Er bekam auch dißmals ein sehr schönes /fürstliches Fräulein / außm Frauen Zimmer gefangen /die behielt er 4. Wochen bey sich / lebete mit ihr nach seinem Willen. Endlich begehreten die Bascha / er solte Order zum Auffbruch ertheilen / da sprach er: Wir wollen auff brechen / und ich wil lassen / waß mir die Zeithero am liebsten gewesen / ließ das Fräulein herzu bringen / ihrer zwene sie halten / und zog ein Schärlein aus dem Seckel heraus / schnitte ihr damit eigener Hand die Gurgel entzwey / daß sie auff dem Saal nieder sanck und starb: Er hat auch domals alle Bücher verbrennet / darinnen der Christliche Glaub erfunden worden. Geschehen Anno Christi 1453. 29. Maii. Felix si celsa Potentum atria vitaris. M. Mich. Julius.

[191]
Religion der Griechen
Religion der Griechen.

Die Griechen gläuben an die H. Dreyfaltigkeit / sie gläuben daß Gott der H. Geist vom Vater allein ausgehet / zur Rechtfertigung deß armen Sünders erfordern sie den Glauben / halten sieben Sacramenta / ruffen die Heiligen und Engel an / halten gar nichts vom Fegfeuer / geben das H. Abendmal in zweyerley Gestalt / halten die Ehe / verfluchen das Bapstumb.Dresserus. Artus. Meerfarth Ecklins.

Nicht weit von Nicosi im Dorff Armilia in der Insel Cypern sind zwo Kirchen / eine der Lateiner / die andere der Griechen / solche versorget ein einiger Geistlicher / so ein Münch / hält in der Lateinischen Kirchen Meß / nach ihrer Gewonheit / in der Griechischen nach der Griechen Manier / und das heist auff beyden Achseln tragen / weder kalt noch warm seyn.Apocal. 3. cap. Wenn die Griechen grüssen / so küssen sie einander auff den Mund. Reißbuch deß von Zimbern. Stöffels. Ecklins. Anno 1552.

Religion der Moren
Religion der Moren.

Die Moren; ehren die H. Dreyfaltigkeit / bekennen zwo Näturen in Christo / haben die [192] Schrifften / deß alten und neuen Testaments / reichen das Abendmal in zweierley Gestalt / verwerssen die Meß / Firmung und Salbung / lassen Geistlichen und Weltlichen die Ehe frey / halten die Heiligen zwar in Ehren / doch ohne die Anruffung / glauben ein Fegfeuer halten die Beschneidung / haben sonst viel traditiones, ihr König hat in die 40. Königreich unter sich. Artus.

Religion der Moscowiter
Religion der Moscowiter.

Die Moscowiter halten die Religion wie die Griechen / allein daß sie mehrer der Heiligen Väter Schrifften lesen / weder die H. Bibel / haben das Abendmahl in zweierley Gestalt / achten die Tauff nothwendig / halten ein einiges Göttliches wesen / drey Personen /sagen der Glaube sey das Fundament der Seligkeit /doch mit guten Wercken unterstützet / halten die Priester Ehe / gläuben ein ewiges Leben und jüngstes Gericht / ruffen die Heiligen an / halten nichts vom Fegfeuer / und gebrauchen wie die Türcken keine Vhr.Desser. Artus.

Religion der Tartarn
Religion der Tartarn.

Die Tartarn halten der Türcken Religion als da ist gros Tartaria / Scythia / Aria / Cathaja / Scrita / doch finden sich etliche wenige Christen / so sich vomJESV NAZARENO Nazarener [193] nennen. Anno Christi 1162. der Tartarn ansang gewesen ist. Dii sordida sacra recusant.

Religion der Armenianer
Religion der Armenianer.

Die Armenianer halten ihre Religion gleich wie die Griechen / so sich verwichener Jahren / zu Amsterdam und in Niederland gern eingeflochten hätten.Dresserus.

Religion der Persianer
Religion der Persianer.

Die Persianer wenn sie das Heilige Abendmal geniessen wollen / setzen sie sich vor her nieder / an ein Bächlein / so durch den Tempel fleust / und welcher das Abendmal geniessen wil / zu dem tritt der Oberste der Stadt / wäschet ihm die Füß / nach diesem küssen sie sich untereinander / und nehmen das H. Abendmahl ohne Beicht; leiden keine Bilder / lesen keine Meß / singen keine Psalmen / sondern brauchen nur ihre Seitenspiel: Ihr Königreich ist angangen Anno Christi 1368. der Sophi hat 30. Jahr in der Wüsten gelebet. Münsterus lib. 5.

Religion der Heyden
Religion der Heyden.

Man hat hat vor Jahren Leute gefunden / die Gott und den Teuffel zugleich haben ehren wollen / die hat man Satanianer geheissen / wie dann [194] Rodoaldus ein König in Engelland in seiner Capellen beyder Bildnüß deß Teuffels und unsers HErre Gotts sol gehabt haben: Im Königreich China sol noch heutiges Tages an etlichen orten der Teuffel gehret werden. Die Calecutaner thun solches gleichfals: Choriter beten an Chore: Cainiter den Cain: Judaiter den Judam. à radice mala carpuntur pessima mala. Strig.

Nach der Heiligen Apostel zeiten haben sich Ketzer gefunden / so sich die Ophiten / Schlangen Diener genennet / die haben die Schlange angebetet / so Evam betrogen hat / wenn sie ihre Kirchen Ceremonien verrichtet haben / haben sie durch Zäuberey so viel zu weg gebracht / daß sie aus dem Loch heraus gekrochen / Oblat und Brot angebissen / hernach haben sie solche Oblaten ausgetheilet / als wenn sie von Christo gesegnet wären; solches haben auch die Lieffländer vor ihrer bekehrung gethan / die Schlang vor ihren Gott gehalten / sie aufferzogen / ernehret /auff den Heu liegen lassen / hernach sind solche beym angehenden Evangelio getilget worden. Strig.

Ninus der dritte Keyser in Assyrien hat seines Vaters und seiner Mutter Bildnüß an zu beten befohlen; daher der Götzendienst entstanden. Faust. p. 83.

Erasmus gedenckt in seinen Epistolis daß ein Priester sey gewesen / der seinen Zuhörern hat wollen beweisen / daß die Seelen nach ihrem absterben wieder kämen / und der lebendigen Fürbitt und Hülff begehreten / der hat dieses Gesicht und Spectacul angerichtet / [195] Er hat am Charfreytag bey der Nacht etliche Krebs auff den Kirchhoff bringen lassen / denselben brennende Wachskertzlein zwischen die Scheren gegeben / so auff den Gräbern damit herumb gekrochen / und dieweiln es bey der Nacht schrecklich anzusehen gewesen / hat sich niemand hinzu nahen dörffen / und haben solches die Seelen der verstorbenen seyn sollen / aber auff den Morgen hat man etliche todte Krebs Wachs-Kertzlein haltend gefunden. M. Jacob. Stolterfoth in consideratione visionum. pagina 194.

Anno Christi 230. hat Keyser Severus / Thomæ Leichnam aus Indien nach Edessa in Mesopotamien auff Bitt der Christen gebracht / weiln er gleich Krieg mit den Persianer führete / daher erwachsen die H. anzubeten. Eusebius. Zeitb im 12. pag. 79.

Alle Jahr den 25. Martii reisen in die 200000. Saracener Walfarthen gen Mecha zu deß Mahomeths Grab. Zeitb. im 12. pag.19.

Egyptier haben alle Thier angebet ausser die Sau.Herodotus. D. Conr. Diet. 2. conc. super. 5. Bußpsalm.

Die Persianer haben alle Wasser heilig gehalten /nichts unreins drein geworffen noch gethan. Münsterus. lib. 5. pag. 1363.

[196]
Abcontrafey deß Leydens unsers HErren Christi JESV
Abcontrafey deß Leydens unsers HErren Christi JESV.
Der sonst beweget iederman /
Itzt sich am Creutz nicht regen kan.
Welcher ein Brun war hoch geacht /
Derselbe itzt vor Durst verschmacht.
Der allen Thiern gab ihr geheeg /
Hat itzt nicht da ers Haupt hinleg.
Der vor war reich der ist itzt bloß /
Bleich ist der vor gläntzt wie ein Ros' /
Der sonst war die Gerechtigkeit /
Itzund vor uns're Boßheit leid.
Der sonst die Kron und Scepter gab /
Ein Dörne Kron trägt / darmit schabab.
Von dem man sonst all Ehr erlangt /
Itzt zwischen zweyen Mördern hangt.
Der vorhin tröstet iederman /
Itzt selber kein Trost finden kan.
Der Fürst deß lebens JEsus Christ
Itzunder selbst gestorben ist.
Das alles muß ich sagen frey /
Allein O Mensch deß ing'denck sey.
Daß Gott diß alles auff den Plan /
Vmb deinet willen hat gethan.

Es schreiben etliche / daß das Creutz Christi JEsu unsers Heilandes aus Cypressen / Fichten und Cedern[197] Holtz sol zusammen gefüget worden seyn: Es sey nun dem also oder nicht / so gibt es doch eine feine Geistliche deutung / Cypressen Holtz ist eine Abbildung Todes oder einer Leich; sintemal ein solch Holtz nach der Hand abgehauet / wechset nicht bald wieder wie ander Holtz: Cedern Baum bedeutet unsterbligkeit /dieweiln solch Holtz von Würmern nicht kan verzehret werden: Fichten Baum zeiget an daß der HErr Christus nicht hat ins Wasser kommen sollen / weiln solch Holtz im Wasser schwimmet / und zum Schiffen gebrauchet wird. Flitn. cap. 8. pag. 160.

Johann Tucher in seinem Reißbuch schreibt also hiervon / das Holtz darvon das Creutz Christi gemacht sol worden seyn / sol viererley Art gewesen seyn als von Palmen / Cedern holtz / Cypressen und Oelbaum / darüber die Jüden aus Boßheit solche auslegung gehalten: Palmen solt ihren Sieg bedeuten /daß sie ihren Feind überwunden hätten; die Tafel über dem Creutz darauff geschrieben war I.N.R.I. vom Oelbaum meinete sie / daß sie nunmehr in guten Fried Ruh und sicherheit sitzen wolten: Cedern holtz in die Erd vergraben / solt nicht faulen / damit sein Leib lang hing / ob er gleich stüncke: Cypressen holtz solt den Gestanck vertreiben / daß die Leute nan gehen und solchen Leib schanen könten.

Sonsten schreiben etliche weise Griechen vom Creutz Christi also: Daß als Adam kranck war /schickte er seinen Sohn ins Paradeiß zum Engel / [198] daß er ihm schickte deß Oels von Baum der Barmhertzigkeit / damit er seine Glieder salben könt und gesund würd; als Adams Sohn ins Paradeis kompt / läst ihn der Engel nicht ein / spricht er kan desselben Oels itzt nicht bekommen / gab ihm drey körnlein von Apffelbaum / seinem Vater solches in Mund zugeben / wenn er ihn begrübe / und wenn der Baum so aus dem körnlein wüchse frucht brächte / als denn solt sein Vater wieder genesen; als nun der Sohn gieng / fand er seinen Vater todt / doch auff deß Engels befehl legte er ihm die drey körnlein in den Mund / und aus denselbigen wuchsen hernach drey grosse Bäum / von dem wurd das Creutz gemacht / an dem wir alle erlöset sind / und sey das H. Creutz acht Arm lang gewesen / und der Theil über zwerg fünfftehalb Arm / die Jüden haben auch solch Creutz in die 200. Jahr verborgen gehalten / biß es / Helena Keysers Constantini Mutter wieder gefunden. Montevilla. Otto von Demmeringen.

[199]

Das 14. Capitel

Lügenhaffte Articul aus der Türcken Alcoran genommen
Lügenhaffte Articul aus der Türcken Alcoran genommen.

1. Lehren sie / die Teuffel wären darumb von Gott verdampt worden / dieweiln sie den Adam in Paradeiß nicht hätten wollen anberen.

2. Die Teuffel würden selig werden / wo fern sie an den Alcoran glauben würden.

3. Das alte Testament wäre von den Jüden / das neue aber von den Christen verfelschet worden; derwegen Gott den Mahometh in die Welt gesendet / [205] aus beyden Testamenten eine neue Lehr anzurichten.

4. Mahometh wäre geordnet vor Gott künfftig alleine zutreten / und vor die andern Menschen zu bitten.

5. Die Sündfluth hatte derwegen die Leute verderbet / daß sie nicht Saracenisch werden wollen.

6. Dörfften sie keinen Wein trincken / weiln zween Engel Aroth und Maroth in der trunckenheit bey einem Weib geschlaffen hätten / das Weib wäre drüber zum Morgenstern worden / die beyden Engel müsten biß zum Jüngsten-Tage zur straffe an Füssen auff gehengt / zu Babel in den Brunnen Bell bleiben.

7. Vor dem Jüngsten-Tag sollen alle Engel getödtet werden / von diesem und ander mehrern nichtigen wesen schreiben Richardus Cordubus, Cedrenus, Cælius, Augustin. Zeitb. 16. pag. 239. Veritati ad hærete.


Ehe die Dennemärck er zum Christenthumb sind gebracht worden / haben sie alle 9. Jahr (Tacitus setzt pagina 540. Jährlichen) ihren Göttern 99. Menschen und so viel Pferde geopffert / ümb die Jahrzeit 930.Diarium. pagina 15.

[206]

Das 15. Capitel

Das XV. Capitel.
Vom heiligen Abendmal.

Si Christum discis, satis est si cætera nescis.
Si Christum nescis, nihil est si cætera discis.

Socrates schreibt / in der Kichen Historia / daß die Leute in der ersten Kirchen das liebe Nachtmal / (bevorauß in Egypten-Land / Alexandria und Thebaide) den Abend / wenn sie zuvor gessen und getruncken gehabt / genossen; Aber von den lieben Altvätern hernach / und der Christlichen Kirchē uff nüchtern Morgen / da die Andacht grösser seyn sol / weißlich geleget worden / man hat auch den kleinen Kindern das heilige Abendmal gereichet / das Concilium Milevitanum hat es also zu halten den heiligen Vätern vorgetragen / wie denn solches noch heut zu Tag die Hussiten / Picarder und Waldenser / im gebrauch haben.

Augustinus Epist. 93. 23. 118. Georg Nigrinus. sed omnes errarunt. Wenn das heilige Abendmal zum Gedächtnüß Christi / und daß ein ieder sich darbey prüfen sol / sol gehalten werden / folgt daraus das es vielmehr vor die erwachsenen / weder vor kleine Kinder eingesetzet sey.

[207] Ob schon der gegentheil vorgibt / wir Evangelischen genössen nur schlecht Brod und wenn weiln unsere Priester nicht geweihet weren: Ist doch Gott gegenwertig bey seinem Leib und Blut / wegen seiner Stifftung / ohn alle wesentliche Verwandlung der Elementen / und wer hat den Abraham zum Priester geweihet?

Es empfehet ein ieder den gantzen Christum / soll es auch ein ieder Geistlicher und Weltlicher geniesen /die weilen der Text klar sagt / trincket alle darauß /tam vos sacerdotes, qvàm reliqvs credentes, interpretante Paschasio. fol. 322. Ob es zwar alle geniesen / gute und bose / ist doch dieser Vnterschied darbey / daß es die frommen gewesen zur Seelen Heil /die andern zum Verdamnuß.

Die heiligen Apostel haben nur das Vater unser /und die Wort deß heiligen Abendmals / bey ihrer consecrirung recitiret / wie Amalarnts / Platina und Polydorus bezeugen.

Anno Christi. 870. unterm Pabst Hadriano den andern / ist den Leyen zu Rom / in beiderley Gestalt das Abendmal zu geniesen gereicht worden. Faustus pagina 191.

Anno Christi 1483. hats zu Prag / Augustinus Lucianus / administrator / gleichfalls in zweyerley Gestallt außgetheilet Theobaldus.

Anno Christi. 1507. hats Bischoff Philippus Nova villa , so zu Kuttenberg begraben / ebenermassen in zweyerleiy Gestalt gereichet.

[208] Anno Christi 1564. sub Ferdinando I. unterm Bapst Pio IV. ist es zu Wien und Prag / Reichen und Armen in beyden gestalten geben worden. M. Christianus. Sleidan. pagina 187. Clemens. lib. 3. tit. 16.

Das 16. Capitel

Taciturnitas
Taciturnitas.
Es ist unter der Rosen geredt.
Ich bin ein Ros' von vielen Blaten /
Viel klapperns das bringet Schaden /
[216]
Wer viel wil schnattern und schelten /
Der bleib zu Hauß und komme selten.

Etliche haben eine Rose über den Tisch hengen lassen / und wenn die Gäste haben wollen heim gehen /zu ihnen gesagt / daß sie unter der Rosen beysammen gesessen / zu einer erinnerung / daß keiner dem andern etwas solte vor übel halten / oder die beschehene Reden bößlich deuten: multum in amore fides, multum confiantia prodest. Strig.

Die Heyden haben von der Verschwiegenheit selbst viel gehalten / ein Weib das schweigen kan / ist eine Edle Gab Gottes / sagt Sirach. Die Spartaner / füreten den Gebrauch / wenn sie eine Gasterey hielten / und der Gast in die Stub kam / weiseten sie ihm die Thür /nicht wie die Deutschen bißweiln thun / sondern sagten: hâc non egrediatur sermo. Strig.


Qvicqvid agas secreta tuæ ne pande marita,
Unde tibi nasci possint discrimina vitæ.

Barbatie der vornehme Kriegs-Oberste / vertrauete seinem Weib / durch überschicktes Schreiben / wie ihn das Kriegs-Volck so lieb hätt / daß auch wenn Constantinus stürbe / er könte zum Keyserthumb kommen / darüber freuete sich sein Weib / daß sie könte eine Keyserin werden / wusch es auß unter ihren guten Gespielen / und als es vor dem Keyser kam / musten sie alle beyde die Köpff verwegen hergeben / denn der Keyser einen Argwohn schöpffte.Fifo res periit, diffiso salvare man sit. Ammianus Marcellinus.


[217] Nobile vincendi genus est patientia: vincit
Qvi patitur. Si vis vincere disce pati.

Da die Evangelischen Prediger Interims Zeit / aus Augspurg vertrieben wurden / schickte Johann. Friedrich der Churfürst sie / nach deren Prediger einem fragte ihn / wie es ihm ging. Er sagt / Gnädigster Herr / der Keyser hat uns das gantze Römische Reich verboten / da giengen dem Churfürsten die Augen über /wendete sich zu einem Fenster / und sagte bald darauff / hat er euch auch den Himmel verboten; Nein sagte der Prediger / Er sagte der Churfürst / so hatt es keine Noth / seyd getrost / Gott wird wol ein Land finden / daß ihr sein Wort könt Predigen. Sleidanus.


Qvid omnium difficilimum? Resp. Se ipsum nosse.
Qvid omnium facilimum? Resp. alios reprehendere.

Keyser Constantinus / ließ im Anfang seiner Regierung außruffen / welche Christen weren / solten sich innen 3. tagen von seinem Keyserlichen Hof packen /welche es aber mit Arrio halten thäten / solten bleiben etliche blieben beständig / zogen ab etliche / als Mamelucken / billigten aus Hofgunst Arii Lehr; Der Keyser aber / ließ in wenig tagen / die außgewichene wieder fordern / und enturlaubete die Mamelucken /sprach; wie könt ihr mir treulich dienen / weiln ihr euren Gott untreu seyd. Strig. pagina. 794.

Der Hertzog zu Venedig liebte also sehr die Gerechtigkeit / [218] daß er sich auch über seinen Sohn nicht wolt erbitten lassen / in dem er eines Burgers Weib geschändet hätte / sondern er ließ ihn ins Gefängnüß werffen / und darinnen sterben Tr. Geschichten.


Wo der Fürst ist ein blindes Kind /
Hat Räth die weits Gewissen sind /
Da steth das Recht auff Gunst und Gab /
Vnd nimbt an Ehr und Gütern ab.

Das 17. Capitel

Das XVII. Capitel.
Vom Glück / Segen / Wolfahrt / Fried / Einigkeit /zeitlicher Wollust und Herrligkeit / auch treuer Vorsorg Gottes.

Ein König in Polen / zeugete fünff Söhn / und weiln der Vater im Regiment grosses Glück hätt / kamen auch die Söhne hoch hinan / der erste succedirte dem Vater im Reich / der andere auch 5. Jahr dem Bruder /der dritte / gleichfalls 92. Jahr / der vierte war König in Vngarn / und Böhmen / der Fünffte ein Cardinal. Si fortunæ juvat, caveto tolli; Si tonat, caveto mergi. Mechov.

Keyser Friedrich der Dritte / wurd gefragt / was doch einem Menschen am Glückseligsten auff der Erden [219] begegnen möchte / hat er geantwortet / felix ex hac vita exitus. ein selig End. M. Christianus.


In keinem Glück erhebe dich /
In keinem Vnglück verzag nicht /
Bedenck / Gott ist ein solcher Mann /
Der Glück und Vnglück endern kan.

Vgelinus / der Wahl / kam durchs Glück so hoch hinan / daß er selbsten sagte / er wüste nicht / was ihm an seiner Ehr und Macht mangelte / aber er wurd bald darauff von seinen wiederwertigen überfallen / er mit seinen 3. Söhnen und Töchtern / in einen Thurm verschlossen / darinnen must er elendiglich sterben.Strig.

Crœsus hielte viel uff seine Macht / und grosse herrligkeit / als er aber von Cyro gefangen / erinnerte er sich des Solonis Red / und lernete das / γνῶθι σεαυτὸν erkennen / denn alles was ein Mensch ist und hat / nur Jammer / Elend und Noth Chr. Carion. Herod. lib. 1.

Hannibal freuete sich seines Glücks / alß er die Schlacht bey Cannas erhielte / und etliche Schöffel köstlicher Ring überkam. D. Mirus.

Der Fried ist das best in aller Welt / unter allen so der Mensch erzehlt. Zweene Bürger in Schweitzerland hatten eine lange zeit mit einander im Recht gelegen; Da spricht einer zu seinen Sohn / leg deinen Harnisch an / ich wils auch thun / und gehe mit mir: Sie kommen vor des Wiederparts Haus / und als der Haußwirt seinen Feind sihet und höret daß er zu ihm [220] kommen solt / sagt der gleichfalls zu seinem Knecht / leg dein Harnisch an / ich wil es auch thun / denn mein Wiederpart ist verhanden / laß hören was er wil. Kommen also vor der Thüren zusammen / da sehet der Nachtbar an / wir haben noch lange Zeit in Rechten gelegen / das unsrige zugesetzt / wir wollen gute Freund wer den / da hab ich einen Sohn / und eine Tochter / wollen solche lassen zusammen heyrathen / und forthin gute Freund bleiben: Der verwilligte darein / neben der Tochter / fangen an frölich zu seyn / halten eine ehrliche Hochzeit / und bleiben biß an ihr Ende gute und beständige Freunde. Regentenb.

Xenophon hatte seine Lust am Königlichen Garten Gewechs. Cyrus in Persien der zeigete seinen Gästen seine Obstgärten / und sagte: multæ istarum arborum mea manu sunt satæ. Keyser Carolus Magnus hatte zweene Tisch / von feinen dichten Gold / darauff die Mappa künstlich gestochen war. Keyser Nero hatte zwey Kelchlein / wurden uff 6000. Gold-Gülden geschätzet. Sylla kunte seinen Gästen viertzig jährigen Wein vorsetzen / Julius Pompejus Secundus / sol dem Cajo Principi einen Wein zugetruncken haben /so 160. Jahr alt gewesen. Aurelius Victor. cap. 39.Deucerus. Strig. Plinius.

Cleopatra ließ ihrem Antonio zu Ehren ein Gericht auffsetzen / uff 250000 Gülden / hat ihm auch eine hoch edle Perlein in einem trunck zugebracht / einer Thonnen Golds werth. Saxo & Func.

[221] Heliogabulus hat auff einmal / 600. Strausen-Heubter aufsetzen lassen / daß die Gäste vom Gehirn essen sollen. Strig.

Nero ließ vielmals auch mit Güldenen Netzen fischen / und dieselbe mit Purpur-Stricken ziehen. Strig.

Keyser Maximilian und Carl / hatten ihre Freud am Gejägde. Strigen.

Zu Erfurth hielte ein Burger einen Raben / als er ihn sihet sehr traurig seyn / spricht er zu ihm: Räbelein / wie bistu so traurig / was gedenckestu? Fähet der Rab an / auß dem 77. Ps: Ich denck der alten Zeit / der vorigen Jahr / aus diesem erkennete der Bürger /daß der Teuffel aus ihm redete. Strig.

Ein Cardinal zu Rom hatte einen Papagey / der konte die Articul deß Glaubens richtig her sagen. Cælius. Strig.

Keysers Claudii Söhne / hatten ein Star und Nachtigal / die konten Lateinische und Griechische wörter herschwatzen. Strig.

Zur Zeit König Heinrichs deß achten / ist zu Londen vom Schloß ein Papagey ins Wasser gefallen /dieser hat offtmals von Leuten gehört / wenn sie überfahren wolten / daß sie den Fehrmann verwilligt / 20. Pfund zu geben / solches Wort braucht er in dieser Noth auch / a bot a bot Wentye Pouund. Ein Fehrmann hörts / gedenckt weil er auffs Schloß gehört /ein gut tranck gelt zuverdienen / nimbt ihn trägt ihn[222] nauff / aber der König sagt / er wolle vor erst den Vogel noch einmal fragen lassen / und als es geschicht / spricht der Vogel / Gibe the Knab a grott /gieb dem Schelm ein heller / must sich also der Fehrmann gnügen lassen. benefact a male locata malefacta arbitror. Strig.

Als Margraff Friederich vom Keyser belägert war /segnete Gott seine Gemahlin mit einem Fräulein / die bittet ihren Herren / daß das Kind bald möge getauffet werden; Der Herr nimbt 12. Diener / neben der Amme / mit dem Kind zu sich / reiten nach Tenneberg unter wegs fehet das Kind an zu weinen / und wird durstig /und gleich in dem jagen ihm auch die Feind nach / da spricht der Fürst / ich wil mein Kind ohne die Tauff noch dursts sterben lassen / läst der Ammen das Kind / und setzete er mit den Reutern in seine Feind / jagt sie zu rück / lest das Kind hernach tauffen / und Elisabeth nennen / so dem Land-Grafen in Hessen vermählet worden; Si DEUS adfuerit nobis, nos lædere qvis vult. Strig.


Pectora damna struunt linguâ qvi blanda loqvuntur:
Os cum dicit AVE, dicere crede Cave.

Im Teutschen Krieg / unter Carolo. V. hatt ein Haubtmann Befehl / den Gottseligen Doctor und Superintendenten / Jonam zu Hall umb zu bringen / aber der Haubtmann / konte ihm nichts thun / fürchtete sich selbst vor ihm / erzehit ihm auch solches / und[223] sagt / ich sehe daß ihr ein ehrlicher frommer Mann seid / derwegen kan ich euch kein Leid thun. Strig.

Cyrus wurd von seinem Großvater auff das Feld geleget / daß er solt Hungers sterben / Aber Gott schickt es / daß er in der Perser disciplin ehrlich und herrlich erzogen / und ein grosser Herr ward. Si volumus participes esse bonurum, oportet prius ut simus confortes tristium. Herod. lib. 1.

Da D. Luther von männiglich solt im Bann seyn /als er von Wormbs abzog / schaffete Gott mittel / daß er durch zwene Edelleut ins Schloß Wartberg gebracht / und darinnen enthalten wurd / biß sich der Sturm der Römischen Kirchen legete. Mathesius.

Eine Amme säugete bey der Nacht ihr Kind / und gedachte solches richtig wieder in die Wiegen zulegen legt es aber aus übrigem schlaff ins Fenster / da fälltes am Schloß in Stadgraben hinab / wo es am felsichstē ist / und bleibt am Windelein hengen / die Amme wil in schrecknüß nachspringen / wird ihr aber erwehrt / das Kind hernach vom reisigen Knecht auffgehaben / welches ihn angelachet / darüber er weinen müssen. Adspice qvàm subitò qvod stetit ante cadat.


Sunt etia Musis sua ludicra, mista Camænis.


Das güldene Fell oder Fließ hat Jason / deß Königs Aesonis aus Thessalia Sohn / mit den Argonautis und Helden aus Griechenland / so sich mit grosser gefahr gewaget / dardurch Ehre zu erlangen / [224] überkommen /daher noch zu erweckung Ritterlicher thaten / Keyser und Könige / vornehmen Herren solches güldenes Fließ zu einem Symbolo und grossen Verehrung überreichen lassen. Laur. Faustus.

Der Jüden Müntz war vorzeiten ein Seckel / Siclus / auff der einen Seiten stund ein Gefäß mit Manna, und die überschrifft. Secol Israelis, auff der andern der Stab Aaronis und Sanctæ Jerusalem. Bona existimatio pecuniis præstat.

Ein Bergherr klagt seine Noth D. Luthern / wie er alles zu gesetzt hab / Er vermahnt ihn zum lieben Gebet und fort zu bauen / in kurtzen Tagen schenckt der liebe Gott grosse Außbeut. Mathesius.

Das 18. Capitel

Das XVIII. Capitel.
Von Hoffart / Pracht / Vbermuth / Stoltz und Sicherheit.

Ein vornehmer Doctor Juris setzete sich auff eine Zeit über / und wolte die Evangelische Lehr mit Bäpstischen Traditionen vergleichen / bekommet sein kleines Söhnlein zur Stuben hinein und spricht / Vater du bist ein Narr / darauff ließ er es bleiben. Non semper feliciter cadunt JOVIS taxilli. Sturm. pag. 349.

[225] Ein Doctor zu Jena freyete einsmals sein. Magd /als sie nun frau Doctorin geheissen wurd / kam die Lauß in Grind und hielt den Herren Doctor sehr übel.Zad. pag. 70.

Als Hecuba Königs Priami Gemahlin von den Griechen ins Elend geführet ward / sprach sie / wer nicht weis / auff was glatten Füssen stoltze Häupter gehen / der sehe mich an. M. Richter.

Es fragte einsmals eine stöltze Ebelfrau ihren Beichtvater kurtz vor ihrem ende / ob denn nur ein Himmel wäre / darein sie alle kämen; ja / sagte der Pfarrer / es kommen Reiche und Arme nur in einen Himmel / so fromm und gottselig gelebt haben / sie sein Edel oder Vnedel / ich dörffte mir wol wünschen / sagte sie / nicht in einen solchen Himmel zu kom men / denn ich bin mein tag den Bauern feind gewesen / es seind grobe stinckende Leute. Strig.

Als zur Zeit ein Bischoff prechtig vor einem Armen Baur vorüber ritte / kreutzigte und segnete sich derselbe vor dem Bischoff / er fragte ihn weßwegen er es thäte / da sagte er / vorzeiten sind die Bischoff nicht so prächtig auffgezogen, als Eur Gnaden itzt thun /sondern fein schlecht und einfältig; der Bischoff sagte / ich reite itzt nicht als ein Bischoff / sondern als ein Weltlicher Herr / daheim in der Kirch hielt er sich als ein Bischoff / bat das Bäuerlein der Bischoff solt ihm gnädig verzeihen diese Frag / wenn der Fürst zum Teuffel führ / wo denn der Bischoff bleiben wolte. [226] Asperius nihil est humili cum surgit in altum. Zeitber. Pagina 670.


Der Stoltze wird drumb erhöht so wol /
Daß er desto härter fallen sol.

Carolus Magnus verliehe einem ein Bisthumb / als er aber sahe / wie sich der Bischoff so hurtig auffs Pferd schwung / und dasselbige herumb warff / sagte er ihm alsobalden wieder das Bisttzumb auff und sprach: Er gebe einen bessern Reuter als Bischoff / er wolte ihn noch eine Zeitlang zu Hoff behalten. Strig. Pagina 189.

Ein Barfüsser Münch Robertus de Licio trat Anno Christi 1480. vor dem Bapst und Cardinälen auff zu predigen / fieng also an / pfui Paule pfui Petre / sprützete auch unterschiedlichen aus dazu / gieng also darauff von der Cantzel wieder herab; als er nun gefragt wurd / weßwegen er solches gethan / sprach er / er wäre zornig auff die Apostel / daß sie so schlecht gelebet / und wol besser hätten leben können / weder heutiges Tages Bäpst und Cardinäl. M. Johann Greislavius im Glaubenschild pag. 234.

Ein Stadt-Schreiber wolt sich ordiniren lassen zum Kirchen-Diener / machte groß Dicentz im Titul / und auch als ihn Herr Philippus Melanchthon fragte / wie ein Mensch könte vor Gott gerecht und selig werden; fiel ihm Philippus in die Red und sagte: Ihr müsset auff die Frag sein kurtz antworten / [227] und nun das parliren eurem Successori befehlen / und vom Herren Christo fein schlecht und einfältig reden. M. Porta.

Als eine Fürstin den Pracht ihrer Vnterthanen ansahe / wie sie sich mit Gold behenget hätten / sprach sie; unsere Leut haben die Gelsucht bekommen / wir müssen sehen / wie wir ihnen solche vertreiben / ließ eine grosse Steuer anlegen / der schändlichen Hoffart wegen. Ne corpus nimium vel cultu aut vestibus orna. Strig.

Leo Secundus wurd aus einem Handwercksman ein Keyser / als er aber stoltz ward / starb er an der Rothen Ruhr dahin / das geschahe auch Keysern Arnulpho / der wurd seiner Hoffart wegen von Läusen gefressen / Qvoniam superi propè nos sunt Dii qvicuncta vident. Reg. pag. 524.


Stoltz alles args und Sünd erregt /
All Tugend aber nieder schlägt /
Wenn deß Stoltzen Sünden gehn an /
Der Tugend Frücht zu Boden gan.

Canutus König in Dennemarck ließ ihm einen Stul ans Meer setzen / sprach: hör Meer / du bist ein stück meines Reichs / du solt mir allzeit gehorsam seyn /bald erhob sichs Meer / wütet und tobet / setzete sich ihm gar in seinen Schoß / drüber erschrack er / nam die Cron vom Haupt / setze sie dem Crucifix auff /[228] sagte zu / er wolte sich nimmer erheben. Regentenb.pagina 565.


Wo der Hochmuth sich richtet auff /
Da kömpt gemeiniglich Vnglück drauff.

Es wurd auff eine Zeit vom Keyser Sigismund ein Doctor zum Ritter geschlagen / als nun wichtige Sachen berathschlagt werden / und auff einer Seiten die Doctores / auff der andern die Ritter sassen / wuste er nicht wo er hinsitzen solt / letzlich wolte er sich zu denen Rittern setzen / da zog ihn der Keyser zurück /sagende / du bist unweißlich / daß du den Ritterstand den Gelehrten vorzeuchst / ich kan auff einen Tag wol tausent zu Rittern schlagen / aber in tausent Jahren /nicht einen zu einem Doctor machen. Non simili cursu respondent ultima primis. Flitnor. pag. 611.


Wer da ist auffgeblasen sehr /
Der kömpt zu ehren nimmermehr /
Je höher der ist gestiegen /
Je mehr ihn Gott thut niederbiegen.

Aristobulus brüstete sich auff / Er wolte König über Israel genennet seyn / verachtet das Priesterampt / bracht den Bruder Antigonum ümb / den andern aber warff er mit der Mutter ins Gefängnüß / bald aber hatte die Herrligkeit ein end / der Jüden freyheiten giengen verlohren / der Scepter Juda war [229] weg / und musten die Jüden den Römischen Keyser zinßbar werden. Laur. Faustus. pag. 22.

Da Scanderbeeg den Türckischen Keyser Bajazeth gefangen / hat er ihn in einen eisernen Kefig eingeschlossen / und mit sich geführt / und wenn er auffs Roß sitzen wollen / hat ihn der Keyser an statt eines Schemels den Rücken darhalten mussen. Judiciæ divinæ sæpè sunt occulta, nunqvam injustæ. Sleidænus lib. 3.

Vnter dem siebenden Assyrischen König Arelio oder Arbelio ist Weiblicher Pracht und Hoffart über sich gestiegen und auffgekommen / daß man sich nunmehr bey itziger Zeit nicht gnug weiß zu schmücken zu deckeln und närrisch zuverstellen / wie denn der helle Augenschein frommen und verständigen Leuten für augen. pag. 85.

In Doctor Melanders Schimpff und Ernst lieset man / daß einsmals die Geistlichen zu Regenspurg einen Teuffel austreiben wollē / welcher gesagt er müsse zwar weichen / allein sie solten ihm vergünnen in den zufahren / so da seine ausgekreuselte Haar halt und nahend darbey stund / welcher Mensch anfangs erschrack / sich aber wieder erholete / und sprach er solte ihm in hindern fahren / doch ihn das Wort alsbald wieder gereuete / ein Creutz vor den hindern machete und sprach: Behüte mich HERR / verdroß es den Teuffel so sehr / daß er ihm eine Maulschell gab und sagt / daß dich das Hertzeleid ankomme / du loser [230] Schelm / du lädest Gäst / und schleust hernach die Thür vor ihnen zu / muß nun zwischen zweyen Stülen nieder sitzen Schauplatz. pag. 74.

Vom Pracht der Königin in Persien / lieset man unter andern daß ihre Bettstadt also zugerichtet gewesen / daß sie ein Haupt küssen gehabt / darunter ein Kästlein reines Golds in die fünfftausend gewesen zu den Füssen war ein Kästlein darinnen dreytausend Talent Silber: Vber dem Bett stund ein gantz / güldener Weinstock mit Perlein und Edelgesteinen köstlich versetzt / daran hiengen Trauben von den allerköstlichsten Steinen / nicht weit davon stund ein güldener Pocal / so ein schön Kunststück war. Flitn. pag. 586. cap. 23.

Als der Wenden König vor dem Keyser Justinikano gefangen geführet wurd / und der Keyser in höchster Herrligkeit und Pracht auff seinem Thron saß / unn umb ihn herumb die vornemste Ritterschafft / verlachte es Gelimerund sprach: Vanitas vanitatum & omnia vanitas. Paulus Diac. Lib. 6.

Weiberlist ist ja über alle List / das sehen wir aus Königs Nini in Aßyrien Gemahlin der Semiramis / die lag aus stinckender Hoffart ihren Herren stets an. Er solte ihr nur zween Tag zu regieren erläuben; als er es verwilligt / läst sie ihren eigenen Herrn und König in ein Gefängnüß werffen und regiert sie an der zwene Tag stett / 42. Jahr / doch brachte sie viel Länder zum Königreich / machte starcke Ringmauren ümb die Stadt Babel / bauete eine Brück über den [231] Euphratem /machte einen Wundergarten auffgeführt auff steinerne Seulen und Gewölber / hat auch das Wasser aus dem Euphrate darein geröhret wurd letzlich von ihren Sohn erstochen / weiln sie ihm Blutschande zumuthete. Reichthum ohne Tugend ist garschlecht / beydes zusammen das ist recht: Reich und Klug / ist all gnug. Faustus in 3. part. der 4. Monarchien.

Cajus Caligula wolt vor einen Gott / angebetet seyn / ließ seinen Bruder umbbringen / trieb Blutschand mir dreyen Schwestern / wie ihn denn der Großvater in der unzucht erwischete / wurd aber von seiner Gvardi erschlagen. Svetonius.

Diese Ehr wolt Diocletianus auch haben / letzlich erstach er sich. Faustus. pag. 162.

Alexander wolt vor einen Sohn Jovis gehalten seyn / sagte zu / was ein ieder bitten würd / das wolt er ihnen geben; als die Philosophi die unsterblichkeit baten / wurd er schamroth gemacht. Wann er seine Pracht wolt sehen lassen / zog er ein gantz Gülden Stück an / darein das Firmament künstlich gewircket ward. D. Weinrich.

Ludovicus Caroli Magni Sohn reformirte einsten unter den Geistlichen / verbot ihnen kein Gold Silber / Edelgestein / Seiden und Gewehr zu tragen / sonsten solt ihnen alle Notturfft gereichet werden. Æmilius Sigonius.

Ein Bischoff hätte seinen Pracht auff eine Zeit mit vielen Hunden / daß man sie gleich wie das Vieh [232] in absonderliche Herde theilen muste. Sabellicus lib. 8.Strig. pag. 56.

Ein Graff in Cypern hielte derselben auch in 500. und bey iedern paar Hund ein einigen Knecht / der sie warten und baden muste. Strig.

Barnabas Vice-Graff zu Meiland / der konte etlich 1000 Jagthunde in die nechste Dörffer austheilen /darüber sonderliche Hunds Voigt halten: Laus Mundi fraus est. Strig. pag. 57.

Glacius ein Kastenherr zu Augspurg ward ein so stoltzer Man / daß so offt der Kirchner Wein zur Communion bey ihm abholete / er zu sagen pflegete /wolt ihr abermals Blut sauffen? Ihr Blutsäuffer / ich wolt daß ihr daran ersticken müstet / (denn er war nicht rein in seinem Gewissen) was geschicht / als er ihm auff eine Zeit wil die Gurgel abstechen / und etwas daran feilet / laufft ihm das Blut im Halß und ersticket. Saxo & Funccius super Ev. Joh.

Ein hoffertiger Esel fragte Aesopum was Gott im Himmel mache / sprach er: Er mache Töpff und zerbreche sie / mache hernach aus den Scherben wieder neue: vermeinend daß er die Stoltzen ernieder stürtze /und die niedrigen erhebe.

Eine Fürstliche Weibsperson wendete all ihr Geld und Gut auff köstlichen Schmuck und Pracht der Kleider / hatte auch sonst ein hoffertiges Hertz / daß die Vnterthanen drüber zu klagen hatten / ward endlich untreu an ihrem Herren erfunden und eine [233] Ehebrecherm / hat hernach die Zeit ihres Lebend über in der Custodia verbleiben müssen. Zaderus im Ehrenkrantz. pag. 201.

Nero liebte so sehr seine Sabinam Poppeam / daß er ihre offtmals ihre Goldgelbe Haar zehlete / so eins ausfiel / in Gold fassen ließ / ihr auch darzu einen güldenen Kamm kauffte. M. David Dimpel in Kirmes Predigten.

Das 19. Capitel

Das XIX. Capitel.
Von Verzweifflung / schnellen Tod / und andren Zufall.

Cato Uticensis ist ein sehr Gelehrter Mann gewesen /so des Platonis Schrifften wol durchlesen / sonderlich von der unsterbligkeit der Seelen / dennoch hat er sich nichts daraus trösten können / sondern sich selbst erstochen.

Caspar Franckens / Adam Neusers / Zwinglii /Spiræ / Berengarii / Ochyni und anderer Sacramentirer Tode / kanst du ander weit lesen. Strigenicius pag. 331.

Anno Christi 1644. Monats Apr. stund ein Mäurer bey anbrechenden Tag frü auff / gieng in einen[234] schlechten Mühlgraben / darinnen das Wasser etwa eines Schuchs hoch war / legte sich da hinein und ersäuffte sich / da er den Tag vorher in verkauffung seines Häußlein mit den Leuten gessen und getruncken /und sich im wenigsten was vermercken lassen / niemand kunt die Vrsach wissen / warumb er es gethan /viel sagten wenn er das geringste hat bekräfftigen wollen / hätte er geschworen / ich wil Gottes Reich nicht schauen / wurd hernach ohne Klang und Gsang auff die Strassen verscharret. Author.

Basilius Macedo wurd Anno Christi 869. von einem Hirschen aus dem Sattel gehoben / und dadurch zum Tod beschädiget. Faustus pag. 254.

Ludovicus Römische Keyser eilete einem Bären nach / stürtzte über und über / starb bald darauff.

Fridericus Barbarossa badete sich in Armenien im Wasser Serra / der Wirbel ergrieff ihn / daß er ersauffen must. Chron. Aventini.


Fac prudenter agas, næm qvætibi vita putatur,
Hæc tua mors subitis casibus esse potest.

Homerus kompt aus Vnmuth ümb / als er nicht erforschen kan / was die Fischer in ihrer Red meinen /qvod capio perdo, qvod non capio mibi servo. Flitn. cap. 10. pag. 241.

Cato Johannes der Griechische Keyser wird auff der Jagt von einem Wilden Schwein angerennet / erbückt sich / da fallen ihm die Pfeil auß dem Köcher so vergifftet waren / und er ritzete sich ein klein[235] wenig daran / wurd vom Gifft angezündet / und muste sterben. Faustus pag. 263.

Albertus Fürst zu Sachsen als er zu Annaberg auff der Jagt war / und in der Nacht ein Feuer auskam / erschrack so darüber / daß er starb. Faustus im Sächsischen Stammbaum. pag. 339.

Conradus deß Conradi Sohn ward im Oesterreich auff einen Thurnier verwundet / dahin starb er. Qvid tàm sollicitis vitam consumimus annis? Faustus. 323. pag.

Der erweckte Lazarus so schon vier Tag im Grabe gelegen war / hat nach seiner aufferstehung 47. Jahr gelebet / den Herren Christum gepriesen / und ist zum andern mahl in Maßilien gestorben / doch sind die Kirchenlehrer hierin nicht einig. Epiph. lib. 2. Tom. 2. Zeitb. im II. pag. 28.

IESVS.

In Einem Steht. Vnser Seligkeit.
Solch Vnser Seligkeit Erwirbt IESVS.

Als Herr Philippus einsmals kranck war / seufftzte er also: HERR / wenn ich dir und deiner Kirchen nicht mehr vorseyn kan / so nim mich von der Welt weg.

Appius und Suffetus kommen an einem weichen Ey ümb.

Sophocles erstickt an einer Weinbeer.

[236] Anno Christi 1571. ergab sich aus Vngedult seiner Kranckheit ein Advocat zu Pariß dem Teuffel und verschrib sich mit seinem Blut. Rüdiger pag. 130.

Es ward zur Zeit ein Heyd von einer Wiesel biß auff den Tod gebissen / da sagte er / wenn es ein Löw oder Panterthier gethan hätte / wolt ich viellieber dran sterben. Ælianus lib. 14.


Certa qvidem mors est, nibil est incertius autem
Qvàm qvo sit nobis mors obeunda die.

Als Herr Mathesius sel. drey Stund vor seinem Ende seine letzte Predigt that / sprach er; HErr / spanne aus / ich habe mich fast müd gezogen.

Nicolaum Haußmann rührete der Schlag auff der Cantzel / daß er starb.

Johann Majerus Pastor zu Flenßburg / starb uff der Cantzel unter dem Vater unser beten.

D. Hieronymus Weller legte sich Abends gesund nieder / früe war er todt.

Bürgermeister zu Braunschweig stirbt unter der Predigt in der Kirchen / und so geschahe auch D. Zieglern. D. Medlern. D. Schnepffen.

Ein frommer Gottseliger Bergbeampter in Böhmen redete mit etlichen Personen Abends ümb 7. Vhr /legt sich ümb 10. Vhr schlaffen / früh ümb zwey Vhr ist er stein todt / welcher gemeiniglich der erste allzeit in der Kirchen erfunden ward. Virus & ocularis testis sum.

[237] Es sol bey Leib niemand in Gottes Gericht greiffen / da ein Mensch sein End offtermals plötzlich beschleust / wie denn auch solches in Pestzeiten geschiehet. M. Nic. Teichman.

Vorzeiten hat man bey den Heyden in Teutschland die Todten Leute durch den Schinder ausführen lassen / wie Ochsen und Küh lassen in die Grüben werffen /welches hernach von Christlicher Obrigkeit ist geendert worden.

Ein Schulmeister in Vngarn verzweiffelte / als die Kinder frü zu gewöhnlicher Zeit in die Schul komen /funden sie ihn an einem Balcken hangen / einen Zettel in der Hand habend / darinnen geschrieben stund /commendo vos gratiæ DEI, qva mihi denegata est. D. Die.

Anna Christi 1640. giengen vier böse Buben bey einer Reichstadtritzschinnern / da brach das Eyß / daß einer hinein fiel / zwene andere wollen ihm helffen /ertrincken auch / der vierde kompt in die Stadt und berichtet solches: Gott muß bißweilen ein Exempel sehen lassen / an der unbendigen Jugend / sonderlich itziger Zeit / da sie weder den Eltern noch Præceptoribus mehr folgen; wie denn Bischoff Majolus in seinen diebus canicularibus und D. Melander im Schimpff und Ernst etliche Exempla ungerathener Kinder erzehlt / daß einer auch ersoffen / ein anderer die fallende Sucht vor der Schulthür bekommen / so seinen Vater mit Füssen gestossen / sein lebtag daran schmertzen [238] tragen und erarmen müssen; Eventus stultorum magister. Schauplatz pag. 364.

Pindarus legt sein Haupt einem Schüler in die Schoß zu ruhen / dahin stirbt er.

Valentinianus bleib im reden todt. D. Conr.

Aristoteles wolt frisch seyn ehe der Tod kam / sagt es stünde einem Philosopho nicht wol an / daß er sich für ihn fürchte / da aber der Ernst kam schrit er. O Ens entium miserero mei. D. Gesnerus. pagina 218.

Plato sol von Läusen gefressen worden seyn.

Socrates nam Gifft ein und starb.

Cleombrotus Ambriota stürtzete sich mit fleiß vom Felsen / nur daß er bald zur Seligkeit kommen möcht / als er ein wenig von der Vnsterbligkeit der Seelen aus Platonis Buch gelesen. M. Faber.

Die Circumcelliones haben sich auch von Felsen gestürtzet / aus begierd zum andern Leben.


Ili rosa mane viret ramen & mox vespere langvet,
Sic modo qvi fuimus, cras levis umbra sumus.

Einem fürnehmen Mann wurd prognosticirt er würde den Tag ümbs Leben kommen / er blieb zur Hauß und ließ den gantzen Tag keinen Menschen zu sich kommen / Abends erhebt sich ein Tumult auff der Gassen / er geht ein wenig ans Fenster wil sehen was da sey / da fehrt ein Stein durchs Fenster verwundete ihn / daß er sterben muste. Hammer.

[239] Cleobis und Biton thaten Kindliche treu an ihrer Mutter / zogen sie freywillig zu ihrem Götzentempel /die Mutter bittet die Götter / sie wolten solches mit dem höchsten Guth ihnen vergelten / da sturben sie iehling dahin. Perpauci similes nati jam patribus extant, plures pejores, sed pauci sunt meliores. Herodotus.

Vor Jahren war ein ruchloser Jüngling in Engelland / der trieb täglich allen Muthwillen / wenn er gleich zum guten ermahnet wurd; sagte er / die Jugent mus vertoben / mag leicht spricht er / daß ich vor meinem End drey Wort sage / so werd ich selig / fuhr also fort in seinem Vnwesen / da er nun über eine Brücken reit / fällt er mit dem Pferd ins Wasser / sincket unter und sagt diese drey Wort / rapiat te Diabolus. Johan Saubertus.

Die Jüden haben den Gebrauch / wenn einer von ihnen abstirbt / so sagen sie wenn er dorthin komt sol er Abraham fleißig grüssen; es lag auff eine Zeit in Joachimsthal im Gasthoff ein Jüd kranck / den besuchten andere / sagten auch / er solt Abraham Isaac und Jacob grüssen von ihrentwegen / Christum aber nicht / der wäre ihnen gram / da sähet der sterbende Jüd an und sagt / Gram wieder Gram / und fuhr also hin in sein Abrahams Garten in Nobis Krug. Strig. pag. 81.


[240]
Die gröste Sünd zu aller frist
Vnglauben und Verzweifflung ist /
Die verdammen den Menschen gar /
Scheiden ihn von der Engelschar /
Daß ihm auch deß Himmels Pfort
Verschlossen bleibet hier und dort.

Doctor Luther schreibt er hab zu Erfurth einen Thumpfaffen gekennt / welcher stets einen guten Mut gehabt und sicher dahin gangen / als er sterben sollen / hat er Ach und Weh geschrien und gewünschet / daß er ein Seuhirt worden wäre. Strig.

Ein anderer zu Naumburg der schrier in seinem letzten zügen / ich hab alles gnug gehabt / Geld und Gut und was mein Hertz begehret / wenn ich auch nun itzt iemand hätt / so vor mich in die Hölle führe.Strig. pagina. 488.


Qvocunque ingrederis seqvìtur mors corporis umbram.


Philippus König in Macedonien / als er auff seiner Tochter Beylager ein grosses Pancket hielte / und mit den eingeladenen Fürsten und seinem Sohn Alexandro zum Tempel gehen wolt / wird er im gehen von einem Hoffmann erstochen.


– – – – non hospes ab hospite tutus,
non socer à genero, fratrum qvoque gratia rara est.

Anna Christi 1637. den 6. Martii / macheten die Sturm-Wind in Sanct Joachimsthal am Kohlberg /[241] hinter dem Zechenhauß eine Schneewellen ledig / die waltzete auffs Zechenhauß zu (in welchem eine Wittfrau mit 6. kleinen Kindern war) überschlug dasselbe daß unter dem Schnee hernach drey Kinder todt herfür gezogen / die andern zwar kümmerlich aus dem Schnee bey Leben sind erhalten worden. Autor.


Tempora longa tibi noli promittere vitæ.


Ein Wucherer ließ bey seinem end all sein Gold und Geld vor sich bringen / sagte zu seiner Seel /wilst du bey mir bleiben / so wil ich dir dieses alles geben / da er aber sahe daß er sterben must und ihn die Seel verlassen wolt / sagte er; ich befehle dich dem Teuffel in der Höllen. Inter oves locum nobis præsta, & ab hædis nos seqvestra. Faber pag. 258.


Der Tod macht alle Menschen gleich /
In allen Ständn / Arm und auch Reich /
Wenn ihr Gebein im hauffen leit /
Siht man alda kein unterscheid /
Drumb denck ein ieder ja darbey /
Daß er gehör an diese Reih.

Es gieng ein armer Knab namens M. Anna Christi 1644. zum Falckenstein auff das Feld / dem vorher nichts fehlen thäte / fiel jehling darnieder und starb /wurd hernach ehrlich zur Erden bestattet. Autor.

Auff Sanct Bernhards Berg kan man die Todten nicht in die Erden begraben / dieweil es alles daselbst[242] herumb felsicht ist / sondern man muß sie in eine Höle werfen / darinnen erstarren sie von der Kält und verwesen mit der Zeit / iederman hat Nahrung und herberig da zu geniesen / so vorüber zeucht. Münsterus lib. 3. pag. 474.

Zu Xantho in Lycia hat sich eine Mutter mit dem Sohn an deß Hausses balcken gehengt / eine brennende Fackel in der Hand gehalten / und darmit das Hauß angezündet / und also hat sich auch deß Keyser Aßdrubalis Weib umbgebracht. M. Majus.

Als Philippus Königs Ludwigs Sohn in Franckreich zum König in der Jugend gekrönt war und Lufts halben in der Stadt Pariß umbritte / laufft eine Sau dem Roß unter die Füß und fället das Pferd daß der König sterben muste. Chronica Lutheri.

Anna Chisti 1066. hat ein Bischoff sich Abends auff seinen Schatz umbgeweltzet und ist also darüber todt blieben. Lambertus Schaffnaburgensis. Majus in Pædag. Christ. super. 7. Prec.

Vor Christi geburt 329. verbunden sich etlich 100. Weiber zusammen / ihre Männer zuerwürgen / macheten auch einen Anfang / aber es wurden ihrer davon 380. eingefangen / den præparirten Gifft selbst zutrincken gezwungen. Orosius. Livius lib. 8.

Aesopus wurd zu Delphis von einem Felsen herab gestürtzt / weil er die Laster straffete Zeitb. 165.

[243] Keyser Maximus begehrete vom Engelländer etwas vom Weibs Volck / da schickte er ihm seine Tochter Vrsulam und 11000 edle und 60. gemeine / wurden aber die meisten in der Heyden land erschlagen. Trithemius.

Das 20. Capitel

Zierd etlicher Städt
Zierd etlicher Städt.

Der Stadt Babel ihre Stadtmauren sind 150. Elen hoch gewesen / 100. Elen dick / hätte 100. eiserne Stadthor. Als solche Cyrus belegert hielt / hat er den grossen Euphratem abstechen und in 360. andere Wasser leiten lassen / darinnen hätt es einen Thurm anderthalb teutscher meilen hoch / in dessen erbauung die Sprachen verwirret wurden / daß keiner den andern verstund. Wenn der Mäurer Stein gefodert / hat ihm der Zulanger Wasser dargereicht / der Thurm war von Bech und gebranten Steinen / der Sprachen wurden zwey und siebentzigerley / zwen geladene Wägen kunten auff der Mauer einander wol ausweichen. Zeitb. im 1. pag. 6. Beda. Herod. Montevilla.

[249] Als Nebucadnezar Jerusalem verstöret gehabt / und viel tausent Jüden nach Babel geführet / hat er die Stadt Babel so vorher 9. meilen in begriff war / noch ümb 6. meilen erweitern lassen. Philostratus. Megasthenes.

Die Stadt Ecbatana hat sieben feste unterschiedene Mauren gehabt / die eine war von Weisen / die andere von Schwartzen / die dritte von Purpurfarben / die vierde von Plauen / die fünffte von Bergrothen / die sechste von Silber / die siebende als innerste solte übergüldet worden seyn.

Diocles ihr König hat auch geordnet daß alle Klagen solten schrifftlich vor seine Ohren kommen / regierete 54. Jahr vor Christi geburt 702. Herodotus.

Die Stadt Ninive war in ihren Mauren 200. Elen hoch / hätte 1500. Thor / und ein iedes Thor gieng 100. elen über die Stadtmaur / und war 365. elen / ein Thor vom andern abgesondert / hat gehabt 1500. Pasteyen / dick war die Maur 50. Schuch / ward auch dem König Nino zu ehren eine Seul gesetzt / einer virtel Meil wegs hoch / hatte 19. Teutsche Meilen in ihrem begriff. Diodorus. Zeitbuch. 7. v. 2.

Die Stadt Carthago war 24. welscher Meilen ümbfangen / 30. Schuch dick / 40. elen hoch / vor Christi Geburt 166. Iustinus. Orosius.

[250] Deß Nohæ Kasten darein er zur Zeit der Sündfluth gangen / war 50. elen weit 300. elen lang / 30. elen hoch / von Thännen Holtz mit unterschiedenen Kämmern und Dachfenstern / ward innenwendig und auswendig verpicht. / Mathusalem starb nur 3. Wochen vor der Sündfluth / so der elteste auff der Welt gewesen 969. Jahr / und gieng ein Comet in Fischen vorher / ehe die Sündfluth kam. Zeitbuch. lib. 1.


Omne perit tempus, studiis nisi detur honestis.


Dædalus der Meister vieler Künst / hat die Scheiben der Töpffer / die Blaßbälg der Schmid / den Schiffancker und Säg erfunden. Zeitbuch. im 4.pag. 57. & 161.

Fürst Aeschilus zu Athen hat das künstliche Bildwerg in Stein zu hauen erdacht. Plinius. Eusebius.

An der Ephesiner Tempel ist 220. Jahr gebauet worden / hat 127. Pfeiler gehabt / in der läng 425. Schritt und 110. elen in der weite / ist unter bis 7. Wunderwerck gerechnet. Petrus Messiæ. Stumpfius.

Im rothen Meer sind unter dem Pharaone ersoffen /so denen Israeliten nach geeilet / 480000. Man. Zeitb. Nic. in Dedicatione.

Eger die Stadt ist Anno Christi 1286. Vom Keyser Rudolpho deß Königs Wenceslai in Böhmen Gemahlin sambt der Laußnitz zur Morgengab mit geben[251] worden. Hagecius. Münsterus. Sylvius. Herodes hat der unschuldigen Kinderlein 444000. hinrichten lassen. Geschichtb. Nicolai.

Ticeneus der Philosophus der Gothen hat vor Christi Geburt den Lauff deß Himmels aller Sonn und Monfinsternüssen langer und kurtzer Tag / gründlich beschrieben. Florus.

Das 21. Capitel

Flagellum DEI.

Als einsten der Tyrann Tamberlanes eine vornehme Stadt belägert hatte / und nicht flugs eingelassen wurd / liessen die in der Stadt seinen Zorn dadurch zu begütigen / kleine Kinder weiß angethan / Oelzweig in Händen habend / ihm entgegen gehen / aber er hat sie mit Rossen zutreten lassen. Diarium pag. 47. & 188. Faustus pag. 274.

Da Keyser Valens von Gothen überfallen ward /geboth er / daß alle Münch mit ihm in streit ziehen müssen / die solches nicht thutn wolten / ließ er mit Kolben zu todt schlagen / denn er war ein Arrianer.Invidiam nimio cultu vitare memento. Cato.

Als Anno Christi 1573. Hertzog Magnus von Holstein deß Großfürsten in der Moscau Schwester ehelichte / hat der Großfürst selbst als ein Cantor das Symbolum Athanasii mit den München im Chor singen helffen / und da sie ihm in singen irr machten /hat er die Münche mit seinem Stab auff die Köpff geschlagen / daß das Blut drüber herab geloffen Disce pati, condisce mori, vivere ut edoctus noris obire diem. Diarium. pag. 188.

[264] Zu deß Keysers Tiberii zeiten wurd ein Künstler gefunden / der das Glaß gemacht / daß man es hat biegen können / gleich als das Silber / er wurd aber enthäuptet / damit nicht silberne und güldene Pocal durch ihm möchten abgebracht werden. Consilium malum danti fert maxima damna. Flitner. pag. 715.


De nuce fit corylus, de glande fit ardua qvercus,
Ex parvo puero sæpe perius homo.

Die Venediger schickten zwene junge Commissarien an deß Keysers Hof / doch sehr gelehrte und verständige Männer / aber wegen ihrer unansehligkeit wurden sie nicht zur audientz gelassē / in einem Privat gespräch aber druckte der eine loß und spricht /wenn der Rath zu Venedig gewust hätt / daß man so viel auff lange Bärt und graue Haar hielte / hätten sie an unserer statt ein bar alte Ziegenböck geschickt.Vera etenim virtus fortune cedere non vult. Flitner. pag. 733.


Mancher Mann kompt / da mancher Mann ist /
Mancher Mann weiß nicht / wer mancher Mann ist /
Wüste mancher Mann / wer mancher Mann wär /
So thät mancher Mann / manchen Mann grösser Ehr.

Frau Margaretha Ludovici secundi König in Franckreich Gemahlin / da sie auff eine Zeit Magistrum [265] Alanum welches doch ein unansehlicher aber hochgelehrter Mann war / im vorübergehen angesehen hatte / hat sie ihn geküsset / welches das Hoffgesind übel empfunden / und nicht zu frieden seyn wollen /dieweiln sie nur seine euserliche Gestalt ersätzen.Franciscus Belleforest.


– – – – ohne Schand und Sünd /
Kein Lehrer man gefunden hat /
Der wär gewesn gantz rein und glatt /
Ein weiser hoch verständiger Man /
Läst sich Vnglück nichts fechten an /
Sond'rn überwind gewaltiglich /
Was er leidet und ihm gebricht.

Leo ein vornehmer Philosophus von Constantinopel wurd einsmals von den Atheniensern in seinerOration wegen der Leibs fettigkeit verlachet / er sagte aber / mein Weib ist noch fetter als ich / und wenn wir einig seyn / so mag leicht ein klein Bettlein seyn /können wir uns darinn mit einander behelffen: Thät ihnen dardurch ihre Vneinigkeit vorrucken. Propertius lib. 4.

Die Königin Brunhilda hatte zehen Königliche Personen ermordet / und also wiederfuhr ihr auch. Trithemius.

Als die Wenden im Mechelburgerland sich wieder zu dem Heydenthumb wanden / von der Christen Religion / erschlugen sie alle Pfaffen / Münche und [266] Nonnen / auch den König Gottschall selbsten / ziehen die Königin (so eine aus Dennemarck war) Fadennacket aus / jagen sie mir ihren Frauenzimmer davon. Sclaven Chronica. Zeitbuch im 17. pag. 454.

In Syrien haben die Jüden ein Christkind auffgefangen / getödt / das Blut den sterbenden Jüden geben /solcher massen / wenn der Meßias kommen sey / welchen die Christen ehren / so soll deß Christen Blut /so unschuldig gestorben / ihm zum ewigen Leben förderlich seyn. Utilis est medicina suo qvæ tempore venit. Zeitb pag. 151. im 14. Buch.

Cumbertus der Longobarden König gedenckt seinen treuen Rath Aldonem zu erwürgen / als er in diesen Gedancken / fleucht eine Flieg ans Fenster / der schneidet der König ein Bein ab / in dieser Stund wil Aldo auffs Schloß zum König gehen / da bekomt ihn ein Mann mit einem Bein / warnt ihn treulich nicht zum König zu gehen / es kost ihm sein Leben / da fleucht Aldo in die Kirch / biß er durch einen Eyd vom König sicherheit erlangt. Sigonius.

Dem Britannier König Neometico erscheint auff eine Zeit ein Gespenst in eines Bischoffs Gestalt /schlägt ihn mit einem Stecken an Kopff / und spricht /hör auff Tyrann die Kirch zu verfolgen / da sinckt er zur Erden und stirbt. Sigebertus. Regino.

Constantinopolischer Keyser Isaac hätt gern Röm. Keyser Heinrich so zur Zeit jung war vertrieben / da erscheint ihm ein Gespenst in Gestalt einer Wilden[267] Sau / drüber erschrickt er / daß er biß auff den Todt lange Jahr kranck lag. Vivitur ingenio: cætera mortis erunt Cromerus. Cedrenus.

Bononier hiengen Keyser Friederichs Amptleute zum Rathshauß Fenstern hinaus / aber es bekam ihnen übel. Sigonius.

Der Türck ließ auff eine Zeit einen Teich abstechen / und ersäuffete dardurch fast das gantze Christenheer bey Jerusalem. Æmilius.

Die Stad Ptolemaida hatte 400. tausent Häuser /darinnen der Soldan von Alkair auff einmahl über 100. tausent Christen jämmerlich ermordet hat. Reißbuch Kirchherrns.

König Carl zu Navarra / als er 60. Jahr alt worden / wolt den Leib warm zu erhalten / sich mit hitzigen Salben schmieren / auch Bett und Bettücher damit geschmiert ihm zum besten haben / aber ein Füncklein vom Licht fiel darauff / verbrennete ihn und alles ge zeug. Æmilius.

Da Tamberlanes die grosse Stadt Sivan eroberte /baten ihn 5000. Soldaten die in der Gvardi da waren /er solte nicht ihr Blut vergiessen / das that er / ließ sie aber alle Lebendig vergraben / ertödtet die andern alle mit 9000. Jungfern. Ut vidi, ut perii, sic me malus abstulit error. Johann Schildberger.

Die Baurn zu Lichtenau brauchten diesen Muthwillen / steckten einen Dominicaner Bettel Münch in Hopffensack / hiengen denselben in Rauch / thaten[268] auch einen Jacobs Bruder an spies braten / wolten beym Pfingst Bier ihren Pfarrer nötigen / der Sau das H. Sacrament zu reichen / hiengen den Amptman zum neuen Teich beym Bart auff / aber sie musten hernach ihre Tyranney theuer gnug wieder bezahlen. Vulnera qvi fecit aebuit ipse pati. Zeitbuch im 2. pag. 714.

Marggraff Dedo zu Rochlitz ließ ihm aus Rath eines Jüdischen Artzts wegen seiner grossen fertigkeit ein stück Schmeer aus der Seiten aus schneiden / aber er starb bald darauff. Anno Christi 1196. Zeitb.

Anno Christi 1060. zündeten zwen Juden zu Prag in die 40. Kirchen an / verbrenneten dieselbe sampt allem ornat, wurden aber deren hernach in die 45. wieder verbrant / denen andern in die 6. thonnen Golds werth genommen und verjagt. Hagecius.

Anno Christi 1530. predigte einer zu Augspurg öffentlich / Keyser Carl könte kein Glück haben / er wüsche denn beyde Arm in der Lutherischen Blut.Chemnit. part. 1 loc. comm. loc. 3. cap. 4. Hertzstärckungspr. Johann Hermans. zu Breßla gedruckt.

[269]

Das 22. Capitel

Das XXII. Capitel.
Von der Warheit / auch Lügen und Betriegen.

Ob wol die Warheit wird vergrabn /
Vnd eine weil muß unrecht habn /
So kompt sie doch die läng ans Licht /
Vnd macht die Lügen gar zu nicht /

Vom König Ludovico dem 6. lieset man daß er offtermals seinen Habit verändert hab / und sich unter das gemeine Volck vermischet und alda gehöret / was in der Warheit oder Lügen von seiner Person man sagen thue. Flitner in annal. Franc. cap. 24. pag. 600.


Red wenig und allzeit war /
Kauff nicht viel bezahl es baar /
Was nicht dein ist das laß auch liegn /
So wird dich keiner wied'r betriegn.

Als der König Antigonus mit verenderten kleidern /auff der Jagt einsmals sich von seinen Leuten verlohr / und in eines armen Baurs Häußlein die [270] Nacht kam /und da verbleiben must / fragte er die Leute im Hauß /was sie gutes vom König Antigono höreten / sie erzehlten von ihm alle Bubenstück und Laster damit er behafftet war / als ihn nun seine Diener früh suchten und funden / gaben ihm sein Königliches Purpur Kleid dar / sagt er zu ihnen / seither ich dieses Kleid angezogen / hab ich die Warheit nicht also gehört zu erzehlen von mir / als heute die vergangene Nacht.Cum homo agnoscit, DEUS ignoscit. Plutarchus.

Diogenes wurd einmahl gefragt / ümb welche Stund man zu Mittag am beqvemsten essen solte? dem gab er zur antwort / der Reiche solt essen wenn er wolte / der Arme wenn er könte; derhalben / nach dem einen Gott thut beschehren / also mag er zu Mittag auch zehren. Felix qvi potuit contentus vivere parvo. Flitner.


Verleumbd und Lüg ohn alle scheu /
Es hafft doch allzeit was darbey.

Einer vom Adel am Hartz wohnent ersticht seine Frau derwegen / daß er von der Magd vernimbt / wie die Frau mit dem Knecht habe zugehalten / als das Vnglück geschehen / sagte die Magd / sie hätte nicht vermeinet / daß er im schnellen Zorn sie erstechen würd / sie hätte ihr nur ein Geschlag zurichten wollen / dieweiln sie ihr vor dessen eine Maulschell gehen /und [271] sie es dadurch rechnen wollen. Johann Gigas in Postilla Festo Mich.


Diffamare cave, nam revocare grave.


Ein reicher Kauffman von Genua der belog eines redlichen Kauffmans Weib zu Pariß / daß sie in Leib und Lebens Gefahr darüber kam / sie riß aus / kam in Manskleidern an Soldans Hoff / erwarb Dienst und hielte sich gantzer 6. Jahr wol / da kommen zugleich ihr Mann mit dem Verleumbder / als Kauffleute nach Alexandria Kauffmanschafft zu treiben; als sie solche wol erkant / geht sie zu dem Soldan / klagt ihren zustand / der Soldan läst den Lügner und Verläumbder einziehen / ihn mit Honig bestreichen und auff eine Seul setzen / da ist er von Bienen / Hummeln / Wespen und Fliegen zu todt gestochen worden. Denn


Wie einer sich im Leben hält /
So folgt ihms Glück auff dieser Welt /
Zum Nutz odr Schaden sich anstellt.
Michael Sax in seinem Mahlschatz.

Warheit besteht / Lügen vergeht.


Ein Kauffman zu Placentz sagte auff eine Zeit er wolte lieber Bäpstisch als Lutherisch seyn / wenn er das gläube oder läugne / was der Bapst gläube oder läugne / so gläubete er schon alles / wenn er Lutherisch [272] werden solt / so müst er erst den Lutherischen Catechismum lernen in der Schrifft nachforschen /und aller erst den Kopff darüber zu brechen / das vermöchte und könte er nicht thun. Greg. de Valentia in annalib. de Ecclesia. pag. 205. und D. Conr. Diet. in Ps. pag. 169.

Das 23. Capitel

Descriptio hominis ebriosi
Descriptio hominis ebriosi.

Ebriosi sunt homicidæ suorum corporum, habent lippos oculos, pendentes genas, manus tremulas caput nutans, podagram, incidunt in blasphemiam, prophanationem verbi divini, occisionem, scortationem, qvibus attrahunt sibi scabiem gallicam.


[284] Es war an einem Ort in einer vornehmen Stadt ein Rathsherr / der soff sich räglich voller Brandewein /als es nun eines tags auch geschicht / geht er auff den Marckt / kaufft einen Fisch / sagt zum Diener / er sol solchen daheim halb braten und halb sieden lassen /und geht er vom Marckt auffs Rathhauß / daselbst solt man ein Vrtheil fällen / über einen gefangenen /da schlieff er / als er nun gewecket wurd seine Stimm zu geben / sagte er / hab ichs doch vorgesagt / man sol ihn halb sieden und halb braten / das war deß versoffenen Brandeweinherrns in einer Vrtheilsfrag seine antwort. Strig. pag. 677.

Als König Hunding in Dennemarck seinen Edlen ein groß Sauff-Fest zu richtete / und ein groß Vaß ließ ins Losament schaffen / fiel er endlich da er voller war in dasselbige / und ersoff darinnen. Semper avarus eget, certum votô pete finem. M. Steinerus. Zeitbuch pag. 96.

Socrates der weise Heyd hat sich also mäsig in Essen und Trincken gehalten / daß er sein lebtag nicht kranck gewesen. Strig.

Als zu Hadersleben ein Nachbar den andern zu Gast bitt / und der geladene was lang aussen bleibt /der Wirth unter deß sich wohlbezecht / er endlich sehen wil wo sein Gast bleibt / stossen sie in der Finster nüß also unwissent zu hauff / daß der Geladene drüber niedersinckt und stirbt. Steinerus.


[285]
Der Tod fein langsam schleicht herbey /
Niemand denckt daß er so nah sey /
Ein ieder sich drauff schicken sol /
Bereit zu seyn und sterben wol.

Bischoff zu Naumburg und Zeitz Johann von Miltitz hatte etliche Edelfrauen zu Gast / gebrauchete sich im Tantzen grosser Leichtfertigkeit / aber bald zwischen zweyen Adelichen Frauen sinckt er dahin und stirbt. Anno Christi 1352.

Ein solcher Fall geschach auch bey einem Ertz-Bischoff von Magdeburg / welcher ein Landgraff in Thüringen war / Anno Christi 1376. welcher viel Grafen und Edle zur Faßnacht zu Gast hielte neben ihren Töchtern und Weibern / als er nun auch der üppigkeit und tantzens ergeben / fällt er und bleibt todt. Regentb. pag. 557.

Eine Fürstliche Weibsperson kont auff eine Zeit deß Tantzens nicht satt werden / die versihet es / daß unter dem Tantz im rucken und rencken sie ein Bein ausspringt / hat hernach die Zeit ihres Lebens an Krücken gehen müssen. Zaderus. pag. 192.

Alexander Magnus hatte einen Ebentheurer der kunte Linsen durch ein Nadelöhr gerad hindurch werfen / darüber sich Alexander verwunderte / da er nun gedacht ein herrlich Tranckgeld zu verdienen / ließ er ihm ein Scheffel Linsen oder Kichern zum Tranckgelt[286] geben / daß er werffen kunt / wie lang er wolt. Qvintilianus lib. 2. cap. 21.

Als ein Spitzbub sterben solt / hinterließ er in seinem Testament daß man ihn nach seinem Todt schinden / das Fleisch von Beinen ablösen / aus den Geripp zwene Würffel machen / und die gesthundene Haut über das Würffel tischlein decken solte / damit er sich auch nach dem tod belustigen könte. Pascharius Justus. lib. 1. de aleæ. Flitn. cap. 25. pag. 714.

Da auff eine Zeit ein Gauckler auff dem Seil gefahren und reingefallen / haben die Leut zwar gelachet /ein Narr aber drübet geweinet / als er nun zu red gesetzt worden / warumb er weine / hat er gesagt / ich bin klüger als der Seilfahrer / bleib auff der Erden und man heist mich doch einen Narren. Flitn. pag. 714.

Aus mangel deß Eysens musten vor Jahren die Mohren ihre Vbelthäter im Gefängnüß an güldene Ketten legen. Reichthumb ohne Tugend ist schlecht /beydes zusammen das ist recht. Herodotus.

König Alexander Magnus ließ auff seines verstorbenen Fürsten Hephæstionis begräbnüß bey Babilon auffwenden / sechzig mal hundert tausent Cronen.Sumptus inutiles faciunt deficere reges. Saxo & Funccius.

Eines armen Richters Sohn zu Florentz Alexander mit Namen zog nach Rom / ein Schreiberdienstlein aus zu forschen / als er unterwegs ist / da kömpt er in ein Qvartier / darinnen deß Königs in Engelland[287] Tochter in Aptskleidern war / die nimbt ihn auff / verliebte sich auch also in ihn / daß sie ihn ihr beym Bapst läst ehelich trauen und copuliren. Denn


Wenn man jung ist wird man geliebt /
Die alten man leichtlich hingibt /
Gleich wie ein alten Blumen Straus /
Den wirfft man endlich zum Fenster naus.

Als der König von Fez die Stadt Tingi belagerte /wolten in einem ausfall die Mohren mit in die Stadt eindringen / da wurd auff einen Portugesen geschrieren / so am Thor war / er solte zuschliessen / sagte er /ich thue es nicht / sonst möchten die Mohren dencken / es wäre keine Krafft in den Portugesen / wehrete sich auch ritterlich und brachte derselben viel ümb /und durch diese That wurd er zu einen Obristen gemacht. Schaupl. pag. 231.

[288]

Das 24. Capitel

Das XXIV. Capitel.
Von Hungersnoth / Durst / Armuth und Theurung /wir auch von reicher Armuthey.

Qvi dederit gelidæ potum sitientibus undæ,
Mercedem capiet cælicaregna suam.

Ein Adelicher Amptman war eine Meil von Saltzburg / da bat ihn ein Bauer er solt ihm doch was von Korn lassen / der Amptman schlug es ihm ab / darüber erhitzt sich der Bauer / geht heim und erwürgt alle Kinder / geht hernach wieder zum Amptman / erzehlet ihm die Mordthat so er begangen / der Amptman erschrickt darüber / wil ihm hernach Korn lassen / als er auff den Boden kompt / findet er Schlangen / Ottern und andere gifftige Thier auff dem Getreid herumb kriechen. O qvàm dura premit miseros conditio vitæ! Sleidanus contin: lib. 7.


Ambitiosus honos & opes & fæda voluptas,
Hæctria pro trino numine mundus habet.

[289] Anno Christi 1571. begibt es sich in der Theurung daß zwene Korn-Wucherer ihr Korn zu Schiff laden und wegführen wollen (zwo Meilen von Lünenburg geschehen) und da sie auff den Korn Boden gehen /solches ein zufassen / so fleucht ihnen das Korn entgegen / und nehmen sie beyde darüber ein erschreckliches Ende / einer starb deß jehen todes / der andere wolt sich ersäuffen / gieng aber in der Angst also dahin / der Hertzog hat hernach die Cörper verbrennen lassen. Bona conscientia mihi opus est propterDEUM, bona fama propter proximum. Augustinus. Sleidanus. cont. lib. 7. pagina 209.

Anno m. 2025. war unter den Zamæis eine hefftige und geschwinde Theurung. Faustus.

Anno m. 2238. unter dem König Beles in Assyrien graßirte gleichfals eine hoch beschwerliche grimmige Theurung. Subdere colla decet, qvia sunt juga dulcia Christi.

Ein Scheffel Korn galt zu Athen in der Belägerung Syllæ hundert Cronen. Ph. Mel.

Da Pescennius Niger Stadthalter in Syrien war /und zu Bisantz lag / haben sie aus Hunger Menschen Fleisch essen müssen.

Zur Zeit deß Gothischen Königs Wittigis haben die Mütter gleichfals ihre Kinder hungers wegen erwürgt und gessen. Chron. Carion.

Vnd das geschahe auch zur Zeit Königes Totile daß sie zu Placentz haben Menschen Fleisch essen müssen: [290] Ein Mann ist zu Rom in die Tyber hungers wegen gesprungen sich ersäufft / und hat seine Kinder nach springen heissen. O mens cæca hominum & venturæ nescia sortis. Chron. Carion.

Anno Christi 1540. Item / 1590. ist am Rheinstrom solche hungers noth gewesen / daß viel Leut verschmachtet / auch darbey grosse Hitz daß alles verbrunnen / Bäum und Gestreuch verdorret / die Bäche verdrucknet / daß man aller Orten durch den Rhein waten können. Butschkius.


Hilff Helffer Hilff Heiliger HErr.


Anno Christi 1602. ist in Littau solche hungers noth gewesen / daß sie die armen Sünder vom Gericht / todte Cörper / Hund und Katzen gefressen haben. O miseri, dum tempus adest, cognoscite tempus. Butschkius. fol. 58.


Nobile vincendi genus est patientia cordis,
Qvæ superat hostis illius ferociam.

Ein Sohn wolte seinen Vater nicht mehr als vor einen Vater erkennen noch halten / verlaugnete seiner gantz und gar / als er im Noth und Armuth zuflucht bey ihm nam. Da aber der alte weinend und Trostloß von dem Sohn abweichen must / klagte er es Gott inniglich mit Hertzbrechenden Gemüth / darüber [291] wird der Sohn alsobald unsinnig. Es sol also heissen /


Wilt du mit Ehren werden alt /
Dein Eltern auch in Ehren halt /
Was du wirst deinem Vater thun /
Das wird dir g'schehn von deinem Sohn. Manlius.

Der Adler stirbt im alter vor Hunger / dieweiln ihm der Schnabel krum wächst / und seine Speiß nicht mehr geniesen kan. Münsterus.

Zwene Brüder reysen einstes durch der Heyden Land / welche ihrer Religion nicht zu gethan waren /und da sie der Hunger über fiel / wolte der eine von ihrer Speiß nichts essen / und ist drüber gestorben /des andere aber so aus Noth gessen / ist lebendig geblieben. Mundis omnia sunt munda. D. Luth.

In der Belägerung der Stadt Pidna / darinnen auch deß Königs Alexandri Mutter die Olympias war /haben sie ehe sie die Stadt auffgegeben / Menschen Aaß essen müssen. O fluxum decui humanum, ô variabile tempus! Chron. Carion.

Der rothe Löw so vorher dem Keyser eine Million Gold verehret hatte / kam endlich in die höchste Armuth. Mergitur in ventrem fundus domus atque supellex. Stegman.

Plautus der edle Comedienschreiber ist aus Armuth gezwungen worden / sich zu einem Becker zu [292] vermieden / und hat zu Rom an einer handmühlen (welches eine schwere Arbeit war) ziehen müssen / sich dadurch zu erhalten / nach verrichter seiner Hand-Arbeit hat er sich übergesetzt und seine Comedien geschrieben / dieselbige verkaufft. Früh auff / spat nieder /bringt verlohren Gut wieder. Butschkius.

Als Hannibal Caßilinum belägert / hat eine Mauß 70. Cronen gegolten. Valer. Max.

Zu Athen in Griechenland hat ein Sohn seinen Degen aus gezogen und mit dem Vater über einer Mauß / so von den Tramen gefallen / scharmütziret den Hunger damit zu stillen. Ecce fames comes est homini certissima pigro. Plutarchus.

Anno Christi 1590. galt zu Pariß ein pfund Butter 3. Cronen / ein Ey 12. Stüber / 1. Loth Weiß Brot 1. Cronen / ein Sümmer Korn 120. Cronen.


Wenn Menschen hülff gar hat ein End /
Kompt Gottes hülff als denn behend.

Von Hungers wegen zeucht ein Mann von Rheinstrom nach Thüringen mit seinem Weib und Sohn /als aber der Hunger unterwegs so groß / ist der Mann in willens seinen eigenen und einigen Sohn zu schlachten / die Mutter aber erschrickt hefftig / bittet ümb Gottes willen / solches an seinem eigenen Fleisch und Blut nicht vor zu nehmen / ob er nun schon solches gern unterlassen hätte / zwang ihn doch [293] der bittere Hunger darzu / als er nun dem Knaben das Messer an die Gurgel setzt / da hebt sich ein Gereusch und als er ümb sihet / spürt er das zwene Wölff einen Hirschen angefallen / und im Wald zurissen / zeucht also das Messer vom Knaben ab / und laufft hin / verjagt die Wölff / und isset das rohe Fleisch der Hindin / und stillet also den Hunger / da sonst sein eigener Sohn daran gemust hätte. Confisus Christo nunqvam confusus abito. Ghonneyer.


Ein weiser hoch verständiger Mann /
Läst sich Vnglück nichts fechten an /
Sondern überwind gewaltiglich /
Was er leidet und ihm gebricht.

Anno Christi 1569. fielen die Tartarn den Moscobiter an / in die 80000. starck / wolten das Königreich Astracan wieder haben / so vorher der Tartarn gewesen / da kam eine solche Theurung / daß sie nicht gnug Pferd Fleisch zu essen hatten / ein Centner Brot galt 84. Vngarische Ducaten / ein halber Scheffel Meel 20. Ducaten. Chron. Polon.

In Belägerung der Stadt Cammerich Anno Christi 1581. galt eine Kuh 200. fl. ein Schaff 50. fl. ein pfund Butter 24. Stüber. Fames optimum condimentum. Butschkius.

Keyser Darius hat einsmals trüb und blutige Wasser trinckenmüssen / so von den erschlagenen mit[294] unter gelauffen / da er hernach gesagt / er hätte sein lebtag nichts lieblichers getruncken. Darum patientia frango.

Anno Christi 1640. ist das Korn ziemlich hoch gestiegen und gab es in Meissen ümb Annaberg sehr viel Mäuß allerhand Farben / welche das Getreid stückweiß hinweg frassen / wenn am Tag was abgeschnitten wurd und wegen der Wicken dorren solt /die Nacht liegen must / waren andern Tags die Aehren von Mäusen abgefressen / daß man das blose Stroh auff samlen must / und eben also ist es ümb Eißleben instehendes 1653. Jahrs im Herbst bey der Wintersaat auch hergangen / daß die Mäuß alles abgefressen /und mancher zwier säen müssen. R.

In der Stadt Arien war Anno Christi 1641. im December solcher Hunger / daß alle Hund / Katzen /Mäuß und Ratten verzehret wurden / eine Katz wurd bezahlt ümb 8. fl. Hund 15. fl. Mauß 15. fl. die Soldaten haben die Riemen von den Brustharnisch abgenagt und gefressen. R.

Dionysii Syracusani Sohn hat endlich aus Armuth zu Corintho ein Schulmeister werden müssen. M. Porta.

König Ptolemæus als er auff eine Zeit von seinen Dienern in Egyptenland kommen und er hungrig worden / hat er einen Bauren ümb ein stück Brot ange sprochē / welcher es ihm geben / gantz schwartz Brot / da der dann gesagt / es hätte ihm niemals noch so gut [295] geschmeckt als eben da. Ne te invisa fames alieno vivere prato cogat. Butschkius.

In Rußland wurd Anno 1639. das Korn von garstigen Würmern auff dem Feid hinweg gefressen / also daß die Leut zum andern mal ackern und säen müssen / und als ein Bauer aus Vnmuth solcher Würmer eine Hand voll ins Feuer geworffen / sind sie ihm die Nacht im Schlaff erschienen / gesagt; dieweiln du uns verbrennet hast / die wir Gottes Ruthen sind / also sol auch zur Straff dir und deinem Haab und Gut wiederfahren / darauff andern tags ein Feuer auskommen und deß Bauern Hauß und Hof mit weggebrennet hat. R.

Eben dieses Jahrs war auch grose Noth in der Marck Brandenburg / daß deß Hungers sich zu erwehren / viel Leut vom todten Aaß sich sättigen müssen /in der mittel Marck must man die Hund darnieder schiessen und zur Speiß gebrauchen: Ja in Polen muste man Eichen Laub und Kräuter samlen / denn Brot daraus backen / den Hunger darmit stillen / da denn die Leute darvon auffgeschwollen und in Kranckheit gerathen sind. Artis opus est adversa ferre. R.

Zu Speier sol tempore Ferdinandi Cæsaris, ein Megdlein 4. gantzer Jahr ohne Speiß und Tranck gelebet haben. Gregor. Horst. lib. 7.

[296] Die Hertzogin von Florentz hat ein Mensch 16. Monat ungessen und ungetruncken bey sich gehabt.Licetus.

Catharina eines Kieffers Tochter zu Schmidweil er in der Pfaltz hat 7. gantzer Jahr nichts gessen noch getruncken. Lemnius. Licet.

Eine Dirn in Piemont hat gantz nichts gessen / nur allein Wasser getruncken und sich darmit erhalten /welche eine geraume Zeit sich auch zu Genua auff gehalten hat.

Item Peter Vnder ein Schweitzer sol 20. Jahr ohne Nahrung gelebet haben / sonsten ein Dürrer hagerer Mann gewesen seyn. Schauplatz.

Anno Christi 1633. ist zu Madrit der Residentz daselbst in Spanien ein solcher Brot mangel entstanden / daß auch viel der vornehmsten dessen nicht zur gnüg gehabt / und so was ankommen einander solches nicht allein aus den Händen gerissen / sondern sich gar ein ander deßwegen erstochen / und als der noth wegen ein Kornhauß eröffnet werden müssen / Getreid zu verkauffen / ist es durch der Leute Beschwerung und überhäuffung gar eingefallen / ihrer viel gar erschlagen / und sie beschädigt. R.

Anno 1638. wurd ein Engeländisches Schiff / uff den Custen von Sanct Martin / durch Sturm von andern Schiffen verschlagen / daß sie nirgends anlenden können / und weiln kein Brot mehr verhanden / haben sie durchs Los zwey Personen schlachten / ihr [297] Blut trincken / und sich also darmit hungers und dursts erwehren müssen. R.

Eben eine solche Geschicht / hat sich auch zugetragen / unter deß Königs Cambysis Kriegsleuten; Da er wieder die Moren gekrieget / alß der Vorrath aller auffgezehret / haben sie das Los werffen und den zehenden Soldaten schlachten und essen müssen / sind doch noch letzlich gezwungen worden / unverricht von ihnen mit Krieg abzulassen. Herodotus in Thalia lib. 3.


Wer sich stets spiegelt kraust und schreit
Da leid noth die schamhafftigkeit.

Es war vor Jahren zu Halberstadt ein Burger / der that keinen armen schwachen nothleidenden Menschen was guts / halff auch nit noch beförderte seinen Nechsten in etwas / sondern er lebete alle Tag herrlich und in freuden; Da er nun starb / kam alle Abend in sein köstlich erbaut neu Hauß ein Gespänst / setzte sich leibhafftig an Tisch / als wenn er es selbst mit seinen Gästen were; Da wurden güldene Credentzer auffgesetzt / Fackeln vor dem Tisch gehalten / Instrumenta und Seitenspiel gebrauchet / und das werete eine lange Zeit / ehe es wieder verschwunden / zur warnung allen ruchlosen Mastseuen. M. David Dimpel / in der Kirms-Pred.


Qvi nescit orare, ingrediatur mare, & discat navigare.


[298] König in Dennemarck / trieb auff eine Zeit hungers wegen / in die 300000. Mann aus seinem Land hinweg / die füreten eitel lange Spieß / und hätten lange Bärt / daher sie die Longobarten / sind genennet worden. / Zeitbuch. Nicolai in 13. pagina 137.

Anno Christi 851. war ein solcher Hunger in Teutschland / daß ein Mensch das andere fraß: Bey Meintz war ein armer Mann / der führete alle seine Kinder in Walt hinaus / in willens dieselben zu schlachten / zu dem ein Wolff kömbt / und ein todtes Kalb im Maul trägt / und es vor ihm fallen läst / der arme Mann nimbts und erwehrt sich deß hungers darmit. Caspar Hedio.

Anno Christi 1027. war solche Noth in Teutschen-Land / daß einer vor 38. gr. ja wol vor einen Ducaten Brot essen kunt / und sich doch nicht ersettigen.

Da Antiochia in Syrien Anno Christi 1098. von Christen belägert war / haben sie solchen Hunger erlitten / ein Eselsbein galt 60. fl. ein Ey 12. Meißnische pfenning. Zeitb. pagina 476.


Si rectè aspicias vita hæc est fabula qvædam.


Vor Christi Geburt 436. ists zu Rom so theuer gewesen / daß sich viel Leut wegen hungers von Steinfelsen zu todt gestürtzet haben: Bey solcher grossen schwebenden Hungersnoth / fand sich ein ehrlicher Bürger / nahmens Spurius Melius / der erlösete auß der Gefängnüß wegen verübter schulden / 300. Burger [299] und läst den Armen viel Geträid austheilen / dennoch ist ihm das Glück so widerwertig gewesen / dz er mit steinen ist zu todt geworffen worden. Livius lib. 4.


Das liebe Creutz Trübsal und Noth
Ist frommer Christen täglichs Brot.

Anno Christi 1636. und 1637. verursachete das Kriegswesen / an vielen Orten in Römischen Reich grosse theurung / in dem die Felder nit bestellt werden konten / daß auch umb Wormbs / die Leut die Todten und verschmachteten Cörper angegriffen haben / ja in Elsas die armen Leute die Bein von Misthauffen zusammen gesuchet und genossen haben. R.

Bey Heppenheim auff der Bergstrassen haben sie Schnecken / Frösch / Hund / Eicheln und anders mehr gessen / also daß sich dadurch grosse und schwere Kranckheiten erreget haben. R.

Vor Christi Geburt 366. ward ins Königs in Persia Läger solcher grosser Hunger daß ein Esels Kopff 9. fl. gegolten / Er der König selbs letzlich in seinem Königlichen Purpur und güldenen Kleid iedes Tags 6. Meilen zu Fuß dem Hunger zu entlauffen gehen müssen. Plutarchus in vita Artaxerxis.

In Mithridatis Lager fiel bey der Stadt Cyzico auch so grosser Hunger ein / daß ein Mensch das andere darnieder riß und fraß. Omnia ad placitum DEI. Florus.


[300]
Auff Gott / gut Gewissen und Ehr
Allein hab acht / und sonst nicht mehr /
Das ander wird sich alls fein finden /
Gott nie keinen frommen lies dahindn.

Vnterm Keyser Claudio / entsteht ein solcher Hunger zu Rom / daß in 11. tagen / kein Korn noch Brot zu haben gewesen / darüber sich die Römer erzürnet /den Keyser auff dem Marckt / mit stücken Brot geworffen haben / bey welchen noch etwas ist in Vorrath gewesen; Welches denn der Keyser also hoch empfunden / daß er 395. Raths-Herrn sambt vielen Rittern und andern tödten lassen. Tacitus Zeitb. im 11. pagina 10. 2. part.

Anno Christi 946. ist solcher Hunger in Franckreich gewesen / daß die Lebenden Menschen / viel todte Cörper / sambt allen Hunden und Katzen / im Land auffgefressen haben. Zeitb.


Spes est qvæ capiat, spes est qvæ pascat amantem.


Anno Christi 1636. lendete ein Schwedisches Schiff zu Dantzig an / so aus der Pillau ausgefahren /nach Pommern segelt hatten nur auff 3. Tag Proviant mit sich genommen gehabt / und vermeinet gewiß überzukommen. Als sie aber vom Wind gantzer 7. Wochen waren umbgetrieben worden / und nirgend anlenden können / haben sie hungers sich zuerwehren / Weib unb Kinder übern Port geworfen / nochmals die verstorbenen unter ihnen gefressen / [301] sich selbst auch aus höchster Noth angegriffen / an Händen und Füssen abgenaget / als sie nach Dantzig kommen /und ehe ihnen Proviant hinaus geschaffet werden können / haben sie als hungerige Wölff in die Erden gefallen / Wurtzeln und Kräuter und was sie erwischet hinein gefressen. R.

Anno Christi 1638. liessen sich in Hessen / Francken und Meissen die Mäuß häuffig in Gärten und Weinbergen sehen / frasens alles auff / ja sie sind mit grossen Scharen über die Mulda und Elb geschwummen. Mus satur insipidam dijudicat esse farinam. R.

Anno Christi 1076. sind wegen unträglichen Hungers aus Prag 4250. Jüden verjagt / und doch noch tausent darinnen gelassen worden. Crantzius.

Anno Christi 1272. ist zu Erfurt so grose Theurung gewesen / daß das kleine Malterkorn 36. fl. golten und über die 6. Schock Menschen hungers gestorben sind. Spangenberger.

Anno Christi 1315. ist solcher Hunger in Thüringen und Meissen erfolget / daß die Eltern die Kinder /die Kinder die Eltern verzehret haben; Vnd hat man mit schwerer müh das Korn auß Sicilien nach Meissen führen müssen / die Armen Leut haben Vbelthäter von Rädern und Galgen herab gefressen. Mechovius.

[302] Anno Christi 1368. wars zu Mäintz und Erffurth so theuer / daß ein Bißlein Brot eines Ey groß / 3. Pfennig galt / sich auch derwegen ein Weib zu Meintz mit ihren Kindern im Rhein ersäuffete. Vrsperger Zusatz.

Zu Venedig galt Anno Christi 1382. ein Scheffel Korn / 40. fl. ein Ey 8. Pfennig / Zwiebel 6. Pfennig.Pauper enim non est, cui rerum suppetit usus.

Anno Christi 1438. war es in Meissen Thürinringen und Sachsen theuer / daß ein Bißlein Brot / einer Welschen nuß groß 3. Pfennig galt. Rivander.

Anno Christi 1495. wars in Böhmen so theur /daß ein Pfund Brot 12. Pfennig gegolten / durch einen Sturm wind wurden viel Heuser in der Lufft fort geführet / und hernach an einen andern Ort nieder gesetzt / daß sehr viel Volcks umbkommen. Hostitibus similes ad tempus in orbe vagamur. Zeitbuch pagina 797.


In aller Noth uno Elend mein /
Ist diß mein höchster Trost allein /
Daß Gottes Hertz / sein Hand und Mund /
Mich nicht verläst zu keiner Stund.

Anno Christi 1629. begab sichs in der Schlesien /daß zwene Bettler / der eine gantz blind / der andere mit trieffenden Augen / sich bey einem Städlein Hunds-Feldt / [303] an die Bettel-Strafen führen lassen das Allmosen zu samlen; Alß nun ihre Leut von ihnen wieder hinweg gekommen / und sie vermeinet gantz allein zu seyn / fehet der eine zu dem andern an. Du kerl / wo warest du nächten / daß du nicht zu Gast kamest / und liesest mir daß essen allein über den Halß? Der andere sprach: du Narr / was hast du denn so köstliches gehabt / er antwortete / ich ließ zwo Lebern braten / ein Geschling kochen fein gelb in sauern Sod / daß andere zu einem Lungenmuß hacken / starck gewürtzt / und hab eine Wasserkannen Bier holen lassen; Du leidiger Kerl du machetest da du nicht kamest und zu stoltz warest / daß ich andere Gäst muste darzu bitten / die mir es halffen verzehren: Welches ettliche Personen im vorüber gehen von ihnen gehört haben. mendicos validos ad duros coge labores. Butschkius im Kummerbuch.

Es war auch ein anderer Betler so mit der Hand wol etwas arbeiten mögen aus habender Stärck / welchem die Füß vor Jahren waren abgelöset worden / darunter weiche Küssen hätte / der läst ihm Anno Christi 1638. einen Barbirer eine Ader öffnen / bittet ihn auch er wolle bey ihm verbleiben / und mit seiner Suppen vor lieb nehmen / verehrt ihm sonsten darneben zum Tranckgelt einen Schreckenberger darmit ihm die ander wol bekommen möge / der Barbierer denckt was wil der Bettler wol vor eine Suppen haben / unter dessen kömpts Bettlers Weib / [304] bringt getragen eine Wein Suppen fein gelb / Item eine gebratene Schöpskeul und einen köstlichen trunck Bier / sie setzt auch auff einen feisten Kophan welches der Barbierer hoch betheuert in seinem Hauß also zu befinden nicht gewesen sey. Tollat te qvi te non novit. Samuel Butschkius.


Negocium non est opprobrium, ocium autem opprobrium est.


Ein Bettler zu Florentz ist eine lange Zeit betteln mit einem Esel ümbgezogen / als er sterben wollen /hat er seine Seel Gott / den Leib der Erden so in der Pfarr Kirchen begraben werden solt / befohlen / der Esel solt verkaufft und er davon zur Erden bestattet werden / der Sattel aber dem Großfürsten zu Florentz als seinem Landherren zugestellet werden / als der Großfürst dem Testament zu folg den Sattel so mit Gold ausgestickt zu sich bringen lassen / hat er 300. Ducaten in demselbigen gefunden. Pauca voluptati debentur, plura saluti. Butschkius.


Deß Menschen Leben hänget zwar /
An einem seidnen Faden gar /
Ist gläsern ob es schon scheint klar /
Bricht gar leichtlich und das ist war.

Als Hertzog Hanß sieben Rathherrn ins Gefängnüß werffen ließ / daß sie darinnen verderben [305] solten / hat sie der Durst hefftiger geplagt / weder der Hunger /daß sie ümb Gottes willen umm einen trunck Wasser gebeten / und doch solchen nicht bekommen: Zwietracht daß eine übel ist / daß Städt Land und Leute aufffeist. Geschehen Anno Christi 1488. Butschkius.


Nichts den Menschen klüger macht /
Als wenn er stets sein End betracht.

Es waren einsmals Schnittter auff dem Feld zu schneiden / die sanden einen unter ihnen zum Brunnen daß er Wasser zum trincken holen solte / als er nun zum Brunnen kompt / findet er einen Adler / ümb welchen sich eine Schlang gewunden hätte / und er deß todes seyn müssen / der Schnitter nimbt seine Sichel und schneidet die Schlang von einander und erledigt den Adler / nimbt sein trincken und geht wieder zu seinen Schnittern / die Schnitter trincken und als er auch trincken wil / fleucht der Adler auff ihm zu /(dieweiln er vermerckt gehabt / daß das Wasser von der Schlangen vergifftet worden und ihm schaden möcht) / stöst ihn den Krug von Maul hinweg / daß er auff die Erden fällt / drüber fallen die Schnitter so getruncken / auff dem Acker darnieder und sterben / er allein aber kommet darvon wegen deß Adlers erwiesener Treu und Danckbarkeit / und heist es also billich /


[306]
Wiltu guts thun so thue es baldn /
Sonst wird der Danck bey dir veraltn /
Denn die Leute sind solche Gäst /
Bald guts thun halten sie fürs best.
Aller Will /
Ist haben viel /
Vnd wo regiert die Noth /
Da sind alle Freund todt.

In der Wüsten Lybien sol so eine grose Hitz seyn /daß viel Wandersleut so hindurch reysen / dursts sterben müssen / und melden die Historien / daß auff eine Zeit ein reicher Kauffman einen Fuhrman begegnet sey / der noch einen einigen trunck Wassers bey sich gehabt / für denselbigen hab er ihm in grossen Durst 1000. fl. geben / aber es sey doch noch nicht gnug gewesen den Durst zu leschen / darumb sie beyde haben verschmachten und Dursts sterben müssen / und sollen ihnen zwo Marmelsteinerne Seulen derwegen zum Gedächtnüß seyn auff gerichtet worden / so bald und geschwind ja plötzlich und unvermeint ist es viel mals ümbs Leben der Menschen geschehen. Christen aber die sprechen:


Ich war ein Blümlein voller Pracht /
Der Tod mich zwar zu Aschen macht /
Doch diese Asch sol werden bald /
Wieder ein Blümlein wol gestalt. Strig.

[307] Der Römer Historien melden / daß zur Zeit Julii Cesaris ein Ochs zu Rom in der Vorstadt mit seinem Ackerman geredet und gesagt / es sey ümb sonst daß er arbeite / denn es würde in kurtzen mehrer mangel an Leuten gefunden werden / weder am Getreid und Brot. Strig.

Das 25. Capitel

Das XXV. Capitel.
Vom Geitz / Diebstal / Spielen.

Geitz ist ein wunderlicher Mann /
Thut weder ruhen noch schlaffen lan /
Durch kreucht den Leutn die Glieder auß /
Bringt manchem wenig Brot ins Hauß.

Keyser Leo raubete aus einer Kirchen eine güldene Cron / setzete sie auff sein Häupt / alsobald fuhr ihm ein Carbunckel auff dem Kopff auff / so mächtig hitzte und brennete / daß er darüber sterben must. Anno Christi 782. Faustus.

Eine reiche Frau in Francken war so geitzig / daß sie keinen Menschen eitzen bissen Brots gab / auch zu [308] ihnen sagen dürffte / sie solten Koth essen / so dürfften sie nicht hungers sterben / derwegen sie das Land nicht geitzig / sondern den Geitz selbsten hieß /halff auch nichts / wenn sie gleich die Geistlichen straffeten, so spottete sie nur ihrer / aber sie bekam durch Gottes Straff einen Wolffshunger / daß sie sich gantz nicht ersättigen können / endlich unsinnig im Lande herumb gelauffen / das Koth auff der Gassen auffgefressen / biß sie nicht weit von Dreßden todt gefunden worden / so abscheulich daß sie keinem Men schen ehnlich gesehen. Si sapis, ô tantum disce cavere malum. Finc. lib. 2.


Ille sapit verè qvi callens hæc duo novit,
Non nimium largus nec nimis esse tenax.

Ein Thumbherr zu Worms der gab keinem Armen nichts / wenn er das Podagra einmahl bekam / so ließ er ihm sein Gold rein tragen / das rührete er und sagte / es stärcke ihm das Hertz / und benehme ihm seine Schmertzen / nach seinem tod / welcher denn mit Pein und Qval erfolgte / hat man über die 30. tausent Thaler barschafft gefunden. Tenax reqvirit prodigum. Schauplatz. pag. 254.

Ein reicher Edelman nechst bey Heidelberg / der heirathete eine Arme doch Tugendhaffte vom Adel /nicht lang darnach kam der Tod / hieß ihn ausspannen / die Mannes-Lehen fielen auff die Vettern / weiln [309] sie schwangers Leibs war / bate sie zwar die Schwäger /sie solten sich in etwas gedulten / biß sie vom Leibe komme / aber sie thatens nicht / nahmen die Lehen weg / in kurtzen darauff genaß sie eines todten Kinds / da rissen sie vollend alles zu sich / was ihr auch ihr sel. Junckherr im Testament legiret hatte / aber was geschicht? Gott der der Wäisen und Wittben Vater ist und ihrer nicht vergißt / hatte endlich ein einsehen /dann als sie das Kind schon gebohren hätt / wolte ihr doch der Leib nicht kleiner werden noch zusamm fallen / sondern er blieb als zuvor gleichsam auffgeschwollen / die Medici hielten es vor die Wassersucht / riethen ihr daß sie das warme Bad gebrauchen thät /sie folgete und zeucht dahin / als sie nun kaum dahin ankommen war / so gebahr sie einen schönen jungen Sohn / 10. Wochen nach dem vorigen todten Kind und 7. Monat nach deß Vatern tod / der Sohn wurd in der Tauff genennet Ferdinandus / Churfürst zu Meintz hätte willens er wolte selbst zu Gefattern siehen: Churfürst zu Sachsen (welche beyde Herrn gleich domals auch anwesend waren) ließ dem Kind 100. Thaler verehren / schrieb auch an Chur Pfaltz / daß die geitzigen Freund die eingenommenen Gütter wieder möchten räumen. Da hieß es mit den Freunden.


Ut mihi qvisqve cupit, cupio illi sicque vicissim;
Eveniant eadem qvæ mihi cuncta vovot.

Schauplatz. pag. 96.


[310] Mancher Mensch läst sich den übrigen Geitz reiten / wil sich nicht vergnügen lassen / nach der mildigkeit deß lieben Gottes sondern immer mehrer haben / wie dann dardurch manche Macht ist geschwächet worden / wenn man die Wörtlein meum & tuum nicht rechtpracticiret hat.

Ein Fürst von Sachsen verehtete zur Zeit seinen Bauren eine Stuffen die sie ihm zu ehren solten auffheben und seiner darbey gedencken (der Sau ist die Muscat Nuß nichts nütz) aber sie zerschmeltzten solche / achteten ihrer wenig / und als es der Fürst erfuhr lachete er darüber und sprach / der Bauer bleibt doch ein Bauer / nur wenn man ihn unter die Banck steckt /daß die Stieffeln herfür gucken / und ihn verrathen.Strig.


Der arme Geitzwanst den kein Gelt /
Wie viel deß ist / zu frieden stellt /
Die Lieb zum Geld wechst desto mehr /
So mehr Gelts über kommet er.

Ein Wachskrämer wurd beym Keyser Nicephoro angeben / daß er viel Gelt hätte / der Keyser zwingt ihn durch einen Eyd solches zu bekennen / als er nun 100. Pfund bekennete ließ es der Keyser holen / hieß ihn nieder sitzen / mit ihm zu essen / und gab ihm hernach 10. Pfund darvon wieder. Regentb. Cedr.

[311] Da Alexander die Gelehrten hörete disputiren daß mehrer Welt wären denn eine / giengen ihm die Augen über / da er gefragt ward was ihm darzu bewegete / sprach er / ich hab noch eine Welt nie recht bezwungen / und ich hör daß deren mehrer seyn sollen das war eine anzeigung eines unersätlichen Gemüts.Strigenitius.

Mann sagt von Pfauen daß er hab ein Englisch Gewand / ein diebischen Gang / ein Teufflischen Gesang / welches Doctor Luther auff alle Ketzer zeucht, wo ein Pfau sich auff hält / daselbst bleibt keine Otter.


Keine Treu ist zu finden mehr /
Vom Bruder gegen dem Bruder /
Auch gar nicht wol zu trauen ist
Eigenen Kindern zu der frist.

Anno Christi 1293. fängt Hertzog Conrad zu Glogau seinen Bruder Hertzog Heinrichen zu Breßlau im Bad / steckt ihn in ein enges Vaß und läst ihn so lang sitzen / biß Würmer unter ihm wachsen / wil er nun im Vaß nicht gantz verderben noch sterben / muß er ihm neun Städ geben / und 30. tausent marck Silbers. Du gloßius. Zeitb. pag. 619.


Crede parum, tua serva, & qvæ periore relinqve.


Ein Indianer hielt auff eine Zeit ein Gespräch in einem Spanier / fragte ob denn die Spanier kein [312] Holtz im Lande hätten / daß sie so viel Brasilien Holtz übers Meer in ihr Land führeten / der Spanier sagte sie braucheten es nicht zum brennen sondern zum Ferben / und wäre wol ein Kauffman in Spanien so 100 Tücher darmit ferbete / fragte er hierauff ob denn auch die Kauffleut in Spanien stürben / ja sagte der Spanier / sie lassen aber ihr vermögen ihren Kindern / sprach der Indianer / wir haben hier zu Land unsere Kinder wol so lieb / (wie sie dann solche inniglich lieben) aber auff solchen Vorrath gedencken wir nicht. Denneadem terra qvæ nos alit illos etiam alet. Doctor Mirus in conc.


Qvisqvis ambitiosum & avarum ingenium habet, ille nihil justum sapit neque capit. Syr.


Keyser Theophilus zu Constantinopel sihet auff eine Zeit herab von seiner Keyserlichen Burg auffs Meer und sihet ein groß Schiff gehen / er fragt wem es zustendig / sie sagen der Keyserlichen Gemahlin / die hätte in Syrien durch ihre abgeordnete Kauffmanschafft treiben lassen / da ward er zornig / ließ die Schiffleut ihre Sachen abräumen / das andere alles Schiff und Gut verbrennen / und ließ die Keyserin darzu holen und zusehen / verwiese es auch ihr ernstlich und sagete / sie hätten ohne dz sich Keyserlich zu erhalten / gebührete ihnen nicht Kauffmanschafft zu treiben / sondern andern Leuten. In alienis peccatis[313] sumus Lyncei, in propriis Talpæ. Flitner. cap. 10.pag. 232. Strig.


Melius est nomen bonum, qvàm divitiæ magnæ.

Vespasianus ließ seine Amptleut immer hin an sich kratzen so viel sie kunten / wenn sie nun einmahl ihre Beutel gespickt hatten / kam er und lehrete ihnen solche aus / da hieß es denn: Qvæ male parta domi accumulantur, nihil salutis habent. Prætorius.

Ein Vorsteher eines Hospitals in Sachsen war erstlich arm / als er zu seiner Bestallung kam / wurd hernach jehling reich / niemand wuste woher / endlich kam es von seinem Weib am Tag / er hätte verwichen einen Sack voll Hospital gelts vor Sanct Gertruden Bild auff den Altar gesetzt und zum Bilde gesprochen / wol auff / es geht dahin / wer eher zur Kirchthüren kommen kan / der sol es haben / laufft also und das Bild bleibt stehen / da hat er es gewonnen. Si nihil attuleris, ibis Homere foras. Sturm. pag. 901.


Thue recht und niemand scheu /
Verborgen bleibt kein Vntreu.

Es war ein baar Ehevolck in einer Stadt W. da starb der Mann eher als das Weib / und liessen ein einiges Kind / damit sie aber das Gut allein behalten[314] möcht / schickte sie das Kind heimlich hinweg / sagte es wäre gestorben / verspündete einen todten Hund im Sarg / ließ es begraben / aber es brach endlich aus /daß das Kind noch am leben wäre. Avarus nisi moritur nil rectè facit.

Eine untreue Mutter sagte auff eine Zeit / ihr Kind wäre nicht ehrlich gebohren / damit sie nur die Güter allein behalten möchte. Periissentque multi nisi periissent. Strig.

Ein geitziger Canonicus der in die 20000. Gülden vermocht hat / hat kurtz vor seinem End ehe er gestorben vor eine Supplication zu stellen 1. gr. darfür zu nehmen sich belieben lassen. Chron. Melancht.

Galba als er noch Stadthalter in Spanien war / und von der Landschafft Tarraconenst mit einer güldenen Cron verehret wurd / die sie auff 15. Pfund schätzten /ließ er solche wägen / und da sich 3. Pfund weniger befand / musten sie ihm solche ersetzen. Devorat Os Oris, qvicqvid lucratur Os Ossis. Fulgosus. lib. 9.

Es sagte einsmals ein Geitzhalß als er vermahnet wurd Gott zu vertrauen / da er in der Ernde Zeit an einem Sonnabend biß in die Nacht Getreid eingeführet hatte / ja man sol Gott vertrauen / aber nicht zu viel / denn er ist wunderbarlich und seltzam / muste also das Gesind bey eiteler Nacht das Getreid vollend helffen hinein schaffen / aber was geschach / da er nun meinete er hätte es alles wol troffen / kompt in[315] der Nacht ein Gottes-Wetter / zündet die Scheun an und verbrennet ihm / wegen seiner gethanen Gottlosen Red / alles das eingeführte Getreid. Si fas est omnes pariter pereatis avari. Strig.

Der H. Augustinus setzt ad comitem, ein Geitziger sey der Höllen gleich / dieselbige sprech doch nicht daß sie gnug hätte / wenn sie gleich die gantze Welt bekäm / und bringe manchen der leidige Geitz dahin daß er Gottes gantz vergisset. Der Ertz-Bischoff zu Meintz hatte vorzeiten einen Häuptman der war gut Evangelisch / fiel aber aus lautern Geitz abe / der sprach / ich wil Christum dieweil hinter die Thür setzen / biß ich reich werde / darnach wil ich ihn wieder herfür suchen / aber es fehlte hernacher sehr weit. Humani sensus non omnia possunt percipere. Strig.

Ein alter Geitzhalß ließ ihm einen holen Stab machen und verbarg das Gelt darein / so ihm ein anderer hatte auff zu heben geben / und als er für Gericht schweren solte / bittet er seinen ankläger / er sol ihm unter dessen den Stab halten / und schweret demnach / er habe ihm das Geld wieder in seine Händ über antwortet / als er nun vom Rathhauß hinweg gehen wolte / fiel er / und kam der Stecken ins Wagenrad hinein /brach entzwey / da fiel das Gelt heraus und wurd sein Meineyd und Bubenstück offenbahr. Fuge nomen avari. Strig.


In einem Nui und Augenblick verfält /
All Macht und Hoheit dieser Welt.

[316] Da der Röm. Keyser Caligula in einem Jahr 525. thonnen Gold verschencket hatte / gedachte er / wie er doch wiederumb möchte zu Gelt kommen / richtete ein öffentlich Mumenhauß auff / ermahnete noch seine Diener mit allen fleiß darzu / daß sie zur Vnzucht rath und that hülffen geben / und da er nun also wieder einen grossen hauffen Gelt zusammen gebracht hatte / zog er sich nacket aus / und weltzete sich auff dem Gelt herumb. D. Wehner. pag. 186.

Ein Gelt Narr ließ vor seinem End alle sein Gelt in einen Rock einnähen / und befahl sehr hoch und theuer / daß ihm seine Freund wolten solchen bey seinem todt anziehen und darinnen begraben. Naturam frenare potes, sed vincere nunqvam. Athenæus.

Vor Jahren war einer unter den grossen Herren /wann der ausritt und es regnen thäte / nam er seinen Hut vom Kopff abe / und versteckt ihn unter den Mantel / damit er nicht naß wird / und als ihm auff eine Zeit ein güldener Apffel verehret wurde / hat er solchen wieder verkaufft / nur daß er gnug Gelt zu sammen scharren möchte und da er gestorben / hat er in die 20000. fl. hinter sich verlassen. Sit procul omne nefas. Chron. Melancht.


Daß ist fürwar ein kluger Mann /
Der Gelt und Gut recht brauchen kan.

[317] Anno Christi 1545. war es in Sachsen was theuer /da ließ ein Bauer ein fuder Getreid zum Marckt führen / als es nun auff dem Marckt unvermeint abschlug / kaum den halben theil galt / bekümmerte er sich sehr / daß er es nicht eher verkauffet hätte / der Knecht aber ließ sichs nichts anfechten / sang auff den hinweg und war lustig / der Bauer fragte ihn / warümb er so singe / er antwortet / ich dancke Gott daß die Theurung wieder was nach gelassen hat / da entsetzt sich der Bauer noch mehr / und als der Knecht seines Wegs fortgeht / erhengt sich der Bauer hinten an den Wagen und erstickt / als nun den Fuhrknecht etliche Personen bekommen und dieses Spectacul sehen /sagen sie / wie er so singen möge / warumb er den Bauern gehengt habe / da erschrickt er / entschuldigt sich hoch und bittet / sie wolten ihm dessen vor Gericht Zeugnüß geben / wie dann auch geschehen. Also geht es noch heutiges Tages zu mit allen geitzigen /sive raptum sive captum modò sit aptum. Denn Capiatis und Rapiatis sind zwene Brüder gewesen so sich nach dem Testament ihres Vaters gerichtet. Dum potui rapui: Rapiatis qvando potestis; Daher ist auch das Sprichwort entstanden / Rips rops in meinen Sack / aber improbus est homo qvi beneficium scit sumere & reddere nescit.

Keyser Justinianus ward dem Geitz so ergeben /daß er auch Kirchen und Schulen ihre Besoldung entzogen und zu seinem Nutz gewendet hat. Chr. Cari.

[318] Anno Christi 1552. hat sich in einer Stadt begeben da der Bier-Bräuer und Schenck zu gleich / auch Richter mit war / daß er sein Bier allzeit ümb einen Pfenning theurer gab / weder andere und denen andern Bürgern bey 10. fl. Straff aufferlegete / daß es keiner anders geben solt / weder sein befehl seyn würd / es unter sieht sich aber ein armer Bürger / so sehr Gelt benötigt war / die Kannen ümb 1. Pfennig wolfeiler zu geben / den hat er also balden ümb die 10. fl. gestrafft / als nun der arme Mann solches wehmütig dem lieben Gott klagete / bekompt ihm ein kleines Mäulein / tröstet ihn und sagt / er sol sein Bier forthin nicht theuer geben / weder er gethan hätte / und dem Richter sagen sich zu bessern / oder der Teuffel würde ihm den Halß brechen; Solches hat der arme Mann gethan / ihn vielmehr verlachet / da nun der Richter nach dreyen tagen / abermals sein Bier so theuer hinmässen läst / sagt ein Weib zu seiner Tochter / hat denn die Schinderey noch kein End. Als sie vor das Faß kömbt / den Hahn auff dreht / wil kein Bier herauß / sondern ein Ratten/Schwantz schlenckert zum Hahn heraus. Da nun die Tochter in die Stuben laufft / dem Vater solches zu sagen; findet sie ihn sitzen mit umbgedrehten Halß / darumm sollen die Richter das rechte Recht wohl und recht erkennen lernen: Omnem crede diem tibi diluxisse supremum. Butschkius.

[319] Da Marcus Crassus den Tempel zu Jerusalem beraubete auff 60. thonnen Goldes / ist er bald darauff mit seinem Sohn von Parthern gefangen genommen worden / welches Gold hernach in einem Tiegel geschmeltzet und ihm in Halß ist gegossen worden /darbey gesagt. Aurum sitisti, Aurum bibe. Egesippus lib. 1.

Ein Knäblein nimbt aus der Diana Tempel ein über güldes Blechlein mit zu Hauß / so aus der Dianæ Krantz gefallen war / der wurd angeklagt / als ein Kirchenräuber / das Vrtheil gab / man solte ihm das Blech vorlegen / neben andern schönen Sachen /würde er zum Blechlein greiffen / solte er das Leben verwircket haben / da nam er das güldene Blechlein und must sterben. Herod.

Wenn Xenocrates sahe einen Dieb zum Galgen führen / lachete er überlaut / da er nun darumb gefraget wurd / sprach er / sol ich nicht lachen / daß die grössern Dieb den kleinern zum tod verdampt haben.Delitiæ sunt peccatorum januæ. Strig.

Keyser Maximilianus hatte einen Hauptman so ihm von seinem Schatz viel abgezwacket hatte / und als er es gleich den vorigen Tag auch gethan hatte und deß andern Tags früh seinen Feind angreiffen solt / wachete ihm das Gewissen auff / beichtete es dem Keyser gutwillig / wurde auch hierauff absolviret, denn nimmer thun ist die gröste Buß. Nil adeò dulce est, qvod non videatur amarum. Strig.

[320] Hertzog Heinrich von Lüneburg hielte ernstlich und scharff über der Gerechtigkeit / als einsmals sein Häuptman von Zell nach Lüneburg ritte / und der kalte Wind zur Winterzeit ihm etwas durchs Kleid gieng / von ferne einen Bauren ackern sahe / so seinen Rock an die Anwand geleget / reit der Häuptman hin /und heist solchen Rock mitgehen / über und wieder deß Bauern danck und willen / reitet also fort / und läst den Bauern immer hinsagen / Vana est sine viribus ira; Was geschicht in kurtzen hernach / reitet der Hertzog selbst allda vorüber / mit einem Tropp / darunter dieser Häuptman auch / der Bauer klagt es dem Hertzog / der Hertzog hält still / streifft den Ziegel vom Pferd ab / und läst den Häuptman daran hengen /mit diesen Worten / du soltest den Diebstal helffen straffen / so thust du es selber. Fecem bibat qvi vinum bibit. Regentenbuch. pag. 132.

Der fromme Keyser Constantinus Magnus warnete einsmals einen von Adel treulich / wegen seines Gottlosen verruchten Lebens / machete mit dem Spieß / so er in der Hand hatte / einen viereckichter Cräiß in Sand und sprach / sihe her du Geitzhalß / gleich so viel wird man dir mit geben / wenn du von hinnen fahren und diese Welt gesegnen solst. M. Zachæus Faber.


Heu qvam difficile est mores evellere pravos.


[321] Herodotus meldet daß in Lydien bey 18. Jahren sey grosser Hunger gewesen / da habe man deß Hungers in etwas zu vergessen das Spielen erfunden und auffgebracht. Zeitbuch Nicolai. pagina 147. im 6. Buch.

Als der König Ptolemæus einsmals spielete / da kam sein Secretarius zu ihm mit einen Zettel / darauff ein Vrthel vom Rath gefället über etlichem Personen so das Leben verwircket hätten / und wil darüber deß Königs Consens einholen / deß Königes Gemahlin aber / die Bernice kommet darzu / reisset den Zettel aus den Händen und sagt zum Könige: wann einer im Spielen begriffen ist / sol er über der Leut leben und todt / oder in peinlichen Sachen nicht richten / und diese Red hat den König bewegt / daß er hat auffgehöret. M. Majus.

Als König Froto in Dennemarck / Engelland und Schottland einbekommen hatte / hat er den Diebstal ernstlich verbieten lassen / auch ein gantz Jahr auff einen Zaun ein grosses stück Gold hengen lassen / so letzlich einer Zauberin Sohn hinweg genommen / welcher aber gefänglich eingezogen und hingerichtet worden / die Mutter verzauberte sich drüber in eines Ochsen gestalt / und erstieß den König. Crantzius.

Der Normanner Hertzog ließ einsmals ein Weib hängen / die ihrem Mann schertzweiß den Pflug im Feld verstecket gehabt / denn er hielte scharff über den Gesetzen / bevor aus über die / so er über den Diebstal geordnet hatte. Crantzius.

[322] Die drey W. stifften in der Welt / sonderlich unter Ruchlosen Leuten / viel übels / Würffel / Weib /Wein. Schauplatz. pag. 209.

Das 26. Capitel

Das XXVI. Capitel.
Von Wolfeiligkeit.

Gott beschehrt mehr in einem Tag /
Als ein gantz Königreich vermag /
Je mehr er gibt ie mehr er hat /
Vnd bleibt dennoch ein reicher Gott.

Anno Christi 1482. war grosse Theurung in Teutschland / es erfolgete aber balden solche Wolfeiligkeit darauff / daß ein lediges Vaß wurd vor ein gefültes mit Wein gegeben / ein Ey umb einen Eymer Wein /ja man netzete den Kalch mit den überfluß deß Weins an. Sturmius.

Anno Christi 1626. ward im Allgey / Rieß und Nordgau / solcher Obstwachs daß sich die Bäume darvon bogen. Mella fluant illi, ferat & rubus asper amomum.

Anno Christi 1453. zur Zeit Königes Ladißlai in Böhmen war es so wolfeil / daß ein Strich Korn [323] galt drithalben groschen / eine Butten voll Pfersing zwey Pfenning / ein Pfund Lachs 3. Pfenning / 20. Hering 7. Pfenning / ein Seidel deß besten Weins 1. Pfenning eine Bind Bier 1. Pfenning. Effundit fructum mater gratissima tellus. Hagecius. pag. 345.

Als die Brücken zu Dreßden Anno Christi 1074. ist auffgebauet worden / daran man gantzer 10. Jahr gearbeitet hat / ist solche Wolfeiligkeit darbey eingefallen / daß man einem Arbeiter zum Taglohn nicht mehr geben hat als 1. Pfenning. Ut vivas comedas non vivas propter edendum. M. Thobias Simon in orat. de urbe Dr.

Anno Christi 1276. war es so wolfeil ümb Straßburg daß ein Virtel Weitz 28. Pfenning / Korn 16. Pfenning / virtel Gerst 10. Pfenning 14. Eyer umb einem Pfenning / 8. Hering umm einem Pfenning /eine Henn ümb 2. Pfennig ist bezahlet worden. Fæcundé calices rarò faciunt sapientes. Butschkius.

Anno Christi 1454. kam der Weitz ümb 10. groschen / das Korn 7. groschen / Gersten 7. groschen /Hafern 3. groschen.

Anno Christi 1568. kam der Weitz umb 16. groschen das Korn ümb 12. groschen / Gersten 7. groschen / Hafern 4. groschen / da hat ein Heller Brot gewogen 14. Loth / und das wolte man vor Theurung halten. Nulla salus nobis te nisi dante venit. Butschkius.

In dem Jahr da Herr Lutherus gebohren worden /hat zu Hall ein Scheffel Weitz 14. silberne [324] Groschen /das Korn einen halben Gülden / Hafern 6. groschen /Gersten 9. groschen gegolten.

Anno Christi 1484. galt der scheffel Weitz 4. groschen / Korn 3. groschen / Hafern 1. groschen / Gersten 2. groschen.

Anno mundi 3844. war solcher guter Weinwachs in Italia / welchen man auff 200. Jahr tüchtig und gut verbleibend hat können erhalten. Sebastian Brand. Plinius.

Sleidanus gedenckt lib. 7. daß es im Ländlein ob der Ens eine gantze stund Korn geregnet hab / wie auch 4. Meilen von Augspurg zu Ried / ist gut geschmack süß und lieblich Brot daraus worden. Sandelius.

Dergleichen hat es auch Anno Christi 1571. in der Schlesien Korn Erbes und Weitz geregnet / daraus die Leute gar schön Brot gebacken haben. In silentio & spe erit fortitudo vestra. Fincelius. lib. 2. & 3.

Anno Christi 1319. war es in Böhmen so wolfeil daß ein strich Korn 1. groschen / ein scheffel Hafer 4. Pfenning gegolten / ja umb einen Pfenning Brot so viel gekaufft worden / als vorigen Jahres ümb einen halben thaler / und dieses geschach auch Anno Christi 1362. Hagecius.

Anno Christi 1328. war ein sehr warmer Winter blüeten die Bäum im Januario / die Weinbeer im April / und die Apffel ümb Liechtmeß gewachsen / im [325] Majo wurden alle Früchte von Korn Gersten und Hafern zeitig und eingeerndtet und folgete ein groß Sterben darauff. Zeitb. im 21. pag. 647.

Indulgere gulæ noli.

Anno Christi 1329. gab man in Böhmen 25. Eyerpro 1. Pfenning / strich Hafern ümb 10. Pfenning.

Anno Christi 1333. ists so wolfeil gewesen / daß ein strich Korn ümb 4. groschen strich Gersten 2. groschen und ein Scheffel Hafern 9. Pfenning verkauffet worden / am Rheinstrom hat man gern ein leeres Vaß vor ein geffültes geben / aber es ist groß sterben darauff erfolget. Stumpfius.

Anno Christi 987. hat es Korn und Weitz von Himmel geregnet / und wolfeil worden. Sigonius.

Anno Christi 1395. hat ein strich Korn in Böhmen 3. groschen / Gersten 2. groschen / Hafern 1. groschen auch wol 4. Pfenning gegolten. Zeitb. pag. 701.

Anno Christi 1398. haben zu Straßburg 30. Kannen Wein 1. Pfenning gegolten / aber ein groß Sterben darauff erfolgt. Aventinus.

Anno Christi hat in Sachsen im April der Wein geblüet / im Martio die Bäum / mitten im April Erdbeer und Kirschen / ümb Mariæ Magdalenæ Tag / hat man zeitige Weinbeer und Kirschen gessen / und ist der Scheffel Korn ümb. 4. groschen bezahlet worden.Guicciardinus.

[326] Anno Christi 1442. galt in Böhmen 1. strich Korn 2. groschen / Weitz drittehalben groschen. Crantzius.

Anno Christi 1453. galt das Korn drittehalben groschen / der Weitz 3. groschen / eine Kanne Wein 1. Pfennig / drey Karpffen 4. Pfenning / 15. Eyer 1. Pfennig / Butten voller Pfirschen 2. Pfenning / vier Kannen Bier 1. Pfenning / Kann Malvasir 6. Pfenning / pfund Lachs 3. Pfenning / zwantzig Hering 2. Pfenning. Hagecius. Mechovius.

Anno Christi 1499. war es in Thüringen so wolfeil / daß eine Kanne Wein 3. Pfenning / ein Scheffel Korn 4. groschen / Gersten drittehalben groschen /Hafern 18. Pfenning verkaufft worden. Æmilius.

Anno Christi 1571. hat es in Schlesien Korn /Erbes und Ruben geregnet / mehr hat es in Pohlen /Parchet und ümb Weisenfels / dünnen Zeug / Weiber-Schleyrn gleich geregnet / da ein Stück zu 3. 4. und 5. Elen gewesen. Ghonneyer.

Anno Christi 1166. ward so reicher überfluß am Wein / daß man den Kalch damit einmachen müssen.Crantzius.

Anno Christi 1172. galt in Böhmen ein strich Korn drittehalben groschen / Gersten 1. groschen /eine Henne 2. Pfenning / Hafern 5. Pfenning. Hagecius.

Anno Christi 1528. als der Spanische Obriste Alvaretz in America die grosse Stadt Mechiocan eroberte / hat er von 4. Scheffel aus gesäeten Saamen in die 600. Scheffel einernden lassen. Boterus.

[327] Anno Christi 1507. hat in Meissen ein Scheffel Korn 3. groschen / eine Kanne Wein 1. Pfenning gegolten. Zeitb. im 24. pag. 814.


Sobrietas virtutis humanæ penus.


Anno Christi 807. ists in Böhmen so wolfeil gewesen / daß ein starcker Man kaum ümb 2. Pfenning tragen mögen. Eginardus.

Vnd solche Wolfeiligkeit war auch Anno Christi 839. dargegen war Anno Christi 883. solche Theurung in Teutschen Landen / daß an etlichen Orten der Scheffel Korn zehen Goldgülden gegolten. Onuphrius.

Anno Christi 1029. war das Obst so wolfeil in Böhmen / daß drey grosse Körb voll Oepffel ümb einen Pfennig / drey Körb Pirn ümb 2. Pfennig / ein strich Korn 2. groschen / Weitz 5. groschen / Hafern 5. Pfenning gegolten / sechs Männer kunten ümb einen Pfenning Brot satt haben. Hagecius.

[328]

Das 27. Capitel

Das XXVII. Capitel.
Von Zauberey.

Es kam auff eine Zeit einer aus der Insel Cypern / von dem Geschlecht der Ophiogenen gen Rom / solchen ließ der Bürgemeister in ein Vaß voller Schlangen setzen / die thäten ihm gantz nichts / sondern krochen ümb ihn herumb / und belecketen ihn / darüber sich männiglich verwunderte.

Lutherus schreibet daß ein Kind in Sachsen so sehr verzaubert gewesen sey / daß ihm fünff Weiber auff einmahl nicht haben gnugsam Nahrung geben können. Strigenitius.

Anno Christi 1262. fraß ein Schwartzkünstler so aus dem Niederland gen Creutzenach kam / einem Bauren seinen geladenen Wagen mit Heu hinweg /darfür er dem Bauer einen groschen gab / er kunt Hund und Hasenjagten in der Lufft anrichten. Zeitbuch.

Es wurden auff eine Zeit zwey Zäuberinnen eines schmehlichen Todes hingerichtet / so viel Weiber bezäubert hatten / die nichts anders als Kröten / Schlangen / Hund und Mäuß gebehren kunten. Aventinus.

[329] Anno Christi 545. kompt ein Gauckler nach Rom führet mit sich ein kleines rothes Hündlein / welches auff alle Fragen antworten kunt / ob dieser oder jener Mensch fromm / reich / arm / groß / klein oder lang sey / ob es eine Frau / Wittib oder Jungfer wäre /wuste viel Pfenninge oder Ringlein unter einander geworffen / wieder aus zu klauben / und iedem dz seinige wieder zu zustellen. Zonaras.

Anno Christi 165. zerhauete unvermeint ein Soldat zu Babel ein Kästlein / darein ein Teuffel gebannet war / der erreget hernach Sterben / Wasserfluth / Erdbeben und Vngewitter / daß viel 1000. Menschen ümb kamen. Zeitb. im 12. pag. 57.

Anno Christi 1537. war zu Franckfort an der Oder ein Mensch / der wurde ein Monat über alles zu Gold und Geld was sie anrühren thät / kunte auch was sie wolt verschlucken oder verschlingen. Majus.

Ein Pfarrherr straffte auff eine Zeit auff der Cantzel eine Zäuberin / der muste hernach unsäglichen Schmertzen leiden und darüber auch endlich sterben.Fæmina nihil pestilentius. D. Wierius. lib. 3.

Zu Costnitz wurd eine Zäuberin verbrent / die sagte zu dem Scharffrichter als er sie auff den Hauffen Holtz setzte / für diese arbeit wil ich dir lohnen / bließ ihn darauff unter die Augen / davon bekam er solchen Aussatz / daß er in wenig Tagen daran sterben muste.[330] Vincere cum possis, interdum cede sodali. Godelman. pag. 103.

Vor etlichen Jahren wurd zu Rostock eine Zäuberin torqvirt, die schickte in der Nacht den Teuffel aus der Gefängnüß / er solte die Gerichts Personen tödten /oder sie an Haab und Gut beschedigen / der thut es /die Gerichts Personen aber haben dieselbige Nacht ihren Abendsegen / und Vaterunser fleißig gebetet /den Sathan im Hauße wol vermercket / aber er hat nichts schaffen können. Aradice mala carpuntur pessima mala. M. Hammer. S.G.

Hagecius schreibt in der Böhmischen Chronica daß ein Hirt bey Caden Anno Christi 1337. sey begraben worden / welcher wieder auffgestanden / die Leut in Dörffern erschreckt / mit ihnen geredet / etliche getödtet / welchen er mit Namen genennet der ist gestorben als ihm nun der Hencker viel Plag angeleget / hatt er nur gelachet / bald wie ein Ochs bald wie ein Esel geschrieren / als er in die Seiten gestochen worden / ists Blut heraus gelauffen / (und eben also hat sichs auch vor kurtzer Zeit in der Schlesien erwiesen /) endlich bliebs aussen. Schauplatz. pag. 20.

Eben einen solchen Zustand hatt es auch Anno Christi 1345. mit eines Hof Narrens Weib zu Levin in Böhmen / die starb jehling / erschiene hernach vielen Leuten / auch in Vieh Gestalt und ertödtet viel Personen / als sie wieder ausgegraben wurde / hatte sie ihren Schleyer halb gefressen / der hieng ihr blutig [331] aus dem Halß / wurd endlich verbrennet / die Aschen ins Grab geworffen / da blieb sie aussen. Schauplatz. pag. 21.

Zu Eibaschitz in Mähren verstarb auch vor Jahren ein Mann / kam wieder / brachte viel Leut ümb / ließ allezeit wenn er aus dem Grabe stieg seinen Sterbkittel beym Grab liegen / die Wächter nehmen ihm einmal solchen hinweg / er betrohet sie aber hefftig / wo sie solchen nicht würden wieder an das Ort legen /endlich wurd das Grab geöffnet / da sagte er / sie hättens getroffen / denn weiln sein Weib vor kurtzen Tagen zu ihm wäre hinein gescharret worden wolten sie noch mehrer Leut haben ümbgebracht / hätte auch seines Weibs Schleyer gefressen / biß auff ein weniges / welches ihm der Hencker aus dem Maul riß /wurd hernach verbrent / da hörete das übel auff. Ventam ad suprema est nec post maliora seqventur. Schauplatz. pag. 21.

Ein Schwartzkünstler hatte den Teuffel gefragt /was denn vor eine unleidliche Hitz in der Hellen wär /drauff er geantwortet / die Hitz wär also groß / wenn die grösten drey Berg in der Welt beysammen wären und wären gantz eysern oder stählern / so müsten sie doch im hellischen Feuer / in einem Nui und Augenblick zerschmeltzen. Steinerus.

Anno Christi 1553. sind in der Marck Brandenburg zu / P zwo Weiber eingefangen worden / so durch [332] Kält und Eyß die Frücht deß gantzen Landes haben verderben wollen.

Es sollen auch auff eine Zeit zwene Pfaffen 300. Kinder ins Teuffels Namen getauffet haben. Rüdiger in seiner magia illicita. pag. 55. conc. 3.

Der Teuffel führete vor Jahren einen Zäuberer Johannem Teutonicum von Halberstadt bürtig in einer Nacht nach Meintz und Cöln am Rhein von Halberstadt aus. Semel malus semper malus presumitur. Wierius. pag. 177.


Si bene vis de te post mortem fama loqvatur,
Illustrem reddant te benefacta tua.

Als Apollonius Thyanæus für dem Keyser Severo der Zäuberey überweiset wurd / und ins Gefängnüß solte geworffen werden / ist er in gegenwart deß Keysers und anderer vom Teuffel aus Rom gen Puteolis in Campanien geführet und desselbigen Tages alldort gesehen worden. Rüdiger. pag. 84.

In malleo malefic arum wird gedacht daß in einem Flecken deß Costnitzer gebiets / die Pest nicht eher auffgehöret hab / biß man eine Hex ausgegraben / und sie verbrennet. Rüdiger.

Bajanus der Bulgarn Hertzog zur Zeit Keysers Ottonis hat sich in allerley Form der Thier verwandeln können / König Erich in Schweden so halden er seinen Hut auff eine gegend gewendet / da er seyn wollen / [333] ist er alsobalden dahin geführet worden. Urit mature qvod vult urtica manere. Schaupl pag. 64.

Es kompt einsmals eine Zäuberin zu einer schwangern Frauen / bittet sie / wenn sie zum Kind kreisten werde / sie wolle sie auch darzu holen lassen / sie wolte ihr alle beförderung erweisen / als nun Gott der Kreisterin gar fein geholffen und dieser Frauen war vergessen worden / kompt sie endlich selbst / bringet einanders Weib mit ihr / (so ohne zweiffel nicht viel besser als sie wird gewesen seyn /) schild hart auff die Wöchnerin / sagend; sie wisse nichts leichtfertiges von ihr / und hab ihrer zusag kein gnügen gethan /das ander Weib aber / so sie mit ihr gebracht / thut versönung zwischen ihnen / als nun die Zäuberin wieder nach Hauß geht / beut sie der Wöchnerin die Hand / besihlt sie darmit Gott / die andere Hand legt sie ihr auff den Leib / davon hat sie solche Schmertzen bekommen / daß sie drüber endlich gestorben und ist hernach diese Zäuberin bey anderer begangener übertretung eingezogen und gerichtet worden / da sie denn solches auch bekennet und mit Schmertzen bereuhet hat. Ch. Georgi.


Pauca voluptati debentur; plura saluti.


Ein Knecht kompt unvermeint über seiner Frauen Zauber püchs und schmiert zum ausfahren seinen Wagen damit / wird alsobald zu sambt dem Wagen [334] in die Höh gezogen / daß man ihn wieder hat herab ziehen müssen. Schauplatz. pag. 65.

Ein Man als er sihet daß sich sein Weib mit Zauber-Salben salbet / hat er sie genötigt ihn mit zu nehmen als nun den Mann dauchte als äße man / hat er zu seinem Essen Saltz begehret / und als er es kaum erhalten und lang aussen blieben / doch letzlich kam /sagte er / Gott sey gelobt / itzt kompt das Saltz / ist in continenti alles darauff verschwunden und die Lichter erloschen / er aber hat sich andern Tags 100. Meilen von seinem Hauß in Königreich Neapolis / bey der Stadt Benevent befunden / sich wieder nach Hauß gebettelt / und als er heim kommen / sein Weib bey der Obrigkeit angeben / welches auch darauff ist gerichtet worden. Nocte dieqve cave tempus consumere pravè. Schaupl. pag. 66.

Es waren auff eine Zeit gute Freund bey einer Evangelischen Academi beysammen / die giengen einem ihren Tischgesellen vor dem Essen vor das Thor hinaus entgegen / und zu der Stund hatten sie gleich ihrem Famulo ein Zäuber Buch abgenommen /welcher aus Francken zu ihnen gekommen war / und in dem sie also spatziren / meldet einer zu dem andern / weiln der Himmel sehr schön und lieblich ist / und man in dem Buch befindet / wie durch gemelte Characteres Donner / Plitz / Wind / Regen zu machen sey / laß doch sehen / wie unsers Famuli Kunst bewehret sey / die andern sämptlich bewilligen drein / und muß[335] ein jeder etwas darzu helffen / einer macht einen Kräiß / der ander ein Grüblein / der dritte holt Wasser / der vierde rührt die gemachten Characteres ümb /der fünffte meldet die Characteres, der sechste lieset die Wort / drauff wird es dunckel am Himmel / donnert und blitzet grausamlich / darüber ihnen allen sehr bang und angst geworden / das Wesen alles gelasen sämptlich auff ihre Knie gefallen / Gott inniglich gebeten / was sie aus Fürwitz gethan hätten / den Teuffel zu probiren / wolte er ihnen ümb JESU Christi willen verzeihen / sie wolten sich hiermit verpflichten / die Zeit ihres Lebens solcher Zäuberey von Hertzen feind zu werden / auch alle Menschen davon ab zumahnen / drauff ist das Gewitter algemachsam zergangen / wieder schön hell und lieblich worden /haben auch hernach das Buch in die Pleisa geworffen und zu schanden werden lassen. Si non vis falli fugias consortia calvi. Rüdiger. pag. 121.

Zäuberinnen sind kleinen unmündigen Kindern hefftig feind / wo sie es enden können / sparen sie keinen Fleiß / solche hin zu richten und zu ermorden.Rüdiger.

Anno Christi 1589. hat ein Graff in ober Teutschland acht Zäuberinnen verbrennen lassen / so 140. kleine Kinderlein ümbgebracht haben gehabt: In Baßlerischen und Straßburgischen Bisthumb sind vor diesen zwey Hebammen verbrennet worden / so 40. Kinderlein ümbgebracht / weiln sie ihnen bey der [336] Geburt grosse Nadeln ins Häuptlein gedruckt. Serè sapiunt Phryges. Schauplatz. pag. 68.

Es kömpt einsmals eine Zäuberin zu einem Studenten / die hatte einen Zettel von seltzamen Buchstaben / begehrt er soll ihr solchen abschreiben / sie wolte ihn wider die Flüß am Halß tragen / der Student kunte die Schrifft weder lesen noch erkennen / schreibt ihr diese Wort auff den Zettel; Diabolus huic vetula eruat oculos. Der Teuffel reiß dieser alten Vettel die Augen aus / gab ihr den Zettel / den hieng sie an den Halß / und ward vom Fluß gelediget / und der Aberglauben bey ihr gestercket. Confidit furi qvi confidi meretrici. Rüdiger. pag. 198.

Ein Weib in Nordgau hielt Anno 1516. mit dem Sathan zu / verkauffte ihm vier Kinder bloß ümbs schändlichen Gelts wegen / darzu auch der Mann förderung gab / aber sie haben beyderseits ihren Lohn darümb empfangen. Cardanus. Fincalius. Aut.

Simon der Zauberer konte sich unsichtbar machen /in einen Drachen verwandeln / vielerley Leute Gestalt an sich nehmen / Thüren und Angeln mit einem Wort auffthun / er hat Keyser Neronem mit alle seinen Volck geblendet / denn als sie vermeinten ihm den Kopff abzuhauen / ist solches einem Schuf geschehen / als er aber gen Himmel fliegen wolt / ist er von dem H. Apostel Petro wieder herab gestürtzet worden / ein Bein gebrochen / und endlich zu Aritia gestorben.Mitte arcana DEI calumqve inqvirero [337] qvid sit. Irenæus lib. 1. cap. 20. Egessipus lib. 13. Eusebius lib. 2. cap. 2.

Eben dieser Simon der Zäuberer welcher Neronis Freund war / wolte durch seine Gauckeley einen Todten lebenbig machen / brachte es dahin / da sich der Kopff bewegete / aber der H. Apostel Petrus straffet ihn / kniete nieder und betete / und machete ihn recht lebendig / daß er auffstund / redete und aß / da wolten sie Simon steinigen / aber Petrus erwehrete es ihnen.Utere concessis tibi, dum potes, utere donis. Josephus.

Anno Christi 1636. sind viel Zäuberinnen und Hexen im Stifft Oßnabrück durch fleißige inqvisition eingebracht worden / welche erstlich enthäuptet und hernach verbrennet worden / darunter nicht wenig vornehmer Leute Weiber gewesen. R.

Doctor Luther erzehlt ein Exempel von einer alten Vettel / Tom. 1. fol. 5. & fol. 1261. welche sich von einem Prediger so da hefftig wider das Gabel fahren geprediget / nicht bereden lassen wollen / daß solches nur ein Spiegel fechten wäre deß ledigen Teuffels /sondern beständig darauff blieben / daß solch Hexen Werck ein gewiß Werck sey / zu beweisen ihre Sach /setzete sie sich in einen Backtrog / schmierete sich mit ihrer Salben / also lang biß sie in einen tieffen Schlaff geriet / endlich als sie wieder zu ihr selbsten kompt / erzehlet sie ein hauffen Wunder / so sie in mittels erfahren hätte / aber der Prediger überwiese sie / [338] daß es ein lauter Betrug gewesen. Tholosanus auch Bartolomæus de Spina erzehlen viel solche Sachen.

Vor Jahren sagte ein getauffter Jüd aus / daß die Jüden derwegen Christen Blut brauchen thäten / wenn ein Jüd in seinem letzten zügen liege / so bestrich ihn ihr Radi damit und sagete darneben / dz wenn der kommen ist / der im Gesetz und Propheten verheissen und allbereit vorüber sey / ihm das Christen Blut zum ewigen Leben nützen und forthelffen solle. Sabellicus lib. 7.

Pasetes der Ertzzaüberer konte zu weg bringen /alles was ihm nur selbst gelüstete / es war an herrlichsten Speisen und Geträncken / betrog auch die Leute hefftig / denn so er heute was einkäuffete / morgen kam ihm solch Gelt wieder in seine Hände. Fincelius lib. 2.

Nach deß Zäuberers Nini absterben fuhr der Teuffel in sein Bild / offenbahrete den Leuten viel heimlichkeiten / also / daß sie letzlich solch Bild gar ehren und anbeten thäten. Meigerius in nucleo histor.

Bonfinius schreibt in Ungarischen Historien daß ein Zäuberer Anno Christi 1458. aus Ungarn in Böhmen / und da hinwieder in 24. Stunden Post ab und zutragen können. Theobaldus.

David Meder Pfarrer zu Nebra bezeugt daß der Teuffel eine Drachenhur aus dem Gefängnüß hinweg geführet hab. Rüdig. pag. 84.


[339]
Leb Erbar Christlich und auch Nein /
So du wilst ein Erb deß Himmels seyn.

Die alten haben zehnerley Merckzeichen beschrieben / darbey eine Zäuberin erkennet werden möge.


1. So sie Venerem nicht achten.

2. Samdstag / Donnerstag / Freytag in sonderer Observantz halten und gemeiniglich Zeichen an ihnen haben.

3. Sich sonderer Ceremonien gebrauchen.

4. Sich gern allein verbergen.

5. Künstlern nachfragen und ümb sie seyn.

6. Gern mit Zäuberischen Leuten ümbgehen.

7. Immerzu was neues lernen wollen.

8. Ihre Männer nicht groß achten / noch dieselbe gern ansehen.

9. Vngern kochen / Haar und Stirn nicht waschen.

10. Hinter sich in der Kirchen im heraus gehen ümbkehren. Rüdiger. Colerus.


Anno Christi 1284. gebahr in Schweitzerland zu Sempach eine von Adel einen Löwen / und ein Zäuberer bannete zu Hammeln die Ratten aus der Stadt /gieng ihnen mit einem Pfeifflein vor / und führete sie ins Wasser und ersäuffte sie / hernacher nahm er eine Drummel und schlug / da folgten ihm 30. Kinder [340] nach / die führete er an einen Berg / der that sich auff und verschloß sie. Zeitb. pag. 612.

Das 28. Capitel

Das XXVIII. Capitel.
Von Argwohn und Einbildung.

Baßianus der Keyser heirathete seine Stieffmutter die Juliam / demnach sich der schendliche Balck ihm zur Lust entblösete / und ihre nackte Haut ihn anzu reitzen sehen ließ / da bildete er ihm so balden ein / ihre Schneeweise Haut müste ihm zu Theil werden und nahm sie. M. Majus in Pad. Christi.

Anno Christi 1650. begibt es sich in Böhmen / in der Stadt Caden / den 14. May / daß ein Jüd aus Mähren bey einem andern Jüden über Nacht geblieben /sich etwas berauschet hat / der sihet vor deß Jüden Hauß etliche Christen Kiader mit einander spielen /der ergrimmet hierüber aus Neid gegen das Christenthumb / und bildete ihm ein / er könte nichts bessers stifften / als wenn er es aus dem Weg räumete / läuffet derwegen aus dem Hauß herauß / und sticht ein fünff jähriges Kind mit einem Messer in Bauch / [341] laufft also das Kind / das Messer im Leib steckent zur Mutter /die Mutter erschrickt / klagts / der Jüd wird eingefangen / hat noch die aller leichtfertigsten Wort geben /und weiln das Kind in zweyen Stunden gestorben / ist ihm die rechte Hand abgehauen / die Zung wegen Gottes lästerung ausgeschnitten und die Brüst mit glüenden Zangen abgezwicket / auch von unten auff gerädert worden. Tempora ne culpes, cum sis tibi causa doloris. R.

Cardanus gedenckt eines aus dem Aristotele so ihm eingebildet gehabt / als wenn er stets sein Bildnüß gleichsam in einem Spiegel vor sich sehen thät. Qvi facilis credit, facilis qvoqve fallitur idem. Mathesius.

Alexander ab Alexandro erwehnet von sich selbst / daß er zu Rom an einer schweren Kranckheit darnieder gelegen / da hat er stets ein Weibsbild vor seinem Bett stehen sehen. M. Stolterfoth. pag. 183.

Wenn iemand vom Geschlecht der Herren von Rosenberg verstirbt / sagen sie / daß sich ein Weib sehen lasse / mit einem grosen Böhmischen Schläyer. Schauplatz. pag. 23.

Vom Pisandro Alexandrino Historico wird gemeldet / daß er in solche einbildung gerathen / daß er sich auch für seinen eigenen Schatten gefürchtet habe / auch nicht anders gemeint / als wenn seine Seel schon aus dem Leib gefahren wär. Stolterf. pagina 183.

[342] Lambertus Rusthius so ein Phreneticus und Wahnwitziger Mensch worden / ist also durch ein Philtrum im Gehirn verwirret worden / daß er vermeinet hat /alles was auff dem Tisch lieg / Schüsseln / Teller /Löffel / Brot / das lebete / ja / als wenn es mit ihm als lebendige Creaturen geredet hätte. M. Stolterfoth. pag. 183.

Valeriola schreibt von seinem Vettern LudovicoSerrano Medico daß derselbe zu Mompelier unter Spanischen und Frantzösischen Studenten / habe beym Tag einem Fechten heygewohnet / darauff er hernach im Schlaff auffgestanden / den Degen von der Wand gerissen / die Thür in der Kammer auffgelauffen / sich rauffen und schlagen wollen / da doch niemand zu handen gewesen / so ihm hätt was thun wollen. lib. 2. Observat. D. Conr. Diet. im Traum-Discurs. pag. 24.

Ein solcher Wahnsinniger Mensch / stieg einsten im Hospital Haine in Hessenland (in der Sonnen sich was zu er lüfftigen) auff das Gewölb der Kirchen /von demselbigen Gewölb durchs Dachfenster / auff daß Dach hernach mit Schiefer gedeckt / ist endlich auff der Spitz zu höchst hinauff geklettert / sich auff das steinerne Creutz im Kirch Dach gesetzet / herab geschrien / weiln er unser Herr Gott sey / so solte man ihn anbeten / männiglich hat gedacht / er würde herunter stürtzen / und den Halß brechen / aber er ist gemachsam daß Dach wieder herab gekrochen und ohne [343] versehrung zum Dachfenster hinein geschlupffet /welches denn nur eine Phantasey und Einbildung gewesen ist. D. Horst. von noct ambulonibus. Item D. Conr. pag. 84.

Es kam auff eine Zeit ein frembder Pfarrherr in eine Kirch / da er gern gewesen wäre / fragte die Bauern /was sie vor einen Lehrer hätten und was er könte / sie sagten / es wäre gar ein frommer Mann / ja sagte der Pfarrherr / es ist noch nicht gnug / er muß auch zur Zeit der Moth von Gott können in der Hitz einen Regen erbitten / die Bauern nehmens zu Ohren /schaffen den alten ab / und nehmen diesen an / als nun eine Dürr einfällt / erinnern sie ihn seiner geschehenen Zusag / ja sagt er / last sie im Dorff alle zusammen kommen / wo ihr eines Sinnes seyd / so soll es geschehen / denn ich bin euer aller Diener / aber eines theils / wolten die Scheun zudecken / die musten schön Wetter haben / der andere sagt / die Frau hätte gewaschen / müste schön Wetter haben / war also allen nicht gelegen. Fabrorum vita o focos nugasa calentes. Strig. pag. 179. M. Julius. Math.


Bey Wolfarth und bey grossen Glück /
Folgt Fürwitz und viel böser Stück.

Es trug sich auff eine Zeit eine Mordthat zu / da wuste der Richter nicht / wie er doch den rechten Grund und dessen Thaten erforschen möcht / er nahm[344] die berüchtigten zusammen in eine Stuben / ließ dieselbigen entblösen / griff einem ieden an das Hertz /und da er merckte / bey welchen der Pulß am hefftigsten schlüg / wurde der Thäter dadurch roth gemacht /und die That bekennet. Qvom sæpe transit casus, aliqvando invenit. M. Majus. M. Julius.


Argwohn gar offte unbedacht /
Hat manchen in groß Schaden bracht.

Eines von Adels sein Weib hatte ihren Herren sehr Sorg / zur Zeit als er auff die Jagt ritte / versteckete sie sich in einen dicken Busch / wil sehen / wo er hin reite / die Jagt Hunde aber kamen über den Busch /vermeinten es wäre ein Wild / zerrissen solche als es der Mann innen wird / ersticht er sich. M. Zaderus. pag. 118.


Diem, Aqvam, Solem, Lunam, hæc argento non emo.
Cætera qvæ volumus uti, græca mercamur fide.

Es ließ Keyser Theophilus zu Constantinopel auff alle Ding so man verkaufft genau achtung geben / ist vielmals auff den Marck gangen und gefragt wie theuer man dieses oder jenes gebe / und wo er befunden /daß die Regenten nicht recht Hauß gehalten / hat er solche abgesetzt.

Keyser Valentinianus ließ zu Constantinopel auff freyen Marckt einen Scheffel von Ertz und [345] Kupffer gegossen setzen / damit die Maß nicht möchte gerinzert werden / hatt etlichen lassen die Händ abhauen /so die Maß verfälschet und kleiner gemachet hätten /auch neben dem Scheffel etliche auffhängen lassen.Malè ominanti semper est malè. Strigenitius.

Als auff eine Zeit ein Medicus einem andern Fürsten geschicket ward in seiner Schwachheit / aber nicht seiner Religion war / wolt er denselbigen nicht trauen / weiln er kurtz zuvor zu einem Mammelucken worden war / sagte / er hätte nicht Manus Christi, muste also wieder nach hauß kehren. Strig. pag. 923.Suspicionem abiicito.

In der Stadt Basel geht ein Bürger unvermeint in seines Knechts Kammer / findet allda ein baar Hosenbänder die sein sind / verargwohnete darbey den Knecht / als müsse er mit der Frauen zuhalten / als der Sontag kompt / schafft er alles zur Kirchen / biß auff das kleine Kind und Weib / nötigt hernach das Weib solches zu bekennen daß sie es gethan / erwürgt sie sambt dem Kind / macht einen Brieff / schreibt die Vrsach darein / und stürtzt sich aus einem hohen Fenster auff den Marckt / als solches sein Bruder erfehrt /wird er darüber unsinnig / daß man ihn hat an Ketten hängen müssen. Schweitzer Chronic. M. Julius.

Cajus Sulpitius schiede sich von seinem Weib /deßwegen / weiln sie mit unbedeckten Haüpt aus dem [346] Hauß gegangen war / sagte also zu ihr / das Gesetz hat dir meine Augen vorgestellet / welchem deine Gestalt gefallen sol / demselben solst du / nicht aber andern Männern gefällig zu seyn / dich befleißigen. Maxima nam morum semper patientia virtus. Faustus in anatomia stat. Dan. Flitn.

Agnes Hertzog Bertholts von Meran und Andechs Tochter so dem König Philippo in Franckreich vermählet war / ward aus verdacht ins Elend gestossen /die Schwester Gerdrut aber so dem König Andrea in Ungarn vermählet wurd aus Argwohn Ehebruchs gar gerichtet. Tu nihil in vita dices faciesvè Minerva. Faustus. pagina 327.

Diese Gerdrut verließ ein Fräulein Elisabeth so Landgraff Ludewig in Thüringen genommen und hernach canonisirt worden.

Hertzog Ludwig von Bairn ließ Anno Christi 1257. sein Gemahlin tödten / nam hernach Hertzogs von Pohlen Tochter. Chr. Luth.

Ein Hirsch fasset Keyser Basilium auff der Jagt bey seiner Gurgel / trägt ihn davon / sein Diener aber haut die Gurgel von einander / ledigt ihn / darüber läst er ihn tödten. Zonaras.

Das 29. Capitel

Von einem Epitaphio
Von einem Epitaphio.

Zv Tarracona hat man auff eine Zeit einen alten Grabstein gefunden / welcher nach Rom geführet worden /darauff ein Bild gehauen eines Jünglings so auff dem Rücken gelegen / zu dessen Haupt gestanden [354] ein lustiger grünender blüender Ast / zum Füssen aber ein fauler dürrer Ast / darbey dieser Verß.


Aspice qvàm subitò marcet qvod floruit antè.
Qvocunqve loco fuero JESUM meum desidero,
Qvàm lætus cùm invenero, qvàm felix cùm tenuero.

Die Kirchenlehrer halten darfür / der Patriarch Enoch sey neben dem Altar für der gantzen Gemein gleich als er geopffert hat / und das Feuer von Himmel herab gefallen / solches gethanes Opffer vezehret in derselbigen Flamm mit hinauff in Himmel genommen und entzucket worden. Paul. Woifius c.f.


In den Wunden Christi rein /
Schlumr und schlaff ich sanfft und fein /
Die mir gewisse Hoffnung gebn /
Deß künfftigen und ewigen Lebens.

Pompejus der edle Römer ist Anno 104. vor Christi Geburt am 30. Sept. gebohren / und eben denselbigen Tag ist er hernach wieder ümbkommen. Rüdiger pag. 237.

Fridericus der 2. ist den 13. Sept. zum Keyser erwehlt worden / auch an demselbigen Tag zwar etlich Jahr hernach wieder gestorben. Rüdiger pag. 237.


Das ist gewiß und feilet nicht /
Der Tod alle Menschen hinricht /
[355]
Er achtet nichts die grosen Herrn /
Denck nur niemand daß er sey fern /
Der hohen und niedrigen Häupt /
Keines vor ihm zu frieden bleibt /
Was in dieser Welt empor schwebt /
Hat er gar bald darniedr gelegt.

Das 30. Capitel

Etwas kürtzliches darbey von denen Sündfluthen zu gedencken
Etwas kürtzliches darbey von denen Sündfluthen zu gedencken.
FInIs erIt venIo veLoCIter eCCè potenter.

[381] Nach der Altvater ist mit seinem Weib Vestaphi neben dreyen Söhnen und ihren Weibern in den Kasten gangen / mit nothtürfftigen Unterhalt so geschehen am 7. May / hernach den 17. May hat es darauff angefangen zu regnen / den 15. Junii ist das Wasser allbereit 15. elen über die höchsten Berg gangen /denn es gantzer 40. Tag geregnet hat / und ist 150. Tag lang stiller gestanden / im Monat Octobris hats wieder angefangen zu fallen / daß man den 1. Januarii deß Bergs spitzen sehen können / den 11. Januarii hat er den Raben ausgelassen / den 18. und 25. Februarii wie auch 25. Martii läst er die Taube ausfliehen / den 1. April wirfft er das Dach vom Kasten ab / den 27. Maii geht er mit alle dem was in Kasten gewesen ist heraus / darinnen er ein Jahr und zehen Tag gesessen war. Certa vides capite hoc infantis signa ruinæ. Zeitb. lib. 1. pag. 4. & 5.

Eine Sündfluth ereignete sich auch unter König Armatride / da sich der Fluß Nilus über gantz Egyptenland ergossen / und einen gantzen Monat lang gestanden ist. Anno mundi 2166. Faustus.

Mehrmals ereignete sich eine im Land zu Athen unter dem König Belocho.

Anno mundi 2212. da ist das Meer ümb Griechenland über gelauffen / zwey Monat gestanden / unseglichen Schaden gethan. Faustus.

[382] Ferner ward auch eine unter dem König Spareto.Anno mundi 2440. etliche setzen 2431. in Thessalia zu Deucalionis Zeiten / die ist drey Monat gestanden und hat fast das gantze Land ersäufft. Mala multa ferentes. Faustus.

Vom Walfisch
Vom Walfisch.

Weiln gedacht wird der Ungestümmigkeit deß Meeres / darinnen sich auch die Walfische enthalten / soltu Leser diß von ihm wissen / wenn das Meer ungestüm wird / so erhebt er sich / und wo er unter ein Schiff kompt / da stürtzt er es über einen hauffen / daß alles ersauffen muß / da es aber die Schiffleute vermercken daß er vorhanden / so trummeln und pfeiffen / fingen und trometen sie / da stehet er still / und höret ihnen zu / sie nehmen aber ein spitziges Eisen / werffen es ihm in den Rücken / und fliehen davon / so bald er es vermerckt / macht er sich auff deß Meers Boden / reibet sich und drucket also das Eisen tieffer nein / wann er nun die Wunden grösser gemacht / so frist und beist ihn das gefaltzene Meer-Wasser in die Schrunden / daß er darüber sterben muß / als denn kompt er todt wieder in die höh und die Fischer ziehen ihn auffs Land heraus mit grossen Freuden / wann man ihn im Meer spielen sihet / so ist es ein gewiß Zeichen deß vorhandenen Ungewitters. Das Meer hat einsten also gewütet / daß es Städt und Dörffer [383] ersäuffet / die Schiff im Meer empor gehoben / und ein Meil wegs weit auffs trocken Land hinaus gewerffen / daß Leut und Vieh zu Grund gangen. Zeitbuch im 12. pag. 132.

Incusare DEUM noli
Incusare DEUM noli.

Anno Christi 1226. fiel in der Steiermarckt ein natürlicher Schnee / verwandelt sich aber also bald in Blut. Chron. Luth.

Bey den Armeniern wird bißweiln rother Schnee gefunden / weiln ihr Land voller Menning ist. Flitner. pag. 230.

In Egypten schneyet und regnet es nicht / sondern der Nilus befeuchtet das Land mit seinem auslauff.Flitner. pag. 231.

Anno Christi 554. ist so ein harter Winter gewesen / daß man die Vogel und das Wild mit händen fahen können. Chron. Luth. Zeitb. pag. 205.

Anno Christi 1115. ward ein grosser harter Winter / darneben grosse Theurung / und gebar ein Weib auff einmal 4. Knäblein. Chr. Luth.

Anno Christi ist in Armenien einem Römischen Soldaten so in der Hand bey grimmiger Kält einen bund Holtz zum Feuer tragen wollen / solcher Bund also vest angefrohren gewesen / daß man ihm die Faust gantz ablösen müssen. Tacitus. Zeitbuch im 2. Theil pag. 15.

[384] Anno Christi 833. ist solcher grosser Winter gewesen / daß den Pferden der Huff abgefrohren ist / am schenckeln / auch alle Frücht vor Kält verdorben. Æmilius.

Anno Christi 1234. ist nicht allein ein groß Erdbeben gewesen / sondern auch grimmiger kalter Winter entstanden / daß alle Reben und Weinstöck erfrohren / die Menschen wegen allzu grosser Kält in Betten todt gefunden worden / auch alle Mühlen und Wein-Gefäß eingefrohren / so durch unter geschürtes Feuer hernach schwerlich hat können wieder loß gemachet werden: Ist auch in Burgund ein Berg zersprungen /so über 5000. Menschen ertödtet hat / die Stadt Eger mit 150. Menschen abgebrant. Duglosius. Münsterus. Ghonneyer. Münsterus.

Anno Christi 1165. entstundt in Syrien und Sicilien solche grosse Kält / daß man das Vieh unter der Erden in Kellern halten must / viel Menschen / Thier und Vogel erfrohren. Ortelius. Cælius.


Terra malos homines nunc educat atque pusillos.


Anno Christi 1540. war in Teutschland eine solche Dürr und Hitz / daß Laub und Graß verdorrete. Münsterus lib. 3.

Anno Christi 1473. war solche Hitz / daß sich auch die Wälder anzündeten / Böhmer Wald / Thüringer und Schwartz Wald. Chron. Lutheri.

[385] In der Insel Cypern ist die Ernde im Frühling und über Winters gehet das Vieh auff der Weid / Sommers Zeit aber muß es wegen der grossen Hitz zu Hauß bleiben. Münster lib. 5.

Anno Christi 1540. war grosse Hitz und Dürr in Teutschenland und Bairn. Münsterus lib. 3. pag. 930.

Anno Christi 593. verderbeten bey grosser Hitz die Heuschrecken alle Frücht / und gieng ein Mann in Franckreich in Wald Holtz zu fällen / den stachen die Fliegen also sehr / daß er darüber unsinnig war / zwey Jahr darnach propheceyete er / machete viel Krancke Gesund / und trieb wunderliche Ding. Chronica Lutheri.

Anno Christi 1137. war solche Hitz in Franckreich daß alle Brunnen und Bäch verseihen thäten. Chr. Lutheri.

Vor Christi Geburt 51. ist in Teutschland ein hitziger Sommer gewesen / und hat Schwämm von Himmel geregnet / Anno 47 hat es Eysen und Woll geregnet / Anno 15. sind viel feurige Bränd vom Himmel gefallen. Trithemius. Dion.

Anno Christi 1259. war ein warmer Winter und hitziger Sommer / darauff wurd ein Kind in Pohlen gebohren / so also balden redete und sagte / die Tartarn würden kommen und allen Menschen Kindern die Köpff abhauen / so auch erfolget / wie sie denn in die 24. tausent Jungfern gefänglich mit hinweg [386] geführet haben / und ist groß Sterben darauff erfolget. Zeitbuch.

Anno Christi 1025. ist solche Hitz in Böhmen gewesen / daß die Stadt Chrudim sich darvon selbst angezündet hat / und zu Grund ausgebrennet. Sigonius. Crantzius.

Anno Christi 1182. ist in Schweitzerland ein warmer Winter gewesen / daß bald nach dem neuen Jahr die Bäume haben zu blüen angefangen / und ümb Lichtmeß Oepffel und Pirn als Pflaumen groß gewachsen sind. Aventinus.

Anno Christi 1473. war nicht allein solche Hitz wie vor gedacht / daß die Wälder sich angezündet und sonderlich Böhmer Wald 18. Wochen lang gebrennet / und der Hartz Wald auff 4. Meilen lang und breit darauff gangen / so viel 1000. Lachter Holtz weg gefressen / sondern auch das Wasser müssen theuer bezahlt werden / weder der Wein / der Weichselstrom ist zu der Zeit gantz ausgedrucknet / grosser Mangel an Heu und Stroh erfolget / Gersten / Hafer und anders gantz verdorben. Cromerus. Bonfinius. Spangenberger. Ghonneyer.

Es war auff eine Zeit in der Lombardey solche Hitz / wenn man Zunder in die Erden steckte / hat er sich von sich selbsten angezündet und gebrennet. Feras non culpes, qvod mutari non potest.

Anno Christi 1034. haben ümb Constantinopel die Heuschrecken alles abgefressen / und sind hernach[387] durch einen grossen Sturm-Wind ins Meer geworfsen worden und ersäuffet / vom Wellen aber wieder ausgeworffen worden / so drey Tag gewehret. Cedrenus. Sigebertus.

Anno Christi 1256. erhub sich zu Prag ein solcher Wind / als der Böhmen König Primißlaus seinen Einzug daselbst hielte / daß es auch einen Reuter mit sampt / dem Pferd von der Brücken hinweg gewehet hat / viel Kirch-Thürm / Glocken und Häuser in der Lufft fort geführet und zu Boden geworffen. Vive memor lethi, hora fugit. Curæus. Hagecius.

Anno Christi 1647. ist zu Manstrand 4. Meilen von Gottenburg in Schweden ein Walfisch gefangen worden / welchen ein Sturm-Wind ans Land getrieben / dessen läng gewesen 88. Merckschuch / die höh 14. Stockholmer Elen / so er über dem Wasser ist hergegangen. R.

Anno Christi 1645. am 19. Februarii ist ein solcher Sturm-Wind ümb Basel gewesen / so in der Stadt allein über die 200000. fl. schaden gethan / in Brisach kein Hauß unbeschedigt geblieben / groß Erdbeben auch erfolget / so viel Häuser übern hauffen geworffen. R.

Anno Christi 1483. sturben in der Pest in Böhmen über die 30000. Menschen hinweg / wie auch Anno 1632. es in Leipzig / Regenspurg und Nürnberg nicht gefehlet hat.

[388] Anno Christ 1460. wurd in einem Berg in Spanien 100. Klaffter tieff / ein Schiff mit 40. todter Menschen Beinen angetroffen / so von der Sündfluth her allda versenckt gelegen sind. Johann. Regiomontanus. Fulgosus. Cromerus. Zeitb. im 23.

Das 31. Capitel

Das XXXI. Capitel.
Von Kriegs-List und Tapfferkeit.

Facta juvenum, consilia mediocrium, vota senum sunt.


Die Spartaner / wenn sie zu Felde gezogen / und dem Feind eine Schlacht zu lieffern sind bedacht gewesen /haben sie allzumahl Purpurrothe Kleider angezogen /dem Feind desto schrecklicher zu seyn / und ihm hiermit eine Furcht ein zu jagen / welches denn der / gantzen Armee eine Zierd und Augenschein gab. Potens, cum irascitur, fulminat. Strig.


Ein hartes Wort offt Krieg anricht /
Daraus viel Mord und Vnruh geschicht /
[389]
Ab'r Sanfftmuth ein löblich Tugend ist /
Der sich befleissen sol ein Christ /

Julius Cæsar der berühmte Held hielt alle seine treffen mit dem Pompejo durch sonderliche Kriegs-List / er erhielt manche Schlacht in Teutsch- und Engeland / auch Franckreich mit grossem Ruhm / daß er auch das Lob erhalten / daß er in 50. Schlachten den Sieg darvon getragen / hat seiner Feinde in die Eilff hundert und zwey und neuntzig tausent erleget / und ob er wol von seinen Wiederwertigen mit vielen Wunden auffm Rathhausse erstochen wurde / müsten sie doch alle in 3. Jahren hinwieder schändlich zu Boden gehen. Prætorius in Cæs. Rom. pag. 4.

Der Held Regulus / Röm. Kriegs-Obrister ließ seine Mannheit sehen / in dem er am Wasser Vograda eine abscheuliche gifftige Schlang / so 120. Schuh lang gewesen / ritterlich und tapffer darnieder geleget hat: Zu deß Keysers Claudii Zeiten sol es so grosse Schlangen geben haben / daß eine auff einmahl einen Ochsen oder Hirschen hat verzehren können. Plinius lib. 7.

Wenn die Schlangen Menschen speichel bekommen / so sterben sie davon / fället der Speichel auff sie so fliehen sie / wie sehr sie auch können. Pugnet pro patria pro seque suisque tuendis.


Noscere seipsum, vincere seipsum, maxima virtus.


[390] Cæsar Augustus wird seiner Tapfferkeit halben hochgerühmt / ungeachtet er sich güttlich mit dem Marco Antonio und Lepido ins Reich vertheilet /daher sie auch Triumviri sind genennet worden / hat er es doch alles hernach wieder durch / seine Ritterliche Thaten an sich gebracht / gute Gesetz angeordnet / sich meßig gehalten / gelehrte Leut lieb gehabt /daher er denn dem Römischen Volck so angenehm worden / daß sie ihn Patrem Patriæ (wie auch Aelius Pertinax ein Vater gutes Raths) genennet haben. Principis est virtus maxima, nosse suos. Præt pag. 10.

Von den Heldent haten und Ritterlichen Kriegs-Diensten deß dritten Persischen Königes Darii lese man Chron. Carion. wie er durch List zum Königreich kam / also geschahen auch alle seine anschläge / denn als sein vorfahrer beschlossen / ward unter denen Reichs-Fürsten dieser Schluß / daß sie frü auff dem Platz wolten zusammen kommen / und welches Pferd am ersten schreyen würd gegen der Sonnen auffgang /der solt König seyn / Darius befahl Oebaris sein Stallmeister solt die Nacht sein Hengst-Pferd mit der Mehren auff den Plan / wo sie zusammen kommen solten / ümbführen / und endlich zusammen lassen /das geschach / und als morgens Darii leib-Hengst wieder auff den Platz kommet und die Mehre innen wird / schreyt es nach derselben / und wurde er durch diese List zum König erwehlet / ihm von andern Fürsten Glück und Ehre gewünschet. Chr. Car.

[391] Entgegen wird billich verachtet die Tyranney und Hoffart deß Fabii Maximi / denn als er das Consulat empfieng zu Rom / gebot er seinem Vater daß er vom Pferd künfftig absteigen und zu Fuß zu ihm kommen solt / ließ auch auff einmahl 500. Land-Herren / so er fieng / die Hände abhauen. Livius. Orosius.

Das 32. Capitel

Ein Mensch sol haben
Ein Mensch sol haben.
Den Glauben ohn welchen er GOTT nicht gefallē kan.
Ein guten Nahm ohn welchen er dē Nechstn nicht gefallē kan.
Ein gut Gewissen ohn welchen er ihm selbr nicht gefallē kan.

Als Cajus Marius im Cymbrischen Krieg geschlagen worden / erscheint ihm ein Gesicht / das sagt zu ihm / wenn er seine Tochter Calphurniam den Göttern werd auffopffern / werd er einen herrlichen Sieg erlangen / er folgt / thuts / und bekompt den [397] Sieg das kan der garstige Teuffel ausrichten. Dorotheus lib. 4. citante Zwingero in Theatr. volum. 5. fol. 1459. Stolterfoth.

Anno Christi 1394. war ein Hochmeister in Preussen seiner Sinnen beraubt / der bisse sich vielmals mit den Hunden herumb. Schütz. Crantzius. Zeitb. im 21. pag. 700.

Ein Persianer heyrathet seine eigene Tochter Adossam auff der Mutter Perisatidis ein rathen und willen /aber Gott straffete sie / daß sie den Aussatz bekam /da sties er sie wieder von sich gen Babel. Plutarchus.

Das 33. Capitel

Das XXXIII. Capitel.
Von grosser Sorg und Bekümmernüß.

Sollicita mentes speque metque pavent.


Loenig Antigonus regierete sein Land und Leut treulich mit grossen Sorgen / daß er manche Nacht nicht ruhete (denn Sorg und Bekümmernüß haben auch grosse Herren / wenn man gleich denckt sie sitzen im Rosengarten /) dennoch [398] kunte er es niemand zu recht machen / iederman sagte bey vorigen Königen wäre es besser zu gangen / da er aber gestorben / nahm ein armes Bäuerlein seinen Spaten / grub und ließ es ihm sauer werden / da er gefragt wurd / was er machete /sagte er. Antigonum refodio, nam omnis suceessor deterior.

Stobæus schreibt als er durch seiner Städt einer gezogen / da hat ein altes Mütterlein seinen schönen Rock gerühmet / er aber sich gewendet und gesagt / O liebes Mütterlein wenn du wüstest was vor Elend darunter stecken thäte / du würdest ihn im Mist schwerlich auffheben. Er konte niemals hewogn werden / zu weltlicher Freude zu kommen / seine Räthe stiffteten einsmals deß Königes Bruder an / die Vrsach dessen doch von ihme zu erforschen / das thut er / der König heist ihn deß andern Tags nach einer antwort fragen /unter dessen läst der König eine Gruben machen / mit Kohlen ausschütten / faul Holtz darauff legen / über den Tisch wurd ein scharff Schwerd an einen subtilen Faden auff gehänget / als der Bruder kompt / heist er ihn am Tisch nieder sitzen / läst 4. gerüstete Männer mit Schwerdern ümb ihn stehen / welche stets auff ihn zu stochen / der König aber ließ die Trompeter auffblasen / die Seitenspiel klingen / hieß den Bruder frölich seyn / da sagte er / ach wie kan ich frölich seyn /dieweiln ich in solchen grossen ängsten sitz / da sprach der König / lieber Bruder / wie sol ich denn frölich seyn / in der höh über mich hab ich den gestrengen [399] Richter / unter mich die Hölle / auff allen Seiten die Sünd / Tod und Jüngst Gericht / in welcher Historien die Gefahr und Elend Menschliches Lebens gar schön abgebildet wird. Omnium rerum maror & labor. M. Steinerus. Honderus. Zachæus Faber.


Was dir befohlen ist das richt auß /
Vnd sorg nicht für deins Nechsten Hauß /
In dein Beruff das deine thu /
Daß gedeyen steht allein Gott zu.

Da Keyser Friederich die grosse Meng deß Volcks auffm Reichs-Tag zu Cöln sahe / ließ er die Proviant zu Hauß und Hauß auffzeichnen / da ist auff 4. oder 5. Personen ümb einen Pfennig Brot kommen / als ferner nachgefragt worden / ist noch ein grosser überfluß befunden worden. In silentio & spe erit fortitudo vestra. Strig.


Hiqve homines cæli Saturno sceptra tenente vivebant.


Churfürst Friederich zu Sachsen ließ viel Gruben zurichten / Scheune und Kornhäusser auffbauen / Getraid darein zu schütten / und als ihn Doctor Staupitz derwegen befragete / sprach er / die Leute sind nachläßig / es könte theuer werden / derhalben er billich vorsorg trüge / und das war recht / aber übrige [400] Bauch-Sorg sol man fahren lassen / denn Gott allein die drey S. zustehen / Sorgen / Segnen / Selig machen. Parsimonià est mater divitiarum. Strigenitius.

Wenn Aristoteles und Alexander Magnus was wichtiges zu verrichten gehabt / und sich deß Schlaffs enthalten wollen / haben sie eiserne Kügelein in Händen gehalten und Meßinge Becken unter gesetzet /damit sie durch den Klang deß fallens wieder ermundert würden: Ja ein Philosophus hat nur sitzend geschlaffen / seine Haar mit einem langen Faden oben an Balcken angehefftet / auff daß er desto eher erwachen möcht / wenn er nickete. Strig. pag. 430.


Cum fletunascimur, cum labore vivimus, cum dolore morimur.


Keyser Ludwig der Bair sol in einer Nacht Eyßgrau worden seyn / nach dem er sein Gemahl Mariam aus Braband hinrichten lassen / denn ihm ein greulich Gesicht in der Nacht erschienen / dafür er sich entsetzt gehabt.

Durch ein langwiriges Lager wurd ein Mann in Welschland grau / und als er wieder gesund worden /haben sich die Haar auch wieder in schwartz verwandelt. Nulla gravior, qvâm cura domestica res est.

Ein junger Edelman wurd in einer Nacht Schnee weiß / weiln er eine Jungfer im Frauen-Zimmer [401] zu fall gebracht / und gefänglich gesetzt war / dadurch wurd ihm das Leben geschenckt / aber das Römische Reich verbothen: Deßgleichen geschahe auch einer vornehmen Geschlechts-Person zu Venedig / so von Frantzosen gefangen war / der wurd innen 4. Stunden am Kopff und Bart Schnee weiß / als er loß gelassen ward / ist er also weiß sein lebelang verblieben.Nemo adeo ferus est, qvi non mitescere possit. Aventinus. Strig. pag. 585.

Anno Christi 1640. den 14. Februarii / sticht ein Bauer bey Forchheim ein Schwein ab / dem sehen zwey Kinder zu / eines von 3. das ander von sechsthalb Jahren / gehen hernach in die Stub / da das kleine Kind von 11. Wochen auffm Tisch ligt / nehmen ein Messer / stechen ihm das Kehlichen ab / gehen wieder Haus zum Vater / sagen sie haben auch ein Schweinlein geschlachtet / der Vater erschrickt / laufft / hinein / findet es also / sucht die Ruthe / da verkriechen sie sich in Backoffen / und weiln die Mutter im erschrecknüß anheitzen wil zum backen / und im zurrehren Kinder Bein findet / ersäufft sie sich / der Mann aber erhenckt sich. R.


Das Hertz drumb nicht sol seyn beschwert /
Wann eim viel Unglück ist beschert /
Denn Gott solche alls kan endern wol /
Gekränckts Hertz ihm nur glauben sol.

[402] König Philadelphus sagte zu seinen Unterthanen als er sie sahe spatzieren gehen / ach wenn es doch mir auch so gut werden könt. Stobæus.

Xerxes und Scipio Africanus haben bitterlich geweinet / als die meng ihres Volcks und der Stadt Carthago untergang betrachtet haben. Herodotus lib. 7.

Das 34. Capitel

Das XXXIV. Capitel.
Von Nutzen und Schaden der Bergwercke / auch andern Dingen.

Wer da wil Bergwerck bauen /
Der muß Gott und dem Glück vertrauen /
Denn niemand kan sehen durchs Gestein /
Gottes Segen der thuts allein.

Die Völcker Sabæi in Arabia sind so reich vom lieben Bergwerck worden / daß sie Thüren und Thor am Häusern vergüldet haben / silberne Schwibbögen und Gemächer gebauet / aus güldenen und silbernen Geschirrn gessen und getruncken. [403] Si valeant homines ars, tua Phœbe jacet. Plinius. Strabo.

Das Königreich Böhmen ist vor Jahren der lieben Bergwerck wegen auch sehr berühmt gewesen / denn an Silber / Kupffer / Pley / Zien und Eysen / es grossen Vorrath geben: Vor der Böhmischen Unruh hat man gezehlet 100. Bergwercke / 722. Städlein / 130. Schlösser / 33777. Herrenhöff und Dörffer. Dat digitis gemmas, dat longa monilia collo. M. Deucerus.

Heinrich Marggraff zu Meissen wurd vom Bergwerck also reich / daß er die Cron Böheimb mit baren Gelt hätte bezahlen können / hatte in seinem Lust Garten einen Baum / mit gantz güldenen und silbernen Aesten. Agricola de natura fossilium Rivand. in Prompt. cap. 7.

Hertzog Ernst und Albrecht von Sachsen / sind vom Schneeberg so reich worden / daß sie aus gedigen Glaß Ertz einen Tisch zwey Lachter hoch und ein Lachter breit haben aushauen können / daraus man 400. Centuer Silber gemacht. Sæpe sub argento latet æs ferramque sub auro. Julius.

Pythius der reiche Fundgrübner in Bythinien ist vom Bergwerck trefflich reich worden / im Geitz ersoffen / und hat die Gaben Gottes übel angewendet /letzlich hungers sterben müssen. Er war so reich / dz er deß Xerxis gantzes Kriegs-Heer auff 788000. hat speisen und denen selben fünff Monat Sold noch[404] darzu verehren wollen / wenn er nur einen Sohn aus fünffen möchte können daheim behalten / hat aber alles nichts geholffen. Hæredem scire utilius est qvàm qværere. Zaderus pag. 9.

Semiramis die Königin in Assyrien hat zu wieder anrichtung der Bergwerck keine andere Leut haben wollen / als die so das Leben verwircket hätten. Suidas.

Der rothe Löw ist durchs Bergwerck also hoch gestiegen / daß er den Römischen Keyser eine thonnen Golds geliehen / ihm die verschreibung hernach in einer verdeckten Schüssel hinwieder verehrt / sein Weib auch ohne scheu gesagt / sie könte nimmer arm werden / aber sie ist endlich an Bettelstab gerathē hat ihr leben auff dem Mist enden müssen. Non intelligunt homines, qvàm magnum vectigal sit parsimonia. Julius.


Sic agìtur censura, & sic exempla parantur,
Cùm judex, alios qvod jubet, ipse facit.

Ein vornehmer Rath zu Pariß sahe seinen König, traurig / weiln kein Gelt in der Schatzkammer war / er gab ihm den Rath / er solt 2. Pfenning auff alle Wahr schlagen / so zum Marckt komme / und es zwey Jahr thun / würd er Gelts gnug überkommen / er thut es /der gemeine Mann aber entpfand es hoch / seufftzete darüber / und weiln es der Rath nunmehr nicht endern kunt / befahl er in seinem Testament / daß [405] sie ihn nach seinem tod deßwegen solten in eine Cloac werffen / welches auch geschehen / und wird noch heutiges Tages an demselbigen Ort die Schatzung auff dem Marckt eingenommen. Tales ergo cibi, qvalis domus atqve supelìex. Chr. Geor.

Auffm Abertham zu Sanct Theodoro hat man rein Silber gehauen / zu einem und zweyen Centnern / ein Bergman muste daselbst zu Sanct Hieronymo im heraus fahren dem Wünch oder Berg-Teuffel (wie die Bergleut reden) durch die Bein fahren / so ein groß Liecht führete / wie ein Sturtz oder Scheffel.

Wo Ertz bricht in den Gruben ist gemeiniglich Gefahr darbey / wie die Bergleute wol darvon zu sagen wissen / zu Sanct Georgen in Schneeberg gieng ein solch Berg-Teufflein in einer schwartzen Kutten ümb / nam einen Arbeiter / zog ihn in die höh / nicht ohne Gefahr seines Lebens. Zu Annaberg in der Rosen-Cron / erschien er in Gestalt eines Pferds / mit einem schönen Halß / brachte aber mit seinen gifftigen Augen zwölff Arbeiter auff einmahl ümbs leben.Münsterus lib. 1. pag. 13. Georg Agricola.

Anno Christi 1363. hat ein bauender Gewerck in Böhmen im Bergwerck Eule auff einmal 600. tausent Ducaten zur Ausbeut bekommen. Guth macht Muth /Muth macht Vbermuth / Vbermuth macht Armuth.Mathesius.

Keyser Heinrich der erste sambt seinem Sohn Otto haben die Bergwerck in Meissen auffbracht / dieser[406] Otto hat auch geordnet / daß die Churfürsten im Reich macht haben solten einen Keyser zu erwehlen.Anno Christi 1002. Mathesius in Sarepoa pag. 123. M. Saxo & Eunccius.

Darius der Persische König war so reich / daß er nicht allein dem Alexandro Magno wolte seine Tochter geben zur Ehe und das halbe Königreich / sondern noch darzu 60. thonnen Golds / er solt ihn nur unbekrieget lassen / aber Alexander wolt es nicht geschehen lassen. Strig.

Vmb Zwickau gibt es schöne Steinbrüch und Sandstein / daraus man grosse Fenster / Thürgericht /Leichstein und andere Nothturfft machen kan / wie man dann daselbst die grosse schöne Stadt-Kirch zu unser lieben Frauen / auch die Schneebergische davon erbauet hat. Es werden auch ümb diese Stadt viel Stein-Kohlen gebrochen / und hat sich ümbs Jahr Christi 1479. eine solche Steingrub entzündet / in dem ein Bürger aus der Stadt einem Fuchsen nachgegangen / und ein Büchsen Schoß nach ihm in die Erden und Gruben gekommen / welcher angefeurt und auff heutigen Tag nicht allerdings zu dempffen und leschen seyn sol. In der Herrschafft Wildenfelß brechen schöne Marmelstein / darvon auch vor Jahren das Churfürstliche Lust-Hauß zu Dreßden erbauet worden. Zwick. Vrspr.

Das 35. Capitel

[407] Das XXXV. Capitel.
Von Außtreibung deß Tods Mutterfasten.

Zv Gniesen in der Stadt Pohlen stand vorzieten ein Götz mit Namen Nia / das heist so viel als ein Brot-oder Korn-Gott / die armen einfältigen Leute dachten nicht anders / wenn Gott ein reiches fruchtbares Jahr bescherete / es käme von diesem Götzen her. Es regierete aber zu der Zeit ein König in Pohlen Mießko oder Micislaus / welcher blind auff diese Welt gebohren war / aber im siebenden Jahr seines / alters (welches ein stuffen oder wechsel-Jahr war) wunderbarlicher unerhörter weiß sehend worden. Dieser König hat sieben tapffere Helden in seinem Frauen-Zimmer / weiln sie aber alle unfruchtbar gewesen / wird ihme von denen vornehmsten Herren gerathen / er solt sich mit einer Christlichen Fürstin befreyen / er würde sehen /Gott würde dadurch dem Land einen Erben beschehren / da nimbt er zur Ehe Dambrucam eines Böhmischen Hertzogs Tochter / die klipperte so lang an ihm / biß sie ihn zum Christenthumb beredete. Daranff läst er sie mit dem [408] Land-Adel und einer unzehlichen menge Volcks (daß man auch nicht gnug Namen hat haben können / sintemal er unter dem gemeinen Volck Tuch zu Röcken austheilen lassen) öffentlich zu Gniesen tauffen / im Jahr Christi 965. eben am Sontag Lætare oder Mitterfasten / giebet hernach alle Heydnische Capellen preiß / und befihlt / daß man alle Abgöttische Blider (denn sie haben Augen und sehen nicht / haben Ohren und hören nicht / Füß und gehen nicht / Hände und greiffen nicht) zur Stadt hinaus tragen / und sie entweder in nechsten Graben oder ins Feuer werffen sollen. Daher kompt das jährliche Kinderspiel / wie es noch in Schlesien / Böhmen und andern Orten geübet wird / daß sie ein geschmücktes Reiß / oder einen todten gezierten Mann hinauß tragen und singen wie sie den Tod austreiben / und solchen hernach in ein Wasser werffen / und hieß der erste Christliche Bischoff dißmals Gottfried.

Wann vorzeiten in Pohlen die Wort vom Priester gesungen worden / Seqventia Sancti Evangelii, zucketen die Pohlen in der Kirchen die Sebel / und so bald gesungen ward / Gloria tibi Domine, steckten sie solche wieder ein / damit zu bedeuten / daß sie bey dem heiligen Evangelio wolten Gut und Blut zusetzen.

Im Bapsthumb nennet man diesen Sontag Dominicam Rosæ, dieweiln der Bapst seine Rosen daran weihet / und hernach grossen Herren verehret / [409] darvon wir nichts geniesen noch begehren. Die Alten haben ihn genenet Dominicam refectionis, den Speiß-Sontag / wegen deß heiligen Evangelii. Die Griechen hielten Jährlich ümb diese Zeit ein Fest / da peitzscheten sie einen Knecht zur Stadt hinaus und fungen / foràs famem pellimus, hier treiben wir den Hunger aus /Gott geb uns Glück und Brot ins Haus. Strig. pag. 73. Mechovius in Chron. Pol. Diarium. pag. 119.Herberg. in Postilla. pag. 304

Das 36. Capitel

A. B. C. D. E. F.
[412]
A. B. C. D. E. F.
Allein Bey Christo Die Ewig Freud /
Fried Einigkeit Durch Christum Bleibt Allezeit.

Christianus König in Dennemarck und Nordwegen hatte Anno Christi 1559. im 56. Jahr seines alters einen solchen Traum / als er kranck lag: Es kompt vor ihm zum Bett ein Mann in weisen Kleid angethan und sagte / er solte frölich seyn / auffs neue Jahr würde es besser werden / und seine Kranckheit auffhören / hernacher ewige Gesundheit erfolgen / welches er seinem Hoff-Prediger Magistro Paulo Noviomago alsobald erzehlet / wie auch seinem Medico Doctor Cornelio /welche es ihm haben ausreden wollen / aber es ist also erfolget. Zur andern Zeit geschahe es auch einem Fräulein Herrenstands / welchem es also vorkam / sie solte fich gedulden / auff dem Tag würd es besser werden / an demselben Tag starb sie auch / und ob man ihr es gleichfals ausreden wolte / wolt sie es doch nicht geschehen lassen. Johan Christianus. Autor.


Der Tod ist uns allen gemein /
Es muß einmal gestorben seyn /

Nach dem Constantius der 47. Keyser sterben wolte / sagte er zu seinen Dienern / er hab offtermals[413] ein Gesicht neben ihm gesehen / sonderlich wenn es ihm wol ergehen wollen / da hat es sich frölich sehen lassen / anitzt aber habe es sehr traurig ausgesehen /welches denn sein Genius oder Geist gewesen / darauff er denn auch bald gestorben / viel Leute sehen bißweilen Geister oder andere neben sich. Bischoff Simon Majolus setzt in seinen Colloqviis vel diebus canicularibus daß der Sathan den Cornelium Agrippam in eines Hunds gestalt stets begleitet habe / dem Apelli ein schön geputztes Weib / dem Romualdo in Gestalt eines Rabens / dem heiligen Hilarion wie ein Fuchs / dem Graffen von Castilien Ferdinando Guntzaldo und seinem Kriegs-Heer als ein Drach / der H. Julianæ in Gestalt eines Engels / dem Abt Roberto als ein Bauer. Linqve metum lethi. Schauplatz. Pagina. 98.


Was einer hat den Tag verbracht /
Das kompt ihm für im Traum bey Nacht /
Dem Jäger der sich müd und matt /
Den Tag über gehetzet hat /
Kompt nachts zeit für in seiner Ruh /
Wie er im Forst noch jagen thu.
Dem Fürsprecher traumt wie sein Parthey
Vor dem Gericht zu gegen sey /
Dem Fuhrman kommen vor die Pferd /
Der Buhler seinen Späß begehrt /
Der Schiffman gehet ümb mit Wahrn /
Mit welchen er zu Waffr gefahrn /
[414]
Dem Durstigen beduncket dick /
Wie er sich mit einem Trunck erqvick /
Eim Gelehrten traumt gemeiniglich /
Wie er mit Büchrn belustig sich.

Claudianus Præfat. Panog. in 6. Cons. Hon.


Einer Person träumete auff eine Zeit wie sie eine schwere Reiß vor sich hätte / deß gehens müd wäre /und das Ort nicht erreichen könt / wo sie hingieng /die sihet von fern auff der Einöd ein Häußlein / klopffet an und wil nach dem Weg fragen / da sihet eine Jungfer zum Fenster herauß / einen Krantz von Poley auff dem Haupt habend / die sagte zu der reisenden Person / sie hätte noch einen Tag zu gehen / so würde sie an den Ort gelangen / dahin sie gedächt zu kommen / dieser Traum kommet ihr zu dreyen malen scheinbarlich gegen dem Morgen für / und dieses Tags über ein Jahr starb derselben Person ihr Ehegat /und das war die Reiß noch eines Tags auffs Jahr geräit.

Ein Bauer meinete da er im Bett lag er schlieff / als sein Nachbar anklopffte / fragte er wer da / dieser antwortet was thust du / der Bauer sprach ich schlaffe /wol sagte der Nachbar / wann du nicht schlieffest /wolt ich dich ümb deinen Wagen ansprechen / weil du aber schläffest wil ich wieder kommen / wenn du erwachet bist. Schauplatz. pag. 273.

[415] Eins theils der Gelehrten erheben die Träume alzu hoch / eins theils verwerffen sie gantz und gar / die Stoici haben alle die Träume vor bedeutend gehalten /die Epicurer dargegen solche vor nichts geachtet / und hierinnen kein mittel treffen können / von natürlichen Träumen aber etwas zu urtheilen / ehe dann sie geschehen / ist schwer und kan nichts gewisses darvon gesaget werden: Galenus schreibt de præsagio sumendo ex somniis dieses / daß einem geträumet hätte / wie ihm wäre der Schenckel zubrochen und steinern worden / der hat nicht wissen können / was es bedeutet / biß ihn der Schlag am selben gerühret und gantz verdorret ist / drumb muß man Träum Träum seyn lassen / dieselb nicht gar zu hoch halten. Medium tenuere beaii.


Im Traum wir pflegen umb zu gehn /
Mit dem was von uns Tags geschehn /
Die Procuratorn han zu schaffen /
Mir ihrn Partheyen in dem schlaffen /
Regentn traumet vom Krieg und Streit /
So sie führen thun zu ieder Zeit.

Einem Weib hatte geträumet / wie sie eine Katz in Fuß gebissen hätte / deren bald darauff der Krebs an dem Ort entstanden / trifft nun einer oder der andere Traum gleich zu / so ist sich wenig darüber zuverwundern / so etwan unter hunderten einer eintrifft.

[416] Artemidorus der gröste Träumausleger schreibt lib. 1. cap. 26. fol. 28 & 38. daß einem geträumet hätte sein Vater wäre blind worden / welches dem Sohn selbst wäre wiederfahren / der den Traum gehabt hätte.

Einem andern hatte geträumet wie er gestorben wäre / dem ist seine Bulschafft mit tod abgangen.Cum Venere & Baccho lis est & juncta voluptas. Rhoaiginus lib 27.

Die Alten haben den Gebrauch gehabt / so einem was böses geträumet / haben sie auff dem Morgen 2. oder 3. mal ihr Haupt gewaschen und ihnen dadurch eingebildet / als könne ihnen der furchtsame Traum nicht schaden / oder haben sich frü Morgens gegen der Sonnen gewendet / und derselben den Traum erzehlet. Cælius Ludov. Rhodig. lib. 27. cap. 16.

Plinius schreibt der Amphyction sey der erste Traum ausleger gewesen / sonsten werden Epicharmus und Philoohorus von wegen der Träum auslegungen hoch berühmet. Plin. lib. 7. cap. 56.

Hermippus Beritensis hat fünff grosse Bücher von Träumen geschrieben / unterschiedlich ist davon zujudiciren, die meisten sind betrieglich / doch allzu gleich in gemein auch nicht gantz zuverwerffen / sie sind zu achten wie ein Bild / die meisten sind abgöttisch / abergläubisch / närrisch / teufflisch / gemeiniglich womit einer deß Tages umbgeht / dasselbe kommt ihm in Traum auch vor.


[417]
– – – mens humana qvod optat,
Cum vigilans sperat, per somnum cernit id ipsum.

Gemeiniglich sind sie dreyerley / Natürlich / Göttlich / Teufflisch.

Als König Alexander die Jüden bezwingen wolt da thäten sie Buß in der Aschen / weineten und beteten /da träumete dem Hohenpriester / er solte in seinem Priesterlichen Habit angethan / neben dem Volck in weisen Kleidern Alexandro Magno entgegen gehen /so würden sie Gnad erlangen / das thäten sie / als sie nun dem Alexandro Magno entgegen kommen / steigt er vom Pferd und demütigt sich vor dem Hohenpriester / als ihm sein Rath der Parmenio fragete / warumm er es thue / spricht er / dieser Jaddus ist mir in Macedonien erschienen / gleich als ich mich bedacht ihr Land einzunehmen. Qvi sibi consalere ignorat nolitque, monenti auscultare alii, nullus qve & inutilis hic est. D. Conr. Diet. im Traumdiscurs pag. 61. Josephus lib 11. Antiq. cap. 8.

Keysers Julii Gemahlin träumete wie sie sehe die Spitzen ihres Hausses einfallen / und ihrem Herren in ihrer Schoß erstechen / warnete ihn derwegen / er solte dißmal nicht zu rath gehen / aber er gieng und ward mit 23. Wunden erstochen / ja ihm selbst träumete er flöhe über die Wolcke / stünde vor dem Thron Jovis im Himmel und reichete ihm die Hand / würde aber vom Himmel herab gestürtzet Valer. Max. lib. 1.


[418]
Worauff der Mensch den Tag gedenckt /
Vnd es tieff in sein Hertze senckt /
Das fällt die Nacht ihm wieder zu /
Vnd bringts ihm für die süsse Ruh.

Anno Christi 1559. wird dem Duc de Alba König Heinrichs deß andern Tochter beygelegt / darbey viel Thurnierens vorgangen / als der König drittens Tages wieder lustig seyn wil / den Hertzog von Montgomerii zum Thurnier verursacht / die Königin aber es nicht zulassen wil und ihm ihren Traum erzehlt / wie er wäre verwundet worden / wil er doch nicht folgen /thurnirt / wird darüber verwundet / daß er sterben muß. Scilicet interdum miscentur tristia lætis. Diarium. pag. 341.


Melius est dubitare de occultis, qvam litigare de

incertis. Augustinus.


Dem Keyser Ferdinando dem ersten träumete wie er am Tag Jacobi solte diese Welt gesegnen / solchen Traum erzehlete er Anno Christi 1564. den 22. Ap. seinen Leuten / und von dato an hat er sich fort auff diesen Tag gefreuet / und zu seinen Räthen in mittels offt gesagt / die Kräffte nehmen täglich bey mir ab /und ich komme Jacobi Tag immer näher / ist auch endlich am selben Tag verstorben. Omne qvod oritur moritur. Hosmannus in consideratione Somniorum. fol. 94.

[419] Einem Man zu Alexandria Didymo wurde deß Nachts im Traum kund gethan der Tod Juliani Apostatæ / eben zu der Stund da der abtrünnige Keyser in Persien ankommen. Morte repentinanoli gaudere malorum. Niceph. lib 10. cap. 55.


Mit Weinen fengt sichs Leben an /
Ohn Weinen solchs niemand schliessen kan /
Vnd lassen immer Zähren fliessen /
Biß wir das Leben wieder schliessen.

Anno Christi 707. läst durch einen Traum der Spanier einen Kasten eröffnen / so lange Zeit verborgen war gelegen / darinnen ward eine Schrifft gefunden /so bald dieser Kasten eröffnet würde / so würden die Sarracener das Land einnehmen / so auch im fünfften Jahr hernach geschehen ist. O bona libertas pretio pretiosior omni. Friderich de Toledo. Episc.


Der Tod ist uns allen gemein /
Es muß einmal gestorben seyn /
Kein Mensch nie ohn Sünd ist gebohrn /
Allein Christi Gotts Sohn auserkohrn /
Kein Wurtzel wechst im Gartn so bald /
So schützen könt vor Tods Gewalt.

Der Mutter Georgii Castrioti deß Fürsten in Epiro träumete als sie mit ihrem Sohn schwanger gangen /daß sie eine Schlang gebohren / so die gantze [420] Landschafft Epirum bedecket / mit seinem Haupt an die Türckische Grentzen langete / selbige mit blutigen Rachen verschlunge / den Schwantz aber gegen der Venediger Land hielte / als sie nun darüber schwermütig ward / und ihrem Fürsten solchen Traum erzehlete / tröstete er sie mit sondern Freuden und sagete daß sie einen jungen Sohn gebehren würde / so wider den Türcken ein verfechter deß Christlichen Glaubens seyn werde / und sein Gebiet weit ausstrecken würde /als nun die Fürstin starb und zu Grab getragen wurd /und man das Kind im Sarg schreien hörete / muste man stiller stehn / den Sarg öffnen / da hat man das Kind lebendig in den Sarg funden / so an seinem rechten Arm ein Mal eines Schwerts Gestalt mit auff die Welt gebracht / als solches getaufft ist es Georg genennet worden / ist also dieses Kind im Mutterleib zu Grab getragen / ehe es gebohren worden / welcher dann hernach als er erwachsen / den Türcker grosse Furcht eingejaget hat / daß er auch ümb dessen willen Scanderbeg welches also viel heist als Fürst Alexander ist geheissen worden / gleicher masen schreibt auch Plinius vom Scipione Africano / daß er aus Mutterleib geschnitten und ein trefflicher Mann worden ist. Martinus Barletius de rebus gestis Scanderbogi Epirotarum Principis. Valerius Maximus.


Omnia qvæ sensu volvuntur vota diurno,
Pectore sopito reddit amica qvies.

[421] Coelius Rhodiginus hat bey der Nacht da er sich schlaffen gelegt diesen Einfall gehabt / da er 22. Jahr alt / und zur Zeit einem Polnischen vom Adel den Plinium explicirte, wie doch das Wort ευτραπελία zu verstehen seyn möge / und wo er es vorhin wol möchte gelesen haben / da fället ihm ein das Buch und Ort wo er es gelesen / und auch was das Wort eigentlich heissen thäte. D. Conr. Diet. pag. 22.

Doctor Daniel Cramerus schreibt vom Doctor Matthia Flacio / daß er im Schlaff und Traum solche Sachen philosophiret und aus speculiret habe / die er wachend bey sich nicht hätte erfinden können. D. Conr. Diet. in Traumdiscurs.


Somnia fallaci ludunt temeraria nocte,
Et pavidas mentes falsa timere jubent.

Dem Keyser Vespasiano träumete / er würde Römischer Keyser werden / wann Keyser Nero würde einen Zahn verlieren / dem andern Tag hierauff begegnete ihm deß Keyser Neronis Medicus, der zeigete ihm einen Zahn / so ihm Nero hätte ausbrechen lassen.Spetonius in Vespasiano. lib. 8.

Dem Antonio Caracalla Römischen Keyser träumete / weiln er seinen Bruder den Getam ermordet hätte /so wolte ihn sein Vater Severus wieder erstechen /und das geschach auch / denn er ist von Martiale erstochen worden. Metus cum venit, rarum habet somnus locum. D. Conr. Diet. pag. 41. Zonaras.

[422] Dem König Astyagi kompt im Traum vor / als wenn seiner Tochter aus ihrer Weiblichen Scham rev. ein Weinstock wüchse / welcher mit seinen breiten Aesten gantz Asiam überschattete / drauff ward Cyrus gebohren / welcher hernach gantz Asiam beherschete.Herod. lib. 1. cap. 9.

Der Tochter Polycratis träumete als wenn sie ihren Vater sehe in der Lufft hangen / würde von der Sonnen gesalber / und vom JOVE wieder abgewaschen /bald hierauff wurd er von der Sonnen / als er gehengt ward / gebraten / daß ihm das Fette vom Leib herab schmaltz und darmit geschmieret und vom Regen hernach abgewaschen. Hæredis fletus sub persona risus est.

Es träumete einsmals einer von Adel wie sie wäre auffm Marckt gangen / und in eine Gruben gefallen /und ob sie sich wol bemühet hätte wieder heraus zu steigen / sie es doch nicht enden mögen / sondern darinnen verbleiben müssen / darauff starb sie: Item ihrem Junckherrn träumete wie er wäre an der Elb spatzieren gangen / und ihm seiner Frauen Trau-Ring wäre in die Elb gefallen / auff dem Wasser fortgeschwummen / und als er darnach gegriffen / wäre er versuncken.


Die Träume thun auch offt berriegen /
Die Finstere auch viel thut lügen /
[423]
Sie machen Angst und Traurigkeit /
Da doch zu fürchten ist kein Leid.

Als Agrippa vom Keyser Tiberio in ein Gefängnüß war geworffen worden / an Händen und Füssen mit einer eisernen Ketten angeschlossen / hat ihm einsmals geträumet / wie sein Feind der Keyser an dieser Ketten erwürget sey über 6. Monat hernach stirbt der Keyser / an dessen statt kömpt Cajus ins Regiment /läst Agrippam loß / macht ihn zum Vierfürsten in Judæa / setzt ihm eine güldene Cron auff / hängt ihm eine güldene Ketten am Halß / die so schwer als vorher seine eiserne war / damit er in Gefängnüß war angeschmiedet gewesen. D. Conr. Diet. pag. 61.

Cicero und Valerius Maximus erzehlen von Simonide / daß er als er einsmals von Schiff gestiegen sey /hab er am Vfer deß Meers einen todten angetroffen und ihn begrabē / er ist jm aber die Nacht im Traum erschienen unn hat in gewarnet / dz er ja mit den andern nicht fortschiffen sol / er würde sonst ümbkommen / und das hat er gethan / auch dadurch sein Leben erhalten / da die andern alle ersoffen sind. Bonis benefacito. Conr. Diet.

Gracchus der edle Römer sihet in der Nacht die Gestalt seines Bruders Tiberii / so in einem Auffruhr ümbkommen war / welcher zu ihm gesagt / du machest es gleich wie du wilt / so mustu doch eben deß Todes [424] sterben / wie ich gestorben / darauff er denn bald vom Lucio ist erstochen worden. Noxius ipse sibi est, alii qvi qværit obesse. D. Conr. pag. 62.

Polycarpo dem alten Kirchenlehrer / so deß heiligen Evangelisten Sanct Johannis Jünger gewesen / ist im Traum sein Ende geoffenbahret / denn ihm geträumet / wie ihm sein Haupt-Küssen brennete / bald darnach ist er zum Feuer verdampt worden / und hat der Märterer Cron erlanget. Baptista Campofulgosus, lib. 1.

Hieronymus schreibt / daß Arnobius Rhetor im Traum sey angemahnet worden / die Christliche Religion anzunehmen. D. Conr.

Doctor Luthers Töchterlein Magdalenæ träumete wie zwey schöne Jünglinge Kräntze auff dem Kopff habend / sie zur Hochzeit führen wolten / darauff starb sie. Anno Christi 1542. D. Conr. Diet. im Traumdiscurs.

Dem Doctori Justo Jonæ träumete auff der Reiß /wie er in seiner heimkunfft von allen seinen Kindern wäre empfangen worden / ohne von der ältesten Tochter nicht / und das erzehlete er auch dem Herren Philippo auff der Reiß / als er heim kam da war sie gestorben. Ne timeas illam, qvæ vitæ est ultima finis.

Deß Doctor Hieronymi Wellers Töchterlein träumete in ihrer Kranckheit / wie sie eine schöne gezierte Braut auff einer grünen Wiesen neben einem Könige[425] stehend gesehen / darneben auch viel Jungfern in weisen Kleidern / derhalben sie ihre Mutter gebeten / sie auch mit einem schönen weissen Kleide zu zieren /damit sie bald zu denenselben schönen Jungfern kommen möchte / drauff sie denn bald verschieden. Mors accedebat, tanqvam sopor illa fuisset. D. Conr. Diet. pagina 67.

Hertzog Johann Friederichen Churfürsten zu Sachsen erschiene an dem Tag ehe er gestorben / ein Mann von Angesicht schön und ehrlicher Gestalt so zu ihm spricht / du lieber Mann / wenn du hättest den der dich ernehret / aufferzogen / und allezeit bey dir gewesen ist / und der deine weise weiß / so wäre dir geholffen / darauff er so bald das H. Abendmal genossen und in Christo sanfft und selig eingeschlaffen.Christophorus Irenæus im Trost-Spiegel D. Conr. Diet. pag. 71.

Frau Agnes Marggraff Heinrichs in Meissen Gemahlin die andere / als sie kranck war / hatte diesen Traum / wie ihr ein Engel einen Becher ungeschmackten Wein einschenckte / darauff sie balden gestorben.Pareto legi.

Es ist der alte Bund / Mensch du must sterben.Diarium. pag. 510.


Utinam cum cœnatur, cum prandium sumitur, aut cum lavatur, Gehennæ apud vos mentio fieret. Chrysostomus.


[426] Wir lesen im Speculo Exemplorum, wie das ein reicher vom Adel gewesen / der nicht viel nach Gott oder seinem Wort gefraget / seine Vnterthanen sehr gepresset / Kirchen und Schulen wenig befördert / der hatte einen Cämmerling / dem träumete bey der Nacht gar bescheiden / wie sein Junckherr vor den Richterstul Christi geführet würde / und grosse Klag allda geschehe / wegen seiner übelthaten / welcher endlich zur Höllen verdammet würde / und dem Teuffeln übergeben / als nun der Teuffel ihn annahm / sagte er / du bist mein treuer Diener gewesen / gab ihm einen Kuß und sprach / ewiger Vnfried sol nun dein Lohn seyn / da sprach er ferner / du hast in deinem Leben offt gebadet / meine Gesellen sollen dir auch ein Bad machen / führeten ihn verwegen hin / kraueten ihn mit ihren Klauen / daß das Blut hernacher gieng / etliche gossen Schweffel und Bech über ihn / legten ihn in ein höllisches Bett / gaben ihm einen feurigen Labtrunck / letzlichen befahl der Sathan / die höllischen Geister solten ihm eins auffblasen auff höllischen Posaunen / da bliesen sie ihm das höllische Feuer in seine Ohren / daß es zum Mund und Nasenlöchern ausgieng / endlich sagte der Sathan / der verdampte solte ihm eins singen / da sang er: verflucht ist der Tag daran ich zur Welt gebohren bin / verflucht ist Vater und Mutter die mich gezeuget haben / verflucht ist / Gott der mich erschaffen hat / darnach verordnete ihn der Sathan an die stell wo er ewig verbleiben solte / da [427] wurffen sie ihn in einen tieffen Schacht / darauff erhube sich ein solch praussen und knacken / wie Himmel und Erden über einander siel / über solchen Traum erwachte der Cämmerling / gieng drauff in seines Junckhern Schlaff-Kammer und fand ihn allda todt / dessen erschrack er / und seufftzete also: Ach HErr Gott behüte mich daß ich nicht auch in diese Straff komme / die mir im Schlaff ist gezeiget worden. O vita misero longa, felici brevis. Zachæus Faber in seiner Marg. pag. 246.


Mala est medicina, ubi aliqvid naturæ perit.


Campofulgosus schreibt / daß einer Frauen geträumet / sie solte eilends ihren krancken Sohn in Spanien (Hunds Lilien) eine Wurtzel schicken / als es geschihet / wird der Sohn an einem thörichten Hundsbiß kranck gefunden / daß er in kurtzen Tagen die Wasserfurcht davon bekommen hatte / als er nun diese Wurtzel gebrauchte / da war er wieder gesund. D. Conr. Diet. pag. 47.


Vbr Weißheit nichts auff Erden ist /
Das Gott im Himmel gleicher ist /
Vnd wer dieselb erlanget wol /
Der hat alles was er haben sol.

Auff eine Zeit erschiene der Monica beß heiligen Augustini Mutter im Gesichte ein Engel / da dauchte[428] sie / sie stünde auff einem Richtscheid / da sagte der Engel zu ihr / fürchte dich nicht / wo du stehest / sol dein Sohn auch stehen / und das geschahe auch bald darauff / daß er aus dem Irrthumb der Manicheer er rettet wurde / und auff der Richtscheid und Weißheit Göttliches Worts geleitet und geführet würde. D. Hunnius in conc. fun.


Sis charus charo, visentem invise vicissim.


Eines Bürgers Tochter zu Erfurth hatte einen gefehrlichen Schaden am Schenckel / darüber die Eltern in 500. thaler auffgewendet / so doch nichts geholffen / da träumete ihrem Vater / sie hätte einen lebendigen Wurm in ihrem Schenckel / sie solte grünen Sattelbaum klein zerstössen / alt Schmeer darzu thun / und eine Salben daraus machen / und auff die Löcher über den Schenckel legen und so der Wurm solches empfinden würde / so würd er sterben / solches thut der Vater / findet hernoch den Wurm im Bett liegen / und wird die Tochter wieder frisch und gesund / solchs hat hernach auch einen andern geholffen / den der Wurm also zu gerichtet / daß er an Krücken hat gehen müssen / solche offenbahrung muß durch ein Göttliches mittel vorgangen seyn. Abraham Hosman in seinen Traumbericht. lit. 3. a.b.M. Michael Julius. D. Conr. Diet. pag. 75.


[429] Omnibus infudit rebus natura venenum.


Ein Pfaff war einsmals bey Tag und Nacht bey guter Geselschafft / der legte sich Sonnabends wol berauscht nieder / und als er Sontags predigen sol /steigt er zwar auff die Cantzel / fähet den Eingang an zu machen / und unterm Gebet schläfft er ein / wie er endlich wieder erwacht / schreyt er über laut / Grün ist gewehlt / Trumpff aus. Dulce est de cumulo præsenti sumere. Doct. Conr. Diet. in seinem Traumdiscurs pagina 24.

Die Heyden haben den Gebrauch gehabt / wenn sie ihre Opffer geschlachtet haben / so haben sich ihre Priester in das geschlacht Schaffs-Feli eingewickelt /deß Nachts darinnen geschlaffen / und was ihnen dann geträumet / das hat hernach Göttliche Offenbahrung seyn müssen / aber der Teuffel hat sie hefftig damit betrogen / Rhodiginus lib 27. cap. 14. pag. 91.

Es haben auch bißweilen Phantastische / Melancholische Gemüther und Narren somnia præsagientiæ dann als Ertz-Hertzog Leopoldus sein Kriegs-Volck in Schweitzerland führete / sagte sein Narr / ihr gedencket wol alle hinein zu kommen / aber keiner sagt wie er wieder heraus komme / wurden auch die meisten darinnen erschlage. D. Conr. pag. 80.

Alphonsus König in Aragonien schickt auff eine Zeit seinen treuesten Diener mit einem grossen stück Gold hinweg / Pferde zu kauffen / der Narr sagte /[430] König kömpt dein Mauritaner wieder / so halt ich ihn vor den grösten Narren / und dich König vor den aller weisesten / kömpt er aber nicht wieder / so halt ich König Alphonsum vor den grösten Narren / und den Mauritäner vor den aller weisesten / aber der Diener blieb aussen / und läst die Pferd noch beschlagen. D. Conr. Diet. pag. 80.

Dem Carthaginenser Obersten träumte er wolte Morgen in der Stadt Syracusa essen / in dem er solche belägert hielte / er war aber andern Tags in einem ausfall gefanden hinein gebracht / er aß zwar drinnen mit betrübtem Geist. In traurigen Geschichten. pag. 127. sed nos in vitium credula turba sumus.

Von einem Marggraffen zu Meissen Wilhelm genant / wird gescrieben / daß als er dem Bistumb was entzogen / sey ihm Bischoff Benno im Traum erschienen / ihm getrohet / dem Bistumb das seinige wieder zu geben / als es aber nicht erfolgen wollen / sey er ihm zum andern mal erschienen / mit einer brennenden Fackel / und ihm ein Aug darmit verderbt / daß er hernach mit demselben blind geworden. Zwickauer Vrsprung.

[431]

Das 37. Capitel

Das XXXVII. Capitel.
Vom Vogelschiessen.

Ludosqve ciet lasciva juventus.


Das Vogelschiessen ist lang vor Christi Geburt in Gebrauch gewesen / denn es die Griechen sehr geübet /und sonderlich die Trojaner in Sicilien / da Aeneas seines Vaters Geburts-Tag begieng / ließ er eine Taube auff einen Mast-Baum auffrichten / darnach sie schossen / wie denn die heutige Welt noch gedenckt /weiln der H. Geist in einer Tauben Gestalt über unsern HERREN JESVM CHRISTVM geschwebet /als könne man durch solch Vogelschiessen mit Böltzen die Feinde aus der Lufft zu todt schiessen / oder hinweg jagen / aber es ist alles nichts / wenn die Böltze noch so gut gefiedert wären / viel mehr hat der Teuffel zum öfftesten sein Spiel bey solchem Werck /sonderlich an deß H. Geistes hohen Fest / wenn man von dem werthen Pfingst-Gast hören / reden / singen und sagen sol / zu solcher H. Zeit der Pfingsten solte man im Hertzen auffstecken den grünen Pfingst-Baum / [432] das ist dem Baum deß Lebens / darbey uns erinnern / daß wir aus dem grünen Paradiß-Garten ausgestossen / und am Holtz und Baum deß gecreutzigten JESV wieder hinein gesetzet und gepfropffet worden /und solten solches Baums hinfüro als deß Christenthumbs fleißig warten und pflegen / damit er nicht auffs neue verdorren möcht und untüchtig werden zu früchten / damit der H. Geist auff solchen Gipffeln unsers beruffs und stands wippeln möchte.

Vorzeiten ist ein solch Vogelschiessen eine übung gewesen zum Krieg / denn domals das Büchsen schiessen noch nicht erfunden gewest / sondern allererst von einem Wünch Berthold Schwartzen / kurtze Zeit vor Johann Hussen ist erfunden worden / und wo es noch also vom Vogelschiessen verwandelt ins Buchsenschiessen geordnet / billich und recht geführet wird / darbey keine Leichtfertigkeit gehalten / ist es nicht allerdings zu verwerffen / wo nur Ordnung und Zucht darbey gehalten wird.

Beym Vogelschiessen wurd nicht allein vor Jahren der liebe Gottesdienst gehindert und zurück gesetzet /sondern geschahe darbey und darneben auch grose Büberey / Schand und Possen und Vnzucht / darzu muste dann auch das Pfingst-Bier förderung geben /wie dann auff eine Zeit eine leichtfertige Frau von Sathan im Niederland / vom Pfingst-Bier ist hinweg geholet worden.

[433] Anno Christi 1455. hielt man zu Cracau in Pohlen ein groß Vogelschiessen an dem Pfingst-Montag / deß Abends hernach gieng ein Feuer auff / legete die gantze Stadt in die Aschen. Herb.

Anno Christi 1573. that in der Schlesien ein Pfarrherr eine treuhertzige vermahnung namens Johannes Pitisci zur Frauenstadt / man solte doch das Vogelschiessen bleiben lassen / da es nun nicht geschach /gieng hernach darbey ein solcher Lermen an / daß viel Bürger ümb all ihr Haab und Gut / die gantze Stadt in grössen schaden / ja ihr viel ümb Leib und Leben kamen / hernach vergassen sie deß Vogelschiessens /wurden demselbigen gram / und habens biß dato verbleiben lassen / Herberger in seiner Postill über 3. Pfingst Feyertag.

Also wil auch in anderer Christlichen gebühr Gott der H. Geist seine Ehr haben und wissen. Als Anno Christi 1602. eine Mutter unter der Predigt am H. Pfingst-Sontag wusch / verbrennete sie ihr Kind darbey also sehr / daß es die dritte Woch hernach schmerzlich versterben muste. Herb.

In der Stadt Zwickau in Meissen ist vor Jahren alleweg ein Vogelschiessen gehalten worden / die Schützen hatten eine Ketten mit Schilden / in die 17. Marcke schwer / daran ein Vogel welchen Churfürst Friederich Anno Christi 1519. zum Anfang solcher Gesellschafft hinan machen lassen / aber der alten Schützen Schilde so 20. Marck schwer / darbey Churfürst [434] Augusti bildnüß und der jungen Schützen gleichermassen / sind alle / als man Anno Christi 1632. dem Wallsteiner 14000. thaler zur Rantzion vor die Plünderung geben müssen / darzu genommen worden / und wurde das Loth nicht höcher als 8. groschen angenommen. Zwick. Vrsp.

Das 38. Capitel

Das XXXVIII. Capitel.
Von Wetterhanen / Fuchsschwäntzern und Maul-Christen.

Hoffart und Sicherheit /
Bringn den Menschn all Hertzleid.

Der Heucheler Ecebolus hielt es mit einem iedwedern Menschen / unter dem Keyser Constantino wolte er ein eyferiger Christi seyn / unterm Keyser Juliano dem Mammelucken war er ein Heyd / nach diesem wolt er sich wieder zum Christenthumb wenden / endlich aber wachete das bellende Hündlein an der lincken Brust auff / daß er nicht wust vor Gewissens Angst was er thun solte / schriere mit heller Stimm / conculcatema[435] sal fatuum, zutretet mich thummes Saltz / darbey sich alle Wetterhanen und Maul-Christen wol spiegeln sollen / bey der Religion gelten solche ansflücht nicht / wo sol ich hin / ich hab kein Pfenning in Händen /wo ich naus komm gibt man mir nichts / oder ich kan im Lande nicht herumb vagiren / wie dieser oder jener / oder ist doch dieses Gebetbuch nicht viel anders weder das vorige / oder wird dieser oder jener nicht verdambt / so wil ich auch wol bleiben / oder was mein Herr gläubt das gläube ich auch / oder was solcher Ecebolischen reden mehr sind / der Herr Christus hätt auch wol sagen mögen / was sol ich bey bösen Buben auff der Welt machen / ich wil in meinem Himmel bleiben / das heist nicht / ey du getreuer Knecht / derwegen wird er auch nicht eingehen zu seines Herren Freude. Saxo & Funccius. Tragius in 20. Trostpr. D. Fabric. pag. 275.

Doctor Luther sel. beschreibt solche Heuchler nach den stuffen wie man von einer Staffel zur andern steiget / Color heist der / spricht er / der da ist ein Ohrenkratzer / Tellerlecker / Heuchler / der ümbs Bauchs willen gern red was man haben wil / Sycophanta ist der so verräth und verkaufft / alles was er höret unn sihet / ein rechter verleumbder / so den grauen Rock verdienen wil / Cacoethes ist der so muthwillig und wissentlich ohn alle scheu alles böses thut. Zur andern Zeit fragete er / wie man eigentlich das Wort Hypocrita verteutschen solte / denn Heuchler ist fast zu gering / [436] denn er nicht allein ist der da liebkoset / sondern der auch betreugt und schaden thut / unterm schein der heiligkeit / denn gedichte heiligkeit / ist zwiefechtige Boßheit / sagt Hieronymus. Tischreden Lutheri. pagina. 299.


Habet suum venenum blanda oratio.


Als Marcus Furius Camillus Röm. Kriegs-Fürst er wehlet ward / und durch ihm die Stadt Faleria belägert / führete der Schulmeister dieses Orts leichtfertiger / heuchlerischer weiß / der vornemhsten Bürgere Kinder aus der Stadt / der meinung dem Camillo als Generalen solche zu überliefern / auff daß er hernach von deren entledigung von ihren Eltern ein grosses stück Geld erheben möchte / aber Vntreu traff seinen eigenen Herren / Camillus ließ durch die Kindere dem Schulmeister die Hände auff den Rücken binden / und sie Ruthen in die Hände nehmen / solchen wieder in die Stadt hinein hauen / schickte auch gutwillig alle die Kinder wieder in die Stadt / und erhielte durch dieses daß ihm die Stadt übergeben wurd. Qvi semel scurra, nunqvam bonus Paterfamilias. Liv. lib. 5.

Sabio war ein rechter Fuchsschwäntzer und Speichellecker Ioseph. lib. 15. cap. 13. deren Dionysius der ältere auch viel ümb sich hielte / die alles vor köstlich Ding rühmen konten / wenn es auch das höchste [437] Vnrecht war / Gesellen die sich höfflich bücken konten und einem die Hand darreichen biß an Ellebogen / denn Practica est multiplex, qvi ignorat est simplex. Welt ist Welt und bleibt Welt. Chr. Ge.


Ne loqvaris ad gratiam.


Trajanus der Römische Keyser kunt keine Fuchsschwäntzer ümb sich leiden / ließ männiglichen vor sich selbsten kommen / ungeachtet er Keyser war /verabschiedete die Leut gebürlichen / als ihm seiner Räth einer derwegen zusprach und sagete / er machete sich dardurch gar zu gemein / er würde sein Authorität verlieren / da sprach er / ich wil mich also verhalten / wie ein frommer Keyser / sich gegen seinen unterthanen verhalten sol. Concordiæ nutrit amorem. Chron. Ge. In l.c.

Solche Wetterhanen und wanckelmütige Leute waren auch vor Jahren Adam Neyser / so endlich deß Türcken Spachi oder Dolmetscher war / und letzlich in verzweifflung drüber hingieng / Rotmannus wurd ein wiedertäuffer / Pedemontanns nahm die Beschneidung an / daß auch ein Türckischer Legat auff eine Zeit sagete / wenn alle Calvinisten aus Teutschland vertrieben würden / und zu uns fliehen thäten / solte die Turckische Lehr wol ausgebreitet werden. Matthæus Tragius in 20. Trostpr. Polycarpus Lys, cap. 8. Gat.


[438] Qvalis qvæqve arbor, tales solet edere fructus.


Ein Jüd disputirte auff eine Zeit mit einem Christen / was doch Vrsach wäre / daß so viel arme Krüpel Lame / Blinde und Betler unter denen Christen wären / als nun der Christ solches wissen wolte / sagte der Jüd / daß keine andere Vrsach wäre / als daß die Christen nur Maul-Christen wären / nicht Treu und Glauben hielten / viel falsche Eyd schwüren / und Gotteslesterung wider ihren Gott verübeten.

Anno Christi 1290. hat der Pfaff von Kalenberg und Reineå Fuchs gelebet. Crantzius. Hagecius.

Keyser Constantinus wurd beym Romano Lacopeno also angegeben und verfuchsschwäntzet / daß er vom Keyserthumb abtreten must / und in solche noth gerieth / daß er auch die Mahler-Kunst sich zuernehren treiben muste / aber das Glück wolte ihm so wol /daß er wieder zum Reich ist erhoben worden / dz es wol nach dem Reim heiset:


Itzt frölich Zeit / bald Traurigkeit /
Itzt reich und satt / bald angst und noth /
Itzt frisch und gsund / bald kranck und todt.

Von Julio Cæsare lieset man / daß er als ein Heyd auff eine Zeit seinen Göttern ein Opffer gethan / da ist das Hertz von geschlachten Wieh verlohren worden[439] daß dz niemand gewust / wo es hinkommen / solches habn die Priester vor ein böß Omen gehalten / und zum Keyser gesagt / das wäre die Vrsach / daß er es nicht treulich mit den Göttern meine. M. Creidius.

Alle Heuchler sind monstra, haben zwey Köpff /aus einem Maul blasen sie kaltes / aus dem andern warmes / sind gleich dem Schwan / der haussen weisse Federn hat / aber unter den Federn ein garstiges schwartzes Fleisch / sie sind Leute / die unterm Hütlein wissen zu spielen / äuserlich fromm scheinen /und die ärgsten Buben in der Haut / tragen sich gemeiniglich bucklicht / ihre Kleider riechen schön /aber der Athem stinckt sehr. M. Creidius in Postilla.

Das 39. Capitel

Ira odium generat
Ira odium generat.

Koenigin Tomyris erzürnete sich also hefftig über den König Cyrum / als er ihren Sohn ümbgebracht hatte /und er wieder in ihre Händ gerieth / daß sie ihn ließ in einen Schlauch mit Menschen Blut angefüllet stecken / und sagte darauff / nun werde einmal vom Blut satt /darnach dich so lang gedurstet hat. Qvod tibi vellos, aliis præstare memento. Chronica Carionis.

[446] Der 22. Griechische Keyser Diogenes ehelichte deß Constantini Ducæ Weib / als er aber wider den Türcken zu Feld zeucht / ist sie aus lauter muthwillen und Rachgier her / lässet ihren ältesten Sohn zum Keyser krönen / und da der Keyser Diogenes wieder heimkompt / läst sie ihn gefangen nehmen und die Augen ausstechen / darinnen ihm hernacher Würmer gehecket / und er mit grossem schmertzen sein ende beschlossen hat. Mulier mala herba. Faustus pagina 261.

Es wurde auff eine Zeit ein tapfferer Mann unversehens von seinen Feinden gefangen / und in ein Gefängnüß geleget / mit Wasser und Brot gespeiset / daß niemand von ihm erfuhr / wo er hinkommen wäre /welches geschehen ist / Anno Christi 1540. und weiln deß Gefangenen Esel zu Hauß bracht worden etwas mit Blut besprenget war / sind andere zweene seiner Feind vermuthmaset eingefangen und gemardert worden / welche durch allzu grosse Marter gestanden / daß sie ihn ümbgebracht hätten / auch darůber justificiret worden sind / der gefangene Pechius aber hat also 19. Jahr in dem Gefängnüß verpausiren müssen / ist diese Zeit über von keinem Menschen gesehen worden / hat seine Kleidung auch nichts verendert / doch hat er stets in Hoffnung gelebt / Gott werde ihn erretten. Als nun der Herr deß Schlosses stirbt / und man ihm auff Befehl deß verstorbenen Herren annoch das Brot liefferte / niemanden ihn[447] sehen noch mit ihm reden kont / hat sichs begeben /daß der Besitzer deß Orts Anno Christi 1559. etwas bauen wollen / da hat man ihn in dem Gemäuer gefunden in einem zurissenen Kleid und auff die Knie herab hangenden Bart mit langen Haaren über die Achseln herein / wurd vom meisten theil vor einen wilden Mann gehalten / weiln aber verständige Leut nicht wolten / daß man ihn jehling in die Lufft bringen solte hat man ihn also beym Leben erhalten / wie er denn hernach dem Bischoff Majola zu MeilandAnno Christi 1566. den gantzen verlauff also erzehlet gehabt / und da er vor dem Gefängnüß mit demPodagra beladen gewesen / hat er im Gefängnüß niemals etwas weiter vermercket. Schauplatz pag. 274.


Kün und böß seyn uneinig macht /
Wird vor unsinnigkeit geacht.

An Keysers Sigismundi Hof sol ein Hertzog gewesen seyn / namens Ernosa / so an Geberden und ansehen sich fast einem Bauern vergliechen. Ein Hoff-Juncker Paulus aus Churepo der spottete seiner unhöfflichkeit zum öfftesten / und bleckete ihn an / als einen Ochsen / ob es nun ihn zwar hefftig verdrossen / hat er sich doch dieser Zeit nicht rechnen können. Als endlich der Hertzog im Krieg vom Keyser abfält und sich zur andern Parthey hielt / bekompt er auff Keyserlicher Seiten viel Gefangene / darunter auch dieser[448] Paulus aus Churepo war / die andern Gefangenen ließ er alle ohne entgelt loß / aber diesen Paulum ließ er nackend außziehen und in eine Ochsenhaut einnehen /und vermeldet ihm darneben / warumb er solches thue / dieweiln er ihn vorher zu Hof offtermals angeblecket hätte / und ließ ihn also darmit hinlauffen Tranqvillis rebus qvæ sunt adversa caveto. Strig.


Cùm sis incautus, nec rem ratione gubernas;
Noli fortunam, qvæ non est diceré, cæcam.

Ein Edelman lud auff eine Zeit etliche Gäst zu sich / als ihn nun deren zukunfft verlangete und sie nicht kamen / spricht er in grimmigen Zorn aus unbedachten Sinn / ey so kommen alle Teuffel / welches dann auch also geschehen / darüber der Edelman hefftig erschrocken / mit all den seinigen außm Hausse geflohen / und ein kleines Kind im schrecken in der Wiegen also liegen lassen / welches ein Teuffel auff dem Arm genommen / und dem Vater zum Fenster hinaus geweiset hat / darüber dem Vater angst und bange worden / seinen alten getreuen Knecht hertzlich gebeten / im namen JESV dem Teuffel das Kind abzunehmen / welches er auch gethan / in die Stuben gangen und gesagt / im Namen und Befehl auch beystand meines HERREN JESV CHRISTI und auff begehren meines Herren / dem ich zu dienen schuldig bin /nimb ich das Kind von dir / und bringe es seinem Vater zu / hat also das Kind dem Teuffel [449] hinweg gerissen / und ob sie wol ihn darüber zureissen wollen /ist er doch mit dem Kind durch Gottes Gnad unbeschädiget davon kommen. D. Han im Kirchenbuch.pag. 40.

Deus crimina punit
Deus crimina punit.

Als auff eine Zeit der H. Epiphanius vor einem Brunnen vorüber gieng / bey welchem etliche Mägdlein Tücher auswuschen / und sich etwas zu hoch auffgeschürtzet hatten / sich weder vor ihm noch seinem Geistlichen Habit scheueten / sondern ihn frech ansahen / hat er sich darüber hefftig beweget und erzürnet / den Brunnen versprochen / welcher auch also balden sein Wasser nimmer geben / die Mägdlein sind darbey runtzlicht und ungestalt geworden / als es nun darüber in der Stadt kund worden / die Mägdlein hernach besser sich bedacht und dessen gereuhet / sind ihre Eltern zum H. Epiphanio kommen / gebeten / er wolte derwegen seinen Zorn mäsigen / als hat er hierauff Gott angeruffen / daß er dem Brunnen wieder sein Wasser wolte zu stehen lassen / so auch erfolget und geschehen ist / die Mägdlein aber haben ihr lebenszeit also ungestalt und runtzlicht verbleiben müssen. Magnam pœnam dedit, qvem pœnitet facti. Niceph. lib. 15.cap 22. Flit. cap. 17. pag. 351.

Anno Christi 1525. ließ Herr Ernst von Schönburg etlicher seiner Bauren im Zorn / weiln sie mit andern im Lande wolten Auffruht befördern helffē / unn keiner [450] Obrigkeit unterthan seyn / hinrichten / einen den 17. Junii auffhängen / und fünffe zum Hartenstein die Köpffe abnehmen / auch ernstlich denen andern gebieren / ihr Gewehr und Harnisch nieder zu legen / da denn ihr 7. auch zum Elterlein herhalten musten / welches damals unter ihren Gebiet begriffen war / und zu solcher der Bauern auffruhr gab unter andern Vrsach Thomas Müntzer / welcher ein Pfaff in Zwickau in Catharinen Kloster vorhero gewesen / auch wegen seines Muthwillens und Zanckens von dannen ausgetrieben wurd. Mansfeldische Chronica per Spangenberg. sol. 419. & 428.

Cohibeiram
Cohibeiram.

Anno Christi 1506. gieng ein Rathherr und Kirchenvater zu Zwickau auffs Feld spatzieren / einen Acker zu besichtigen / den bekompt ein Bauer von Schönfels wol bezecht / mit dem treibt er schertz und vexierung / weiln er denselbigen wol gekennet / der Bauer kan sich darüber erzürnen und ergrimmen / geht wieder zurück in die Stadt / verbinder sich all da mit einem andern Bauer gegen und wider gedachten Rathsherren / gehen wieder auffs Feld und verwunden den Mann / so sich gantz nichts zu ihnen widriges versihet / daß er darüber auff der städt todt bleibet /sie entgegen das ausreiß nehmen und davon kommen. Zwick. Vrspr.

[451] Julius Cæsar kunt keinē Zorn halten / wenn ihr iemand offendirete / sondern er sagte: indignus es Cæsaris ira. Den Zorn hat der H. Bernhardus / tineam animæ, der H. Basilius aber / viperam animæ genennet.

Zu Neuburg fluchte im Zorn eine Mutter ihrem Sohn / gehe hin / daß du nimmer wieder kommest /drauff ersoff er in der Thonau.

Ein Weib so was gestohlen hatte und schwanger war / schwur im Zorn / wenn sie es hätte genommen /wolte sie / daß ihre Frucht sein lebetag nicht reden könt / und es geschach also. M. Creidius in Postil.

Das 40. Capitel

Das XL. Capitel.
Von Danckbarkeit und Vndanckbarkeit.

Gratia, qvæ tarda est, ingrata est: gratia namque
Cùm fieri properat, gratia grata magis.

Koenig Matthias in Vngarn hielt auff eine Zeit eine Schlacht mit dem Siebenbürger / und verlohr den Sieg / wurd flüchtig / als er nun zwey Tag und zwey Nacht ungessen und ungetruncken geritten / kompt er nach Zentkland für eine [452] Schul / steiget da ab und gehr hinein / da findet er Kraut und Fleisch auff dem Tisch stehen / setzt sich wider deß Schulmeisters willen nieder / aß sich gar satt / und gab sich vor einen Rath deß Königes aus / und gab dem Schulmeister hernach vor die Malzeit / einen silbernen Stegreiff vom Sattel und sprach: Er wolte es künfftigen reichlicher bezahlen / rühmete es hoch / wie es ihm so wol geschmecket habe / als er nun wieder in ruhiger Posseß war /ließ er den Schulmeister nach Hof beruffen / schenckete ihm ein Schloß und Meyrhof mit aller zugehör /und gab sich zuerkennen / daß er es gewesen wäre /denn Glück und Vnglück ist deß Menschen Frühstück. Vnd


Wie das Glaß gar schön und hell /
Zerbricht und macht groß ungefäll
Also das Glück auch bißweilen weicht /
G'meiniglich / wenns bald über sich steigt.
M. Dimpel.
Si benè qvid facias, facias citò: nam citò factum,
Gratum erit, ingratum gratia tarda facit.

Als Sanseverinus der Neapolitanische Fürst auff den Berg Sinai zog / und etliche Araber mit ungestümm auff ihn zurenneten / ließ er also bald einen Tisch decken im freyen Feld / lud zu Gast alle ihre Kriegs-Leute / und verehret sie mit etlichen Geschencken / und ließ sie hinziehen / als er nun über 3. Tag[453] wieder zurück wolte / kamen die Araber mit grossen hauffen / führeten den Fürsten mit allen seinen Geferten hinweg / da ein ieder nicht anders meinete / als würde es ihnen allen das Leben kosten / aber sie brachten den Fürsten mit all den seinigen auff ein Schloß / tractirten ihn herrlich / und nach etlichen Tagen gaben sie ihm das Geleit einen guten und fernen Weg / liesen ihn also unverletzt mit den seinigen von ihnen und erwiederten die vorherige erwiesene Gutt hat mit danck. Beneficiorum memoria senescere non debet. Seneca. Strig.

Die Bienen bauen ihrem König ein eigen Häußlein mitten im Bienenstock / zur danckbarkeit / daß er sie so treulich versorget und meinet / ja sie haben ihn so lieb / daß sie ihn bewachen / fleißig nachfolgen /wenn er auch ümbkömpt / so betrauren sie ihn / machen an demselbigen Ort kein Honig mehr / ja wenn ein Bienlein seinen König beleidigt / so tödtet es sich selbst mit seinem Schnabel vor seinem Könige / und da heists ab qlio expectes, alteri qvod feceris. Christ. Ge.


Gratitudo mater est omnium virtutum. Cic.


Da Miltiades der treffliche Held von seinen Mitbürgern zu Athen ümb eine Summa Gelts ins Gefängnüß geworffen ward / allda sein leben vor die Schuld zu lassen und dieselbige abzusitzen / erbarmete sich sein Sohn Simon über ihn / setzte sich ans Vaters[454] statt ins Gefängnüß / und bezahlet also solche Schuld. D. Georg Weinrich.

Von der Alcestide Königs Admeti Gemahlin lieset man / daß sie für ihren Herren gestorben sey / denn als es nun an dem war / daß er iemand anders suchen solte / so für ihn stürbe / that sie solches willig für ihm Herrn / und begehrete nichts mehr derwegen von ihm zur danckbarkeit / als daß er den Kindern keine Stieff-Mutter ins Hauß führen wolte. Dann:


Wo nicht im Hauß sind Kinderlein /
Ists gleich als wär kein Sonneschein. D. Mirus.

Es wolte auff eine Zeit ein Sohn freyen / und hätte gern reich gefreyet / schemete sich aber seines armen alt verlebten elenden Vaters / als derselbe zu ihm kam / hieß er ihn von sich packen / denn er wäre nicht sein Vater / als nun der gute alte Man mit weinenden Augen davon gehet / wird der Sohn hierauff also balden unsinnig / stirbt in seinem rasenben und tobenden Gemüt dahin. Paupertas dolor est, solatur pectora nummus. Philipp. Melanch. Chr. Ge.

Danckbarkeit wird unter die höchste Tugend gerechnet / und spürt man solche vielmals auch an den unvernünfftigen Thieren / Vieh und Hunden / wie Plinius uns dessen lib. 10. ein Exempel vor Augen setzet.

Ein Bauer in Egypten hatte eine Schlange in seinem Hausse / die er täglich von seinem Tisch speisete /[455] und als sie einsmals vor dem Tisch auff ihre Speiß /wartete / und noch zwey Schlänglein ins Bauern Hauß durch sie kommen waren / und die eine deß Bauern Kind stach / hat sie dasselbe Schlänglein selbsten ümbgebracht / und ist hernacher aussen blieben. Nihil enim tam perit atqve id, qvod confertur in ingratum. Strig.

Ein König in Franckreich ließ einsmals einen Bauern an seine Taffel sitzen / bey welchem er nach vermögen war tractiret worden: Denn gratiarum actio est ad plus dandum invitatio. Strig.


Wolthat schläfft gar leichtlich ein /
Denn wenig Menschen danckbar seyn.

Etliche Gottfürchtige Leute strecketen in einer namhafften Stadt armen nothleidenden Handwercks Leuten ein stück Gelt auff eine gewisse zeit für / solchen danckbarlich hernach wieder zu bezahlen / ohn allen zins / als aber die zeit ümbkam / und ein ieder seinen frommen geschaffet hätte / und das Gelt mit danck wieder bezahlen solten / fand sich ein einiger /und der allerärmste / die andern blieben aussen / als nun die guten Leute den groben Vndanck der andern sahen / schenckten sie vollends dem danckbarn armen Mann auch das seinige / und liessen die undanckbarn neune fahren. Dixeris maledicta cuncta, cùm ingratum hominem dixeris. Strig.


[456]
Gott wird dir Glück und Heil beschehrn /
Wenn du dein Eltern hältst in Ehrn /
Da hab nur keinen Zweiffel an /
Wie du deinen Eltern hast gethan /
Deß gleichen wird von deinen kindn /
Dir wieder fahren / es wird sich findn.

Es ließ zur Zeit ein Sohn seinen armen alten Vater in ein Gefängnüß sperren / und als er am Kleidern übel verwahrt gewesen / hat er ihm durch sein Söhnlein ein stück Tuch zum Rock dahin wollen tragen lassen / das Söhnlein aber reisset (durch Gottes eingeben) das Tuch von einander / als solches der Vater sihet / schilt er / da spricht das Söhnlein / ein stück wil ich dem Großvater bringen / das andere stück aber dir behalten / biß du auch alt und unvernidgend wirst / damit ich dich kleiden kan / als solches der Vater hört / / wird er dadurch vermahnt / und läst den alten wieder aus dem Gefängnüß hielte ihn auch hernach ehrlich und kindlich biß an sein End. Beneficium dignis ubi das, omnes obligas. Chr. Geor.


So du begehrest alt zu werdn /
So ehr dein Eltern hier auff Erdn /
Denn was du thust dem Vater dein /
Das wirst vom Sohn gewertig seyn /
Also wird Maß ümb Maß gegebn /
Für guts und böß in diesem Lebn.

[457] Aristoteles schreibt lib. 5. Eth. Dz ein Gottloser ungerathener Sohn im Zorn seinen Vater biß zur Stubenthür geschleppet / als er hernach zu Jahren kommen / ist ihm solches gleichermassen wieder von sei nem Sohn geschehen / da er ruffen und sagen müssen / Sohn höre auff / denn also weit hab ich meinen Vater auch gezogen. Beneficium repende.


Susurronem ex ædibus eüce.


König Philippus aus Macedonien schickte einsten einen Kriegs-Mann aus / eine wichtige Sach dem König auszurichten / als er nun über das Meer muste reysen und Schiffbruch lidte / hilfft ihm ein Bauersman aus dem Meer / daß er zu rande kam / und nimbt ihn in sein Hauß / legt ihn in sein Bett / wartet und pfleget seiner bey 30. Tagen / als er nun fort reyset /gibt er ihm noch eine Zehrung / was geschicht / als er zum König wieder kömpt / klagt er ihm alles / wie es ihm ergangen / und gedenckt der Wolthaten deß guten treuhertzigen Mannes nicht mit einem Wort / der König spricht / er sol etwas wegen ausgestandener Gefahr von ihm fordern und begehren / da begehrete er das Forwerck oder Gut / dieses Mannes so am Meer lag / welches auch der König ihm einzureumen verschaffen thäte / als aber der gute Bauersman dem König erzehlete / wie er ihm vom Tod errettet hätte /lange Zeit in seiner Kost erhalten / [458] und mit Zehrung ihn wieder nach Hauß ziehen lassen / wird er darüber nicht unbillich erzürnt / läst den Kriegs-Mann gefänglich einziehen / und ihm diese Wort wegen seines groben undancks HOSPES INGRATUS zu einem Gedächtnüß an die Stirn brennen / daher man noch heutiges tages sagt / zu einem undanckbarn Guckguck / du undanckbarer Gast. Beneficii accepti memento. Celestinus lib. 9. cap. 11. Mechovius lib. 4 D. Conr. Diet. pag. 33.


Tu bene si qvid facias, non meminisse fas est.


Origenes ist ein hochgelehrter Mann gewesen / so von Göttlichen Sachen in die 6000. Bücher geschrieben / und zu seiner Zeit bey allen Bischoffen in groß ansehen gewesen / als sein Vater Leonides wegen Christlichen Glaubens Anno Christi 204. mit andern sollen getödtet werden zu Alexandria / vom Keyser Severo in Egyptenland / hat er sich mit Gewalt unter die Märtyrer mit eingemenget / wolte sich mit tödten lassen / wo ihm nicht seine Mutter im ernst hinweg gerissen hätte / schrieb auch seinem Vater einen herrlichen Trost-Brieff ins Gefängnüß zu / vermahnete ihn zur beständigkeit / er solt sich seiner Kinder halben nichts anfechten lassen / lebete gantz mäßig / sittig /that männiglichen gutes in aller treu / lieb und danckbarkeit / er fastete und wachete / lag nur auff blosser Erden / ohne Küssen / daß iederman von [459] allen Landen zu ihm lieff und schriebe / gieng stets barfuß / brauchet nur ein einiges Kleid / wolte alles nach dem Gefehl Christii halten / brachte es auch dahin / daß man sagte / dieser ists der da lebt wie er lehrt (als sonsten von Henochs Göttlichen leben / ambulabat Deum geschrieben stehet) Endlich aber richtete er die 5. Bücher Moisis nur nach seiner eigener vernunfft / gab vor / die Teuffel und alle verdambten würden selig. Er ist gebohren worden Anno Christi 187. und in einem Sterben hinweg gestorben. Plato hat 300. Bücher geschrieben / und ist divinus genennet worden / gelebt vor Christi Geburt 424. D. Rabus lib. 2. Martyrum fol. 275. pag. 402. Eusebius lib. 6. M. Joh. Funck. Zeitbuch lib. 12. pag. 64. & 89. lt. lib 7. pag. 213.

Hesiodus hat gelebt ohngefähr 100. Jahr vor Homero / der ist ein Priester gewesen / in der Musarum Kirch auff dem Berg Heltcone / vor Christi Geburt 833. hat gelebt 60. Jahr vor erbauung der Stadt Rom. Zeitbuch im 5. pag. 119. Eusebius. Doch sind der Jahr wegen die Historien Schreiber hierinnen nicht gantz einig.

König Alphonsus zu Neapolis hat dem lieben Gott täglich ümb dreyerley Wolthaten gedancket:

1. Daß er ihn nicht zu einem unvernünfftigen Thier erschaffen hätte.
[460] 2. Daß er ein Christ wäre.
3. Das er ihn zu einem Herren so vieler Königreich gesetzet hätte. M. Creidius in Postilla.

Danckbarkeit ist eine schöne Rose / entgegen Vndack ein teuffliches / schändliches und hoch schändliches Laster.

Da auff eine Zeit Antipater vov seinem Keyser verunglimpfft war / als wenn er ihm nicht getreu wäre /hat er sein Wammes auffgerissen / und ihn seine vielfältige Wunden sehen lassen / darüber der Keyser zur danckbarkeit bewogen worden / und ihm zum Regenten über das Judische Land gesetzet hat. M. Creidius.

Das 41. Capitel

[461] Das XLI. Capitel.
Von gifftigen Gewürm / Schlangen und Spinnen.

Cùm tibi proponas animlia cuncta timere,
Unum hominem tibi præcipio plus esse timendum.

Als Felix ein frommer Priester zu Nola auff eine Zeit verfolget wurde / und in eine Hol sich verkroche / hat eine Spinne ihr Geweb vor dieselbige gezogen / damit ihm die Feinde nicht finden und hinrichten möchten /denn sie gedachten / weiln die Spinne darüber gewircket hätte / hätte er hinein nicht kommen können / ungeachtet sie von andern darzu angemahnet wurden / in diesem Loch ihn zu suchen / denn denen die da Gott fürchten / muß eine Spinneweb zur Mauer werden /hingegen muß den verächtern Gottes auch die starcke Mauer zu einer Spinneweb werden. Paulinus Nolanus. Flitn. cap 9. pag. 220.

Bey Tarento in Apulien in Welschland gelegen gibt es von grosser Hitz / wenn die Felder darvon enkündet werden / solche hefftige und schädliche Spinnen /[462] daß der Mensch / wenn er von ihnen gestochen wird /und nicht also balden durch Mittel errettet wird /davon sterben muß / oder gantz und gar von seinem Verstand darüber kommet / wie Alex: ab Alex. auch M. Dimpel in Kirms Predigten bezeuget.

Ingleichen gibt es auch solche gifftige Spinnen an dem Hircanischen Meer / daß sie den Menschen stechen und er mit lachenden Mund sein End drüber beschleust und dahin stirbet / welches Land heutiges Tages die Tartarn besitzen und innen halten. Münsterus lib. 3. pag. 1333.

In Asia und Africa werden so überaus grosse Schlangen gefunden / daß sie auch gantzs Hirschen und die Männer auff den Pferden sitzend bißweilen verzehren / wenn die Ackersleute auff dem Felde vor ihnen wollen sicher seyn und von ihnen nicht gestochen werden / müssen sie sich mit hohen angezogenen Stieffeln verwahren. Flit. cap. 9. pag. 215.

Eine Schlang ist dem Weibsbild sehrer schädlich und viel feindseliger weder dem Mann / sticht auch solche viel eher / man hält darfür Gott habe ihr die Stimme hinweg genommen / dieweiln sie damit unsere ersten Eltern verführet habe / und Gott hat sie auff dem Bauch kriechen heissen / da sie vor dessen auff recht gangen ist / sie mus sich von der Erden behelffen und dieselbe ihre Speíß seyn lassen / Gott hat auch befohlen ihr forthin auff den Kopff zutreten.Bodin. Theatr. lib 3. Josephus de antiqvit. Judaic. lib. 2. cap. 2. Flit. pag. 216.

[463] Anno Christi 1344. hat es Kröten und Schlangen gelegnet / davon viel Menschen vergifftet worden sind und ümbkommen. Faustus pag. 229.

Anno Christi 587. hat es ümb Rom / Venedig und Genua groß Gewässer geben / so auch Schlangen mit sich geführet / da das Wasser kleiner worden / ist das Vngezieffer verblieben / hat grossen Gestanck und endlichen eine Pest verursachet. Chr. Luth.

In Sicilien sols Schlangen geben / durch welche man wissen kan / ob die Kinder ehrlich oder unehrlich sind erzeugt worden / so bald die Frau beschuldigt wird eines Kinds / so bald legt man es der Schlangen für / ists ehrlich so tödtet es die Schlangen nicht / ists aber unehrlich / so tödtet sie es / mit ihrem Gifft. D. Montevilla in seinem Reißbuch.

Anno Christi 1616. den 26. Sept. ist am Himmel gegen den Mittag ein Purpurfarbes Creutz neben einem Schwerd und blutigen Schlangen / von vielen gesehen worden / darneben ein Creutz / so sich in ein Schwerd verwandelt gehabt / als die Sonn unter gehen hat wollen / was es bedeutet mag haben / wolst du Christlicher Leser nur ein wenig zu rück gedencken.M. Theobaldus.

Eine Schlang 60. Elen lang / erwürgete in Atheniensischen Krieg etliche Soldaten / die wurde noch mit Steinen zu todt geworffen. Zeitber. pagina 270.

[464] Anno ante natum Christum 539. hat es in Lydien und ümb die Häupt-Stadt Sardes Schlangen geregnet /und als deß Croesi Pferd solche gefressen / sind sie hernacher im Läger alle gestorben. Herod. lib. 1. Zeitbuch im 7. pag. 167.

80. Jahr vor Christi Geburt hat zu Rom ein Weib eine Schlange gebohren. Plutarchus. Orosius. Zeitbuch im 8. pag. 360.

Euripides ist von grimmigen und wütenden Hunden gefressen worden / als er von der Gasterey abends wieder anheim zu Hauß hat gehen wollen.

Anno Christi 60. hat in Armenia gleichfals ein Weib eine Schlang gebohren und ist am hellen mittag stock finster worden. Hagecius Stumpfius.

Zu Dornach bissen sich auff eine Zeit ein hauffen Schlangen mit einander / biß der eine Theil flüchtig wird / und in einen holen Baum einkreucht und sich verschlieret / die andern aber halten den Baum belagert / biß ein Bauer denselben anzündet. Crantzius. Sigebertus. Hagecius.

Auff eine Zeit gebahr in Aqvitanien ein Weib eine Schlange. Ghonneyer. Fincelius.

Schlangen verwahren gern ihr Häupt vor Gefahr /wenn sie sich verjungen wollen / kriechen sie durch ein enges Felsenloch hindurch / streiffen die alte Haut ab / wenn sie auff der Erden liegen / stopffen [465] sie mit dem Schwantz das andere Ohr zu / sie fliehen für den Menschen / verkriechen sich in ihre Löcher.

Das 42. Capitel

Das XLII. Capitel.
Von Brünnen / Meer / Wasserflüssen / Seen /Wasserfluthen und deren veränderungen.

Die Gelehrten sagen daß das Wasser zehen mal grösser sey als die Erden / und die Erden zehen mal grösser als die Lufft.

Euripus im Fluß Eubæo fleusset deß Tages in wunderbarlicher Eil sieben mal ab / auch sieben mal zu /und stehet alle drey Monat still und unbeweglich / als den 7. 8. und 9. deß Monats. Flit. pag. 232.

Der Fluß Selemnus hat diese Art an sich / daß wenn sich Manns oder Weibs Persohnen darinnen baden / also balden aller Lieb / Löffeley / Bulschafft und Brunst darüber vergessen. Flit. cap. 10. pag. 229.

In Portugal zu Villa Nova hat es einen Brunnen /der laufft den 1. May an / biß zum 1. Weinmonat /richtig hindurch / hernach die übrige Zeit deß [466] Jahres siehet man kein Wasser mehr / biß wieder auff ermelte Zeit. Münsterus lib. 1. pag. 83.

In Hispania bey Bürgis zu Bötzen hat es einen Brunnen / und so sich das bluten bey einem Menschen nicht verstellen wil / und man bestreicht es damit /läst es also balden ab / Item bey Antiqvera ist ein Brunn / der dem Blasenstein von den Menschen vertreibt so mans trinckt. Münsterus.

Zwischen Vnterwald und Lucern im Schweitzerland ist ein See / den heisset man Pilatus See / so mit finstern Holtz ümbgeben ist / und so jemand mit Fleiß etwas drein wirfft / so erhebt steh darüber ein hefftiges Vngewitter / Regen und Wolckenbrüch / und hat dieser See weder eingang noch ausgang / ist vom Wind auch unbeweglich / sihet schwartz und finster /wird nichts grösser weder durch Regen noch durch Schnee / bleibt einmal wie das andere in seiner grösse und Gestalt. Münsterus lib. 3 pag. 526.

Es segelte einsmals ein groß Schiff aus Ost-Indien übers Meer / und kam endlich mit vollen Segel zu Portugal an / war niemand von Leuten drauff erfunden als zween todt krancke Menschen / also / daß das Schiff nimmer kunt geregieret werden / bey denen todtkrancken Menschen war forn und hinden ein lebendiger Rab gefunden / so nicht von dannen fliehen wollen / biß die Ancker in grund geworffen worden /und die Segel eingenommen / und hat man auff dem Schiff ein grosses Gut geladen gefunden / darvon [467] hernach in Lisibona eine schöne Kirchen erbauet wornen seyn sol / darinnen zum ewigen gedächtnuß zwene Raben gespeiset und geträncket werden. Rüdiger.

In Phrygia sollen zweene Brunnen seyn / die eine gantz wiederwertige Krafft haben / der eine macht daß denen die daraus trincken die Augen mit Thränen überlauffen / der andere hat diese Eigenschafft / daß er die so daraus trincken zum lachen bewegt / daher der erste κλαίων, das ist Thränen-Brunn / der ander aber γέλων, das ist Lach-Brun / genennet wird. Postilla Creidii. pag. 694.

Zu Carolstadt in Croatien haben sich Anno Christi 1618. hundert neue Wasserqvellen ereigenet / darbey sich mich zwey Gespenster in Gestalt deß Todes sehen haben lassen. R.

In Vngarn ist ein Wasser / welches das Eisen stracks zu Kupffer macht. M. Creidius pag. 84.

In Irrland ist ein Brunn / wer dessen Wasser auff den Kopff sprengt / der wird also balden grau darvon. M. Creidius.

In Thracia ist ein Wasser / welches das Holtz in Stein verwandeln kan. Postilla Cr.

Es fuhr einmal ein Keyser mit Bischoff zu Wurtzburg die Thonau hinab / als sie zum Strudel kommen / läst sich ein Gespenst sehen / schreit den Bischoff an er müste heut noch sein seyn / der Keyser hält sein Qvartier und Nachtmal bey der Gräfin zu Basenburg /und als sie vermeinen am sichersten zu seyn / fält [468] der Saal ein / schlägt den Bischoff todt / und der Keyser bleibt kümmerlich an einem Gitter behangen. Aventinus. Francus. Schaffnaburgensis.

Wenn die Meerschneck im Frühling durstig ist / so legt sie sich an das Vfer deß Meers / wenn nun der Thau fält / so schnappet sie mit ihrem Maul darnach /den Durst zu leschen / sie hat aber im Leib ein zartes subtiles Fleisch / dasselbe zeucht der Thau an sich /und wird hernach die köstliche Perlein daraus / das offt einen reinen Gold oder Silber gleich sihet / wie sich den die Lafft offt verändert in trübe Wolcken.Faber in seiner Marg. Münsterus.

Die 12. Wasser-Brunnen in der Wüsten Elim bedeuten die 12. Apostel / die 70. Palm Bäume aber bedeuten die 70. Jünger / daher wir Christen Trost-Wasser und Schatten vor deß Creutzes Last haben können. Psal. 34. v. 9.

Wie groß und mächtig die Stadt Qvinsai sey / kan man daraus abnehmen / daß sie so Wasserreich befunden worden / daß man 12. tausent steinerne Brücken gehalten / und auff iedweder Brücken alle Nacht zehen Wächter / so 120000. Wächter ausgetregen /die Stadt liegt im Königreich China oder Cathaja / 6. teutsche Meilwegs ümbfangen / als sie der Tartar Keyser einnahm / fand er 60. tausent Gefangene / wie auch 20. tausent Findel-Kinder darinnen / diß Königreich ist hernach in 9. absonderliche Königreiche vertheilet worden / deren iedes Jährlich 164. [469] thonnē Goldes eingetragen / in solchem grossen Reich hielte der Tartar Keyser 30. tausent Fürsten und Graffen / 200. tausent edle / das Land hielt in sich 10 tausent Schlösser / 200. tausent Postroß / 20 tausent Jäger /Vogelfänger / neben so viel tausent Löwen / Elephanten / Beeren und Luchsen / trägt auch Hafern / Korn /Gersten / Weitz / Perlein / Sammet / Seiten.

Der Tartarn Reich ist angangen Anno Christi 1162. der Cobila Can / begehrete auff eine Zeit 100. Catholische Priester hinein. Haythonius. Paulus Venetus welcher ein Stadthalter gewesen ist / über 27. Städt. Zeitber. im 20 pag. 603. 436.

Auch ist eine solche herrliche grosse Stadt sehr Wasserreich / von ihm dem Tartar Keyser Anno Christi 1290. Meaco genant erobert worden / in der Insel Zypangri oder Japonia gelegen / darinnen er einen güldenen Pallast gehabt und in der Stadt 900. tausent Häusser sind gefunden worden. pagina 617.

In dem Wasserfluß der Eger sol sich bißweilen bey der Stadt Ellenbogen ein grosser Fisch sehen lassen /gemeiniglich wenn bey der Stadt was wichtiges vorgehen sol / zugeschweigen deß grossen Steins so allda im Schloß liegt / und nicht iederman heben kan / welcher sich auch wieder an die alte Stell finden sol / so er von dannen weg getragen oder weg geweltzet wird.Autor.

[470] Bey der Stadt Villingen in Sanct Germans Wald hat man vor Jahren einen gantz viehischen wilden Mann gesehen / so Sommer und Winter nacket herumb gelauffen / Graß und Wurtzeln gessen / zu Nachts nacket bey dem Vieh auff Thännen Reisig geschlaffen / hat aus keinem reinen Brunnen sondern aus garstigen Mistlacken und Wassern den Trunck genossen / er hat die Menschen geflohen wie ein Wild Thier / ist letzlichen an der Pestilentz gestorben.Münsterus lib. 3. pag. 843.

Anno Christi 565. ist in etlichen Orten in Welschland aus den Brünnen und Brot Blut geflossen. Zeitbuch pag. 210.

Anno Christi 464. fleust zu Tholosa in Franckreich aus einem Fließ-Brunnen einen gantzen Tag rothes Blut. Zeith. pag. 169.

Anno Christi 935. hat zu Genua ein Brunn mit Blut geflossen / darauff die Saracenen die Stadt erobert und ein erschreckliches Blut-Bad angerichtet haben. Faustus pag. 262.

In Böhmen beym Schloß Riesenberg ist ein Brunn /so diese Natur an sich hat / so ein Weib ihre monatliche Zeit oder Blum hat / und daraus schöpffet / so verseihet er / und bleibet etliche Jahr aussen / derwegen er einem Mann von diesem Schloß vertrauer wird / der kein Weibsbild darzu kommen lässet. M. Theobaldus.

[471] Item / bey dem Dorff Deltzsch anderthalb Meil von Slau / wenn man nach Prag gehet / ist auch ein Brunn / der verleurt sein Wasser ein gantz Jahr / so ein unreiner / Aussatziger oder Frantzösiger daraus trinckt. Theobaldus.

Item / bey Vopalko ist ein See den man den Bairischen nennet / wenn man daselbst einen Stein hinein wirffet / so brudelt er / wütet und tobet / biß er solchen wider ausstösset. Theobaldus. pag. 290.

Im Land Mauritania oder Aethiopia ist ein Brunn /welcher deß Tages so kalt als ein Eiß und deß Nachts so heiß als siedendes Wasser / und so ein Mensch an diesen Orten gebohren wird / bringet es also balden graue Haar mit auff die Welt. D. Montevilla.

Herr Philippus Melanchthon gab auff eine Zeit diese Verß von Fluß Mayn:


Ihr Francken mercket fleißig auff /
Wie wunderlich sey der Sonnen lauff /
Den der nam eures Flusses Mayn /
Zeigt an wie viel Tag im Jahr seyn.
4055070200.
MENO∑.
Summa ist 365. Tage.

[472] Doctor Paulus Eberus setzete es von dem Wasser Nilo.

505103070200.
NEIAO∑
Das ist 365. Tage.

Im Tenaro wurde ein Wasser gefunden / welches aus einem Stein gar geringlich entsprang / dessen kält so groß / daß es in keinem andern Gefäß als in einem Eselsklauen behalten werden kan. Solinus. Plinius.

Als der Philosophus Aristoteles gesehen daß das Meer ab und zulauffen thät / und solches wie es doch zugieng nicht erforschen mögen / hat er sich darüber ins Meer gestürtzet / und ersäufft / mit diesen Worten. Qvoniam ego te non capio, tu capis me. Irenæus lib. 2.

In dem Jüdischen See Asphaltite kan nichts zu /Grund fallen / was auch darein geworffen wird. Flitner.

In Sicilien ist ein Brunn Palico genant / so sich darinnen ein Meineydiger wäschet / so ist er deß todes deßgleichen sol auch einer in Asia seyn. Philostratus.

Der Brunn Lycestis in Macedonia / machet einen Menschen so truncken / als wenn er sich voll Wein getruncken hätte. Flitner cap. 10. pag. 234.

[473] Bey den Troglodytis ist ein See / welcher deß Tages über dreymal bitter und dreymal deß Tages über süß besunden wird Herod. lib. 4.

Es werden auch Wasser gefunden / so die Weiber fruchtbar machen / entgegen auch andere so die Weiber unfruchtbar machē / man findet auch etliche Wasser so man Holtz hinein wirfft / so wird es zu einem Stein verwandelt. Herod. libro. 4.

Bey dem Tempel Jovis Hammonii ist vorzeiten ein Brunn gewesen / den man Sonnen-Wasser genennet hat / welcher zu Mittag gantz kalt / zu Mitternacht überaus heiß / deß Morgens laulicht und deß Abends warm gewesen. Vives ad Augustinum. lib. 21. de Civ. Dei. cap. 5.

In der Halesiner gegend wird ein Brunn gefunden /so still und ruhig / wenn nur die Menschen darbey auch ruhig sind / darüber sich groß zu verwundern, und so bald sich ein Getummel und Pfeiffen erhebt /so läst er sich auch laut vermercken. Flitner. pag. 235.


Rebus in adversis animum submittere noli.


Anno Christi 1558. erhub sich in Thüringen eine schreckliche Wasserfluth / daß das Wasser sehr viel Häusser weg führete / eins theils auch verschlemmete / darunter es auch eines gar armen Mannes Häußlein[474] hinrisse / die Wöchnerin so deß vorigen Tages aller erst ihres Kindes genesen war / ersäuffete / das Kind aber eines Büchsenschosses weit davon auff einem kleinen Ast eines Apffel-Baums anhengete / so auch unbeschädiget verblichen / und nach verflossenen Wasser wieder herab genommen worden ist. Amicis & vicinis sucurre. M. Schadæus pag. 117. & 172.

Der grosse Wasserfluß in Preussen die Weichsel genaut / hat sich vor kurtzen Jahren drey Tag lang in Blut verwandelt gehabt / darauff groß Erdbeben erfolget / zehen pfündige Stein vom Himmel gefallen / und viel Leute erschlagen / auch 16. Joch an der Brücken hinweg gerissen. Jacet unda qvieta. Sleidanus. lib. 8.

In der Insel Eubæa Bæotia oder Nigropone werden zwey Wasser gefunden / wiederwertiger Naturen / das eine wenn die Thier daraus trincken /so bekommen sie eine weise Haut / aus dem andern aber bekommen sie einen schwartzen Peltz / das eine Wasser wird genennet Cerus / das andere aber Neleus. Strabo. Münsterus. lib. 4.

In Windischen Land ist ein See den man den Zirckner See heisset / welcher Winterszeit voller Wasser stehet und viel und grosse Fische hat / darinnen man auch Hechte find einer Klaffter lang / Sommerszeit aber verleurt sich derselbe See wie auch die Fisch darinnen / und wird beseet mit Korn / wird auch zeitig abgeschnitten / dann gegen den Winter kommet [475] der See / und die Fisch wieder an seinen Ort. Münsterus lib. 4.

In der Eisel so am Handsrück ligt / sind zweene See die sind sehr tieff / haben keinen einfluß / aber sehr viel ausflüsse / in dem einen findet man sehr viel Stein Grün / Gelb / Rothfarb / im andern sind sehr viel Fische / vornemlichen aber läst sich ein grosser Fisch auff 20. Schuch lang darinnen sehen / bevoraus wenn einer aus dem Hauß Vlmen sterben solle / man hat biß in die 300. Klaffter Pley eingesenckt / man hat aber niemals einigen Grund finden können. Münsterus.

Man sol auch billich der Wunder- oder Heil-Brunnen deß Höchsten Gottes in diesen und andern Landen nicht gantz vergessen / so allererst vor kurtzen Jahren als Anno Christi 1646. 1647. vor Augen scheinen lassen / dardurch vielen breßhafften Leuten ist geholffen worben / als da ist gewesen zu Hornhausen bey Oschersleben in Sachsen anderthalb Meil von Halberstadt so sich letzlichen in die 20. Qvellen erhoben / und immer einer gegen dem andern einen andern Geschmack gehabt: Item einer zu Kutzschdorff in der Obern Laußnitz / einer zu Raßenburg in Weimarischen einer bey Zwenitz in Meissen / zu Kellbern in der Graffschafft Schwartzburg / bey Pegau / bey Itzehöen in Holstein und viel andern Orten mehr / welche alle sehr dienlichen gewesen / vor die Stumm-Blind und Taubheit / Wassersucht / Hocker / Gicht / Lämung der Gliedmassen und andern beschwerlichkeiten / welchen [476] Königliche / Fürstliche / Gräffliche Personen / neben dem gemeinen Mann ersuchet / und zu ihrem Frommen gebrauchet haben / welches dann nicht in Wind dahin zuschlagen und gering zu achten / sondern darvor hertzlich dem lieben GOTT zu dancken ist. R.

Doctor Luther der riethe auff eine Zeit Herrn Justo Menio / als er sich befragete / wie doch ein Jüd zu tauffen wäre und sagte / man solte denselben in einen Kübel voll Wasser setzen / und ihn unter das Wasser tauchen / deß Jüden Kleider ausziehen / und ihm hernach ein weisses Kleid anlegen / aber es wäre ein grosser Betrug mit denen Jüden / man hätte sich wol vorzusehen. Tischreden Lutheri pag. 189.

Das 43. Capitel

Das XLIII. Capitel.
Von der lieben Einfalt und Vngelernigkeit.

Citò desisto, temerè incipio.


Stephanus Robertus in Apol. contra Theologo Sophistæ gedenckt eines Gelehrten Mannes so bey den[477] wahren GOTT geschworen / er sey 50. Jahr alt worden / und habe noch nicht gewust / was das neue Testament sey. D. Conr. Diet. über den 7. Buß-Psal.pagina 641.


Qvodque parum novit, nemo docere potest.


Ein Canonicus Politianus mit namen / als derselbe einsmals von einem andern Gelehrten gefraget wurde /ob er auch in der Bibel bißweilen was lesen thäte / da sagte er: ich habe wenig darinnen gelesen / ich darff wol sagen / daß ich all mein lebetag keine Zeit übler angeleget hab. D. Pezold. parte 2. Postill. Mel. cap. 9. Flitn.

Doctor Simon Pauli fragete einsmals einen Bauern was er da im H. Abendmal empfienge / da er an den lieben H. Oster-Tage zu deß HERREN Nachtmal gieng / hierauff gab ihm der Rültz diese Antwort: Wat dat iß mag unse pape weten / wat kümert my dat. D. Gesnerus pag. 229.


Qvinon est hodie; cras minus aptus erit.


Cælius Rhodiginus schreibt lib. 11. cap. 10. das Atticus Herodis eines Sophisten Sohn so ungelernig gewesen / daß er die Buchstaben deß A.b.c. nicht lernen können / als nun sein Vater solchs gerne gesehen hätte / hat er mit ihme gleiches alters 24. Knaben /[478] deren Namen sich an einem Buchstaben nach dem A.b.c. angefangen / mit seinem Sohn in gleicher Kost aufferziehen lassen / damit er doch das A.b.c. lernen /fassen und begreiffen thäte / und das mag ein theures Schulgelt gewesen seyn. Johan Flitner. pag. 636.

Dem Doctor Luther wurde von Nürnberg auff eine Zeit zugeschrieben / daß ein einfältiger Pfarrherr hätte einem Weib das Abenbmal reichen sollen / und da er nun hatte keinen Kelch gehabt / da hatte einen Löffel genommen und gesaget / nehmet hin und trincket / das ist der Löffel deß neuen Testaments / es war aber kein rechter Löffel noch Löffelfutter. Tischreden. pag. 438.

Als Eva den Cain gebohren hatt / und wieder schwanger ward / dacht sie / sie würd nun eine Tochter gebehren / daß der Sohn ein Weib bekäm / so war es wieder ein Sohn / da nennet sie ihn Abel / das heist nihil, so viel als betrogen.

Das 44. Capitel

[479] Das XLIV. Capitel.
Vom Rauten-Krantz.

Hic ubi RUTA nemus facit, umbram qværit in æstu Relligio, RUTA tuta virente viret.

Hie do die edle Raut wächst fort /
Wird rein erhalten Gott sein Wort /
So lang uns grünt die edle Raut /
Wird blühn deß Herren Christi Braut.

Die edle Raut diener wieder Scorpion / Schlangen und Pestilentzfalische Gifft / sie grunet Sommer und Winter / auch unter dem Schnee / und behalt ihre Krafft /und wenn sie gleich abgepflocket wird / wächset sie doch immer fort und sprosset aus Josephus lib. 7.cap. 25. sie machet dem Menschen so sie geneust /ein schönes helles Gesicht / dannenher auch dieser Verß entsprungen:


Hæc vis est RUTÆ qvod lumina reddat acuta.


Dessen Krafft und Tugend sollen die Menschen von den Wieseln erlernet haben / denn sie den Gebrauch [480] gehalten / wenn sie mit den Schlangen streiten wollen / sie sich vorher wider der Schlangen Gifft mit der Rauten versorget haben / und dieselbe genossen /wie Aristoteles lib. 9. Plinius lib. 20. Isidorus lib. 17. bezeugen.

Der Jüdische Geschichtschreiber Josephus meldet /daß zu Macherunta ein so herrliche Rautenstock sey gefunden worden / welcher in der grösse einem Feigen-Baum gleich gewesen.

Keyser Friederich hat dem Christlichen Hauß Sachsen Anno Christi 1180. den Rauten-Krantz in ihrem Wapen zu führen verehret / also / daß über den schwartzen und güldenen Balcken solcher iederzeit gesehen werden sol / welches dann erstlich Hertzog Bernhard Churfürst zu Sachsen und Brandenburg geführet hat. Gedächter Churfürst ist deß Marggraffen Alberti Vrsi zu Brandenburg Sohn gewesen. Faustus im vierden Theil der Monarchien oder Statuæ Danielis pag. 382.

Von den zweyen Schwerdern in diesem Wapen hat der heilige Mann Doctor Luther in seinen Tischredenpag. 347. folgende Gedancken und Auslegung? Sie die zwey Schwerd / sagt er / bedeuten / daß man streng und hart über der Gerechtigkeit halten sol / die Heffte im weisen Feld zeigen an Güte und Gnade: die Spitz gegen einander im schwartzen Felde bedeuten /[481] daß man zuvor sol hören / ehe man urtheilet und Richtet. Hæc Lutherus.

Rauten klein zerschnitten / und mit ein wenig Saltz vermischet / frü genossen im ausgehen / wo gifftige Nebel sich sehen lassen / dienet vor gifftigen Gestanck. Josephus. Col.

Das 45. Capitel

Eine Frag vom höchsten Gut
Eine Frag vom höchsten Gut.
Was übertrifft das rothe Gold?
Der Jaspis; du mir glauben solt.
Was übertrifft den Jaspis gut?
Ein zur Tugent geneigter Muth;
Was übertrifft die Tugent fein?
GOTT; der das höchste Gut thut seyn;
Wer übertrifft denn GOtt den HErrn?
Nichts überal; wedr nah noch fern.
Eine Frag - was Gott ist
Eine Frag / was Gott ist?
Dreye sind eins; eines nicht drey /
In dreyen eins ist; merck mich frey.
In diesen ist kein erstes nicht /
Demselben auch das letzt gebricht.
Was ists schönste am Himmel
Was ists schönste am Himmel?

Die Sonn? denn sie übertrifft den gantzen Erdboden /sihet und höret alles / ewärmet und ümbfähet [484] alles: Im Himmel ist es die Sonn der Gerechtigkeit. Malach. 4. cap.

Was laufft ohne Füß? die Sonne und der Monden.

Wer ist der klügeste in der Welt? der / so sich selbst recht erkennen lernt.

Wer ist der närrischste in der Welt? der sich grosser Kunst und Wissenschafft rühmet.

Was ist denn das beste in der Welt? nicht Gelt und Gut / sondern ein gut Gewissen / darneben auch das Licht der Welt / denn wir Menschen fürchten uns wenn wir im Finstern ohne Licht in der Welt leben sollen.

Was ist das aller weiseste? die Zeit / denn sie erfindet / lehret / lernet und verändert alles / die Zeit ist in allen Sachen der beste Rathgeber.

Welches ist denn der längste Tag im Jahr gewesen? im Buch Josua am 10. cap. ist die Sonn durch Gottes willen / einen Tag länger gestanden weder sonsten geschehen.

Welches ist der beste Stand auff der Welt und Erden? nicht der Doctor stand / sondern der Christen stand.

Welches ist die gröste Kunst am Menschen? sich selber wol regieren können.

Wer ist der reichste in der Welt? nicht der viel Gelt und Gut hat / sondern der sich genügen lässet / wie Sirach saget.

[485] Welches ist das behertzte Thier? nicht der Löw /sondern die Würmlein und Vngezieffer so den Menschen und Löwen fressen.

Welcher Stein ist der glückseligste auff der Welt? Der Altar-Stein / darauff Gottes Lob und Ehre und deß Menschen ewige Wolfarth befördert wird.

Welches ist der köstlichste Stein? der Mühlstein /weiln wir dessen zu unserm unterhalt nicht wol entrathen können / die alten haben vorzeiten in einem Mörßner oder ausgehölten Geschirr ihr Meel bereitet.

Welche Thier pflegen die gantze Welt zu regieren? Ein Kalb / aus dem wird gemacht das Pergament /eine Ganß davon kommen die Federkiel / und eine Bien oder Imme / von welcher das Wachs kömpt /daß man die Brieff zu siegeln kan / und hernach auffs weite Land ausschicket.

Welches ist das vortrefflichste Glied am Menschen? das Aug / denn was die Sonne ist am Himmel /das ist das Aug im Menschen: Esopus gedenckt in seiner præfation, daß die Zung das auffrührischste Glied am Menschen sey / als man auff eine Zeit den weisen Man Solonem schlaffend gefunden / hat er mit der rechten Hand den Mund / mit der andern Membrum virile bedeckt gehalten. Flitner.

Welches Thier trinckt das traurigste Getränck? nicht daß aus trüben pfützen den Durst leschet / sondern der Floch / so sich mit Menschen Blut sättiget.

[486] Was sihet denn ohne Augen? das Gemählde an der Wand.

Was fähret denn ohne Wagen? die Winde / du hörest ihr brausen wol / weist aber nicht von wannen sie kommen und wohin sie fahren.

Welche vier Thier arbeiten denn ihnen vergeblich? die Vögel nisten andern zur Speise / die Ochsen pflügen andere zu sättigen / die Bienen ober Immen bereiten andern ihr Honig / die Schaffe schaffen andern ihre Wolle.

Wo wachsen denn die Vogel auff den Bäumen? in den Inseln Orcadibus im Schottland wachsen Bäume an dem Vfer deß Meers / deren äste hangen über das Wasser / und dieselbigen Bäume tragen Frücht / welche den Enten nicht fast ungleich / so solche Frucht zeitigt / fället sie ab / und wenn sie ins Wasser fällt /wird ein Vogel draus / fällt sie aber auffs Land / so verfaulet sie. Flitner pag. 103.

Eine Frag was das unerforschlichste auff des Welt und Erden sey
Eine Frag was das unerforschlichste auff des Welt und Erden sey?
1. Der Weg eines Vogels.
2. Der Weg eines Schiffes.
3. Der Weg eines Jünglings. Prov. 30. 18. 19. cap.
Eine Frag wie viel Bein in eines Menschen Leibe seyn
Eine Frag wie viel Bein in eines Menschen Leibe seyn?

[487] Hippocrates und Galenus sagen in allē 248. als im Haupt wären ihr 59. in der Brust 67. an Armen und Händen 61. und an den Füssen 61. ihr viel melden auch daß in beyden Seiten so wol deß Mannes als deß Weibes / zwölff Rieben gefunden werden und zu vermuthen wäre / daß Adam ehe die Eva aus seiner Rieben erschaffen worden / dreyzehen Rieben müste gehabt haben / aber solch thū ist niemand so eigentlich bewust / als alleine dem lieben Gott. Flitner cap. 16.pagina 330.

Welches doch das stärckste seyn mag? Als König Darius in Meden und Persen auff eine Zeit ein prächtiges Königliches Mahl gehalten hatte / und nunmehr zur Ruh gangen war / stelleten seine Trabanten eine Frag an / welches doch das stärckste seyn möchte /einer sprach der Wein / der ander der König / der dritte die Weiber / der vierde die Wahrheit / und legete ein ieder solche seine Frag geschrieben unters Königes Häupt / darmit wenn er auff stünde / sie aus dieser Frag entscheiden möchte / als nun der König erwachete und ihr anbringen vernahm / ließ er alle Gelehrte / Gewaltige in Meden und Persen zusammen beruffen / da erkläreten sie endlich die Warheit für das stärckeste / denn Gott ist die Warheit selbst und herrschet über alles. Esdræ. 3. cap.

Wer hat den ersten Bart auff der Welt gehabt? der Ziegenbock / denn er eher erschaffen gewesen weder der Mensch. Gen. 1.

[488] Ob der Tag eher gewesen weder die Nacht? Läertius lib. 1. auch Thales Milesius der weise Mann sagt / nox uno die fuit prior, die Nacht ist einen Tag eher gewesen / denn so siehet in der Schöpffung / und es geschach deß Abends und Morgens früh / war der erste Tag / es meinen aber ihrer viel der Thales hab solche Wort schertz weiß geredet / es sey der Tag eher als die Nacht gewesen / denn wenn die Nacht einen Tag wäre eher gewesen / so müste ja ein Tag vor derselbigen Nacht gewesen seyn. Flitner.

Eine Frag zu welcher Zeit die H. Schrifft ihren Anfang genommen habe? Der Gebrauch der heiligen Schrifft ist vom anfang her gewesen der Welt / und sagen eins theils daß zu Moysis Zeiten keine Schrifft gewesen seyn sol. Palæmon rühmete sich als wenn die H. Schrifft mit ihm erstanden wäre und seinen Anfang genommen / auch mit ihm sterben und untergehen würde / wir lassen aber billich dem Mann Moysi als dem Gelehrtesten unter allen den vorzug / andere geben vor / daß vor der Sündfluth zwo Tafeln oder zwo Seulen so von den Nachkömlingen Adams auffgerichtet und geschrieben gewesen / deren die eine von Ziegeln / die andere sonst von Steinen gemacht verhanden gewesen seyn sollen. Flitner cap. 26. pagina 639.


Die Bibl einmal g'leßn g'fället sehr /
Zehnmal gelesen noch vielmehr /
[489]
Liebes Buch sey von mir gegrüst /
An dir hab ich mein Freud und Lust /
O liebe Bibl von dir kompt Heil /
O meines Hertzen halber Theil.

Johann Flitner in seinem Zeitbereiter beschreibt die H. Bibel pag. 6. also: In Griechischer Sprach beschrieben sind im neuen Testament 27. Bücher.

Im alten Testament sind 777. Capitel / die Rabinen sagen daß in Moysis Büchern 5845. Versicul sind / in denen Propheten aber 9294. in denen andern Büchern aber 8034. in Apocryphis 173. die Canonischen Bücher deß neuen Testamentes haben 260. Capitel.

Wie weit ist denn der Himmel von der Erden? Die Gelehrten rechnen / daß von dem mittelsten Ort der Erden bis an den Monden seyn sollen 16340. Teutscher Meilen / Eratosthenes ein sehr gelehrter Mann hat vorgehen / der ümbkreiß der Welt begreiffe in sich 315100000. Meilen nach Römischer Calculation: Aristoteles aber schreibt lib. 2. de cælo & mundo, daß zu seiner Zeit die Gelehrten Mathematici darvor gehalten / daß die Erde in ihrem ümbkreiß 50. tausent Meilen begriffe / die heutigen Astrologi setzen 5400. Meilen / die Erde ist gegen dem Himmel zu rechnen als ein Punct / die tieffe der Erden wird gerechnet auff 1718. Meilen. Flitner.

[490] Wenn ist denn ein Mensch gebohren worden und nicht natürliches Todes verstorben? deß Loths Weib /als sie durch ungehorsam und wider Gottes Gebot und Befehl hinter sich gesehen. Gen. 19. cap. Henoch und Helias sind gen Himmel gefahren.

Welches sind die grösten Wunderwerck auff der Welt
Welches sind die grösten Wunderwerck auff der Welt?

1. Die Pyramides bey dem Fluß Nilo / deren einer 50. elen hoch und 40. elen dick / im ümbgrieff aber 12. teutscher Meilen gewest ist.

2. Der Thurm zu Pharo.

3. Die Mauren zu Babylon.

4. Der Tempel der Göttin Dianæ zu Epheso über welchem gantz Asia 220. Jahr gebauet hat.

5. Das Grab Mausoli Königes in Caria.

6. Das grosse Bild der Sonnen so 70. elen hoch gewesen.

7. Daß Bildnüß deß Jovis Olympii / etliche rechnen darzu das Königliche Hauß Cyri in Meden / eins theils zu dieser Zeit rechnen den Thurm deß Münsters zu Straßburg darzu. Herod. lib. 2. Dioderus lib. 2.Plinius.

An welchem Tag sind die grösten Wunderwerck auff der Welt geschehen
An welchem Tag sind die grösten Wunderwerck auff der Welt geschehen.

[491] Sie sind geschehen dem 25. Martii.


1. Ist Adam an dem Tag zu Gottes Ebenbild geschaffen worden.

2. Ist Abel von seinem Bruder Cain ermordet worden.

3. Hat Abraham seinen Sohn Isaac auffopffern wollen.

4. Ist Sodoma und Gomorrha vom himmlischen Feuer verzehret worden / (der Sdomiter-Landschafft hat 13. Städt unter sich gehabt / darunter Sodoma die grösseste gewesen / so in ihrem ümbkreiß 60. Stadia in sich gehalten. Flitn. pag. 139.) Loth aber mit seinen zweyen Töchtern errettet.

5. Joseph von seinen Brüdern ins Egyptenland verkauffet worden.

6. Die Kinder Israelis aus dem Dienst-Hause Pharaonis ausgeführet / durch Moysen und ins gelobte Land gebracht.

7. David aus einem Hirten zu einem Könige gekrönet worden.

8. Johannes der Täuffer vom Herode ümbgebracht worden.

9. Der Engel der Jungfrau Maria die Botschafft gebracht.

10. Ist der HErr Christus an diesem Tag begraben worden / hat daran gelitten und uns die Seligkeit erworben / der meiste theil der hoch-Gelehrten [492] meinen /es werde der HErr aller Welt an diesem Tag mit dem lieben Jüngsten-Tag auch herein brechen / zu richten die lebendigen und die todten / es hat es aber Gott der Vater seiner Macht alleine vorbehalten.

Wunderzeichen
Wunderzeichen.
Signa movent, scriptura docet, sed pæna probatur,
Ni subitò in melius vitam mutabimus, actum est.

Anno Christi 1643. ließ sich 15. Octob. Abends. 9. Vhr in der Schlesien am Himmel eine große Feuer-Kugel sehen / so endlich herab fiel und einen grossen Donnerschlag von sich gab / man sahe auch einen neuen Wunder-Stern / welcher einen Schwantz von sich gab / als ein Vngarischer Sebel / stund gantzer 12. Stunden am Himmel. R.

Es ließ sich auch zu Nürnberg eben zu der Zeit die Sonne gantz blutroth sehen mit einem dicken langen. Striemen als eine zugespitzte Seul / dardurch zwene Strich führent / als ein feurig gestraltes Creutz / so von vielen mit verwunderung ist angesehen worden /es wurde auch zu dieser Zeit zu Altsittenbach von einem ehrlichen Weib diese Mißgeburt todt auff die Welt gebracht / zwey Mägdlein waren in einem Cörper und an der seiten zusamm gewachsen / hätte ein iedes seine absonderliche Gliedmassen und nur ein einiges Hertz. R.

[493] Anno Christi 1645. hat zu Wimpffen in der Graffschaafft Hohenloh ein Schaff einen Wolff geworffen /der zuspaltete Füsse gehabt / darauff sich zu Weinsbergen viel Blut-Zeichen ereignet haben. R. pag. 14. 56. 72.

Anno Christi 1104. thät aus einem Backofen Blut qvellen / flosse auch aus dem Brot und Zugemüß Blut / wurden auch am Himmel unterschiedliche Kriegs-Heer streitent gesehen / deren geschrey man hören kunte.

Anno Christi 1135. fält in Thüringen ein grosser brennender Stern vom Himmel herab / so 3. Tag zischete / daß der Brodem von ihm gieng oder Dampff Zeitb. im 19. pag. 502.

Anno Christi 1218. ist ein dreyfaches güldenes Creutz am Himmel gestanden. Spangenberger. Münsterus.

Anno Christi 1410. hat man in Pohlen am Himmel einen König und Münch mit einander streiten gesehen / da endlich der König vom Münch überwunden worden Aventinus.


Omnia transformant sese in miracula rerum.


Anno Christi 1554. erschien über dem Schlosse Almosten am Himmel dieses / I.N.R.I. (Iesus Nazarenus Rex Iudæorum) starb zu Hermbsstadt eine Jungfer / als man sie begraben wolt / schwitzet sie Blut / ward wieder lebendig / ermahnet jederman zur[494] Busse / und starb hernach am dritten Tag wieder / folgete hierauff ein groß sterben. Immundus mundus mundatur sangvine Christi. Fincelius.

Anno Christi 1579. geschahe dergleichen daß ein verstorbenes Mensch zu Raßdorff namens Margaretha / Jacob Krausen Schwester / sich von der Baar wieder auffrichtete / eyferig die Leute wegen Hoffart und Pracht warnen thät / und am 7. Tag hernach wieder sturb / zu der Zeit auch ein Schäffers-Knab viel Dings verkündigte und die Leute zur Buß mahnete / wie solches Nicolaus Schmidt / deß Orts Pfarrherr weitläufftiger beschrieben hat. Zeitb. 24. pag. 934.

Vor Christi Geburt 220. ist in Picener Land in Bächen Blut geflossen und der Himmel / als brennent gesehen worden / da auch drey Monden neben einander gestanden Orosius. Plutarchus.

Vor Christi Geburt 218. ist in Sicilien aus dem Brot und Kornblumen Blut geflossen.


DEUS & natura nil faciunt frustra.


Anno Christi 1645. ist die Sonn ümb Wien gantz blutroth erschienen / daraus ein Mann gangen mit einem Sebel und viel feurige Kugeln vom Himmel gefallen. R.

Anno Christi 1647. hat man ein groß Geschrey in der Lufft ümb Türgau und viel Klapperus von Wassen [495] ümb Keysers Stul gehöret / sind auch in Pommern die Wölffe häuffig gelauffen / und zu ungewönlicher Zeit sich viel Störch sehen lassen / zu Constantinopel hat es Hagelstein zu dreyen Pfunden geregnet / und eben dieses Jahrs hat man im Ampt Stoltzenau am hellen Mittag ein getümmel in einer lichten Wolcken gehöret / als wenn 100. Trummeln da wären / auch eine gantze Stund hierauff aus Musqveten gleichsam Schüsse gehöret worden / darbey 2. starcke Schüß /als aus Canonen vernommen / und zwey Kriegs-Heer am Himmel streitent gesehen worden. R.

Zu Rom ist eine feurige brennende Fackel am Himmel gesehen worden / und hat ein grosses Kriegs-Heer in der Lufft sich hören lassen. Livius.


Hæc animo meditare.


Anno Christi 1543. ist in Pohlen ein Kind gebohren worden / mit feurigen Augen / hat ein Ochsen-Maul gehabt / einen Affen-Kopff an der Brust / einen Hunds-Kopff am Elbogen / Gänß-Füß und einen langen Scorpions-Schwantz / hat viel Wunders verkündiget / unter andern Worten gesaget / wachet und betet /ist nach dreyen Stunden gestorben / in Westphalen hat es der Zeit Blut geregnet / zu Zossenhaussen ist ein Stern am Himmel gestanden / als ein Mühlstein groß /daraus ist ein feuriger Drach geflogē / so das Fließ-Wasser ausgedrucknet / ein stuck Gersten verbrennet /und hernacher mit dem Stern [496] verschwunden. Zeitbuch Nicolai im vier und zwantzigsten. pag. 869.

Anno Christi 1648. hat sich zu Warsau in Pohlen ein neuer Stern sehen lassen / so groß als der Monden / so hernach mit einer schwartzen Wolcken überzogen worden / ist auch zu Dantzig ein Comet-Stern darbey eine Hand mit einem Sebel und mit einem Pflitzschbogen und ein Mann erschienen / sind auch zum langen Horn einem Schefer drey schöne weisse Personen erschienen / sagent / daß er 3. Tag und 3. Nacht Stumm werden würde / ihn würd weder hungern noch dursten / nach dreyen Tagen aber solte er wieder reden und Wee über die Christenheit schreyen / weiln sie nicht Buß thun wolten. R.

Vor Christi Geburt 195. rieß das Feld zu Velotroiß drey Aeckerläng von einander und erschiene der Himmel gantz blutig. Livius.

Anno Christi 1462. kamen in Apulien zweene hausen Raben zusammen ümb Croja / hielten zu zweyen malen einen grossen Streit mit einander /wurd auch am Himmel gegen den Abend HERR Christus am H. Creutz hangend gesehen Dlugoßus Polln. Geschicht-Schreiber und Bischoff zu Lemberg. Bonfinius. Cromerus.

Anno Christi 1503. ist aus vielen Wänden Blut geflossen / viel Creutzlein vom Himmel in der Menschen Kleider gefallen / so nicht können abgewaschen noch ausgekratzet werden. Ghonneyer. Fabricius.

[497] Anno Christi 1520. wurden drey Sonnen und in einem Regensbogen ein Monden neben feurigen Creutzlein auch einer brennenden Fackel am Himmel gesehen / wurde darneben solch geprassel in der Lufft gehört / daß die weisen Bürger derwegen in der Rüstung zusammen gelauffen / dachten nicht anders es wäre ein Feind vor der Stadt / das Meer trucknete auch also in Holland aus / daß auch im ausgedruckneten Meer ümb Caunich eine ersäuffte Stadt im Meer ersehen ward. Boterus. Zeitbuch im 24. pagina 833.

Anno Christi 1532. sind viel blutige Zeichen am Himmel gesehen worden / und hat sich in der Nacht am Himmel die Sonn sehen lassen / drauff folgete ein groß Erdbeben in Portugal so Berg und Stein-Felsen zerrisse / viel 1000. Menschen ertödtete / gefiel auch ümb Mitternacht ein Blutregen / und gebahr das Weib Rachiena einen Sohn / so sich im andern Monden vor Gottes Sohn ausgab / und schreckliche Gotteslästerung reden thät. Fincel. Lycosthen.

Zu Inßbrug ist in einer Wolcken ein Löw / Cameel Mann und Adler gesehen worden / welche Feuer ausgespeyet haben. Zeitb. im 24.

Wunder-Wercke
Wunder-Wercke.
Terra fremat, regna alta crepent, ruat orbis & ereus,
Cui comes est Christus nulla ruina nocet.

[498] Diodorus Siculus schreibt lib. 3. antiqvit. daß hinter Arabia Leute gefunden worden / so zertheilte Zungen gehabt / und mit vollkommener Sprach mit zweyen unterschiedenen Menschen auff einmahl reden könnten / auff alle Fragen ihnen red und antwort geben.Flitner pag. 288.

Anno Christi 1642. Monats Decemb. hat man zwischen Gran und Ofen fünff grosse feurige Kugein gegen einander schlessen gesehen / daraus endlichen eine menge Volcks erschienen / und hat man ein gethön der Trompeter und Trommelschläger gehöret so Lerm gemachet und zum March geblasen / der Himmel sich auch in unterschiedene Farben verändert / ein Salve nach dem andern aus Mußqveten gehöret worden / als wenn zwey starcke Heer gegen einander stritten / so bey 3. Stunden gewehret / folgendes Tages hat es zu Ofen Pley und Zien geregnet / auch eine grose menge Fisch sich sehen lassen / welche alle die Köpffe über sich hinaus gerecket / dergleichen Manier sich auch vorher einmal hätte sehen lassen / als der Türck Gran einbekommen. R.

Anno Christi 1643. hat sich Monats Augusti zu Brinn in Mähren der Himmel auffgethan / darinnen zwey Heer gesehen worden / welche auff zwo Stund mit einander scharmitziret / darüber endlich ein Gottes-Wetter entstanden / so in einen Thurm deß Schlosses geschlagen / die Stadt-Maner auff 6. elen eingefallen / hernach grose schwartze Vögel gekommen / [499] so jämmerlich geschrieren / und sich auff die Häuser in der Stadt gesetzet haben. R.

Vor Christi Geburt 88. sind alle zahme Wilde-Thier von Hunden / Katzen / Rindern / Pferden und Gänsen von den Menschen aus den Dörffern hinweg /in Syrten in die Wildnüß entlaussen / mit grausamen großen Geschrey / ist auch aus dem Brot Blut geflossen / und aus einem Berg Feuer gesprungen. Zeitbuchpag. 355.

Vor Christi Geburt 85. haben Mäuß und Raben ihre junge wieder gefressen / und in der Lufft hat man Posaunen blasen gehöret / darüber sehr viel Leute unsinnig worden sind. Zeit b. pag. 357.


Certa vides capite hor instantis signa ruina.


Anno Christi 1239. sind Kinder gebohren worden / so 14. Tag in Mutterleib vorher hefftig geweinet haben / und als ein Jüd in Hispanien seinen Weinberg erweitern wollen / hat er ein Gewölb angetroffen darinnen ein Buch gefunden / welches auff Eichbaum bletter geschrieben war / darinnen stund / daß die Welt solte 6000. Jahr wären und im letztern 2000. Jahren solte Christus gebohren werden / darauff er sich denn tauffen lassen und ein Christ worden. Francus. Petrus Messiæ.

Anno Christi 1549. ist zu Braunschweig Blut aus der Erden herfür geqvollen und hat eine Schlang geredet [500] und gewolt / daß man ihrer keiner tödten solte /denn sie wären Gottes Straff. Fincelius. Lycosthenes.

Anno Christi 1551. schwitzete Blut aus einem Crucifix zu Bernburg es floß auch in Sachsen und Frankenland and Blut / zu Rasenburg in Thüringen fiel Feuer vom Himmel / der Teuffel nam auch ein Weib wegen Fluchens vom Pfingst-Bier hinweg und erwürgete fünff vollsäuffer davon im Capitel deß Vogelschiessens vorher auch etwas berühet worden.Chytræus. Sleidanus.


Heute schön / roth / gesund und starck /
Morgen heßlich kranck und im Sarck /
Heut ist der Mensch roth / wie ein Roß /
Sihe Morgen ist er nackt / bloß /
Heute jung / auch gesund und Reich /
Morgen schwach / kranck und ein todt Leich /
Heute heßlich / morgen greßlich /
Heute beym Menschen lieb und werth.
Morgen verscharret in die Erd /
Heute wir stehn / morgen vergehn.

Zu Basel stirbt ein Bütners Gesell / welcher deß Nachts hernach wieder auffsteht von der Baar / klagt /es friere ihn / lauffet ins Bett / holt ihm ein Küssen /legts auff die Baar / und lägt sich mit dem Häupt drauff. Credite mortales morti mors mortis ademit mortem morte sua. Spangenberger. Fincelius. Curæus.

[501] Im Würtenberger Land kam vor kurtzen Jahren eine Meil von Studgart ein schöner Knab zu einem Rebman / sagt zu ihm er solte den Fürsten anmahnen / daß er die Laster straffete und die Leut zur Buß vermahnete / sonst würd es durch Gottes verhängnüß im Lande übel hergeben / dessen zum Warzeichen haben über 100. Reben im Weinberg Blut geschwitzet. Geschehen Anno Christi 1648. R.

Eben dieses Jahrs ist zu Meeldorff in Dietmarschen ein Kind gebohren worden / welches eine Türckischen Bund auff dem Kopff gehabt / und an der Seiten deß Leibs einen Türckischen Sebel / hielte in der Hand auch etwas. R.

Anno Christi 541. sind in Franckreich am H. Oster-Tag viel Wunder geschehen / es ließ sich ein Comet sehen / der Himmel war gantz feurig / es fielen Blutstropffen aus den Wolcken auff der Menschen Kleider / und ward ein Hauß innenwendig aller mit Blut besprützet. Chron. Luth.

Anno Christi 1149. hat das Gottes-Wetter einen Pfaffen vor dem Altar / als er die Meß celebrirt zu todt geschlagen. Chr. Luth.

Anno Christi 1199. ist das Sacrament zum H. Creutz zu Augspurg in Fleisch verwandelt worden /darzu Vllrich Marschall von Rechberg ein silbern Gefäß machen lassen / darein solches gethan worden.Chron. Luth.

[502] Anno Christi 1648. ließ sich zu Londen in Schonen Abends 7. Vhr an der H. drey Könige Abend ein so heller Schein sehen / als wenn die Sonne am kläresten schiene / und sahe man zwey Kriegs-Heer von Osten in Westen hart gegen einander ziehen / erstlich Pickenirer / hernach Mußqvetirer / und bey iedem Troppe eine Blutfahnen / darbey that sich ein starcker Thurm herfür / darauff ein gekrönter Mann stund / als dieses verschwand / liessen sich zwo Schiffsflotten greulich und schrecklich ansehen. R.

Anno Christi 700. hat es in Campanien Gersten und Korn / wie auch Anno Christi 722. zu Neapolis Korn / Gerst und Weitz geregnet. Zeitb. im 16.

Anno Christi 1125. ist abermals alles zahme Vieh von Menschen in die Wälder gelauffen / aus Städten /Märckten und Dörffern / drauff grosser Hunger erfolget / daß auch Graff Carl von Flandern das Vier bräuen einstellete / wurd auch von einem Weib im Dorff Thullenfeld ein Knäblein gebohren / so zerschwollene Bein hatte / daraus als sie auffsprangen Weitz / Gersten / Hafer und Korn gefallen. Büntiger.

Ein Weib gehet Anno Christi 1098. zwey Jahr mit einem Kind in Böhmen schwanger und so bald das Kind gebohren worden / fähet es an zu reden / drauff groß Sterben und Gewässer erfolget ist. Zeitbuch im 19.

Anno Christi 1044. war in Normandei eine solche Wunder-Geburt gebohren / welche 2 Köpff 2. Mäuler / [503] 2. Nasen / aber nur einen Ausgang gehabt / haben einander angelacht / als aber das eine gestorben und mit grossem Gestanck an deß andern Leib abgefaulet / ist endlich das andere auch abgestorben / haben 3 Jahr beysammen gelebet. Jovius.

Anno Christi 1648. ist zu Edenburg eine schwartze Kugel vom Himmel gefallen / und darauff verschwunden / man hat auch ein Türckisches und Vngarisches Kriegs-Volck mit einander streiten gesehen. In der Insel Wicht in Engelland haben sich ein grosser hauffen Vogel unter einander gebissen / welche man Kärn weiß hernach wegfahren müssen. R.


Quot campo flores, tot sunt in campo dolores.


Zu Nebra in Thüringen war eines Schusters Kind mit grosen Krachen gebohren / da fuhr etwas feuriges in der Stuben herumb / verbrante Mutter und Kind.Fincelius.

In China thäte sich das Erdreich von einander / und fiel Feuer vom Himmel / verzehrete viel Städt und Leut / es schoß auch ein Wasser-Strom aus der Erden und ersäuffte 36. Städt. Zeitb. im 24.

Anno Christi 1590. regnete es in Oesterreich Korn und Blut / bey Prag gieng ein armer Man hinaus in Dorff Stozobos la Nicol Kuhn genant / wil einen Karn mit Laim graben / und ümb 6. Pfenning verkauffen /da befindet er / daß es gut und tüchtig Meel ist / läst den Kindern Brot draus backen / wie dann [504] auch andere arme Leut gethan haben / aber den Spöttern ist es zu nichte worden / es wurd auch solch Meel dem Keyser zugeschicket. Chytræus. Fabricius. Dresserus.

In der Schlesien wechset einem Knaben 7. Jahr alt ein güldener Backenzahn in seinē Munde / und fallen ihm darüber die andern Zähn alle aus / der Zahn war von guten Vngarischen Gold. Zeitbuch Nicolai im 24.

Anno Christi 1597. wurden in Spanien von einer Kuh zwey ledendige Kinder ein Knab und Mägdlein gebohren. Zeitb. im 24.

Anno Christi 1136. fiel in Engelland Feuer vom Himmel / schoß auch aus der Erben Feuer gegen dem Himmel / dardurch viel Städt und Dörffer angezündet wurden und verbrennet / es ersoffen auch im Niederland viel Städ Märckt und Dörffer / und folgete ein schreckliches Erdbeben darauff / in der Graffschafft Namutz floß auch Blut aus einem auffgeschnittenen Laib Brot. Bonfinius. Siegebertus. Hagecius.

Anno Christi 1283. sol zu Prag aus einem höltzernen Crucifix Blut geflossen haben. Hagecius.

Anno Christi 1532. wurden im Gtzschlande 40. Drachen ümbher fliegent gesehen / stunde auch über der Stadt Münster ein reysiger Reuter / und zu Breiten burg erwürgete ein schwanger Weib ihren Mann /saltzete ihn ein / wurde aber hernach solcher [505] Vbelthat wegen vermauert. Hondorsius. Jovius.

Anno Christi 1546. floß in Vngarn aus einem Weintrauben Blut / stunde das Meer und der Jordan trucken / ließ sich auch in Schweitzerland am Himmel ein Gesicht sehen wie ein Ochs / aus dessen Maul Feuer auff die Erden fiel / und mit zweyen Löwen hefftig kempffen thät / in Franckenland gebahr ein Weib ein Kind / daß ein Messer in dem Leib stecken hätt. Ghonneyer. Fincelius.


Namqve datum paucis diserimen noscere verum.


Es wurd auff eine Zeit eine Hirnschal ausgegraben /einem Vaß groß / da man es wollen mit Händen an greiffen / ist es zerfallen. Münsterus.

Anno Christi 491. sind in Portugal am Fluß Mineo etliche Fisch gefangen worden / drauff die Zahl nach deß HERREN Christi Geburt sol gestanden seyn. Sigebertus. Crantzius.

Anno Christi 1648. sind in Dietmarsen 3. Circkel neben einander / und in denselbigen sechs Sonnen gesehen worden / zwischen denen Sonnen ein Blutrothes Creutz / unter der Sonnen aber zur lincken Hand ein schwartzer Sarg und Todten-Baar. R.

Denn 17. Jan. Anno 1648. ist zu Glück stadt in Holstein eine Feuer-Kugel vom Himmel gefallen / so grossen hellen Schein von sich geben / daß man die[506] gantze Stad sehen können / endlich ist sie mit grossen Krachen und Knall verloschen. R.

Wunderdinge
Wunderdinge.

Enter præsenter DEUS hic & ubiqvè potenter.


Anno Christi 397. wird eine Hur rev. schwanger / gebieret 7. Knaben / wirfft sie in einen Teich und gehet darvon / König Agelmundus aber reysete für den Teich vorüber / sihet die Knaben schwimmen / stecket seinen Spieß schafft zu ihnen ins Wasser / zusehen /ob noch eines von ihnen lebe / da hält sich eines an den Spießschafft vest an / das zeuhet er heraus / läst es aufferziehen / nennet es Lamissum / welches Kind sich hernach ritterlieb hält / und nach deß Agelmundi tod im 27. Jahr seines alters zum König angenommen wird / hat drey Jahr regiert. Jornandus. Prosper. Paulus Diaconus.

Eine Frau hatte ihren Mann etliche Jahr nicht gesehen / wuste nicht anders / er wäre ümbkommen / als sie ihn nun sahe / lieff sie ihm entgegen / fiel ihn umb den Halß / und blieb drüber todt. Sleidanus Contin. lib. 6. 2. pag.

Da der 17. Longobardische König Hildebrant gekrönet wurd / und einen Spieß in der Hand hielt / setzete sich ein Guckguck oben drauff / daß war eine böse deutung / denn in 6. Monaten wurd er wiedes entsetzt. Chron. Carion.

[507] Als König Genserich den Martianum gefangen überkommen / und er die Gefangenen beschauete / hat er einen Adler über den Martianum schwebend gesehen / der ihn schlaffent in grosser Hitz bedeckte / darauff er bewogen worden / ihm solches zu sagen / und daß er künfftig Keyser werden würde / deßwegen auch einen Bund mit ihm auffgerichtet. Chron. Carion.

Es wolt auff eine Zeit der Griechische Keyser einem seiner Freund zu Constantinopel in die schöne Kirch Sophiæ begraben lassen / als man gräbt / findet man einen Sarg / darin ein todter man und bey demselben eine grosse güldene Tafel / darin diese Schrifft in Griechischer und Lateinischer Sprach / JEsus Christus sol gebohren werden / von einer reinen Magd und ich gläube an ihn: Vnd ist solche Tafel 200. Jahr vor Christi Geburt geschrieben gewesen /man meint es sol der weise Man Hermes gewesen seyn / welcher viel Wundet gethan hat. Cedrenus. Saxo & Funo. D. Montevilla.

Anno Christi 1506. gelüstete einer schwangern Frauen in der Stadt Meissen / aus eines andern Mannes Beinen einen Biß oder etliche zu thun / der Mann gestattete ihr zwene Biß oder etliche zu thun / der Mann gestattete ihr zwene Biß / darüber brachte sie zwene lebendige Söhne / eben dieses Jahrs badete und buhlete ein Doctor zu Costnitz mit einem andern Weib / der Mann kömpt darzu und verderbet [508] ihm Augen und Angesicht. Cromerus. Vrsperger zusatz. Zeib. im 23. pag. 814.

Anno Christi 1468. redete ein Knab von 6. Jahren zu Basel sein Latein so schön / als nimmermehr ein hochgelehrter Mann. Zeitb.

Hermogenes der vornehme Philosophus hat im /18. Jahr seines alters / Rhetoricam mit männigliches verwunderung geschrieben / im 24. Jahr aber hernach ist er wie Trapezuntius von allem seinen Verstand abkommen. Philostratus in vita Antiochi. Qvintilianus lib. 1. Orat. Flitner cap. 13. pag. 279.

Messala Corvinus ein sehr gelehrter Mann / hat / 2. Jahr vor seinem Ende sein Gedächtnüß und Sinne verlohren / daß er kaum noch etliche Wort zusammen setzen können. Flitn. pag. 279.

Philetas Cous Ptolemæl deß andern Zuchtmeister ist so gering und leicht vom Leibe gewesen / daß er Pley Gewicht unten an die Füß hat hängen müssen /damit ihn nicht der Wind über den hauffen geworffen hat. Cælius Rhodiginus. lib. 6. cap. 35.

Der Poet Cynesius ist so dürr und mager gewesen /daß er Baumrinden ümb sich wickeln müssen / damit er nicht etwa gebogen und zerbrochen würde. Job. Flitn. pag. 283.

Gloriam sectare
Gloriam sectare.

Plinius schreibt lib. 7. cap. 21. daß einer gewesen sey / der das Buch Homeri vom Trojanischen [509] Krieg so klein auff Pergament abgerissen und geschrieben /daß man es in eine Nuß einschliessen können. Flitn. pag. 658. 127.

Vor Christi Geburt 97. ist einem Weib in der Stadt Aretin ein Kornähr aus der Nasen gewachsen. Florus. Orosius. Plutarchus.

In Italia ist einer gewesen / so das Symbolum Apostolicum neben dem Sanct Joannis Evangelio auff einen kleinen Groschen geschrieben / sonder einigen Mangel / darüber sich der Keyser Carolus und Bapst Clemens der VII. gewundert haben. Flitner. cap. 27.pag. 658.

Es hat vorzeiten einer die Stadt Cöln so klein abcontrafeit / daß das Gemählde von einer Mücken konte bedeckt werden. Flitn.

Bey Coburg war ein Knab gebohrn ohne Hände /der konte alles mit seinen Füssen verrichten / was andere mit den Händen thaten / er nams Messer / schnitt Brot / aß / tranck / schnitte Federkiel und schrieb. Ein anderer ohne Hände gebohren in Franckreich / konte mit den Füssen eine Pistol laden und abbrennen / nadeln einfädeln / mit Karten und Würffeln spielen /Geld zehlen / sich kämmen und anders verrichten. Schauplatz.

In Flandern war ein Blind gebohrner Mann / in der Poeterey und Philosophia sehr gelehrt / der konte meisterlich auff allerley Seitenspiel sich hören lassen.

[510] Zu Mecheln in Vraband hat Viclas von Werdau /welcher im dritten Jahr blind worden / grosse Wissenschafft gehabt / und ist ein gelehrter Mann worden /daß ihm auch der Rath aller Magister war / die Schul anvertrauet hat / ist hernach beyder Rechten Doctor worden und Professor zu Cöln gewesen.

Vor Jahren war ein blinder Pfaff in Böhmen / den muste man auff die Cantzel auff und abführen / thate seine Predigt. Autor.

Viel Menschen können keine Katzen sehen noch riechen / der Mensch schwitzer und erblasset von der Natur darüber / daß er halb todt wird. Zur Pleystad wurde auff eine Zeit aus vexirerey einem Bergbeampten bey einem Convivio eine Katz unwissend seiner in eine Siedel gesperret / als er nun dahin saß / war ihm angst und bang / schwitzete darüber und sagte / ich rieche eine Katz / muste endlich auffstehen / zur Stuben hinaus gehen / hernacher wurde die Katz wieder von dannen gethan. Autor.

Ein Edelman kunte keine alte Frau ansehen / als er auff eine Zeit bey einem Gastmahl einer alten Frauen gegen über gesetzt war / sanck er derwegen zur Erden in der Onmacht dahin. Martin Weinrich von Mißgeburten. Schauplatz. pag. 168.

Viel Leut können keine Oepffel riechen.

Ein Bauer in Normandi hat sein Tag kein Brot Fleisch / Käß noch Fisch essen können / sondern die[511] Zeit seines lebens sich mit Eyern behelffen müssen. Brugerin im ersten Buch von den Speisen.

Ein anderer war / der kunte kein Ey ansehen /müste sich darüber alsobalden undeuen. Marcellus Donatus lib. 4. observat. medicinal.

Viel sind die keinen Wein noch Rosen riechen können / viel Menschen können von keinem Aal essen /ein Graff von S. kunte kein Baum-Oel sehen noch riechen. Horstius. Lemnius.

Ein Soldat konte keine Weinrauten riechen. Schauplatz. pag. 169.

In Ißland und Lappenland / sind die Winter-Täge so kurtz / daß man kaum des Taglichts gewahr wird. In Lieffland ist es zur Zeit deß Solstitii kaum drey Stunden Tag / die Leute Cimmerii wissen gar nichts von der Sonnen / wie Homerus bezeuget. Odyss. 11.

In Lycia ist eine Insel so Horatius Claram genennet hat / wenn es auch gleich sehr trüb ist / so blicket doch die Sonne dardurch. Mann sindet auch Völcker /die haben 6. Monat nach einander lauter Tag / und 6. Monat nach einander lauter Nacht / und dieselbigen wohnen unter dem Polo Arctico. Flitner. pag. 59. So linus.

Ein König in Egypten namens Marrhes / der hatte eine Kraen so wol abgerichtet / daß sie ihm seine Brieff hintragen kont / wo er wolt / sie wuste auch gantz gewiß ihre Ruhstell / wenn es ihr im fliegen zu[512] weit seyn wolte / und nach dem sie gestorben / hat der König ihr zum Zeugnüß ein ehrliches Begräbnüß ausgerichtet. Rhodiginus lib. 43.

Der schönste unter den Menschen-Kindern
Der schönste unter den Menschen-Kindern.

Deß HERREN CHRISTI JESV unsers Erlösers Menschliche Gestalt war / wie solche uns Nicephorus beschreibet / ein holdseliges freundliches Angesicht /gantz lichte Farb an Haar und Bars so ihm auff beyde Achseln herab hieng / mitten im Kopff eine Scheitel /glatte Stirn / gantz keine Runtzel / das Gesicht mit lieblicher Röte vermischet / der Bart in mitten zertheilet und krauß / ein schöner gerader länglichter Leib /ernstliche Rede führent / wenig gelachet / offt geweinet / nur zur Noth geredt / sonst aber gantz still.

Von dem Minotauro dem ungeheurigen Thier lieset man / daß es oberhalb wie ein Mensch gewesen /unten wie ein Ochß / welchem die Athenienser jährlich in seinem Labyrinth oder Wünder-Burg 7. lebendige Kinder haben fürwerffen müssen / sonsten hätte es gefressen wen es bekommen. So sich iemand gewaget solches ümb zubringen / ist er von ihm gefressen worden / weiln er sich nicht wieder aus den Irrgängen heraus finden können. Endlich ist Theseus deß Egel Atheniensischen Königes Sohn (in nachrichtung [513] eines hienach gezogenen Fadens) ins Labyrinth kommen /und denselbigen ümbgebracht. pag. 45. Faustus.

In Thüringen war eine Frau vom Adel / die gieng am Tag Mariæ Krautweih in die Kirchen / und weiln sie schwanger und ihr die Kräuter ins Gehirn stiegen /wurd sie drüber kranck und fället in eine Ohnmacht /als wäre sie todt. Ihr Jungker wird gefragt / ob er sie woll lassen heimtragen / er sagt nein / weiln sie in der Kirchen verstorben / woll er sie allda lassen; er wird weiter gefragt / ob er ihr die güldene Ketten / Ring und Armgeschmeid / wolte abnehmen lassen / sagte er / weiln er seines lieben Weibs entrathen müste / könte er deren Geschmeid auch entbehren. Bey der folgenden Nacht kömpt ein Dieb / wil ihr die Ring von den Händen abziehen / und die Kleinodien stehlen / da ermundert sie sich wieder / der Dieb erschrickt und laufft davon / darüber gebieret das Weib einen jungen Sohn und spricht / weiln ihr Gott so wunderbarlich geholffen / woll sie den Sohn auch dem lieben Gott im Geistlichen Stand dienen lassen / ließ ihn studieren / wurd hernach in Thüringen ein Pfarrherr / so fleißig Gottes Wort geprediget hat. In conc. fun. Magd.


Sermo datur cunctis, animi sapientia paucis.


Eine wunderliche erlösung vom Tod war diese Geschicht / vor Jahren hat man die alten Leute in[514] Teutschland nicht selbsten absterben lassen / sondern dieselbige auffgeopffert / und solcher massen ist auff eine Zeit gar ein alter Vater von einer Gräfin loß gebeten worden / welchen sein Sohn im Wald hat auffopffern wollen. Mehr ists auch also im Windischen Land mit einem alten also hergegangen / den Levin von Schulenburg / Hauptman damals erlediget hat so hernacher 20. Jahr noch sein Thorwärter gewesen / als er durch den Wald ritte / und die Leute fragete wo sie mit den alten hin wolten / schrieren sie zu Gott / zu Gott / sie wolten ihn auffopffern und schlachten /weiln er nicht mehr arbeiten könte / darüber denn der alte bitterlich geweinet. Schauplatz. pag. 298.

Zu Bernstadt bey Worms war vor Jahren ein Monstrum gebohren / dem beyde Stirn zusammen gewachsen waren / wann eines vor sich gienge / muste das andere hinterwerts gehen / lag eines auff der rechten Seit / so must das andere auff der lincken liegen /waren zwey Mägdlein / sind kommen biß ins zehende Jahr / keines kunte vor sich sondern nur neben sich sehen / als das eine starb lebete das ander wenig Tag hernacher / dieser Mißgeburt Vrsach war / daß als zwey Weiber mit einander redeten / gehet ein Mann hinterwerts hinan / und stösset ihnen die Köpfe zusammen / davon die schwangere Frau erschrack / und solches hernach die Frucht entgelten muste. Münsterus. lib. 3. pag. 911.


Hæc qvoque qvæ referam stultissime concipe frater.


[515] Mann sagt / wenn der Wolff in der Gruben ist / so ist er am frömbsten / nicht weit von Meiland begab es sich / daß ein hungeriger Wolff in eines Mannes Meyerhoff ist gelauffen kommen / und als er die Stuben-Thür offen gefunden / da hinein gestriechen / die Meyerin laufft im schrecken hinaus / und sperret den Wolff zum Kind hinein / ruffet ihren Mann / und als sie in die Stuben hinein gehen / finden sie den Wolff zitternt stehen / und hatte dem Kind kein Leid gethan. Strigenitius.

Anno Christi 1638. begab es sich in Meissen in einem Städtlein / daß am andern Advents Sontage die Schul-Knaben / derer viere / solten zum Mittags läuten in die Kirchen gehen / als es nun geschihet / und sie bey der Orgel so versperret vorüber gehen / ist es gantz stille / nach verrichten Kirchen-Läuten als sie wieder gegen die Orgel kommen / hören sie dieselbe gehend / oder geschlagen / und vermercken keinen Menschen darbey / da kömpt sie ein grausen oder schauer an / lauffen in furchten davon und berichten ihren Schulmeister / derselbige gedenckt es könte wol der verordnete Organist auffm Werck seyn / welcher dann auch allein ven Schlüssel darzu hatte / läst es eine viertel Stund also vorüber gehen / endlichen gedenckt er / wenn etwan wäre ein böser Bub zum Werck gestiegen / nimmet die Knaben / so vorher geläutet haben / mit sich in die Kirchen / und so bald er hinan zur Kirchen kömmet / vermercket er ein grosses Wind-Gestürm / [516] so auch die Geigen welche neben der Orgel im seiten Chor hiengen trefflichen beweget hat /da hört er die Orgel schön lieblich und wol moduliren, er läßt einen Knaben übersteigen / dieselbe eröffnen / da sihet und vermerckt er keinen Menschen / er betrachtet die Balcken / überläufft das Clavier / machet die Flügel auff / es gieng aber in seinen thun immer fort. Wann sie dann darbey eine grosse furcht und grauen ankommen / haben sie dem lieben Gott solches befohlen / und sind wieder davon gangen / in einer viertel Stund hernach war es wieder gantz stille /und traffen deß domals verordneten Herren Pastoris Gedancken hierüber ein. Gott erhalt aller Orten Christliche Obrigkeit und Vnterthanen / und lasse uns fleißig erwegen die vielfältigen Wunder / so er eine Zeit hero uns vor Augen gestellet hat / wahre Busse thun / und ihm in seine gebundene Ruthen fallen /damit wir nicht Zeitlich und Ewiglich verderben mögen / Amen. Autor.

Der Berg Libanus in Phoenicia vertreibt alle gifftige Würmer / deß edlen Weirauchs wegen / so er von sich gibt / hat Sommer und Winter Schnee / hat Opffel eines Mannes Häupt groß / so an den Cedern-Bäumen wachsen. Pluma tegit volucres, oribus sua lana decorn est. D. Montevilla.

In der Insel Cypern ist die Ernde im Frühling / und über Winters gehet das Vieh auff der Waid / [517] Sommerszeit aber muß es daheim bleiben / wegen der grossen unerträglichen Hitz. Münsterus lib. 5. pagina 1336.

Psammetichus wolte auft eine Zeit gerne wissen /was doch den Menschen von Natur vor eine Sprach angebohren wär / ließ zwey Kinder von ihrer Mutter brüsten nehmen / von Leuten abgesondert in einem wilden Wald aufferziehen / befahl auch bey Leibs-Straff / daß niemand etwas mit ihnen reden solte / thät zu den Kindern eine Amme / so ihrer pflegen solt /und ließ derselbigen die Zunge ausschneiden / als er aber nach zweyen Jahren die Kinder hören wolte /kunten sie nichts sagen / als das Phrygische Wort Beccus / so so viel als Brot heisset. Herodotus.

Zu Rom war vor Jahren eine solche lange Weibs-Person / daß viel frembde Leut Wunders wegen dahin kamen / dieselbige nur zu sehen. Augustinus.

In Seeland ist vor dessen auch eine Frau gewesen /welche zwey Vässer voller Bier auff 400. Welsche Pfund schwer: Item / einen Baum so 8. Männer kaum heben können / (gleich wie die Domka in Böhmen so eine Kuh eines Mußqveten schuß weit tragen können) wohin sie gewolt / von dannen schaffen mögen. Mercator in beschreibung Seelands. Schauplatz. pag. 534.

Im Land von Mechelburg hat man Anno Christi 652. etliche 100. Bäum gefunden / auff welchen[518] Kornähren / Hafern / Erbsen und andere Früchte mehr gewachsen. R. pag. 50.


Diabolus nominatur Legio propter multitudinem.


Philippus Melanchthon schreibt / ich hab eine Freundin zu Heidelberg gehabt / eine Gottsfürchtige Matron / die ist nach ihres Mannes absterben stets bekümmert gewesen / und als sie einsmals gantz allein in der Küchen gesessen und traurig gewesen / geht die Stiegen hienauff ein langer starcker Franciscaner Münch / und mit demselbigen ihr voriger Eheman /treten hiebey zu dem Herd / und der vermeinte Mann grüsset das Weib / spricht auch zum Münch er sol unter dessen in die Stub hinein gehen / er habe was sonderliches mit dem Weibe zu reden / der Münch thut es / unterdessen redet er von etlichen aussenstendigen Schulden und andern Sachen mehr / als er nun eine gute weil geredet / begehrt er an das Weib / daß sie ihm die Hand dareiche / welches sie im Anfang aus furcht nicht thun wollen / doch endlich darzu überredet wordē. Als sie der vermeinte Man in seine Händ überkommen / hat er ihr ihre Hand als eine schwartze Kohlen verbrennet gehabt / und ist drüber verschwunden / und schreibt Herr Melanchthon / ich und andere ehrliche Leute haben die verbrante Hand offtermals gesehen. Christ. Georg. in l.c.


Sæpe timor multos in summa pericula duxit.


[519] Anno Christi 1631. geht ein Bergman zu Pl. mit zweyen Kindern und der Magd vom nechsten Dorff da er was Geträld geholet / Abends 10. Vhr bey hellen Monscheln wieder nach Hauß / da wirfft es eyferig mit Steinen nach ihm / daß sie auch den seinigen über die Füsse springen / er hebt einen solchen Stein auff /und wil ihn zu Hausse seinem Weibe zeigen / als er nun heimkompt / das Korn ausschüttet / und solchen Stein vom Boden auffheben wil / bläset es ihm das Grubenlicht aus / daß man den blaser hören können /dißmals schadete es dem Manne nichts / aber in einem halben Jahr hernach starb er / sonst ein frommer Gottsfürchtiger Mann. Autor.

Man lieset von einer Insel Langho / über welche Hippocras Herr ward / ist aber dem Türcken zuständig / der hatte eine Tochter die war verzaubert in eines Drachen Gestalt / also / daß sie wieder in Weibs form kommen solt / wo sie ein Ritter kühnlich auff den Mund küssen würde / sie würde aber hernach nicht lange leben: Auff eine Zeit war ein Ritter S. Johannis Ordens / von der Insel Rhodis / der unterstund sich diß Abentheuer zu verführen / ritte in dz Loch darinnen der Drach war / da hub der Drach so grimmiglich das Haupt auff / daß er und das Roß erschracken / und sich über einen Felsen stürtzten und todt blieben. Zur andern Zeit war ein junger Gesell auff einem Schiff / und da sie daselbst anländeten / frisch Wasser in das Schiff zusuchen / und gantz nichts vom Drachen [520] wusten / kömmt er ungefehr zu dem selbigē verfallenen Castell / darinnen saß eine schöne Jungfer / die strälete ihr Haar / zierete sich köstlich und besahe sich im Spiegel / als sie nun deß Jünglings innen wurd / fragete sie ihn was er wolte / ob er ein Ritter wär / da er sagte nein / sprach sie zu ihm / lasse dich zum Ritter machen / und komme wieder / küsse mich ins Drachen Gestalt auff den Mund / so werde ich erlöset / und bleibe dein mit einem grossen Schatz von Gut und Gelt / fürchte dich gantz nicht / ich thue dir nichts / denn ich bin also verzaubere worden / und kan nicht anders erlöset werden / er that es / und als er wieder zum Loch kam / gieng ihm der Drach so greßlich entgegen / daß er kümmerlich ümbkam und bald darauff starb / wie dann das Glück ihren vielen wiederwertig war / die Inwohner nennen den Drachen die Land-Frau / denn er begab sich deß Jahrs zwey oder dreymal auffs Land / that niemand nichts / wenn man ihn nicht erzürnete. D. Montevilla im Reißbuch.

In klein Armenien steht auff einem Felsen ein Gebäu / das heist die Sperberburg / zwischen die Städten Lacus und Persibech gelegen / auff demselben war vorzeiten eine schöne Jungfer und Sperber / wer da 7. Tag und Nacht ohne Gesellschafft wachete /dem gab sie was er fodern thät / von alle dem was zu Glück dienete. Eine Zeit bewacht ein König aus Armenio solchen Sperber / endete auch die Tage deß wachens / wolte hernach nichts anders haben / als ihren [521] Leib / weiln er vorhin reich war / aber sie sagete / solches wäre ihm nicht versprochen worden / könte auch dasselbige nicht überkommen / solte von Reichthumb und Herrligkeit was fordern. Als er aber von ihrer Person nicht ablassen wolt / verfluchte sie ihn /daß er mit seinen Nachkommen biß auffs neunde Geschlecht / stets arm seyn solte / Krieg / Angst und Noth vor seine Müh haben / und seinen Feinden unterthan seyn müste / darüber sie auch hernach Land und Leute verlohren / arm worden / und dem Türcken biß auff diese Stund unterthänig seyn müssen. Aber eines armen Mannes Sohn bewachte hernach den Sperber / der bat / daß er möchte ein Glückseliger Kauffman werden zu Wasser und Land / und solches ward ihm von der Jungfer gewehret / ward ein berühmter groser Kauffmann. Wo aber ein Mensch schläffet bey dem wachen / so ist er deß todes. Doctor Montevilla.

In groß Armenien nicht weit vom Berg Acerion ist der Berg Ararath / welchen die Jüden heutiges Tages Cana heissen / da die Archa Noe zu finden / wenn es hell Wetter ist / kan man sie sehen / ist etliche Meilen hoch / es kan weder Leut noch Vieh hinauff kommen /unten am Berg ist ein Kloster / da hat ein Münch Gott inniglich gebeten / ihm solche schauen zulassen / dessen er auch gewehret worden / und als er solche wol besichtiget / hat er ein stück darvon mit herab ins Kloster getragen. Montevilla.

[522] Nicht weit von Hebron ist eine Höl in einem Felsen / darinnen Adam und Eva gewohnet und ihre Kinder daselbst gezeuget haben sollen / an demselbigen Ort ist Adam aus einem Läimen Kloß gemachet und von dannen ins Paradiß getragen worden / darinnen er neben der Eva drey Stunden geblieben seyn soll / als denn sie wegen deß Vngehorsams wieder ausgetrieben worden sind D. Montevilla.


Spem dat latro, David, Paulus, Petrus, atque Maria,
Persidus inspiciat Petrum, prædoque latronem
Crudelis, Paulum, qværens terrena Mathæum,
Zachæum cupidus, immundus carne Mariam
Inspiciat tandem ille David etc.

Kein Sünder ist so groß nicht / dem nicht Gott wolte gnädig seyn / wo er alsobalden hertzlich sein böses thun bereuet / ümb Gnade bittet / und sich zu bessern gedencket / aber wo Gottes Zorn auch anbrennet / ist solcher hernach nicht zu leschen.

Loths Weib stach der Kützel das verderben über die Menschen freudig anzusehen / drumb es dem höchsten nicht gefallen kunt / must zur Saltz-Seulen werden / so noch im blachen Feld nicht weit vom rothen Meer / heutiges Tages stehet und stehen muß biß an der Welt Ende / da auch gleich reysende Leut ein stück darvon abschlagen / findet man es doch andern Tages wieder gantz / vor kurtzen Jahren schlug ein reysender Kauffman von der Seulen eine gantze Hand ab / nahm sie mit sich / und als er wieder zu rück [523] reysete / die Seul besahe / wurde sie vollkömlich wieder befunden / drümb ein iedes vor sich sehen sol / ehe es andere Leut ausklügele / in ihrem thun begaffe / denn es heisset:


Sih nicht auff mich / sondern auff dich /
Thue ich unrecht so hüte dich /
Richt nicht mich und die meinen /
Sih vor an dich und die deinen. D. Montevilla.

Nicht weit von Jerusalem seete ein Mann zur Zeit deß Herren Christi Cicern Erbeiß / als ihn nun im vorüber gehen der HERR JESVS fragete / was seest du? sagete er hönisch drauff / ich see Steinlein / da sagte der / HERR JESVS darauff / so geschehe daß du deß Samen einsamlest / da hat er nichts anders im Herbst als lauter Steinlein / vor die Cicern Erbeiß /gleicher Form und grösse eingesamlet / und werden auch noch heutiges Tages aldort gefunden / nach aussage der reysenden Personen. Doctor Rauchwolff.

Vorzeiten hat im Zürchischen Gebiet ein Einsiedler gewohnet / welcher junge Raben aufferzogen / auff eine Zeit kommen drey Mörder von Zürch bringen ihn ümbs leben / gehen wieder gen Zürch / die Raben aber (denn sie mit den Mördern sonderliche vereinigung und Gesellschafft haben /) fliehen denen Mördern so lang nach / biß sie verargwohnet und drüber eingefangen werden / auch ihren Lohn bekommen /[524] darnach flohen sie wieder zu deß ermordeten Zell /biß er begraben worden / daher der Berg Meinhardsberg genennet wird / daselbst läst man noch heutiges Tages keinen Raben am leben was überlasts thun. Meerfarth Alexandri Pfaltz-Graffens am Rhein. D. Conr. Diet.


Omnia nos Christi vita docere potest.


Anno Christi 1624. dem 3. Jan. begab sichs / daß ein Bäpstischer Officirer seinen Leuten eyferig verbot in kein Evangelische Kirche zu gehen / da kompt ein Trompeter über das Paradeiß Gärtlein Herrn Arnds so er im Pfarrhauß M. Justi Geilfusen zu sich genommen und lieset drinne / als es obgedachter Officirer sihet / reisset er es ihm aus den Händen / und wirffts in brennenden Ofen / welches hernach über eine Stund da man Kohlen zum essen heraus nehmen wollen / unter den glüenden Kohlen gantz unversehret / ja / daß man auch den Brand nichts riechen können /wieder herausser kommen mit grosser verwunderung männigliches. Dergleichen ist auch in Schlesien mit diesem Gebet-Büchlein vorgangen / ob schon deß Officires Wagen mit allem drauff befindendem wesen im Feuer verdorben / ist doch dieses Büchlein unversehret und unverhrennet geblieben / wird auch dieses hochgelehrten Mannes Ruhm / Ehre und selig Absterben wol müssen unbeschimpffet bleibē. Er starb zu Zell den 11. Maii Anno Christi 1621. und haben die[525] Braunschweigischen und Lüneburgischen Hertzogen ihm selbst persönlich das Geleit zu seinem Ruhbettlein gegeben. In seinen Studir-Jahren kam ermelder Herr Arnd zu Basel einsmals in grosse Gefahr / denn er bald im Rhein ertruncken wäre / wo nicht sein Discipel als ein Polnischer Freyherr / bey dem er domals /Præceptorirte ihm zu Hülffe kommen wäre. Gott wolte aber dem Schadenfroh solches nicht gestatten /denn er muste vielen noch den Weg zur Seligkeit zeigen. Kurtz vor seinem Ende lag er in einem tieffen Schlaff / als er erwachete sagte er / wir sahen seine Herrligkeit / als deß eingebohrnen Sohns vom Vater voller Gnad und Warheit / als ihm nun seine Haußfrau fragte / wenn er solche herrligkeit gesehen hätte /sprach er / itzt hab ich sie gesehen / daraus deß H. Geistes innerliche Wirckung zu verspüren gewesen. Als es Abends 9. Vhr war / fragte er wie viel es geschlagen hätte / da ihm nun gemeldet wurde Neune /sagte er darauff / nun hab ich überwunden / hat ferner kein Wort mehr geredet / unn ist also selig entschlaffen. D. Georg Weinrich. Arndts Büchlein vom waren Christenthumb.

Anno Christi 1653. hat zu Wilda in Littauen eines Glasers Frau ein Mägdlein gehohren mit 2. Köpffen /4. Füssen / 4. Händen / 2. Hindertheilē / und 1. Nabel.

[526]

Das 46. Capitel

Von der Höllen
Von der Höllen.

Man hat vor alters davor gehalten / daß in den mitternächtischen Landen in der Insel Ißlandia bey dem Heckelsberg der Weg zur Höllen sey / dieweil unter demselbigen Heckelsberg auff eine gantze Meilwegs ein erbärmliches Heulen / Winseln / Geschrey und Weeklagen ist. Olaus Magnus. M. Gotthardus.

Die lieben Alten Vorfahren haben darümb den Ort in der Stuben hinter dem Osen die Höll genant zum zeugnüß daß wir gläuben sollen / daß eine Hölle sey /und wir desto eher vor solcher Pein uns hüten sollen.Strig.

[529]
Vom Abgott Moloch
Vom Abgott Moloch.

Der Ammoniter Gott Moloch ist von Kupffer gemacht gewesen wie ein König / und ist gestanden hinter Jerusalem im Thal Hinnom / welches ein schöner lustiger Ort gewesen / zwischen Auffgang und Mittag mit Bäumen besetzt und von Brunnen befeuchtet / dahin wurde auch alles Aaß befördert und verbrennet / auff befehl deß Königes / also / daß das schöne lustige Ort mit unreinigkeit sehr besudelt war. Dieser Abgott stund mit ausgestreckten Armen unter welchen ein Feuer gemacht war / daß er glüete / so war auch für ihm zwischen zweyen Maurn ein Feuer angestecket /daß ihm zu ehren braute / er hätte in sich unterschiedene siebene Behalter / da man nach einander ein iedes Thürlein auffthät und darinnen opfferte / in das 1. eine Semmel / in das 2. ein Turtel-Täublein / in das 3. ein Schaff / in das 4. einen Widder / in das 5. ein Kalb / in dz 6. einen Ochsen / in das 7. einen Sohn. Das Bild war anzusehen als eines Kalbs Angesicht /stunde als etwas von denen die darneben stunden einzunehmen und zu empfahen. Wann nun die Jüden solch Opffer verrichteten / und ihr Kind im Götzenbilde verbrantwurde / tantzten sie darbey / schlugen die Trummel / jauchtzeten und schrieren als unsinnige Leute / damit die Eltern nicht hören solten das Geschrey ihrer armen Kinder / und dardurch vermeinten sie bey Gott grosse Gnad zuerwerben und zu verdienen / [530] welches dann eine grosse Abgötterey unter dem rechtgläubigen Volck und Kindern Gottes damals gewesen ist. 2. Chron. 28. cap.

Utilis Appendix

Utilis Appendix.

Anhang oder nützliche Zugab dieses Rosengartens /bestehent in schönen Geistlichen und Weltlichen Denck-Sprüchen / welche als liebliche Blumen hin und wieder abgepflocket und zusammen getragen /weiln noch etliche Blätlein leer gewesen. So nun unter diesen mercklichen Sprüchen eine Zeil zu finden /welche etwa bey einem verständigen einen heiligen Gedancken erwecken möchte / so wird diese Arbeit und Zugab nach dem gemeinen Sprich-Wort das beste von mir geachtet werden. Historiæ namque delectationis, hæ vero norabiles sententiæ, utilitatis calculum, merehuntur.

A.

Anfechtung und Creutz zu überwinden / sol dieses unser höchster Trost seyn / daß Gott bey uns gegenwertig ist / denn er spricht selbst / ich bin bey ihm in der Noth.

[531] Armuth wuchert den Himmel / Geitz aber die Höll.

Aergernüß ist ein schändliches Laster / der es begehet fället in Gottes Vngnad / auch ewige Straff / wo er sich nicht erkennet.

Armuth ist das höchste Reichthumb / entgegen das Reichthumb dieser Welt die höchste Armuth /derwegen die Armen selig sind / denn das Himmelreich ist ihr.

Abwendung von Sünden ist eine Zuwendung zu Gottes Güt und Väterlicher Huld und Gnade.

Augen- und Hertzens-Lust deß Menschen gegen GOTT ist / so wir mit Andacht beten / lesen und singen / und uns aller jrrdischen Handel entschlagen / so wir aber das widrige thun / vermessen wir uns GOtt und der Welt zugleich zu dienen / so nicht seyn kan.

Abendlicht anschauen und betrachten / ist eine Vorbildung deß Abends dieser Welt / daß bald die Finsternüß aller Boßheit vergehen / und das klare Licht der Sonnen der Gerechtigkeit angezündet werden wird.

Aberglaub deß Menschen verderbt Sinn und Gemüth / bringt ihn zur verachtung Gottes / erweckt einbildungen und führt ihn zu deß Sathans Reich.

Abfall von Gott ist ein Gang zum verderben / verlierung deß Himmelreichs und seiner selbst förderung zur höllischen Pein.

[532]

B.

Böses erwehlen / aus unverstand vor gutes / ist ein Zeichen Göttlicher ungnaden.

Brunnen deß Heils läst keinen dürstenten Sünder verschmachten / wenn er in der Noth zu ihm schreyet.

Buß-Thränen deß lieben Gebets in wahrer Reu sind das süsse Hertz-Wasser / welches alle Krafftlose und durstige Seelen erqvickt.

Bald von Sünden ablassen ist bald zum schmalen Steig deß ewigen lebens sich wenden und GOtt begehren anzuschauen.

Barmhertzigkeit dem Nechsten erweisen / errettet vom Tod / erlanget Gottes Huld / und macht das nothleidende Hertzen durch ihre Vorbitt ihm bey Gott zum Himmel bringen. Barmhertzig seyn / ist so viel gesagt / als ein warmes Hertz haben.

Bauen und trauen auff Gottes unschuld und herben Tod / errettet den Sünder von Pein und Schuld.

C.

Christi Leben und Reich bestehet ewig / dargegen vergehen alle Geschöpff auff dieser Welt und Erden.

[533] Creutz-Weg ist der beste Weg und Steig so uns zum Himmel führet / damit wir nicht die höllischen Wege gehen.

Creutz-Wegsgang muß nicht aus den Augen gesetzet werden / daß man wolte ümbkehren etwas aus seinem Hausse zu holen / sondern man muß denselben gestracks vor sich gehen / im wird uns denn nichts mangeln / sondern auff diesen Weg alles zum besten dienen.

Christenthumb bestehet in erkentnüß Gottes seiner Gnad und gottseliger übung.

D.

Demuth gegen Gott bringet Erhöhung / bewahrer und beschirmt uns vor den Teuffel auch allen leiblichen Feinden / daher grosse Herren müssen von sich schreiben / Wir von Gottes Gnäden / und ist Christi Exempel uns ein Fürbild derselben. Demuth gegen Geistlicher und Weltlicher Obrigkeit erhebt Lob und Ruhm.

Demuth und Liebe sind Geschwister Kinder / an welchen der liebe GOTT seine Liebe siehet auch seines Hertzens-Lust.

Demuth gegen Gott ist der Grund-Stein / darauff das liebe Gebet fundiret wird / und wenn solche weicht / so fället das andere alles dahin.

[534] Dürfftige Leute werden durchs Gebeth und Hoffnung in Gott reich gemacht.

E.

Ehren-Kron deß lieben GOTTES ist ewig drumb wir in Roth und Elend desto hertzhaffter das vergängliche Leiden tragen sollen / denn denen die Gott lieben muß doch alles zum besten dienen.

Einigkeit ist wenn GOTT Christliche Hertzen in Fried und Eintracht erhält / keine strittigkeir unter ihnen erwachsen lässet / welches dann vor eine sondere Gutthat GOTTES zu erkennen / und ihm darfür zudancken.

Ehre der Welt sollen wir anders nicht ansehen und halten / als einen Rauch den der Wind vertreibet und als eine Blum so plötzlichen verwelcket.

Erhörung bringet von Gott zu weg was dem Menschen nütz ist / wo nur das Gebet aus Glauben gegangen / wo aber keine Erhörung erfolget / so ist sein bitten ihm nicht nütz gewesen.

Ehre der Welt ist der Seelen gröster Schad / unehre aber Gottes wegen erhebt den Menschen zur höchsten glückseligkeit und vollkommenheit.

Ende ist gut wenn man den Sünden ein Ende machet / und das letzte End und Cammer-Gericht sich nicht plötzlich übereilen läst.

Eitelkeit mit der Ewigkeit vertauschen / ist ein schändlicher Wechsel.

[535] Einfalt im Gebet ist die höchste Zierd und eine eröffnung der Himmels-Thür.

Erkäntnüß Gottes ist weit grösser als die Erkentnüß unserer selbsten.

F.

Frömmigkeit wil nicht haben in der Welt Wollust und ihren Händeln sich zu üben / denn es bösen ausgang giebet ihre Leut und Diener endlich schändlich belohnet.

Fürchten wird dieses genennet / daß man eine abscheu vor den bösen Lüsten seines Hertzens habe.

Fallen in die Sünd erweckt unruh deß Hertzens /macht Pein und Sorg im Gemüth / und wo man sich deren nicht erlediget / führet sie zur Verzweifflung und Verdammung.

Faßnacht-Brüder sind deß Teuffels abgebildete Larven-Glieder / in welchen er seine Phantasey verübet / und Gottes ebenbilde besudelt.

Faul zum guten ist ein betrübnüß deß Geistes /verderbt die Hoffnung und macht ungedult im leyden.

G.

Gottseligkeit hat diesen Preiß / daß sie thut was Gottes Wort haben wil / und entschläget sich alles widrigen / dardurch GOTT und seine Ehr betrübet werden kan / denn an den Früchten wird der [536] Baum erkent / ob er gut oder böß / ob er zum Himmel oder zu der Höllen werde fallen.

Gottselige Leute dulden alles / Schand und Schmach / wenn nur Gottes Ehr dadurch befördert werden mag

GOTT sihet auch das geringste Werck beym Menschen an / und vergilt ihm solches aus Barmhertzigkeit / wenn es nur in treuer Hertzens einfalt geschihet.

GOTT ist unser Gewissens Ruh / der uns sagt und weist durch sein Wort / was uns wol oder übel anstehet / und solches geziemet auch einem wahren Freund gegen seinem nechsten zu thun / damit er von Sünden errettet und zur Seelen Selligkeit befördert werd.

Gottes Lieb macht daß man keine Noth scheuet /in allen standhafftig verharret / und seiner Hülffe gesichert ist.

GOTT ehren zieret unsere eigene Ehr / und dardurch werden wir in alle Warheit geführet.

Gottes Gnad wird derwegen uns zu rück gehalten /daß wir deren nicht völlig geniesen / weiln wir gar zu sehr an dieser Welt Eitelkeit hangen / und unsere Lust darinnen suchen.

Gottes Huld und Gnad versichert uns in Nöthen /daß wir deß Teuffels anlauff und sturm überwinden[537] können / wo wir ernstlich im Gebet zu GOtt schreyen / denn deren Angesicht wird nicht zu schanden.

Gottes Lust ist bey den Menschen Kindern auff Erden zu wohnen / wenn sie recht einher gehen / in seinen Geboten / und reden die Warheit von Hertzen /nehmen nicht über den unschuldigen Geschenck / und verleumbden ihren Nechsten nicht.

Gewissens lose Leut können auff der Welt keine Ruh in ihren Hertzen finden / sondern der Wurm sähet allbereit an in diesem Leben sie zu qvälen / und werden dort ewig geplaget.

Geitzige Leute kratzen alle Pfenninge zusammen und iemehr sie darnach trachten / iemehr sie sich in der Bauchsorg vertieffen; also wer in eines und das andere Laster fällt / fället in eine und andere Sünd /und verdirbt drinnen.

Gebet so täglich vor die Seel geschihet / ist nicht gering zu achten / so sie aber ohne Gebet dahin lebt /ist der Mensch gleich einem Stock und Pflock zu achten / so keine bewegung hat.

Gebet deß Hertzens vereiniget sich mit / GOTT mehrers / weiln Gott ein Geist ist / als das Gebet der Zungen und Mundes mit dem Menschen.

Gebet so ohne Hertzen und Andacht heraus plappert / ist gleich dem Menschen so mit iemand redet[538] und ihm den Rücken zuwendet / welches der unhöffligkeit gleich geschätzet wird.

Gebet muß mit Hertz und Mund vestiglich vereiniget seyn / damit die bösen einfäll deß Teuffels und der Welt verjaget werden können.

Gebets-Mund sol iederzeit mit GOTT reden aus Hertzengrund / wo er es nicht thut / ist er zu achten als ein Mund ohne Zunge.

Guter Gedancken und Sinn deß Menschen / ist ein Tröpfflein milder Barmhertzigkeit GOTTES / dardurch wir zu Tugenten und der Lieb erwecket werden.

Gut Gewissen ist ein gutes Küssen / guter bissen darinnen Gottes furcht seine Frucht trägt / ja / sie ist das höchste Pfand der Seligkeit / bringet Ruh / Freud und Fried in Gott dem H. Geist.

Gedult wirckt so viel in Creutz und Noth das Gottes und Menschen Will zu gleichen Sinn gehet.

Gedult überwindet alles böses / wenn wir nur im Creutz stets an GOTT gedencken / und wissen daß er uns solches auffgeleget hat / auch in demselbigen beständig verharren.

J.

Je grössere Reu der Sünden / je mehrer Barmhertzigkeit und Gnad Gottes zu hoffen.

[539] Jagd-Hunde deß Teuffels sind alle Ketzer und Schwermer / so die Seele der unschuldigen mit falscher Lehr verführen und mit glatten Worten und List betriegen.

Igelsstiche sind zu vergleichen den falschen Zungen / so die unschuldigen heimlich und tückischer weiß vor Obrigkeit und andern Leuten verunglimpffen und bößlich beliegen.

Judenspieß gebrauchen alle Schinder und Schaber so mit unrechter Maß / El und Gewicht ümbgehen /den Nechsten in Handel und Wandel diebischer weiß vervortheilen und berucken.

K.

Kranckheiten und Widerwertigkeiten in der Welt mit Gedult und Gebet ausgedauert / bringen alles gutes nach sich.

Krippen Christi ist unser Reichthumb / sein Rock ist unser bekleidung / sein Creutz ist unser erledigung vom tod.

Kalt seyn im Gebet / guten Wercken und Christlichen Tugenden / bringet keine Erhörung / lindert auch im Nothstand die Schmertzen nicht.

Karge Leute essen sich nimmer satt / sind begieriger zu nehmen / als zu geben / verzehren ihr Leben in Sorgen / und leihen Gott / zu dienst deß Nechsten /nichts auff Wucher.

[540]

L.

Lebendige Leut sollen in ihrem Leben nicht todt seyn / das ist von Gott abgesondert / und sich der bösen Welt gleich stellen / sondern vielmehr trachten nach dem das auff Erden ist / und männiglichen auch den Feinden gutes erweisen.

Lieb Gottes läst sich nicht verbergen / sondern bricht durch / gleich einem Feuer so über sich lodert.

Liebe der Seelen gegen Gott erweckt gegenlieb /daß Gott den Menschen gibt / was ihm zu nutz gereichen und gedeyen mag.

Leben hassen Gott zu dienst ist gut / aber das Leben lieben der Welt zu willen ist gefährlich und schädlich.

Leib wol versorgen ist schädlich der Seelen / denn er hasset das beste und liebet das unedle.

Lob deß Menschen ist nicht allzeit dem Lob gleich zu achten / weil die Welt der Falschheit ergeben /sondern wenn Gott dein Werck und Stand segnet und lobet / so vergiß deß gegenlobs nicht.

M.

Menschen reden viel und offt mit ihrem Mund /mit andern Leuten aber selten / und wenig mit ihrem Gewissen gegen Gott.

Muthwillige Kinder gehen gern auffs Eyß /tzschinnern / fallen und zerbrechen die Beine: Also /wer [541] Vnglück nach geht / Pech angreifft / und sich darmit besudelt / kan es nicht viel besser gehen.

Müd werden der Wolthaten Gottes / mit welchen er uns aus Gnaden überschüttet / und solche mit Vndanck erkennen / gibt ursach endlich / daß er auch hinwieder müde wird / uns guts zu erweisen.

N.

Nüchterkeit gibt Andacht zum Gebet / bewahret langes Leben / födert den Verstand / und macht munter zur Arbeit.

Nachläßig seyn in seinem Stand und Beruff ist ohn alle Sorg schweben / deß Leibs mehrer als der Seelen pflegen.

Nacht vergleicht sich mit der Finsternaüß / in welcher Schand und böses mehrer als deß guten bey Tag verübet wird.

Namen ziert den Menschen / wann er mit Leben und Wandel überein kompt / er von Tag zu Tag auch trachtet dessen Lob GOTT zu ehren zu zieren.

R.

Regieren mit sanfftmuth und gelindigkeit fördert der Vnterthanen Nutz / erhält den Gehorsam und erbauet deß Menschen Seel.

Rechnen mit dem Nechsten nach der Schärff / gibt Gott Vrsach / daß er hinwieder am End deß [542] Menschen / und in seinem Kammer-Gericht scharffe Rechnung hält.

Rathen zur versönung ein Werck / dessen sich die Engel im Himmel darob freuen / und der höllische Störenfried dardurch betrübet wird.

Reden mit Mund und Hertzen zugleich / ist eine Zierd Menschlicher Seelen / hat sein Lob bey den Leuten und gefället Gott wol.

S.

Segen GOTTES fördert den Menschen und gibt gedeyen / daß es wol und glückselig von statten geht /wenn die Sach in seinem Namen angestellet und mit Gebet angefangen wird.

Seele mit Stolz und Vermessenheit beladē verachtet Gott ihren Schöpffer.

Seele eines Gottseligen Hertzens / kan sich in Gottesbild als in einem Spiegel beschauen / wenn sie von der Sünd nicht beflecket wird.

Schönste Hauß ist die Seele deß Menschen darinn Gott seinen auffenthalt hat.

Sünde begehen wir / wenn wir bitten GOTT wolle uns darvor bewahren / und sauffen doch das unrechte täglich hinein wie Wasser / geben dem Nechsten dardurch Ergernüß / und reitzen Gott zur Straff.

Sünde verfinstert Seel und Geist / daß sie nichts gutes verrichten können / wo der Mensch auch die[543] Sünde nicht von der Seel abwäschet / muß er zeitlich und ewiglich verderben.

Schwach und kranck sind wir an der Seelen / unn wollen doch die Geistliche Apoteck nicht zu unserer ewigen Gesundheit geniesen noch gebrauchen.

Sinne verderben deß Menschen Geist / weiln er er nur nach zeitlichen Gut sinnet und gaffet / der Welt Geschenck zu sich reisset. Schließe O Mensch die Hände der Sinnen zu / so wird sich deine Seele zu GOTT wenden und erheben.

Seelen schaden verüben wir / wenn wir den Leib höher halten / in Kleidern essen und trincken und andern Wollüsten / als die Seel / da doch der Leib vergehet / die Seel ewig hier und dort Wohnung hat.

Sünden betrachtung sol unser tägliches Brot seyn /die wir vor allen köstlichsten Speisen stets in Sinn und Gemuth schweben lassen sollen.

T.

Treu ist GOTT / daß er das Geschöpff läset zu seiner höchsten Wolfarth seinen Schöpfer erkennen / der sterbliche den unsterblichen / und läst ihm zum höchsten Gut (der Seligkeit) gelangen.

Threnen vergleichen sich im Gebet dem Himmels Regen / die steigen nauff und Gottes Gnad entgegen tröpffelt herunter.

[544] Träume sind wie ein Schatten aller vergänglichen Wollüste / auch dieses jämmerigen Lebens / so da schnell verschwindet / wo man Gott nicht mit gläubigen Hertzen ergreiffet / denn denen die Gott lieben /muß alles zum besten gereichen.

Todes furcht schreckt keinen Christen / der alle Tag seiner erwart / denn die Lieb so er zu Christo trägt befördert ihn nur desto eher zum Himmel.

Teuffel kan der Seel so da fleißig betet nichts anhaben / drumb sucht er Mittel wie sie ihr Gebet möcht hoch erheben / vor verdienstlich halten / hernach fälschlich drauff ihr Vertrauen auff dasselbe setzen.

V.

Vnrecht Gut ist eine falsche Müntz und Wag /dardurch männiglich betrogen wird.

Vorsatz deß Menschen sol in seinen Gedancken allzeit dahin gerichtet seyn / daß seine Sach zum guten sich ende und ausschlahe.

Vnschuld lehret die Demuth was gedulten / damit sie hernach desto freyer ausgehen und ledig gesprochen werden mag.

W.

Welt-Lieb und Selbst-Lieb ist nicht die Liebe Gottes / sondern vielmehr eine falsche Haß-Lieb der Eitelkeit untergehen.

[545] Welt-Leut suchen ihre Ruh und ergetzung in zeitlicher Wollust und verschertzen entgegen die ewige Ruh / ja sie sind deß Teuffels Angel / darnach er mit seinen Hamen fischet und in sein Garn bringet.

Welt-Ehr betriegliche Ehr / Gottes-Ehr erfreuet sehr.

Warheit lieb haben / und solche erkennen / wil daß man die Eitelkeiten der Welt verachte.

Wahn deß Menschen / so ihm selbst nichts guts zutraut / wird in Satans Stricken gehalten.

Will deß Menschen sol allzeit dem HERREN zu Dienst bereit seyn / der die Herrschafft über ihn hat.

Welt-Gunst fodert deß höchsten Vngunst / Gottes-Gunst weiset uns der Welt Vngunst.

Z.

Zierliche und höffliche Reden im Munde führen /dargegen aber im Hertzen anders gedencken / ists Teuffels Muster.

Züchtig leben in Worten und Geberden ist der Keuschheit Tugent / und wird von allen Engeln wie auch frommen Menschen gepriesen.

Zorn mäßigen ist sich selbst überwinden / und dz Leben lang bey guter Gesundheit erhalten.

Zung im Zaum halten / bewahret vor Fall und Hertzeleid / befreyet den Menschen vor Sünd und Vngerechtigkeit / und macht jm ein fein ruhiges Leben.

[546] M.F.H.

Feci qvod potui, potui qvod CHRISTE dedisti;
Improba fac melius si potes invidia.
Tu DEUS hoc factum modò fac sit ut utile factum,
Er benè sit factum, dic! benè semper erit.
Ich lege Neid und Hassen
Beständig unter mich /
Vnd setze thun und lassen
Allein mein Gott auff dich.
Homine imperito nunqvam qvicqvam injustius,
Qvi nisi qvod ipse facit, nihil rectum putat.

Ad Lectorem.

Diesen Historischen Rosengarten hab ich also günstiger liebhabender Leser vor mich und die meinigen und einfältige fromme Hertzen pflantzen / bestecken und begießen wollen / solchen mit Nutz und Frommen zu gebrauchen / und darinnen eine Tugent-Rose je zu weilen abzubrechen und an dieselbe zu riechen; bezeuge auch offenes Hertzens hiermit / daß ich niemand hierinnen zur Vngebühr / weß stands und ehren er auch seyn möge wil dardurch berühret und angetastet haben. Grosse und hochgelehrte Leute schreiben der Kunst nach etwas [547] höhers und mehrers / die Einfalt aber erlustigt sich auch ie zu Zeiten bey einer kurtzen und teutschen Historien / welche ich dann bey meiner übrigen Zeit und Weile nicht ohne sondere Müh / und meistes bey der Nacht colligiret, und aus warhafftigen Scribenten (wie dann bey einer ieden Historien dirAutor zu befinden / fast Extracts weiß) in die enge zusammen gezogen habe / dieweiln eines ieden gemeinen Mannes thun nicht ist grosse Historische Bücher zuerkauffen / bey und neben sich zutragen. Der liebe GOTT helffe / daß bey dieser letzten und falschen Zeit und Welt all unser Leben und Thun zu seines hochheiligen Namens Ehre und zu unser selbst eigenes Leibes und Seelen Wolfart möge gereichen und gedeyen / Amen. Komm bald HERR JESV mit deiner Erscheinung / und errette uns von allem übel / Amen.


Anno DoMIno ChrIsto sIt gLorIa. [548]

Ein kurtzes Register

Ein kurtzes Register / auff welchem Blätlein eine jede Historia zufinden / nach dem A.B.C.
A.

Alexander Magnus wendet viel auff Hephæstionis Begräbnüß. pag. 287 verehrt einen Ebentheurer einen Scheffel Linsen. 286 verstopfft das eine Ohr dem Beklagten. 210 treibt grosse Hoffart. 231 begnadet einen Schützen. 260 hat gelehrte Leut lieb. 36 läst seine Hof-Junckern abdancken. 144 weinet als er disputiren hörete von mehrerer Welt. 312 bricht seyn Gelübd. pag. 397 schläfft mit Sorgen. 401. begnadet die Jüden. 418

Antwort Keyser Friederichs auff eine Frag. 8

Aesculapius war ein berühmter Medicus. 35

Alexander Severus wolt keine Hoffart gestatten. 39

Alcorans Anfang. 40

Athanasius wird in der Gefahr sicher erhalten 43

Apostata wird von Gott sichtbarlich gestraffet. 49

Alexius Crösnerus ein Prediger wird verspottet. 53

Abriß der letzten untreuen Welt. 55

Aphricanischer Kirchen-Gebrauch beym Glauben 86

Anastasia hielt beständige Treu gegen ihren Herrn / und das that auch Galeria Messalina. 96

Argia die Königin sucht mit Lebens Gefahr ihren [549] Herren 97

Abriß der Barmhertzigkeit. 100

Agrippa vergilt reichlich einen trunck Wasser. 106

Aristoteles gab gern armen Leuten. 112

Apmtes wird wegen ihrer Keuschheit getödtet. 125

Apollonia wil nicht den Götzen opffern. 130

Anna Riesin gebiert auff einmal fünff Kinder. 137

Artaxerxes hat 115. Söhne. 138

Æmilia und Arescusæ Petræi und Gorgippi Weib / wie auch eine andere / haben sich verwandelt. 140 141

Ariminus der Fürst bedenckt weder Zucht noch Ehr. 145

Adoaldi Gemahlin war voller Vnkeuschheit. 150

Augustus Cæsar verstieß seine Gemahlin. 156

Antiochus Seleuci Sohn wird gesund / so bald ihm die Stieff-Mutter bey geleget wird. 163

Areta Aristippi Tochter hatt alle Buhler lieb. 166

Acugna hat sich offt verjunget bey seinem Leben / und in die 700. Weiber genommen. 167

Abcontrafey deß Leydens Christi JESV. 197

Abgötterey der alten Teutschen. 201

Abendmal / wie solches in der ersten Kirchen ist genossen und gebrauchet worden. 207

Aurelianus hielt scharff Regiment / wie denn auch that Pescennius Niger. 215 216

Amme läst ihr Kind in Stadt Graben fallen. 224

Aristobuli Hoffart und Tyranney. 230

Albertus Fürst zu Sachsen stirbt in erschrecknüß. 236

Appius und Suffetus kommen an einem weichen Ey ümb. 236

Advocat verschreibt sich dem Teuffel. 237

Aristoteles fürcht sich vor dem Tode. 239

Ambriota und die Circumcelliones stürtzen sich von Felsen / aus begierd deß andern lebens. 239

Æsopus wird von einem Felsen herab gestürtzt. 243

Æschylus hat das Bildhauen in Stein erdacht. 251

Attilius Regulus hält seinen Eyd. 252

Adamiten ankunfft derer viel von Baurn erschlagen. 255

Alanus wird von der Königin hoch geehrt. 265

Aldo errettet sein Leben durchs Königes Eyd. 267

Antigonus läst ihm von einem Baurn die Warheit sagen. 270

Antonius läst auff einmal 100. Schwein verspeisen. 282

Aurelius aller Fresser Vater 282

Amurath lässet seinen Sohn Mahometh beschneiden. 284

Alexander ein Schreiber von Florentz wil sich nach einem Dienst ümbsehen / wird darüber zu einem Gemahl erkohrn der Königin in Engelland. 287

Adelicher Amptman besind sein Korn voller Schlangen. 289

Adler stirbt im alter vor Kungel. 292

Armuth überfält den reichen Löwen / wie auch Plautum und zweene Brüder auff ihrer Reyß. 292

Apollonius Thyanæus wird vom Teuffel geführt. 333

Argwohn eines Weibs über ihren Junckherrn / und eines Bürgers zu Basel über sein Weib. 346

Alkair sterben viel 1000. an der Pest. 350

Agnes Gemahlin in Franckreich ward verstossen. 347

Anastasius wird vom Donner erschlagen. 364

Almerich der Ketzer wurd in Franckreich verbrāt. 368

Aschen von Himmel geregnet. 374

Apollinis Bild hat drey Tag geweinet. 380

Achzehen Personen fallen sich zu todt. 395

Albinus der König muß seinen Schwur endern. 396

Antigonus regiert treulich sein Land und Leut. 398

Außbeut auff der Eul in Böhmen. 406

Außbeut auff dem Abertham. 406

Außtreibung deß Tods Mitter-Fasten. 408

Ægidii Hunnii seiner Mutter Traum. 411

Artemidorus und Amphyction vornehme Träumausleger gewesen. 417

Antonii Caracallæ Traum erweist sich. 422

Agrippæ Traum wird war. 424

Arnobius Rhetor endert die Religion / durch einen Traum bewogen. 425

Agricola der Medicus fällt aus Zorn in ein Fieber. 441

Athenodori guter Rath wider den Zorn. 444

Augustus errettet einem Diener sein Leben. 444

Admeti Gemahlin gibt sich vor ihren König in todt. 445

Alphonsi Königs zu Neapolis tägliche Dancksagung. 460

Antipatris Treu wird vergolten. 461

Aristoteles wundert sich über deß Meers ab- und zulauff. 473

Abels Geburt. 479

Arabische Leute haben mit zweyen Zungen geredet. 499

Anhang deß Rosengartens. 531

B.

Bischoff Maretes danckt Gott vor seine Blindheit. 52

Baurn wollen keinem Decem geben. 58 einer besetzt ein gantz Dorff mit seinen Kindern. 132

Bäurin verspottet ihres Pfarrers Red. 56 ihre Tyranney wird gestrafft. 268 einer beisset sich mit den Hunden herumb 277. erhängt sich als es wolfeil wird. 318 wil ein Wagen vom Nachbarn borgen. 415 isset mit dem König in Franckreich. 456 bekümmert sich wenig ümbs H. Abenmahl. 478. machts Creutz vor sich. 226

Bischoff verklagt zweene Cardinäl vor Christi Gericht. Das that auch ein verurtheilter in Schweden. Item deß Hertzogs in Britannien Bruder. 212 213

Bischoff kömpt jehling ümb. 243 286

Bartholomæi Henckers-Buben werden von GOtt gestrafft. 53

Bürgermeister zu Rostock erkent sein übertreten. 57

Bergman gibt antwort wegen seines Glaubens. 75

Berg-Teuffel läst sich auffm Bergwerg sehen. 406

Bergherr klagt seine Noth D. Luthern. 225

Bergbeampter und etliche andere gehen Abends gesund zu Bett / früh sind sie todt. 237

Braut sticht einem Hauptman die Augen aus. 117

eine andere wird am Ehrentag zu einem Mann. 141

Baum wird der Tugent halb berühmt. 133

Barbierers Frau verkleidet sich in eine Kutten. 160

Bianca Lubea betrauert ihre Ehr. 150

Biblis, Mithridates, Chilpericus, Keysers Sigismundi Gemahlin / und jener zu Erfurth achten Keuschheit sehr gering. 162

Nibel in Griechische / Hebraische / Chaldeische und teutsche Sprach gebracht. 180

Bibliotheck zu Alexandria hoch berühmt. 181

Blindheit Tobiæ. 186

Barbatio kömpt aus Argwohn ümbs Leben. 217

Garfüsser Münch übel zu fried / daß die H. Apostel so schlecht gelebt haben. 227

Bettstadt der Königin in Persien. 231

Basilius Macedo wird tödlich verwund. 235

Barbarossa ersäuft im Bad. 235

Böse Buben kommen plötzlich ümb. 238

Bernhards-Berg kan man die Todten nicht begraben. 242

Böhmerland zum Churfürstenthumb erhoben. 246

ist berühmt wegen der Bergwerg. 404

Barbirer kompt ümbs Leben wegen übler Red. 260

Bader wird in Ofen verbrant. 261

Bader Janda kömpt ümb wegen unbedachtsamer Red. 261

Basilius der Keyser tyrannisirt. 262

Brunhilda wurd ermordet. 266

Bononier werffen ihre Amptleut zum Fensternaus. 268

Blutdurst eines ungottseligen Menschens. 269

Bapst Johannes und Sixtus lasen grosen Schatz. 274 277

Bonifacius der Marggraff hielt prächtige Hochz. 279

Bürgermeister Wernick zu Cracau hilt Gasterey. 280

Beschreibung eines nassen Bruders. 284

Bürger zu Halberstad kömpt nach seinem tod wieder. 296

Bettler bittet den andern zu Gast. 304 tractirt den Barbirer wol. 304. verehrt seinen Gattel seinem Hertzog. 305

Brüderliche Lieb erlischet. 312

Bernice unterrichtet ihren König eines bessern. 322

Bajanus der Hertzog und Ericus König in Schweden waren der Zäuberey ergeben. 333

Bassianus heirath seine Stieff-Mutter. 341

Bild schwitzt Blut / darbey Erdbeben. 359

Blut geregnet zu Kelheim. 359 im Würtenbergerland. 365

Blut und Fleisch geregnet. 372

Bluts-Tropffen auff die Erden gefallen. 372

Blut geregnet zu Mechlin und in Teutschland. 373 in Sachsen / Welschland und Vasconien. 374 zu Retzel 376 Brot geregnet. 377 Blut in Portugal geregnet. 377 Blut Feuer und Schwefel. 379 in Franckreich / Walliser-Thal / in Bäyrn. 381 Blut fleust außm Brot. 471

Brunnen und Flüsse trucknen gantz aus. 370

Bundholtz klebet einem Soldaten also fest an die Hand / daß er solche abnehmen muß laßen. 384

Bienen bewahren ihren König fleißig. 454

Bibel wird schimpfflich geachtet. 478

Brunnen hält deß Jahrs über halbich sein Wasser. 466

Brunnen vertreibt Bluten und Blasenstein. 467

Brunnen verursacht Lachen / ein anderer Weinen. 468

Brunnen macht die Leute grau. 468

Brunnen verseihet wenn ein Weib draus schöpfft. 471

Brunnen bleibt aussen Jahr so unreiner trinckt. 472

Brunnen deß Tages kalt zu Nacht heiß. 472 473

Brunnen verräth die Meineidigen. 473

Brunnen macht die Menschen truncken. 473

Brunnen so kein Pfeiffen leiden wil. 474

Blut geqvollen aus einem Back-Ofen. 494

Blut geflossen in Picener Land. 495

Bünners Gesell steht von todtē auff / klagt Frost. 501

Bey Prag Meel aus einer Gruben gegraben worden. 504

Blinde Männer in der Kunst hoch hinan kommen. 510

Bauer kein Brot / Fleisch / Fisch und Käß essen kan / wie auch etliche andere kein Ey ansehen / kein Wein Oel / Rosen noch Wein-Rauten riechen / Item von keinem Aal essen. 511 512

Bathomil der Tyrann hauset übel in Böhmen und Schlesien. 363

Bergman wird vom Gespenst vexirt. 520

Berg Ararath in groß Armenien. 522

C.

Chona liebet Gottseligkeit. 2

Christianus König in Dennemarck reformiret. 3

sein Traum wird ihm war. 413

Churfürst Johan Friederich lobt die Schrifften Lutheri. 11

Chilpericus ließ viel Jüden tauffen. 12

Carolus Magnus erbaut viel neue Kirchen 12 ist ein Liebhaber der Historien. 179 hält über Zucht. 105 sagt einem Bischoff das Bistumb wieder auff. 227

Ceremonien bey Keyserlicher und Bäpstischer Krönung. 15

Christin gehet getrost zum Feuer. 18

Cato hat Reu über drey Stück. 39

Cains Bruder-Mord wird gestraffet. 50

Chrysaurus nimbt ein böses End. 66

Calvinisten verwerffen den Bund der H. Tauff. 71 halten es mir Jüden / Arrianern / Wiedertäuff. 101

Constantinopolitanischer Keyser wil sein Gesundheit nicht mit ungebühr erlagen. 174 / 93

Constantinopel lassen sich Pest Zeit die Teuffel sehen. 349

Cornelius Scipio ein Vorbild Kindlicher Treu. 93

Clara die Engelländerin hält ihre Ehetreu. 97

Cato muß büsen wegen übriger Lieb. 117 nimmet ein schlechtes Ende. 234

Cato Censorius und Masinissa, auch ein Herr von Lamberg zeugen in ihrem alter noch Kinder. 119

Cabades muß mit einem Exempel sein Gesetz halten. 155

Conrad Hertzog in Schwaben und ein Hertzog zu Meiland wurden unzucht wegen erschlagen. 156

Constantinus Sextus verjagt seine Gemahlin / Pericles aber gab sie einem andern über. 157

Copial deß Mosaischen Scheidbrieffs. 159

Commodus hat in aller Schand gelebet. 167

Cajus Caligula verschwendete der armen Schweiß und nimbt ein schlechtes End / auch Diocletianus. 232 282 317

Constantinus kam plötzlich vom Reich. 439 er warnt einen geitzigen. 321

Chaganus wurd in seiner falschen Lieb betrogen. 167

Cornelius liebete Schand und Vnzucht. 168

Christin wird gefragt was sie könne. 178

Carolus Crassus hat die Jahrzahl auff die Brieff geordnet zuschreiben. 180

Cræsus erinnert sich seines elends. 220

Cyrus wird doch ein grosser Herr / ob er schon geneidet 224

Canulus wil aus Hoffart dem Meer gebieten. 228

Caspar Franckens Neuseri, Zwingælii, Spire, Beren garii, Ochini tod. 234

Cato Johannes kömpt auff der Jagt ümb. 235

Conradi Sohn stirbt als er im Thurnier verwundet. 236

Cardinäl wenn sie das erstemal ins Conclave kommen. 246

Cardinal wird in der Kirch erstochen. 258

Christin verkaufft ihr Kind dem Jüden. 255

Cambysis Tyranney gegen seines Raths Kind. 256

Carolus vom Navarra kam schändlich ümb. 268

Carolus der Keyser hielt Gasterey auff 72. Tisch. 277

Carl von Burgund ließ seinen Pracht sehen. 281

Cajus Sulpitius verstieß seine Gemahlin derwegen / daß sie ohne Schleyr aus dem Hauß gangen. 347

Creutzlein auff der Leute Kleider gefallen. 497 380

Cæsar Augustus von Römern hoch geehrt. 391

Cajus Marius opffert seine Tochter. 397

Constantinus hat vielmals seinen Geist gesehen. 414

Cælius Rhodiginus hatt im Traum offtermals wunderliche einfäll. 422

Cimon gibt sich vor seinen Vater ins Gefängnüß. 455

Creutz verwandelt sich in ein Schwerd am Himmel. 464

Crucifix daran Christus gehangen am Himmel gesehen. 497 einanders hat Blut von sich geben. 505

Cöln so klein abgerissen worden / daß es eine Mück hat bedecken können. 510

Clara die Insel gibt täglichen Sonnenschein. 512

Cypern hält seine Ernde im Frühling. 517

D.

Democritus hat stets gelacht. 33 sol die Gemahlin Artaxerxis wieder lebendig machen. 170

Darius wird durch Lift König in Persien. 391 bietet dem Alexandro Magno Vergleich an. 407 muß blutiges Wasser trincken. 294

Dorothea Susanna Pfaltz-Gräfin sich zu ihrem End. 5

Doctor Medler und ein König in Pohlen dancken Gott / daß sie zu deß Herren Christi Zeiten nicht gelebet. 7

Doctor Staupitzwird in Geburts-Register Christi irr. 9

Doctor Luther lobet eine einfältige Predigt / transferirt die Bibel in hoch teutsch. Littauer Weiwod ließ solche in Polnische Sprach bringen. 9 gibt Antwort auff die Frag der andern Welt. 88 hatte Gottes schutz als er im Bann war. 224

Dennemärckische Könige wenn sie zum Christenthumb gekommen sind. 14

Discurs unter Vater und Sohn wegen einer Pre. 15

Danckbarkeit deß Weibleins zu Cæsarea. 16

Diogenis Wandel und Leben 175 sucht Menschen mit der Latern am hellen Tage. 33

Demosthenes wil der Laidi nit so viel geben. 160

Darius Hystaspis ein Liebhaber der Historien. 41

Dodo der Alipidis Bruder nimmt ein schlecht End. 51

Drahomira wird von der Erden verschlungen. 51 254

Dreyerley Hertz sol ein Mensch haben. 176

Dunstaphus hat die Music zur perfection bracht. 73

Doct. Gesnerus danckt Gott hertzlich. 84

Diener retten treulich seines Herrn unschuld. 94

Dam Pflug thät armen Leuten viel gutes. 104

Danaus und Ægisthus heiratheten ihre Kinder zusam. 121

Druckerey wenn solche auffkommen / woraus sie ihre Buchstaben giessen / und was zum ersten in der Druckerey gedruckt worden ist. 180

Demuth Bischoffs zu Meintz / Königs Christiani in Dennemarck / Königs Pori und in Pohlen. 181

182 item Burger M. Gallicani. 184

Drusus Julius wil sein löcherichts Hauß behaltn. 183

Doct. Jona erhielt sein Leben in Gefahr. 223

Doct. Juris wil den Religions streit vergleichen. 225

Doct. zu Jena freyete seine Magd. 276

Diocles wolt alle Klagen seiner Vnterthanen schrifftlich übergeben / wissen. 250

Dædalus ein Meister aller freyen Künst. 251

Discurs eines Indianers mit einem Landvoigt. 257

Diocletiani Tyranney. 259

Dracula gieng mit Gefangenen übel ümb. 263

Diogenes sol sagen wenn am besten zu essen sey. 271

Dionysii Syracusani Sohn must Schulm. werden. 295

Die drey W. stifften viel Vnglück in der Welt. 323

Dreysig Kannen Wein ümb einen Pfenning. 326

Drey Körb voll guter Oepffell I. Pfen. 328

Drachen fliegen in Engeland zur Pest Zeit. 349

Donner schlägt zu Rom ins Capitolium und tragen die Kinder Weinacht-Zeit gelbe und blaue Veil Kräntz. 368

Donner zündet in Sachsen auff einen Tag 23. Dörffer an. 368

Didymi Traum vom Iuliano wurde war. 420

Diogenes der Keyser muß sein Leben bößlich enden / wegen Vntreu seiner Gemahlin. 447

Dürrer / hagerer Mann muß Baumrinden ümb sich wickeln / daß er nicht zerbreche. 509

E.

Ernesti, Hertzog zu Braunschweig Symbolum. 12

wil ihm von einem Legaten nicht vorschreiben lassen. 1

Ehren gedächtnüs gestifftet / Geistlichen hinterlasenen armen Witt-Weibern. 4

Ericus Königin Schweden reformirt. 4

Einer Matron jammert ihr vermögen an ihrem end. 6

Edelman achtet der Religion nicht. 48 ein anderer kam in viel Jahren zu keinem Abendmal. 55 ein anderer wolt nicht daß sein Pfarrherr am Jüngsten- Tag vor ihn solt rechenschafft geben. 58 einer wurd bettel arm. 60 ein anderer vom Donner erschlagen. 64 einanderer kompt wegen Meineyds ümbs leben. 65 Edelleute vereinigen sich in der güte. 111 Edelfrau kömpt nach ihren tod wieder / zeugt mehr Kinder. 146 eine andere mag nicht in dem Himmel seyn / wo die Baurn sitzen. 226 eine gebiert zwey Kinder / das andere 10. Wochen / nach dem ersten. 309

Edelleut sauffen sich zu todt. 284

Ein Doct. medicinæ lobet drey Stück. 7

Ein Weib bittet der Pfarrherr wol einen todten auff der Gassen begraben lassen. 8

Enderung der Religion in Engeland. 12

Ebreer Nam woher er kommen. 13

Erste erfindere der Buchstaben. 40

Ein Mann bitt Gott woll ihm sein End wissen lassen. 47

Ein Sohn beist dem Vater die Nasen ab / ein anderer der Mutter das Ohr. 66

Ehren-Lob der MUSIC . 72

Ein Pfarrerr kan mit 5. Töchtern ein Sex singen. 74

Einer fragt was doch Ut, Re, Mi, Fa, Sol, La, bedeute. 74

Einer sang das Alphabet in der Kirchen / an statt der Lateinischen Sprach. 74

Ericus wird vom Bruder Abel erschlagen. 107

Erdbeben verderbt 6. Städ und 200. Dörffer. 536 gehet die gantze Welt hindurch. 357 bringet viel Leute ümb. 357 verursacht daß in Kirchen und Häußern die Gemählde andere Farb überkommen. 357 beweget in Böhmen die Glocken. 360 wirfft einen Berg übern haussen. 361 zerspringen Berg und Felse. 361 wütet sehr zu Constantinopel. 358 verjagt die Leute in die Wälder. 369

Erdreich sich auffgethan und viel Häuser verschlungen. 358. 375

Edelman wird kranck / wenn er eine alte Frau ansiht. 511 ein anderer nimbt ein böses End. 427

Ein Mann zu Straßburg gestorben / so 108. Einiglein und 111. Kinds-Kinder erlebet. Item / ein Weib 295. Kinder und Kinds-Kinder. 129

Ericus in Schweden wird Königreichs entsetzt. 143

Esseer im N.T. was sie vor Regeln geführt. 140

Ehebrecherin wird erstochen 150 Egyptier bestraffen solchen hefftig. 161 Ein Herr wolt nicht gestehen / daß er seine Magd geschwängert. 163

Eurixona bezahlt den Mörder ihres Herren. 151

Ein Beer beschläfft eine Jungfer und ein unmensch vermischt sich mit einer Kuh / zeugete einen Sohn. 164

Ehebrecher wird von seinem Weib bestrafft. 164

Esdra ein hochgelehrter Mann unter den Jüden. 179

Ein Prognosticant schont seines Lebens / muß aber doch desselben Tags sterben. 239

Ehrnvest woher das Wort gekommen. 248

Einer kund ein Vaß Bier mit den Zähnen auffheben. 277

Engelländisch Schiff muß aus Noth Menschen-Fleisch essen und Blut trincken: Solches beschahe auch imCambysis Läger. 298

Ein Geldnarr wils Gelt mit ins Grab nehmen. 317

Ein Geitziger verläst grossen Schatz. 317

Einem Menschen wird alles zu Gold und Gelt. 330

Einem dauchte sein Bild stets vor sich sehen. 342

Einer siehet in der Kranckheit ein Weib vor ihm stehen. 342

Einer förchtet sich vor seinem Schatten. 342 Ein an derer siehets Brot und Fleisch vor lebendig an. 343

Erfurt ist mit der Pest geplagt. 352

Epitaphium eines Verstorbenen. 354

Enoch gen Himmel gefahren. 355

Engel redt mit einem Knaben. 358

Ernde verdarb in der Schlesien. 371

Eisen und Woll geregnet. 373

Erden von Himmel geregnet. 373

Erster Regen in Egyptenland. 380

Egyptenland gibt sonst weder Schnee noch regē. 384

Einer kranckē Tochter wird im Traum geholffē. 429

Ecebolus aller Heuchler und Fuchsschwäntzer Vater. 435

Elephantens Natur. 445

Eruosa vergilt seinem Feind den Hochmuth. 448

Edelmann leidet im Zorn die Bösen- die kommen. 449

Epiphanius verspricht einen Brunnen. 450

Ernst von Schönburg läst etliche Bauren wegen Auffruhrs bestraffen. 450

Einigklein wil das wenige Tuch dem Großvater nicht ins Gefängnüß bringen. 457

Euripides von Hunden gefressen. 465

Euripus der Fluß fleusset ab und zu. 466

Egerfluß hat einen grossen Fisch in sich. 470

Einsiedler wonete im Zürchischen Gebieth. 525

F.

Frau Dorothea / Gräfin von Solms / bereitete sich zeitlich zu ihrem Ende. 102

Frau Maria Würtenbergische Gemahlin hat der Armuth viel Gutes gethan. 101

Frau Catharina geborne Wild- und Rhein-Gräfin so eine Mutter und Trost aller betrübten gewesen / ist gestorben 9. Jan. Anno Christi 1654. und den 2.Martii, præsentis anni, Gräfflichen in der Kirchen zum Hartenstein beygesetzt worden / Gott laß sie sanfft ruhen / und geb ihr und uns allen die ewige Freud und Seligkeit. Die Ziffer ihres Absterbens / ist pag. 102 im drucken versetzt worden / hier zur Nachrichtung gemeld. 102

Freyherr Vngnad that viel bey Gottes Wort. 4

Frau Carola von Mompensier stirbt vor Freuden. 108

Fräulein von Baden wird ungebürlich beschuldigt. 118

Frau in Teutschland hat uff zweymal 20. Kinder gebohren. 142

Fuchsens List und Verschlagenheit. 108

Finländer Gebrauch bey der Ehegab. 121

Franciscus Sfortia gibt gefangens Weib loß. 123

Fünffe von Adel / erzeugen in 100. Kinder ehelich / in einem Dorff beysammen wohnend. 129

Freyen mit den Ohren wird vor dz beste gehalten. 134

Fulvia vergisset das Leid balden. 148

Ferdinandus wil arme Leut gehöret wissen. 211

Friederich Barbarossa hielt scharff Regiment. 212

Fürstin strafft die Gelsucht. 228

Frag eines Stoltzen / was Gott mache. 233

Flucher wird ein Zeichen an die Stirn gebrant. 253

Fleischer wird vom Teuffel geholt. 254

Fredegondis Vntreu an Prætexato. 259

Fresser und Säuffer müssen endlich büsen. 283

Fürlich Weib springet ein Bein aus. 286

Froto strafft den Diebstal ernstlich. 322

Fürst wil einem Medico nicht trauen. 346

Fünff und zwantzitz Eyr umb: Pfenning. 325

Feuer vom Himmel gefallen. 353. 504. 505. 374

Feurzeichem am Himmel daraus Plitz gehen. 362

Feurige Fackel am Himmel gestanden. 359. 496

Feurige Kolen geregnet. 376

Feuer und Schwefel geregnet. 379

Feurige Bränd von Himmel gefallen. 386

Feuer Kugel von Himmel gefallen. 506

Feurige Wolck ins Meer gefallen / so gebrunnen. 363

Feur und Stein geregnet. 373. 377. 381

Feur in der Stub herumb geflogen. 504

Fleisch geregnet. 375. 376. 377

Frösch geregnet. 377

Fischs außm Meer auffs Land gewehet. 373

Fridericus der andere an den Tag gestorben / an dem er zum Keyser erwehlet worden. 355

Fridericus läst die Proviant auff schreiben. 400

Felix Priester zu Nola wird von Spinnengeweb in der Gefahr gesichert. 462

Frag vom höchsten Gut. 484

Feld drey äckerläng sich von einander gethan. 497

Fisch gefangen / darauff die Jahrzahl Christi. 506

Frau stirbt vor Freuden. 507

Frau hat grosse Stärck. 518

Frau vom Adel wurd kranck in der Kirch. 514

G.

Georg Fürst zu Anhalt der andere ein Gottseliger Herrr. 3
Georg Ernst zu Henneberg that Exulanten guts. 113
Graff Friederich hielt ernstlich über der Gerechti. 213
Gottselige Tochter wil mehr sagen im andern lebn. 8
Genealogia unsers Herren Christi. 13
Gebet Herrn Niclas von Ambsdorff. 17
Gott vermag alles. 32
Gärtner wird König in Indien. 33
Gruß eines hochgelehrten Mannes. 41
Gottloser Soldat wil nichts vom Fried hören. 55
Gottwinus erstickt an einem stück Brot. 60
Goldschmid verarmt wegen übler heirath. 61
Glocken wo und wenn solche auffkommen. 76
Glockentauff / wenn solche angefangen worden. 77
Gebet ist der rechte Bisem-Knopff / Rauchwerg und Geruch / wider das höllische anhauchen. 81
Gebet so Mathesius im Bapstumb gehöret. 82
Glaub deß Menschen kan Sünde überwinden. 58
Gott ist Mensch worden / hoch zu achten. 87
Graßmäders Glück am Feyertage. 105
Graff Schlickens Gemahlin beständige Treu. 120
Guido Vbaldus klagt seiner Gemahlin die unmöglichkeit / daß er kein Kind zeugen könne. 125
Gräfin zu Stolberg hat 123. Kinder und Kinds-Kinder erlebet. 129
Gräfin Isen trautin hat 12. (etliche schreiben 9. Kinder auff einmal gebohrn). 135
Graff von Habsburg hat mit 2. Weibern 32. Söhne und Töchter erzeuget. 138
Graff von Wintzenberg wird wegen unzucht erstochen. 144
Guelphische Frau gebiert auff ein mal 12. Kind. 149
Gräfin geht mit einem Schreiber davon. 152
Gargoris zeugete ein Kind in Blutschanden. 154
Graff mit der Gemahlin im Stifft Hildeshein erstochen. 169
Gebrauch in Welschland bey den Bräuten. 178
Güldene Fäll oder Fließ woher es kommen. 224
Graff in Cypern / wis auch vicè-Graff zu Meiland und ein Bischoff hielten viel Hunde. 233
Glacius muß in seinem Blut ersticken. 233
Gastfreye König wenn er gelebet. 248
Gastungen wie solche vor Jahren gehalten. 248
Gottes straff über einen Knecht so sehr schwur. 253
Gothen haben etlich mal Rom eingenommen. 259
Gefreytens Sohn wird Keyser. 274
Groß-Fürst säufft sich im Wein zu todt. 278
Geladener Gast kompt schändlich ümb. 285
Gauckler fället vom Seil herunter. 287
Geitz lohnet seinen Leuten übel. 308
Geitziger kan nicht erfüllet werden. 315
Galba kunt sich nicht ersättigen lassen. 315
Geitzhals wird von Gott gestrafft. 315
Geitziger wird der Höllen verglichen. 316
Geitzhals betreugt seinen Nachtbar. 316
Gauckler führt ein roth Hündlein mit sich / das sagt alles / was man es fragt. 330
Greuliche Gesichter erschienen den Pest-sterbenden Leuten tempore Constantini. 348
Groß Erdbeben in Sparta. 359
Gottes Wetter erschlägt Spieler unn eine Frau. 367
Gothen haben nach den Himmel geschossen wenns gedonnert. 367
Gottes Wetter thut Schaden zu Avinion. 367
Groß Hagelwetter in Niederland. 368
Güldenes Creutz am Himmel gestanden. 375. 494
Güldener Backzan wächst eim Knabn in Mund. 505
Grynuæus war in grosser Gefahr. 393
Gespenst wird übel abgewiesen. 394
Gottes Nam wird in unterschiedenen Sprachen mit vier Buchstaben geschrieben. 483
Gebrauch der Alten so ihnen was geträumet. 417
Gracchi Traum von seinem Ende wurd war. 424
Gespenst sagt einem Bischoff sein Ende an. 486

H.

Hertzog Hans Churfürst wolt bey der Meß nicht bleibn. 7

Hugonotten woher der Name kommen. 11

Hertzog Georg stirbt endlich uff Christ Verdienst. 17

Heraclitus hat stets geweinet. 33

Homerus kompt aus Vnmuth umbs Leben. 235

Hermippus Beritensis hat von Träumē geschriebn. 417

Hermogenes und Messala Corvinus kamen letzlich gar ab von ihrem Verstand. 509

Hertzog zu Lüneburg wil seinen Prediger nicht weg lassen. 37

Hertzog Albert zu Sachsen erinnert sich 3. Stück. 38

Hertzogin von Saphoia erzeugete eine Tochter / von der fünff Königinne erbohren worden. 42

Herodis Agrippæ End. 50

Hunger wie solcher gelindert werden kan. 107

Hungerswegen läst Dennemärcker 300000. Menschen außziehen. Hunger zu Mäintz / Erfurt / Venedig / Thüringen und Böhmen. 302. Hungers wegen ist erstmals das Spielen erfunden worden. 322

Hertzog Albert liebete eines Baders Tochter. 107

Hercules kompt Lieb wegen umbs Leben. 116

Haußhalters geschwinde Rechnung / wie auch eines Kriegs-Hauptmanns. 109

Hans Spieß gab nicht gern armen Leuten. 113

Heyraths-Zierd junger Leute. 133

Honoria liebete hertzlich ihren Mann. 142

Harpffenschlägerin kompt vom todt wieder. 146

Handwergs-Mann gestatt seinem Weib alle Hoffart. 146

Hund verräth den Ehebrecher. 149

Hertzog in Burgund hatte uff einmal viel Weiber. 155

Heribertus thut seine Gemahlin von sich. 156

Hercules sol deß Thespii 50. Töchter in einer Nacht geschwängert haben. 163

Helgo heyrathet seine Schwester Ursam. 168

Hadrianus nimbt mit Käß und Brot vor gut. 185

Egyptier haben ihr