Wieben Peter (1539)

Dithmarsische Kronick. S. 209.


Will jy hören en nie Gedicht,
Wat körtelich is uthgericht,
Darvan will ick jy singen,
En Mann is Wieben Peter genandt,
De Dithmarscher wolde he dwingen.
He toeg wol ut sin Vaderland,
Darup het he gerovet und gebrant,
Mit Gewalt veel Gudes genahmen,
[159]
Etliche gefangen und weggeföhrt,
Is nu to Uhtdracht kamen.
He hefft sick Hans Pommerenning genannt,
Hefft Schaepstette sülvest abgebrannt,
Mit sinen Broder und Knechten,
Dat wareden de Acht and Vertig gewahr,
De Sacke möste he verfechten.
Darna wart he gefangen schon,
Dat man em scholde geven sin Lohn,
Na sinen Verdenst und Rechte,
To Rendsburg ward he gefunden loß
Van adelichem Geschlechte.
Idt wahrde nicht gar lange Tydt
Toeg he in dütschen Lande wiht
Na Carol dem Römischen Kaiser,
Ummer sine Mandata to hahlen dar,
Unglück war sine Reise.
Den Acht und Vertig is Badeschop gekohmen,
Wieben Peter hedde Knechte angenohmen
To Jevern in Fresen Lande,
Darmit wolde he up de Dithmarscher nehmen,
Und dohn enen weh und bange.
Up enen Sünnavent edt idt geschah,
De was van Hemmelfarthsdag,
Her Hövet Mann hebben se kohren
Bohles Johann en framme Mann,
De Schantze wolde he wohren.
[160]
Rode Reimer, Klaus Packe, sin ock erwählt,
Reinhold Gerdt en frammer Held,
Dat beste deden se raden,
Se segelden all uth gegen de Floth,
To hilligen Lande quemen se drade.
Se hedden en Schipken rüstet uth
Mit Viktualien en büssen Kruth,
Mit Speisen und grote Geschütte,
En Jagteken, dat was darmet,
Dat wart en ock wol nütte.
Se segelden to hillige Land langst dat Klieff,
Dar Wiebe Peters opstahnde blief,
Dat dehde em doch ken baten,
Johann sin Broder was darby,
De moste dar sin Levend laten.
Se lepen dar frischlich an dat Land,
Wieben Peters twe Baten uthgesandt,
De höret Lüde to stühren,
De ene was Vaget, de ander Pastor
Des Nahme het Hr. Ludert.
He wolde sick gern gefangen geven,
Wolden se em fristen sin junge Leven,
Und nehmen em gefangen,
Wol up des löflichen Königs Recht,
Darnah stand sin Verlangen.
Bohles Johann sprack alltohand:
De Dithmarscher hebben my uthgesand,
He schall sich fangen geven,
[161]
Hefft he den Kopmann ken Leed gedahn,
Fristen schall he sin Leven.
Hänschen wol to Peter sprack:
Ick fürchte alhier grot Ungemack,
Ach Peter giff dy gefangen.
Peter hof up sine witte Hand
Schloeg Hänschen by de Wangen.
He settede de Kanne vär sinen Mund,
He drunk se ut bet up den Grund,
Ehn Fähnlin he so drahde,
Darto en Schwerd umb Hövet schwank,
Hedde men de Spisse to bade.
De Dithmarscher lepen an dat Klieff
Wieben Peter mit Hanßen bestahnde blief,
Dat dehde em keen baten,
Twee andern Gesellen wären ock darby,
Ehr Leven mosten se laten.
Do hefft he man veer Schöte gedahn,
Darmet is he na der Kerken gahn,
Den Böhne hefft he erkaren
Mit sinen Broder und Knechten dar,
Sin Leven hefft he verlahren.
Dat Scheten wahret en gantze Stund
Wol in der Kerken to hillige Land,
Ener ward gefangen nahmen,
Värt gantze Land ward he geföhrt,
Is em to Unfall gekamen.
[162]
De Acht und Vertig schloten en Rath,
Wegen der dreer Doden drad,
Wo men et damit scholde macken,
Wieben Peters scholde up en Radt,
Syn Hövet op enen Stacken.
De uns dat nie Ledlin sank,
Reinhold Junge is he genant,
He hefft idt gar schön gesungen,
He was van twintig Jahren oldt
Den Rey hefft he gesprungen.
Jarren Reimer de was daby,
Reinhold Junge de sprach het fry,
Se hebben idt gar wol gesungen,
Se drinken veel lever guth Beer effte Win,
Denn Wather uth den Brunnen.

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TextGrid Repository (2011). Arnim, Ludwig Achim von. Gedichte. Des Knaben Wunderhorn. Band 2. Wieben Peter. Wieben Peter. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-1222-A