[36] Dunkle Macht

Durch Schlaf und Traum hörst du den Ruf der Nacht:
Er dröhnt in Wettern und er zuckt in Flammen.
Mit donnerndem Getöse bricht die Fracht
Des Sturms am Himmel über dir zusammen.
Durch Schlaf und Traum fühlst du die schwere Hand
Auf deiner Brust von deinen Kümmernissen,
Und unter deinem Kopf den feuchten Brand
Von deinen wilden Tränen auf dem Kissen.
Durch Schlaf und Traum winkt dir ein stummes Bild,
Das du nicht kennst, mit herrischer Gebärde.
Dem folgst du über nächtliches Gefild
Durch Schlaf und Traum bis an den Rand der Erde.

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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2012). Lachmann, Hedwig. Dunkle Macht. Digitale Bibliothek. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-D8D3-C