Die Aufgeregten

Welche tief bewegten Lebensläufchen,
Welche Leidenschaft, welch wilder Schmerz!
Eine Bachwelle und ein Sandhäufchen
Brachen gegenseitig sich das Herz!
Eine Biene summte hohl und stieß
Ihren Stachel in ein Rosendüftchen,
Und ein holder Schmetterling zerriß
Den azurnen Frack im Sturm der Mailüftchen!
In ein Tröpflein Tau am Butterblümchen
Stürzt' sich eine kleine Käferfrau,
Und die Blume schloß ihr Heiligtümchen
Sterbend über dem verspritzten Tau!

Notizen
Aus der Sammlung »Neuere Gedichte« (1851/54).
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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2012). Keller, Gottfried. Die Aufgeregten. Digitale Bibliothek. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-9A11-5