[In allen deinen Sachen]

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In allen deinen Sachen
Solstu dir Rechnung machen
Von jener letzten Noth:
Die diesem armen Leben
Dich gute Nacht zu geben
Wird zwingen auch den Tod.
Nichts anders ist zu werben,
Du solst und must, Mensch, sterben,
Vmbsonst ist allzumahl.
Aus dieser schweren Ketten
Taug dich nicht zu erretten
Der Freunde grosse Zahl,
Noch deiner Diener Hauffen
Sie werden all entlauffen,
Du bleibst ohn Hülff und Rath.
Drumb such auf den zu schawen
Der wieder Tod und Grawen
Die stärcksten Mittel hat.
Bey dem der armen Seelen
Nach dieses Leibes Hölen
Ohn Ende wol mag seyn,
Zu dem must du dich kehren
Mit bitter-heissen Zehren
Und flehen jhm allein.
Er hat dich ihm erworben
Als er für uns gestorben,
Ihm beichte deine Schuld:
Und bleib jhm gantz ergeben
Auff Sterben oder Leben
In Demut und Gedult.
Vnd scheidest du von hinnen
Du wirst das Heil gewinnen
Das Leben durch den Todt,
Denn niemand wird verlohren
Der diesen Trost erkoren
Voraus in Sterbens-Noth.

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Citation Suggestion for this Edition
TextGrid Repository (2012). Dach, Simon. [In allen deinen Sachen]. Digitale Bibliothek. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-64AA-D