7.

Eine Wöchnerin blieb unter dem Amte allein zu Hause zurück. Da rief ihr ein Mann von dem Fenster[197] herein: »Bärbl, Bärbl, Bärbl.« Sie erwiederte nichts. Er frug weiter: »Bärbl, brauchst koin Bandla?« Sie schwieg wieder. – Endlich sagte er zu ihr: »Bärbl, dein Vodar is gstoarbm.« Die Wöchnerin gab auch auf diese Worte keine Erwiederung. Mittlerweile läutete es in der Kirche zur Wandlung; der Mann vor dem Fenster entfernte sich. Sie sah ihm nach, er hatte einen Pferdsfuß. Zuletzt kehrte er sich um und schrie auf sie zu: »Des is dein Glück, das d'nir gsagd hauft, I hayd di zriss'n.« Bärnau.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Schönwerth, Franz Xaver von. 7. [Eine Wöchnerin blieb unter dem Amte allein zu Hause zurück. Da]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4gdfq.0