107.

Warzen vergehen, wenn sie mit gestohlenem Speck gerieben werden (Holle, Rast.). Der Speck muß abends gestohlen werden, und man nimmt ihn – wohl um keiner Anzeige ausgesetzt zu sein – am liebsten in einem befreundeten Hause (Holle). – Auch gegen Fieber hilft gestohlener Speck (Wiefelst.) – Ein Sackband, in der Mühle gestohlen, hilft gegen Halsweh. – Gegen den »Tramin« (Krämpfe) der Kinder [94] gibt man diesen Abschabsel von einem Donnerkeil und von Erbsilber (Schönemoor). Oder man nimmt das naßgeschwitzte Hemd des Kindes, verbrennt es und gibt die Asche demselben zu trinken (Lutten). – In Jeverland gehen manche Fieberkranke nach Sengwarden zu einem bestimmten Grabe, pflücken früh morgens vor Sonne ein bischen Gras von demselben und verzehren es. – Wenn der Fieberkranke an dem Tage, an welchem das Fieber kommen soll, von unbekannter Hand an die Tür oder den Alkoven geschrieben findet:


Fieber bleib aus,
N.N. ist nicht zu Haus,
so bleibt das Fieber weg (Zetel).

Vgl. 100.

CC-BY-3.0


Rechtsinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 26. 107. [Warzen vergehen, wenn sie mit gestohlenem Speck gerieben werden]. 107. [Warzen vergehen, wenn sie mit gestohlenem Speck gerieben werden]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4cz1g.0